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Thema: Mt 16,18-20

  1. #1
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    Mt 16,18-20

    Q: von "FB" Johann A.:
    Bitte leg mir mal Mt 16,18-20 aus........
    Herzliche Grüsse
    Hans Peter

    1. Mo 15,6 Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.




  2. #2
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    AW: Mt 16,18-20

    Aus

    Gaebelein-Kommentar
    Von größtem Interesse ist die Tatsache, daß wir in diesem Kapitel die erste Erwähnung der Gemeinde in der Bibel finden. Der König hat über die Gemeinde kein Wort gesagt, als er noch predigte, das Reich Gottes sei »nahe gekommen«. Die Gemeinde ist eine Gemeinschaft Herausgerufener (so die genaue Bedeutung des griechischen Wortes). Kein Prophet hat etwas über die Gemeinde geschrieben. Als der Herr die Gemeinde erwähnte, gab es sie noch gar nicht, denn er sagte: »Ich werde meine Gemeinde bauen.« Die Gemeinde existierte also zu alttestamentlicher Zeit noch nicht, und zu der Zeit, als der Herr diese Worte sprach, lag ihre Gründung noch in der Zukunft. Der Fels, auf dem die Gemeinde erbaut wird, ist Christus, der Sohn Gottes (nicht der Sohn Davids, der verheißene König). Der von den Toten auferstandene Christus ist der große Fels, der Grundstein. Petrus ist nicht dieser Fels. Der Name »Petrus«, gr. petros, bedeutet Stein, das gr. Wort für Fels ist petra. Dieses Wort wird in Matthäus 7,24.25 benutzt. Deshalb ist Jesus der Fels und Petrus Teil des Felsens. Das ist ein Hinweis auf die Wahrheit, daß jeder echte Gläubige, der das ewige Leben hat, mit Christus eins ist. Das Zeugnis aus 1. Petrus 2,4-6 muß zusammen mit dieser ersten Ankündigung der Gemeinde gelesen werdenDaß Petrus die Schlüssel des Reiches der Himmel hat, bedeutet nicht, daß er (und seine angeblichen Nachfolger) eine Vorrangstellung in der Gemeinde gehabt hätten. Das Reich der Himmel ist nicht die Gemeinde, sondern der Bereich des Namenschristentums. Petrus benutzte die ihm übertragene Autorität zu Pfingsten, als er den Juden predigte, dann im Haus des Kornelius, als er den Heiden predigte. Lesen Sie nach, was Petrus über sich selbst gesagt hat (1Petr 1,1; 5,1). Die Macht zu binden und zu lösen hat nichts mit der Errettung zu tun. Es geht hier nur um Gemeindezucht. Alle Jünger hatten diese Vollmacht (Mt 18,18; Joh 20,23). Und sie stehen für die Gemeinde, die erst noch im Entstehen war.
    Zum ersten Mal kündigt der abgelehnte König nun sein Leiden, seinen Tod, seine Auferstehung und seine Wiederkunft in Herrlichkeit an. Das Kapitelende nach Vers 28 ist eine ungünstige Einteilung. Die Verherrlichung, die gleich darauf folgt, löst alle Schwierigkeiten, die sich aus dem letzten Vers unseres Kapitels ergeben.


