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Thema: Römerbrief 11,25-32

  1. #1
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    Römerbrief 11,25-32

    Hallo Liebe Geschwister,
    ich hatte ja gesagt, dass ich z.Zt den Römerbrief genau betrachte und hänge nochmal an einer Stelle fest:

    Röm 11,
    28: Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auserwählung aber Geliebte um der Väter
    willen.
    29: Denn Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht reuen.
    30: Denn gleichwie auch ihr einst Gott nicht geglaubt habt,
    jetzt aber Barmherzigkeit erfahren habt um ihres Unglaubens willen,
    31: so haben auch sie jetzt nicht geglaubt um der euch erwiesenen
    Barmherzigkeit willen, damit auch sie Barmherzigkeit erfahren sollen.
    32: Denn Gott hat alle miteinander in den Unglauben verschlossen,
    damit er sich über alle erbarme.

    Hat Gott jetzt allen einen Unglauben geben und wie ist das mit der Auserwählung zu verstehen?

    Danke für eure Antworten.
    Liebe Grüsse
    Frank R
    Herzliche Grüsse
    Frank

  2. #2
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    AW: Römerbrief 11,25-32

    Antwort von Martin S.:
    b) Der Überrest von Israel:
    Die Wörter (erwählt, auserwählt) werden auf den Überrest des Volkes Israel
    angewendet, z.B. in Rö 11.5:
    „Also ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest nach Wahl der Gnade.“
    -> Das Volk Israel ging im Laufe der Geschichte durch viele Trübsale, immer hat ein
    Überrest überlebt. Zusammen mit Rö 11.28-29 wird die Auswahl des Überrestes noch
    deutlicher:
    „Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde, um euretwillen, hinsichtlich der
    Auswahl aber Geliebte, um der Väter willen. Denn die Gnadengaben und die Berufung
    Gottes sind unbereubar.“
    -> Steht da irgendetwas von Errettung vor der Hölle, für den Himmel, vor Grundlegung
    der Welt, des einzelnen Sünders für die Ewigkeit? Nein! Das natürliche Israel bleibt
    hinsichtlich des biblischen Evangeliums, welches sie zurückgewiesen haben, Feinde
    Gottes. Dennoch sind sie hinsichtlich der Auswahl Geliebte, um deren Väter willen. Die
    Auswahl des Überrestes Israels hat rein irdische Bezüge, es geht um irdisches Zeugnis
    und irdischen Dienst für Gott.
    Quelle:
    https://drive.google.com/file/d/1908NLfFKl8wadHmScMBSXJbwXcLatoo1/view
    Herzliche Grüsse
    Hans Peter

    1. Mo 15,6 Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.




  3. #3
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    AW: Römerbrief 11,25-32

    Danke Hans Peter und Martin S für die Antwort. Endlich wieder den Durchblick...
    LG
    Frank R
    Herzliche Grüsse
    Frank

  4. #4
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    AW: Römerbrief 11,25-32

    >>Eingesandt von Ulrich


    Wenn wir über Römer 11 nachdenken, dann können wir das eigentlich nur im Gesamtkontext des
    Römerbriefes tun.
    Viele haben aus Römer 11,15 abgeleitet, dass Gott Israel verworfen habe.
    Es kommt dann zu recht abenteuerlichen Ausführungen, warum denn das Volk nicht verstoßen ist
    (Röm. 11,1-2), Gott aber das Volk sehr wohl verworfen habe.

    Man ist dann sehr schnell noch bei dem
    „Geheimnis der Verstockung Israels“
    oder auch bei dem „Geheimnis der Vollzahl der Nationen“
    (Röm. 11,25) und setzt das Bild eines willkürlich handelnden Gottes fort, den man spätestens mit der
    „goldenen oder auch göttlichen Kette“ in Röm. 8,29+30 entdeckt hat.
    Nun haben wir in Römer 8keine Kette und in Römer 11,15 wird Israel nicht verworfen.

    Wir finden in Bezug auf Israel bereits in Röm. 9,32+33,
    dass sie sich an dem in Zion gelegten kostenbaren Eckstein gestoßen haben.
    Dieser Gedanke wird dann in Kapitel 10 bis Vers 11 weiter behandelt,

    dort wird gesagt, dass „Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden“.

    Das, was wir in Römer 11,15 haben ist nichts Anderes als
    Psalm 118,22 „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.“.

    Wir können das auch gut nachvollziehen, genau diese Stelle
    spielt in den Predigten und Schriften des Apostels der Beschneidung, Petrus eine prominente Rolle
    (Apg. 4,11 und 1. Petr. 2,7).

