Lieber Hans Peter,

"Menschen ohne Mutter" ist vor vielen Jahren entstanden, um den griechischen Denkansatz, Götter zeugen Halbgötter von Frauen, im Bezug auf den Herrn Jesus und unsere Gott und Vater, biblisch zu wiederlegen. Ich habe damals sehr mit Galater 4,4 "geboren von einer Frau, geboren unter Gesetz" gerungen und den Artikel erst veröffentlicht, nachdem feststand, dass in Gal. 4 ein Wort benutzt wird, dass man nicht mit zeugen übersetzen kann. Ich war damals auch der Meinung, meine Gedanken allein aus Matt. 1 belegen zu können. Das hat sich als Fehler herausgestellt.

"Jakob aber zeugte Joseph, den Mann der Maria, von der Jesus geboren wurde, der Christus genannt wird." Matt. 1,16. Strong nennt hier "γεννάω (gennao)", was sowohl mit gezeugt, als mit geboren übersetzt werden kann. Ich bin sicher, ich hätte "Menschen ohne Mutter" nicht veröffentlicht, wenn mir Matt. 1,16 damals aufgefallen wäre.

Der Artikel ist auf bibelkreis.ch online und auch sonst noch im Netz verbreitet. Ich fühle die Verantwortung auf meinen Fehler aufmerksam zu machen. Ich bin völlig davon überzeugt, dass man alle griechisch philosophischen Ansätze zur Erklärung der Menschwerdung des Herrn Jesus, wie sie ab dem 4. Jahrhundert aufgekommen sind ablehnen muss. Im Licht von Matt. 1 bin ich mit der finalen Erklärung der Menschwerdung des Herrn Jesus einen Schritt zu weit gegangen. Matt. 1,16 könnte im Gegensatz zu meinen Aussagen stehen und darum darf ich meine damaligen Aussagen nicht stehen lassen. Ich habe versucht ein Geheimnis zu erklären, dass nicht zu erklären ist.

Ich habe die Frage erwogen, wie denn mit der Situation umgegangen werden kann? In einem ersten Reflex kam der Gedanke "löschen", aber das wäre nicht redlich und unaufrichtig. Mir ist dann eine Handlung von William Kelly in den Collected Writings eingefallen und ich möchte dich um eine ähnliche Handlung bitten. William Kelly verlässt dabei das chronologische Prinzip und fügt zwei Artikel von John Nelson Darby unmittelbar zusammen, weil der "jüngere die natürliche Ergänzung des vorhergehenden ist", wie er als Herausgeber schreibt.

Bitte veröffentliche diese Mail im Forum und stelle sie gleichzeitig bei "Menschen ohne Mutter" ein.

im Voraus herzlichen Dank für deine Mühe

Ulrich