    MacDonald-Kommentar
    16,19 »Ich werde dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben« bedeutet nicht, dass Petrus die Vollmacht gegeben worden wäre, Menschen den Zugang zum Himmel zu ermöglichen. Es handelt sich hier um das Reich der Himmel auf Erden. Dieser Bereich umfasst alle, die bekennen, eine Beziehung zum König zu haben - alle, die von sich behaupten, Christen zu sein. Die Schlüssel sprechen vom Eintritt oder Zugang. Auf die Schlüssel für die Tür zu diesem Bekenntnisbereich wird im Missionsbefehl hingewiesen (Matth 28,19) – zu Jüngern machen, taufen und lehren (Die Taufe ist für die ewige Errettung nicht notwendig, umfasst aber den äußeren Akt, wodurch sich der Betreffende öffentlich zum König bekennt.). Petrus benutzte diese Schlüssel zum ersten Mal zu Pfingsten. Sie waren ihm nicht alleine gegeben, sondern er stand gewissermaßen stellvertretend für alle Jünger (s. Matth 18,18 [wo dieselbe Verheißung an alle Jünger gerichtet ist]).
    »Was immer du auf der Erde binden wirst, wird in den Himmeln gebunden sein, und was immer du auf der Erde lösen wirst, wird in den Himmeln gelöst sein.« Dieser Vers und die Parallelstelle in Johannes 20,23 werden manchmal zum Beweis für die Lehre angeführt, dass Petrus und seinen vermeintlichen Nachfolgern die Autorität der Sündenvergebung gegeben sei. Wir wissen, dass dies nicht sein kann, da nur Gott Sünden vergeben kann.
    Es gibt zwei Möglichkeiten, diesen Vers zu verstehen: Erstens kann er bedeuten, dass die Apostel eine Macht hatten, zu lösen und zu binden, die wir heute nicht mehr besitzen. Zum Beispiel hat Petrus die Sünden von Hananias und Saphira auf sie gebunden, sodass sie mit sofortigem Tod bestraft wurden (Apg 5,1-10), während Paulus den in die Gemeindezucht genommenen Mann in Korinth von den Konsequenzen seiner Sünde löste, weil dieser bereut hatte (2. Kor 2,10). Andererseits könnte der Vers bedeuten, dass alles, was die Apostel auf Erden binden oder lösen, im Himmel schon gebunden oder gelöst worden sein musste. Deshalb sagt Ryrie: »Der Himmel veranlasst im Unterschied zu den Aposteln das Binden oder Lösen. Die Apostel machen diese geistlichen Vorgänge nur bekannt.«
    Dieser Vers hat für uns heute nur noch eine erklärende Bedeutung. Wenn ein Sünder wirklich seine Sünden bereut und Jesus Christus als seinen Herrn sowie Heiland annimmt, dann kann ein Christ die Sünden für vergeben erklären. Wenn ein Sünder den Retter ablehnt, dann kann ein Mitarbeiter im Werk des Herrn dessen Sünden für unvergeben erklären. William Kelly schreibt: »Wann immer die Gemeinde im Namen des Herrn handelt und wirklich seinen Willen tut, ist das Siegel Gottes auf ihren Taten.«
    16,20 Wieder sehen wir, wie der Herr Jesus seinen Jüngern befiehlt, niemandem zu sagen, dass er der Messias ist. Wegen Israels Unglauben konnte aus einer solchen Verkündigung nichts Gutes entstehen. Und es würde sogar ausgesprochenen Schaden anrichten, wenn es eine Volksbewegung geben würde, die ihn zum König krönen wollte. Eine solche zeitlich fehlgeleitete Bewegung würde von den Römern unbarmherzig niedergeschlagen werden.
    Steward, der diesen Abschnitt den Wendepunkt des Dienstes Christi nennt, schreibt:
    Der Tag in Cäsarea Philippi ist die Wasserscheide der Evangelien. Von diesem Punkt an fließen die Bäche in eine andere Richtung. Die Popularität, die Jesus in der Anfangszeit seines Dienstes auf einen Thron zu heben schien, liegt nun hinter ihm. Alles läuft auf das Kreuz zu . . . In Cäsarea stand Jesus an einer Trennungslinie. Es war wie auf einer Bergspitze, von der aus er sowohl den hinter ihm liegenden Weg sehen als auch den vor ihm liegenden dunklen, bedrohlichen Weg betrachten konnte. Er warf einen Blick zurück auf das noch glühende Abendrot der glücklichen Tage, bevor er sich umwandte und auf die Schatten zustrebte. Sein Ziel war nun Golgatha.


