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Thema: Gehasi vor dem König

  1. #1
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    Gehasi vor dem König

    Gehasi
    Es ist vermutlich, um die Frage einzuordnen, 2. Könige 4-8 zu lesen.

    Gehasi, ein Knabe (Diener) Elias, wurde ein gieriger Lügner und Betrüger und deswegen kam der Aussatz, der auf Naaman, der Heeroberste aus Syrien, war, auf Gehasi. Gehasi wurde schneeweiss, ist zu lesen.

    War Gehasi vor diesem Ereignis im Palast und erzählte alle grossen Dinge, die Elias tat oder nachher?
    Liebe Grüsse
    andy

  2. #2
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    AW: Gehasi vor dem König

    Lieber Andy

    Hier noch ein Abschnitt von W.W. Fereday aus Bibelkommentare.

    Als die Sunamitin aus ihrem 7jährigen Exil zurückkehrte, bat sie den König um eine Erstattung für ihr Haus und ihr Land, die sie dann wegen ihres Sohnes auch tatsächlich erhielt. Die Geschichte von seiner Rückkehr ins Leben hatte den König tief beeindruckt. Sie ist somit ein Bild von Israel, fern vom Land, in dem gerade Hungersnot herrscht, wird es in dem gestorbenen und auferstandenen Christus alles wieder bekommen. An diesem frohen Tag werden sie sagen: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst“. Es wird für sie wie die Auferweckung aus den Toten sein.
    Scheinbar zufällig war auch Gehasi vor Ort, als die Sunamitin zum König kam. Doch dafür hatte Gott gesorgt. Gehasi erzählte gerade dem König die Geschichte der Frau, denn Joram wollte unterhalten werden und hatte zu Gehasi gesagt: „Erzähle mir doch alle großen Dinge, die Elisa getan hat!“ Er wollte keine göttliche Unterweisung von dem ehemaligen Diener des Herrn, sondern er verlangte (wie bereits erwähnt) Unterhaltung. Ähnlich verhalten sich auch viele in der Christenheit heutzutage. Sie lehnen ein offenes Gespräch über die Ewigkeit ab, haben aber kein Problem damit, über solche zu reden und ihr Verhalten zu erörtern, die einen Predigtdienst tun. Hätte Joram das Gespräch mit Johannes dem Täufer oder dem Apostel Paulus gesucht, hätte er etwas über „Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und das kommende Gericht“ gehört und hätte vor Furcht gezittert (Apg 24,25). Aber Gehasi war nun für ein derartiges Werk unbrauchbar. Er hatte in Verbindung mit dem Zeugnis Gottes gestanden, das Elisa anvertraut worden war, jetzt war er jedoch leider außen vor und konnte nur noch über Vergangenes berichten. Die Gegenwart war für ihn in geistlicher Hinsicht vollkommen leer. Was für ein Jammer! Dieser Fall macht uns deutlich, welche Gefahren es für uns alle gibt! Möge Gott uns gnädig sein! Das Geld war sein Verderben. Wie ernst warnt uns der Apostel vor dieser Gefahr in 1. Timotheus 6. Er unterscheidet zwischen denen, die reich werden wollen (V. 9–11) und denen, die reich sind (V. 17–19). Die, die reich werden wollen, begeben sich in schreckliche Gefahr, und die, die reich sind, haben eine große Verantwortung in Bezug auf den kommenden Tag.
    Die Schrift nennt uns eine Reihe von Personen, die geistlich gescheitert sind. Einer davon ist der alte Prophet in 1. Könige 13 und Demas. Wir brauchen nicht die Errettung dieser Menschen in Frage zu stellen, denn das ist nicht der Punkt, den der Heilige Geist vor Augen hat. Es geht vielmehr darum, dass sie mit der Welt gespielt haben und so ihr Zeugnis für Gott in der Gegenwart verloren haben. Jeder von uns könnte das Gleiche tun. Wie ernst, wenn wir dann vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden! Der Herr möge uns in demütigem Wandel vor Ihm erhalten!

    Es war also nach der 7 jährigen Hungersnot als Gehasi dem König von dem lebendig gemachten Sohn erzählte.
    Es könnte aber auch sein, dass 2.Kö.5 das mit Naaman und dem Aussatz, zeitlich nach Kapitel 8 gewesen ist, da Gehasi kaum Aussätzig vor dem König erscheinen konnte.

