www.BIBELSTUDIUM.de Donnerstag, 07.02.2019

Der Jünger, den Jesus liebte

Bibelstellen: Johannes 13,23; Joh 19,26; Joh 20,2; Joh 21,7; Joh 21,20
Der Herr liebt alle, die ihm gehören (Joh 13,1). Insgesamt werden in der Bibel acht Personen genannt, von denen es ausdrücklich heißt, dass sie von Gott geliebt wurden: Jakob (Mal 1,2; Röm 9,13), Salomo (2. Sam 12,24; Neh 13,26), Daniel (Dan 9,23; 10,11.19), der reiche Jüngling (Mk 10,21), Lazarus, Maria, Martha (Joh 11,5) und Johannes (Joh 13,23 etc.). Der Herr Jesus Christus selbst natürlich auch (Mt 3,17; 17,5; Mk 1,11; 9,7; Lk 3,22; 9,35; 2. Pet 1,17).
Geliebt werden alle Kinder Gottes – die Frage ist nur, ob wir uns dessen bewusst sind. Johannes, der Evangelist, lebte in der Liebe Christi. Er bezeichnete sich darum in seinem Evangelium fünfmal als den Jünger, den Jesus liebte:

  • Johannes liegt an der Brust Jesu und stellt ihm eine delikate Frage, die Petrus sich nicht zu stellen getraute. Wir lernen: Wer Christi Liebe genießt, geht in seine Nähe, pflegt vertrauten Umgang mit ihm, dem Geliebten (Joh 13,23). Wir reden dann gern zu ihm im Gebet, und er belehrt uns durch sein Wort. Durch diesen vertrauten Umgang bekommen wir Einsicht in seine Gedanken und lernen, Dinge so zu sehen, wie er sie sieht, und können auch anderen eine Hilfe sein.
  • Johannes bekommt im Schatten des Kreuzes die Maria, die Mutter Jesu, anvertraut, während Petrus seinen Herrn verleugnet. Wir lernen: Wer seine Liebe genießt, kann zu einem herausragenden Dienst für den Herrn, in dem es auf Liebe und Fürsorge ankommt, gebraucht werden (Joh 19,26).
  • Johannes läuft schneller als Petrus, dessen Gewissen noch durch die Verleugnung belastet war, zum geöffneten Grab Jesu. Wir lernen: Wer die Liebe Christi genießt, kann seinen Weg zuversichtlich und unbelastet gehen (Joh 20,2).
  • Johannes erkennt – im Gegensatz zu Petrus, der das eigenwillige Fischen im See Genezareth vorgeschlagen hatte – vom Boot aus Jesus am Ufer, der einen wunderbaren Fischfang gewirkt hat (Joh 21,7). Wir lernen: Wer die Liebe genießt, zeigt ein rasches geistliches Wahrnehmungsvermögen. Wir erkennen den Herrn auf allen unseren Wegen und verstehen die Lektionen, die er uns geben will, und sortieren Führungen in unserem Leben nicht als Zufall ein.
  • Petrus wird zur Nachfolge aufgefordert, aber Johannes folgt dem Herrn ohne Aufforderung von sich aus nach (Joh 21,20). Wir lernen: Wer sich der Liebe bewusst ist, will von sich aus Christus folgen und benötigt dazu keine Impulse von außen.

Interessant ist, dass bei diesen Stellen Petrus auch immer irgendeine Rolle spielt. Petrus war der Jünger, der Jesus liebte. Er betonte die Liebe zu Christus. Das ist an sich nicht verkehrt. Doch es wurde dann falsch, als er sich auf diese Liebe zu dem Meister verließ. Deshalb musste Petrus auch genau in dieser Frage der Liebe zu Jesus gesondert belehrt werden (Joh 21).
Interessant ist übrigens: Petrus spricht in seinem Brief aussschließlich von unserer Liebe zu Christus, während Johannes sehr ausführlich von der Liebe des Christus zu uns schreibt.
Der Vergleich zwischen Petrus und Johannes an den fünf genannten Stellen macht klar, wie wichtig es ist, zuerst mit der Liebe des Herrn Jesus beschäftigt zu sein, ehe wir an unsere Liebe denken. Wenn wir uns in dem Sonnenschein seiner Liebe aufhalten, dann bewahrt uns das davor, dass wir uns auf uns selbst verlassen, und bringt uns großen Segen. Dann aber sollen wir auch eine Antwort der Liebe auf seine Liebe geben. Der Apostel Johannes versäumt es nicht, uns gerade darauf in seinem ersten Brief hinzuweisen: „Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat“ (1. Joh 4,19).
Gerrid Setzer