    Was ist der Sinn der Stelle Matth. 16,19; was sind des Himmelreichs Schlüssel?
    Antwort A
    Petrus hatte das herrliche Bekenntnis (V. 16) abgelegt: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Der HErr bezeichnete dies Bekenntnis als eine Offenbarung des himmlischen Vaters und sprach dann zu Petrus: Du bist Petrus, d. h. Felsenmann -, so habe ich dich schon früher genannt, und du hast dich nun auch als solcher gezeigt, nämlich durch dein Bekenntnis; Mein Vater hat dir diese Tatsache (daß Ich der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes bin) gezeigt, und du hast dich im Glauben auf den Felsen dieser Tatsache gestellt. Wenn Jesus nun fortfährt: auf diesen
    Felsen will Ich Meine Gemeinde bauen usw., so will Er allerdings nicht sagen, daß die Person des Petrus die Grundlage Seiner Gemeinde bilden soll, denn im Grundtext heißt es nicht: „auf diesen Petrus“ (Felsenmann), sondern „auf diesen Felsen“ (petra) usw. Jedoch liegt in dem Wortspiel der Gedanke, daß Petrus und diejenigen, in deren Namen er sprach, die also auf demselben Felsengrunde des Bekenntnisses zu Christo standen, die Gründer der Gemeinde werden sollten. Das ist in der Tat geschehen; denn die Gemeinde ist aufgebaut (nach Eph. 2,20) auf die Grundlage der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist. (Nirgends ist in der Schrift gesagt, daß die Gemeinde auf Petrus aufgebaut sei.)
    Nun fährt der HErr fort: Und Ich werde dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben usw. Zuerst die Frage: Ist „das Reich der Himmel“ und „die Gemeinde“ ein und dieselbe Sache? Keineswegs! Die Gemeinde ist die durch die Predigt des Evangeliums aus der Welt herausgerufene Schar derer, die an Jesum Christum glauben; sie trägt himmlischen Charakter (Eph. 1,3; 2,6; 3,10; Phil. 3,20; Kol. 3,1-3), dagegen „das Reich der Himmel“ ist die Erfüllung der Weissagungen der Propheten des Alten Bundes, nämlich die Aufrichtung des Messianischen Königreichs oder des Reiches Gottes auf Erden. Der Mittelpunkt desselben ist Israel; es trägt irdischen Charakter, denn auf dieser Erde soll die Herrlichkeit Gottes offenbar werden, es heißt aber „Reich der Himmel“, weil es vom Himmel aus regiert wird. Jesus ist der König des Reiches der Himmel. Hätte Israel ihn als seinen König anerkannt, so hätte Seine Herrschaft auf der Erde beginnen können; Er wurde aber verworfen und verließ die Erde wieder für eine gewisse Zeit (Luk. 19,11ff.; Matth. 25,14ff.). Während dieser Zeit sollen Seine Knechte das Reich verwalten. Dem Petrus insbesondere übergibt der HErr die Schlüssel des Himmelreichs, d. h. die Aufgabe, zunächst den Juden (Apg. 2) und später den Gläubigen aus den Nationen die Türen des Reiches zu öffnen (Apg. 10). Die Vollmacht, zu binden und zu lösen, wird nach Kap. 18,18 auch den anderen Jüngern übertragen (vgl. Joh. 20,23) und besteht wohl darin, daß sie die Gewissen der Bußfertigen durch die Botschaft der Gnade entlasten, dagegen den Unbußfertigen den Zorn Gottes ankündigen sollten. Sie sind die Gesandten des Königs (Joh. 20,21), Seine Autorität steht hinter ihnen, ihre Maßregeln, die sich auf die Erde beziehen, werden im Himmel bestätigt.
    Chr. K.

    Antwort B

    Matth. 16,19 spricht davon, daß der HErr dem Petrus die Schlüssel des Reiches der Himmel geben würde. Wir verstehen darunter nicht die Schlüssel der Gemeinde - davon hören wir nichts -, sondern die Schlüssel des Reiches. Mit Schlüsseln kann man aufschließen, was verschlossen war, vorausgesetzt, daß es die richtigen Schlüssel sind. Wir finden darum, daß der Apostel Petrus in Apg. 2 den Juden die Türen des Reichs öffnet durch die bekannte sogenannte Pfingstpredigt, wodurch 3000 Seelen errettet wurden. Ferner finden wir in Apg. 10, daß derselbe Apostel den Heiden die Tür des Reiches der Himmel öffnet. Darum hören wir von Schlüsseln (Mehrzahl). Apg. 15,7-11 sehen wir, daß der Apostel Petrus auf das Öffnen der Türen Bezug nimmt, daß dieselbe Gnade mächtig ist für Heiden (es ist sehr wichtig, daß er die Heiden zuerst nennt!) und Juden zur Errettung ihrer Seele.
    Möchten auch wir treu erfunden werden in dem, was der HErr in Seiner Gnade uns zu tun anvertraut hat!
    K. O. St.