    Auch der Herr Jesus hat den Juden genau diese Stelle dreimal erklärt
    (Matt. 21,42; Mark. 12,10; Lukas 20,17)
    Die Juden haben den Herrn Jesus verworfen,
    dadurch wurdeder Verworfene der Gekreuzigte,
    weil er der Gekreuzigte wurde,
    wurde er die Versöhnung der Welt.
    „Gott war in Christus, die Welt mit sich selbst versöhnend“ (2. Kor. 5,19).

    An dieser Stelle merken wir aufs Neue, dass zum einen der Römerbrief ein Brief der Erinnerung ist (Röm. 15,15)
    und dass derBrief die Lehre weiterentwickelt, deren Grundlage in den vorher inspirierten Briefen gelegt wurde.
    Wenn also die Juden den Herrn Jesus verworfen haben und dadurch die Versöhnung der Welt
    gekommen ist, dann besteht auch überhaupt kein Problem mit der Aussage, dass die Annahme des
    Herrn Jesus Leben aus den Toten bedeutet.

    Bevor wir uns Röm. 11,16 zuwenden, macht es durchaus Sinn, zu untersuchen,
    wer denn der Erstling und wer die Wurzel ist, da ja aus der Wurzel Zweige
    ausgebrochen werden und man daraus vordergründig lesen könnte, wenn man denn das Bild aus
    Johannes 15 anwendet, dass Kinder Gottes wieder verloren gehen könnten.

    Aus 1. Kor. 15,20 und 23 können wir deutlich entnehmen, dass der Erstling Christus ist.
    Auch hierwieder der interessante Aspekt, dass der Heilige Geist den Begriff im vierten Paulusbrief eindeutig
    definiert und ihn dann hier im Römerbrief, dem sechsten Paulusbrief, wieder aufgreift.
    Die Massesind dann. Korrespondierend zu 1. Kor. 15,23 die, die des Christus sind.

    Die Wurzel ist sicher nicht der Christus, denn sonst bekämen wir mit den folgenden Versen enorme
    Schwierigkeiten.
    Wenn wir den ersten Paulusbrief studieren, dann wird uns dort in den Kapiteln 3
    und 4 des Galaterbriefes deutlich gemacht, dass Kinder Gottes in einer besonderen Beziehung zu
    Abraham stehen. Kinder Gottes sind Nachkommen Abrahams Gal. 3,29 und nach Röm. 4,16 ist
    Abraham der Vater aller, die vom Glauben Abrahams sind. Weiter hat Abraham nicht nur
    unnatürliche, geistliche Zweige, sondern Abraham hat auch natürliche Zweige nämlich seine
    natürliche Nachkommenschaft. Die natürlichen Zweige, die den in Zion liegenden Eckstein verworfen
    haben, können den Eckstein annehmen, bekommen Leben aus den Toten und werden so wieder in
    die Wurzel eingepfropft. Aus Zion kommt der Erretter, der die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden
    wird (Röm. 11,26).

    Die Juden sind hinsichtlich des Evangeliums Feinde, durch ihre Feindschaft kam die Versöhnung der
    Welt, sozusagen wendet sich durch Ihre Feindschaft das Heil an die Nationen. In Apostelgeschichte
    13 haben wir den bemerkenswerten Ausspruch, dass den Juden dort das Evangelium notwendiger
    Weise zuerst verkündet werden musste, da sie sich aber selbst des ewigen Lebens für unwürdig
    erachteten, wandte sich das Heil zu den Nationen (Apg. 13,46).