    Liebe Grüsse
    Martin K.

  3. #3
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    AW: Gehasi vor dem König

    Vielen Dank Martin

    Der Name Gehasi alleine ist bereits interessant: Gehasi=verneiner, kleine Namenskonkordanz

    Eine weitere Kommentarstelle aus W. W. Wiersbe:
    2. Könige 8,1-9,37
    (2. Chronik 21,1-22,9)
    DIE FRUCHT DER SÜNDE
    ERNTEN

    Einerseits machte Elifas seinem leidenden Freund Hiob gegenüber einige ausgesprochen törichte Aussagen, doch andererseits gab er an ihn auch einige ewig gültige Grundsätze weiter. Einer davon lautet: »Soviel ich gesehen habe: die Unrecht pflügen und die Unheil säen, die ernten es auch« (Hiob 4,8 - Schlachter 2000). Salomo wiederholt diese Wahrheit in Sprüche 22,8: »Wer Unrecht sät, wird Unheil ernten«, und der Prophet Hosea drückte diesen Gedanken ganz plastisch aus, als er sagte: »Ja, Wind säen sie, und Sturm ernten sie« (Hos 8,7). Jerobeam, Omri und Ahab hatten das nördliche Königreich Israel zum Götzendienst verleitet, und durch Joram von Juda, der eine Tochter von Ahab geheiratet hatte, war der Baalsdienst in das Königreich Juda eingeführt worden. Beide Königreiche rebellierten gegen den Herrn und hatten sich durch den Götzendienst verunreinigt. Nun war der Taggekommen, an dem das Gericht an Ahabs Herrscherhaus vollzogen wurde, der Tag, den der Prophet Elia bereits angekündigt hatte (1Kö 21,21.29).