    Antwort C
    Niemand denke, daß Petrus die Schlüssel zum Himmel habe; damit hat Petrus so wenig zu tun wie du und ich. Es sind die Schlüssel zum Königreich der Himmel. Das Reich gehört der Erde an, wogegen die Gemeinde dem Himmel angehört. Das Reich der Himmel steht mit der Verwaltung der Dinge des HErrn hier auf der Erde in Verbindung, während der Zeit, wo Er, der König des Reiches, verworfen, im Himmel ist.
    Auf den meisten Bildern sieht man Petrus mit den Schlüsseln am Gürtel inmitten einer Herde Schafe. Aber Schafe werden nicht mit Schlüsseln gefüttert, noch wird mit Schlüsseln ein Bau aufgerichtet! Schlüssel gebraucht man, um Türen zu öffnen. Der HErr ging gen Himmel, aber Er hatte hier noch ein Werk durch Petrus auszuführen in bezug auf das Reich, von dem Er verkündigte, daß es „nahe herbeigekommen sei“. Ich glaube, Petrus brauchte einen der Schlüssel, als er den Juden predigte in Apg. 2, und den anderen Schlüssel, als er nach Cäsarea in das Haus des Kornelius ging (Apg. 10). Das Schlüsselwort zum Eingang in das Reich war für die Juden „Buße“ und für die Heiden „Glaube“ (Apg. 2 und Apg. 10).
    Auch in den Schlußworten des Verses handelt es sich nicht um den Eingang in den Himmel, sondern Petrus empfängt einen besonderen Platz in der Verwaltung auf Erden, um in der Gemeinde Christi zu handeln, wie es später dem ganzen gläubigen Kreise gesagt wurde (Joh. 20,23). - Wenn wir in den Kreis der Jünger eintreten, müssen wir sorgfältig wandeln, oder wir bringen uns unter die feierliche Ausübung der Autorität, die auch der Gemeinde gegeben ist, die Sünde auf uns zu binden, indem wir hinausgetan werden aus der Mitte der Gemeinde.
    Dr. W., „S. P.“, übersetzt von v. d. K.

    Antwort D

    Wenn wir den Sinn der Schlüssel des Reiches der Himmel verstehen wollen, müssen wir zuerst wissen, was das Reich der Himmel ist.
    Das Reich der Himmel bezeichnet die Periode, in welcher der König verworfen, entthront, abwesend
    und ein anderer Fürst in Seinem Reiche ist. Der verworfene König hat Sich gesetzt zur Rechten der Majestät in den Himmeln, wartend, bis Seine Feinde zum Schemel Seiner Füße gelegt werden. - Während dieser Zeit besteht das Reich im Geheimnis. In Kraft wird es offenbar werden, wenn Er, der König, kommt. Dann wird Satan gebunden 1000 Jahre, und alle Nationen werden Ihm dienen (Ps. 72,11).
    Der Ausdruck „Reich der Himmel“ erscheint uns fremd, war es aber weniger für einen Juden, der mit der Entfaltung der Macht vom Himmel aus vertraut war. Das Reich der Himmel zeigt, daß, trotz der Verwerfung, die Erde und ihre Bewohner es mit Ihm, dem König, zu tun haben.
    Die gegenwärtige, verborgene Geheimnisgestalt des Reiches der Himmel zeichnet der HErr uns in vielen Gleichnissen, z. B. Matth. 13. Das sind nicht Bilder von der zukünftigen Herrlichkeitsgestalt des Reiches, sondern von dem Reiche in der gegenwärtigen Zeit der Abwesenheit des Königs.
    Reiches, sondern von dem Reiche in der gegenwärtigen Zeit der Abwesenheit des Königs.
    Als der HErr von Israel verworfen war (Matth. 12), begann Er von dem Reiche als Geheimnis zu reden (Matth. 13), und danach zeigt Er an (Matth. 16), daß Er an einem späteren Tage Petrus die Schlüssel des Reiches der Himmel geben werde. Petrus sollte das Reich öffnen. Er tat dies am Pfingsttage, wie die Anwendung von Ps. 132,11 in Apg. 2,30.31 zeigt. Das Reich wurde geöffnet, und durch Buße und Glauben konnten Menschen eingehen in das Reich der errettenden Macht des im Himmel thronenden HErrn.
    Unsere Stelle wird oft verdunkelt, indem man an materielle (wirkliche) Schlüssel denkt. Der HErr kennzeichnet mit dem Worte „Schlüssel“ nur den persönlichen Dienst, mit dem Er Petrus bei der Öffnung des Reiches der Himmel betrauen wollte. Es war eine persönliche Aufgabe in Verbindung mit der Einführung des Reiches der Himmel - nicht mit dem Himmel, noch mit der Gemeinde, noch mit dem 1000jährigen Reiche. Niemals dürfen wir dem Gedanken Raum geben, als ob das persönliche Anvertrauen der Schlüssel sowie das Binden und Lösen etwa auf die ewigen und himmlischen Dinge Bezug habe, z. B. das Hinzufügen zur Gemeinde geschah nicht durch Petrus, sondern durch den HErrn (Apg. 2,47). Die Aufgaben in dieser Stelle, mit denen der HErr Petrus betrauen wollte, standen mit dem Reiche der Himmel in Verbindung und bezogen sich auf das Diesseits. Was er in apostolischer Autorität auf Erden binde, solle (für die Erde) die Bestätigung im Himmel finden (ein Beispiel ist Ananias und Saphira, Apg. 5), aber es war begrenzt, es ging nicht über „auf Erden“ hinaus. Dasselbe wird später (Matth. 18,18) der Gemeinde gesagt, doch ist die Verbindung eine andere. Hier ist alles für Petrus persönlich und in Beziehung zum Reiche der Himmel.
    v. d. K.