    Der Herr Jesus war ein Diener derBeschneidung geworden, um die Verheißungen der Väter zu bestätigen (Röm. 15,8).
    Sie haben abersowohl die Botschaft als auch den Botschafter verworfen, darum sind sie Feinde.
    Das heißt aber überhaupt nicht, dass sie keinen Zugang zur Gnade und zur Auswahl haben. In Röm.
    11,5 haben wir die bemerkenswerte Aussage: „So bleibt nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest
    (besser Bleibendes oder Nachkommen) nach (Aus)Wahl der Gnade.“ Im Folgenden wird dann auch
    direkt Bezug zu Röm 4,5 ff genommen, indem hier Gnade in Gegensatz zu Werken gesehen wird.
    Dort ist es der zunächst der Glaube, was aber in Röm. 4,16 in der Aussage gipfelt, „darum ist es aus
    Glauben, damit es nach Gnade sei,“. Zu Anfang von Röm. 9 haben wir gelernt, dass die Sohnschaft
    Teil der Israeliten ist. Wenn hier in Röm. 11,28 daran erinnert wird, dass sie hinsichtlich der Auswahl
    Geliebte um der Väter willen sind“, dann wird deutlich, dass die wieder eingepfropften Zweige der
    Sohnschaft, der Herrlichkeit teilhaftig werden. Sie bekommen das Teil der Väter, nehmen an der
    Herrlichkeit im Vaterhaus teil, es entspricht absolut der Zusage Gottes an die Väter. Es ist Gott eine
    Freude, es ist Ausdruck seiner Liebe, es ist die Erfüllung der Verheißung der Väter, wenn die „Zweige“
    der Herrlichkeit teilhaftig werden und zur Sohnschaft geführt werden.
    Die von Gott verheißenen Gnadengaben und auch der durch Gott erschollene Ruf sind unbereubar.
    Gott ist der Allwissende. Er wird durch nichts überrascht. Man könnte meinen, dass es ihn auf Grund
    der Feindschaft der Geschöpfe gereuen könnte, nein, er bereut keine Verheißung, es sogar
    unmöglich, sie sind unbereubar.
    Die Nationen werden daran erinnert, dass sie ja auch einst Gott nicht geglaubt haben. Dadurch
    hatten auch sie ihre Feindschaft Gott gegenüber zum Ausdruck gebracht, für alle gilt: „Denn wenn
    wir, da wir Feinde waren, mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, viel mehr werden
    wir, da wir versöhnt sind, durch sein Leben gerettet werden.“ (Röm. 5,10). Gott hat seine Liebe zu
    uns in dem Tod seines Sohnes erwiesen. Auch die Nationen hatten einst nicht geglaubt, waren aber
    durch den Ungehorsam der Juden unter die Begnadigung durch den Unglauben der Juden
    gekommen. Genauso haben auch die Juden nicht an die Begnadigung der Nationen geglaubt, was
    Ausdruck ihrer Eifersucht ist, damit auch die Juden unter die Begnadigung kommen. Es gibt eben
    immer nur eine „Auswahl der Gnade“ (Röm. 11,5).

    Wenn hier in Vers 32 gesagt wird, dass Gott alle zusammen in den Unglauben eingeschlossen hat,
    dann müssen wir uns zuerst daran erinnern, was uns in Römer 1 über den „Einschluss“ mitgeteilt
    wird: „Und wie sie es nicht für gut fanden, Gott in Erkenntnis zu haben, hat Gott sie dahingegeben in
    einen verworfenen Sinn, zu tun was sich nicht gehört;“ (Röm. 1,28) Menschen haben es abgelehnt,
    verworfen Gott zu kennen, sie wollten anthroposophisch denken und dem Humanismus anhängen.
    Schon vorher wird gesagt:“ indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden“ (Röm.1,22).

    Menschen haben der Verkündigung des ewigen Evangeliums durch die Schöpfung nicht
    geglaubt, sie wollten es nicht.
    Dann hat Gott ihrem Wunsch entsprechend gehandelt und siehingegeben in einen verworfenen Sinn.
    Sie haben Gott verworfen, sie haben den Herrn Jesus verworfen und sie haben die Botschaft verworfen.
    Gott hat ihnen daraufhin einen verworfen Sinn
    gegeben und dadurch sind alle in den Unglauben eingeschlossen. Genau dieser Vorgang wird uns in
    Römer 1-3 sowohl in Bezug auf die Nationen als auch in Bezug auf die Juden geschildert.
    Und doch sind die Gnadengaben und der Ruf Gottes unbereubar. Aus diesem Unglauben
    herauskommend kann jeder begnadigt werden. Darum ist es aus Glauben, damit es nach Gnade sei!
    In Römer 12,2 haben wir dann plötzlich solche vor uns, die haben einen erneuerten Sinn, bei denen
    findet eine Verwandlung statt, die können prüfen, was der gute und wohlgefällige und vollkommene
    Wille Gottes ist.

    Wir verstehen gut, dass am Ende von Kapitel 11 dieser Lobpreis steht:

    „[33] O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als und der Erkenntnis Gottes! Wie unausforschlich
    sind seine Gerichte und unausspürbar seine Wege!
    [34] Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder
    wer ist sein Mitberater gewesen?
    [35] Oder wer hat ihm zuvorgegeben, und es wird ihm vergolten
    werden? [36] Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Herrlichkeit in
    Ewigkeit! Amen.“

    Herzliche Grüße
    Ulrich
    Herzliche Grüsse
    Hans Peter

    1. Mo 15,6 Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.




  5. #5
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    AW: Römerbrief 11,25-32

    Danke lieber Bruder Ulrich...
    Liebe Grüsse
    Frank R
    Herzliche Grüsse
    Frank

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