    Anmerkung des Herausgebers
    Wie schon aus den vorherigen Antworten hervorgeht, ist der Anspruch, den die katholische Kirche erhebt, als sei auf Petrus die christliche Kirche aufgebaut und als sei er der erste Papst derselben, dem dann nach Gottes Willen die ferneren Päpste gefolgt seien, grundfalsch. Darüber hier kein Wort weiter! - Die Gemeinde ist ein göttliches Bauwerk, Petrus war ein Stein in ihr. Die Offenbarung des Vaters, die Petrus ausspricht in seinem Bekenntnis, ist der Grund, auf dem die Gemeinde erbaut wird, und zwar durch Christus Selbst. Christus der Grund und zugleich der Baumeister! Dem, was der Vater dem Petrus in Seiner Gnade geoffenbart hat, fügt der Sohn („auch Ich“) ein anerkennendes, ja, befestigendes Wort hinzu, indem Er dem vom Vater so ausgezeichneten Jünger einen seinen künftigen Charakter ausdrückenden Namen gibt. - Der zweite Teil der Frage betrifft eine durchaus neue Sache. Vermischt man die Begriffe „Gemeinde“ und „Reich der Himmel“, so ist man dessen schuldig, daß man „das Wort der Wahrheit nicht recht teilt“ (2. Tim. 2,15). Gleichwohl besteht ein gewisser innerer Zusammenhang zwischen beiden Gegenständen, der aber hier nicht berührt zu werden braucht. Die Schrift spricht noch mehrfach von Schlüsseln; man vgl. Jes. 22,22; Offenb. 3,7 und Offenb. 1,18; doch sind diese Stellen hier wohl kaum in Betracht zu ziehen.
    Dem Petrus - das sagt unsere Stelle hier - war in besonderer Weise das Evangelium des Reiches und ein besonderer Dienst in Bezug auf dasselbe anvertraut, und dazu waren ihm von Dem, der die alleinige Macht und Autorität hatte, diese Schlüssel des Reiches der Himmel gegeben zur Verwaltung. Denen aus den Juden wie denen aus den Nationen öffnete er den Weg ins Reich durch seine Predigt,
    und beiden erschloß er als treuer, sich seiner Verantwortlichkeit wie göttlicher Legitimation bewußter Verwalter die Ordnungen des Reiches Gottes auf Erden.





    Herzliche Grüsse
    Hans Peter

    1. Mo 15,6 Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.




  3. #3
    Bruno Gast

    AW: Mt 16,18-20

    Ergänzend aus F.B.Hole

    In Seinem Wort an Petrus (Vers 18) bestätigte der Herr ihm den Namen, den Er ihm bei ihrer ersten Begegnung gegeben hatte (Joh 1,42), und enthüllte ihm noch etwas mehr von dessen Bedeutung. Die Bedeutung des Namens „Petrus“ ist „Stein“, aber was ist der tiefere Sinn? Der Name steht im Zusammenhang mit der Versammlung, die Christus als der Sohn des lebendigen Gottes zu bauen im Begriff stand. So war der „Fels“ Christus selbst, und auf diesen Felsen ist die Versammlung gegründet. Petrus war kein Fels. Tatsächlich scheint er der impulsivste und am leichtesten zu beeinflussende Jünger gewesen zu sein -siehe Galater 2,11–13. Er war nur ein Stein, und es gibt keine Entschuldigung für den Irrtum, ihn mit dem Felsen zu verwechseln, denn in der Art, wie der Herr die Worte gebrauchte, war eine Unterscheidung angedeutet, indem Er sagte: „Du bist Petros, und auf diesen petra will Ich meine Versammlung bauen.“

    Das Bauen der Versammlung lag damals noch in der Zukunft, denn der Fels war nicht völlig enthüllt, bis der Sohn des lebendigen Gottes Seinen Triumph durch Tod und Auferstehung bestätigt hatte und zum Himmel aufgefahren war. Dann begann die ekklesia oder die „herausgerufene Gemeinschaft“ des Christus, und hier wurde einer der Steine gefunden, der dann auf dem Felsen mit aufgebaut werden sollte. In seinem ersten Brief zeigt uns Petrus, dass sich das nicht ausschließlich auf ihn selbst beschränkte, denn alle, die zu dem lebendigen Stein kommen, sind lebendige Steine, die auf diesem Fundament aufgebaut werden sollen.

    In dieser großen Ankündigung sprach der Herr über Seine Versammlung als Seine eigene Schöpfung, die keine Klugheit und Macht des Feindes überwältigen könnten. Nichts vermag anzutasten, was in der Kraft göttlichen Lebens gewirkt wird. Andere Schriftstellen sprechen von der Kirche als der Gemeinschaft derer, die sich als Untertanen zu Christus bekennen und die als Frucht der Bemühungen von Dienern Gottes zu Stande gekommen ist. Unter diesem Gesichtspunkt war jene Gemeinschaft von Anfang an von Versagen gekennzeichnet, und sie verschmilzt mit dem Reich der Himmel, über das wir in Kapitel 13 viel erfahren haben und das der Herr in Vers 19 unseres Kapitels erwähnt. Die Schlüssel dieses Reiches wurden dem Petrus übergeben, nicht etwa die Schlüssel der Versammlung.

    Alle, die sich als Untertanen des Königs bekennen, sind im Reich der Himmel, und in Verbindung damit wurde dem Petrus eine besondere Verwaltungsstellung verliehen. Wir sehen ihn bei der Handlung des „Lösens“, wie sie die Juden in Apostelgeschichte 2,37–40 und später die Heiden in Apostelgeschichte 10,44–48 betraf; eine Handlung des „Bindens“ nimmt er in Apostelgeschichte 8,20–23 vor. In diesen Fällen werden seine Handlungen ganz klar auch im Himmel anerkannt. Simon der Zauberer jedoch wurde nie vom Herrn Seiner Versammlung als ein Baustein hinzugefügt, obwohl er als ein bekennender Untertan des Reiches getauft worden war.

    Das Reich der Himmel war in den Schriften des Alten Testaments offenbart worden, nicht jedoch seine gegenwärtige, geheimnisvolle Form. Andererseits finden wir hinsichtlich der Versammlung dort keine Mitteilungen, und dieses Wort Jesu enthüllt sie vorbereitend. Nachdem Er die Ankündigung gemacht hatte, zog Er sogleich das besondere Zeugnis zurück, das Seine Jünger gegeben hatten, dass Er der Christus sei, auf die Erde gekommen, um die den Vätern gegebenen Verheißungen zu bestätigen (Röm 15,8). Seine Verwerfung war gewiss, und Sein Tod stand bevor. Nur so würde der eigentliche Grund für die Erfüllung der Verheißungen an Israel gelegt werden und ebenso für die Segnung der Heiden, damit sie Gott verherrlichen möchten für Seine Barmherzigkeit, sie zu Seiner Versammlung gebracht zu haben. Deshalb lenkte Jesus von da an die Gedanken Seiner Jünger auf Seinen Tod und Seine Auferstehung – den großartigen Höhepunkt Seiner irdischen Laufbahn. Das Ziel vor ihnen war die Herrlichkeit Christi in Seiner Auferstehung und nicht so sehr Seine irdische Herrlichkeit.

  4. #4
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    AW: Mt 16,18-20

    aus: wdbl

    18_»Simon Bar Jona« bildet einen auffälligen Gegensatz zu »du bist Petrus«, zum geistlichen Namen, der der Herr ihm bei seiner ersten Begegnung mit Ihm gegeben hatte (Joh 1,42). »Auf diesen Felsen will ich meine Versammlung bauen«: Wenige Bibelstellen haben zu gröberer Irrlehre und zu zahlreicheren einander widersprechenden Ansichten Anlass gegeben als diese Worte. Diese Meinungen hängen an der Ähnlichkeit der griechischen Wörter für Petrus (Petros, ein Stein) und »Fels«, petra, Ein Stein ist klein, ein Fels ist groß. Die Vorstellung, der Herr würde etwas Großes auf etwas so Kleines bauen, ist Seiner gänzlich unwürdig. Die Behauptung, die frühe Christenheit habe die Überzeugung gehabt, die Kirche sei auf Petrus gebaut, ist falsch. Ein Römisch Katholischer Gelehrter untersuchte 85 Schriften der frühen Väter und stellte fest, dass 17 von ihnen Petrus als den Felsen ansahen; 44 hielten das Bekenntnis des Petrus für den Felsen; 16 Christus; 8 alle Apostel. Wir müssen beachten, dass der Herr nicht sagte »meine Versammlung« werde auf »mir« gebaut werden, sondern auf »diesen Felsen« – das
    197 Matthäus 16,13-20
    heißt, nicht »auf dich«, noch auch »auf mich«, sondern auf etwas Drittes. Ein Gebäude kann einen künstlichen Grund haben, den man in den Boden legt; heute verwendet man Beton, um darauf die Mauern hochzuziehen. Dann ist das Fundament ein Teil des Baues. Wo man auf Fels baut, kann man die Mauern direkt auf diesem aufruhen lassen, und dann ist der Grund, der Fels, kein Teil des Baues. Christus ist aber ein Teil der Gemeinde, ist Er doch das Haupt des Leibes; daher können wir im »Felsen« nicht Christus sehen. Im vorliegenden Zusammenhang kann nur das in Vers 16 gemachte Bekenntnis des Petrus der Fels sein. Das stimmt mit Mt 7,24 überein, wo der Fels göttliche Worte bedeutet. Diese Auslegung darf nicht mit 1Kor 3,10-11 durcheinandergebracht werden, wo Paulus sagt, dass Jesus Christus der Grund ist, den er gelegt hat. Die Diener des Herrn bauen örtlich auf diesen Grund, indem sie dazu von Gott befähigt worden sind wie Bezaleel und Oholiab beim Bau der Stiftshütte (2Mo 31,1-6). In Eph 2,20 heißt es nicht, die Gemeinde sei auf »die Apostel und Propheten« gebaut, sondern auf den Grund, den sie gelegt hatten, das heißt auf die Lehre, die dem Herrn Jesus Christus die Herrlichkeit des Ecksteins zugeschrieben hatte. Es gibt Ausleger, die auf der Meinung beharren, »meine Gemeinde«, die der Herr hier erwähnt, sei nicht die Gemeinde, die an Pfingsten (Apg 2) anfing. Sie behaupten, dass sich im Evangelium des Königs nur jüdische Konzepte fänden. Das ist nicht wahr, wie wir sogleich erkennen, wenn wir beachten, wie umfassend die Lehre des Herrn war, bezog sie sich doch: 1._auf die Juden, unter denen Er sich aufhielt; 2._auf die Zeit nach Seinem Weggang, das ist die Gemeindezeit;
    3._auf die Zeit der großen Drangsal nach der Entrückung der Gemeinde; 4._auf Sein Reich in Herrlichkeit. So bezieht sich der Ausdruck »meine Gemeinde« (ekklêsia, »Herausgerufenenschaft«) auf die ganze Anzahl aller Erlösten seit Pfingsten (Apg 2), jene Gruppe von Menschen, die wir die Gesamtgemeinde oder die universale Gemeinde oder die unsichtbare Gemeinde zu nennen pflegen. Das muss von der »Gemeinde« von Mt 18,17 unterschieden werden, wo der Zusammenhang zeigt, dass es um eine örtliche Gemeinschaft von Gläubigen geht. In der Apostelgeschichte und in den Lehrbriefen wird das Wort in beiderlei Sinn verwendet, so dass der Leser sich stets fragen muss, welcher jeweils gemeint ist. »Meine Versammlung« entspricht der Gemeinde, die der Herr sich selbst »verherrlicht darstellt(e), die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen« hat (Eph 5,27). Satan kann die Gemeinde als ein vollkommenes Werk Christi nicht antasten. Die Mängel und Nöte der örtlichen Versammlungen, wie sie in den Briefen des Apostels Paulus und in den Sendschreiben zum Vorschein treten, können nicht im geringsten die makellose Schönheit der Gesamtgemeinde als Leib Christi antasten, wie der Herr sagte: »Die Pforten des Hades werden sie nicht überwinden«, wobei »Pforten« hier stellvertretende steht für Macht und Autorität. Die Macht des Todes bildet einen Kontrast zum »lebendigen Gott«, den Petrus eben bezeugt hatte. Gewiss, Petrus kann nicht der Grund sein; denn im nächsten Augenblick strauchelte er (Verse 22-23), indem er auf Dinge sann, die des Menschen und des Teufels, aber nicht Gottes waren.
    19_Die »Schlüssel« wurden nicht auf alle, nicht einmal auf alle Apostel gleichmäßig
    Matthäus 16,13-20 198
    verteilt. In den Verse 15.20 steht jeweils »ihr« und »sie«, von den Schlüsseln aber heißt es hier, dass sie nur Petrus gegeben wurden (V. 19); ebenso von der Gewalt, zu binden und zu lösen (was einen Gegensatz bildet zu 18,18, wo wiederum das Fürwort »ihr« steht). Ein Schlüssel gehört zu einer Pforte oder einem Tor, was hier heißt, dass sie im Kontrast zu den Pforten des Hades (V. 18) stehen. Man muss auch beachten, dass es hier nicht um den Eingang in die Gemeinde, sondern in das Reich der Himmel geht. Nur Gläubige gehen in die Gemeinde ein; kein Ungläubiger kann am Charakter der Gemeinde, die »nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen« hat, teilhaben. Aber in Übereinstimmung mit Mt 13 ist das Reich der Himmel in seiner gegenwärtigen geheimnisvollen Gestalt der weite Bereich des Bekenntnisses, innerhalb dessen sich sowohl Gute als auch Böse finden, die erst am Ende der Zeit von einander geschieden werden. Durch die Predigt des Petrus in Apg 2,14-36 und 10,34-43 öffnete er den Juden und den Heiden das Tor zum Reich. Zuerst gingen nur Gläubige ein, und diese bildeten auch gleichzeitig einen Teil der Gemeinde. Aber später wurden auch Ungläubige von der äußerlichen durch die Nikolaiten und die Jesebel-Gestalten (Offb 2,6.15.20) beeinflusste Form der Christenheit angezogen. Dies war und ist nicht mehr die Gemeinde des Herrn, was auch religiöse Führer darüber sagen mögen. Es ist ein Teil des Reiches der Himmel während der gegenwärtigen Heilszeit, das in den kommenden Gerichten gereinigt wird, um so für das Kommen des Königs in Herrlichkeit bereitet zu sein. Binden und Lösen (deô und lyô), wie es dem Petrus auferlegt wurde, war eine sehr ernste Verantwortung. Jene, die durch seinen Dienst ins Reich eingeführt wurden,
    blieben für immer drin. Jene, die ihrer Haltung seinem Dienst gegenüber, draußen gelassen wurden, blieben für immer draußen. Niemand kann heute von sich behaupten, er habe solche geistliche Vollmacht; es wäre reine Anmaßung. Petrus musste beständig mit den Gedanken Gottes in Übereinstimmung sein, um jeweils zu wissen, was Gottes Absichten waren. Er konnte nicht willkürlich wählen, sondern er musste das Werk weiterführen, durch das gewisse Pharisäer in ihrem Zustand der Blindheit belassen wurden – diese waren die Gebundenen. Kein Evangelist kann heutzutage wissen, ob ein Mensch bleibend blind sei; vielmehr muss das Evangelium zur Zeit und zur Unzeit gepredigt werden, so dass jede Möglichkeit gewährt wird, dem Ungläubigen das Wort vom Heil ins Herz zu pflanzen.
    20_Zur Gemeinde würde nur gehören, wer Jesus als den Christus, den Sohn Gottes bekennen würde. Diese wichtige Wahrheit über Seine Person sollte aber nicht publikgemacht werden, ehe die Gemeinde am Pfingsttag geboren wurde. Es gab natürlich auch andere, die diese Wahrheit kannten. Martha bezeugte: »Du bist der Christus, der Sohn Gottes« (Joh 11,27). Später war der Herr durch die Vorschrift des Gesetzes genötigt, auf die Frage zu antworten, »... ob du der Christus bist, der Sohn Gottes« (Mt 26,63). Er gab nur zur Antwort: »Du hast es gesagt« und redete dann unmittelbar von Seinem Kommen als der Sohn des Menschen in Macht und Herrlichkeit. Es scheint, dass der Hohepriester Kaiphas einer derer war, die gebunden wurden, um nie wieder gelöst zu werden. Das Verbot, den Menschen etwas über Seine Person zu sagen, sollte mit Mt 17,9 verglichen werden, wo der Herr den Jüngern verbietet, den Menschen etwas
    199 Matthäus 16,21-28
    vom Gesicht Seiner Herrlichkeit, das sie auf dem Berg gehabt hatten, zu sagen.
    3. Der Tod, die Auferstehung, die Herrlichkeit und das Reich des Herrn (16,2128)
    Herzliche Grüsse
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