    1. Die Größe Gottes
    (2. Könige 8,1-6)
    Das hier berichtete Ereignis hat offensichtlich vor der Heilung Naamans stattgefunden (2Kö 5), denn es ist unwahrscheinlich, dass der König einen Aussätzigen - und Gehasi war aussätzig (5,27) - in seinem Palast willkommen geheißen hat. Außerdem erhebt der Schreiber von 2. Könige nicht den Anspruch, einer strengen Chronologie zu folgen. Zudem sind wir nicht einmal sicher, welchem König Gehasi die Geschichten von seinem Herrn nun erzählt hat. Vielleicht fand das Ereignis zu Beginn der Herrschaft König Jorams von Israel statt. Wie dem auch sei, diese Begebenheit handelt von der Größe des Herrn. Die Ereignisse, die noch folgen, offenbaren die Sündhaftigkeit des Menschen. Dieser Bibelabschnitt jedoch erinnert uns daran, dass Gott groß ist und all seine Pläne auch verwirklicht - und dies trotz der Sündhaftigkeit der Menschen, seien sie nun groß oder gering.
    Gott ist Herr über die Natur (2Kö 8,1-2). In Kapitel 4,8-37 wurden wir bereits mit der reichen schunemitischen Frau und ihrer Familie bekannt gemacht. Gott verwendete oft Hungersnöte, um sein Volk aufgrund seines Ungehorsams zu züchtigen und es an seine Bundesverpflichtungen zu erinnern (5Mo 28,17.48). Bei dieser Hungersnot könnte es sich um die in Kapitel 4,38 erwähnte handeln. Der Prophet hatte die Frau aufgefordert, der kommenden Hungersnot zu entgehen, indem sie in das Land der Philister floh, um dort als eine ansässige Ausländerin zu leben. Im Voraus wissend, dass die Hungers* not kommen würde, konnte sie sich vor den anderen, die aus Israel fliehen sollten, einen vorübergehenden Unterschlupf in Philistäa sichern. Es fällt auf, dass der Mann der Frau nicht erwähnt wird; da er jedoch älter war als seine Frau (4,14), wird er zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon tot gewesen sein.
    Jene Hungersnot kam, weil der Herr sie herbeigerufen hatte. Er kann so etwas tun, weil er der Herr über alle Dinge ist. »Und erließ eine Hungersnot ins Land kommen und nahm weg allen Vorrat an Brot« (Ps 105,16-Luther 1984). Am Anfang hatte er die gesamte Schöpfung durch das Wort Gottes ins Dasein gerufen (lMo 1), und auch heute spricht er und die Schöpfung gehorcht seinem Willen (siehe Ps 148). Noch in der heutigen Zeit der Züchtigung und des Elends würde Gott sein Volk befreien, wenn es nur zu ihm schreien und seine Sünden bekennen würde (2Chr 7,14). Wenn die Menschen das Wort Gottes außer Acht lassen, kann es sein, dass der Herr durch seine Schöpfung zu ihnen spricht und sie daran erinnert, wer letztendlich im Regiment ist.
    Gott ist Herr über Leben und Tod (2Kö 8,3-5). Der Bericht über die Wunder im Leben der schunemitischen Frau offenbart die ehr* furchtgebietende Macht Gottes. Jene Frau besaß keine Kinder, und ihr Mann war zu dem Zeitpunkt bereits alt gewesen. Doch der Herr schenkte ihnen neues Leben, wie er das bereits zuvor bei Abraham und Sara getan hatte (lMo 17). Die Frau empfing einen Sohn. Dieser Sohn wurde jedoch krank und starb, aber der Herr erweckte ihn von den Toten. Gott ist derjenige, der uns am Leben erhält (Ps 66,9), und »in seiner Hand ist die Seele alles Lebendigen und der Lebensatem alles menschlichen Fleisches« (Hiob 12,10). »Denn in ihm leben und weben und sind wir« (Apg 17,28). Hungersnöte erinnern uns daran, dass es allein in Gottes Hand liegt, dass die Natur Frucht hervorbringt. Der Tod erinnert uns daran, dass allein Gott Leben geben kann und er einzig die Macht und das Recht hat, dieses Leben wieder zu nehmen: »Kein Mensch hat Gewalt über den Wind, den Wind zurückzuhalten, und niemand hat Gewalt über den Tag des Todes« (Pred 8,8).
    Gott wacht in weiser Voraussicht über die Ereignisse des tagtäglichen Lebens (2Kö 8,5-6). Genau in je* nem Moment, als Gehasi gerade von dieser wundervollen Auferweckung erzählte, betrat die Mutter des Kindes den Thronsaal. Sie war in ihre Heimat zurückgekehrt, und hatte festgestellt, dass sich Fremde ihres Besitzes bemächtigt und sie ihres siebenjährigen Ertrages beraubt hatten. In jenen Tagen war es üblich, dass Menschen mit derartigen Problemen direkt zum König gingen, der dann entschied, was mit dem betreffenden Besitz geschah. Der Umstand, dass Gehasi gerade in jenem Augenblick da war und als Zeuge dafür auftrat, dass es sich bei der Frau um die rechtmäßige Besitzerin des Grundstückes handelte, erleichterte dem König die Urteilsfindung. Jahre zuvor, als ihr Sohn gestorben war, wusste die Mutter noch nicht, dass diese bittere Erfahrung eines Tages eine wichtige Rolle in Bezug auf die Wahrung ihres Besitzes spielen sollte.
    Das englische Wort providence setzt sich aus zwei lateinischen Wörtern zusammen, nämlich aus pro und aus video, was zusammen genommen so viel wie »voraus* schauen, vorhersehen« bedeutet. Gott weiß nicht lediglich, was geschehen wird; sondern er plant das zukünftige Geschehen und führt diesen Plan dann auch voll und ganz aus. Vielleicht trifft das Wort »Vorherbestimmung« das Ganze etwas genauer. Diese göttliche Fügung beschneidet jedoch in keinem Fall unsere Willensfreiheit bzw. unsere Verantwortung, die wir für die von uns gefällten Entscheidungen und ihre Folgen zu tragen haben (siehe lChr 29,11; Hi 41,3; Ps 95,3-5; 135,6; 139,13-18;
    Dan 4,32; Jak 4,13-15).
    Die erfreuliche Begebenheit im Königspalast offenbart uns das Wesen Gottes und bereitet uns auf die kommenden turbulenten Ereignisse vor: Hasael ermordet Ben-Hadad und wird selbst König von Syrien; Jehu fegt über das Land hinweg, rottet das Haus Ahabs und den Baalsdienst aus und beseitigt Könige, Prinzen und heidnische Priester. Die böse Königin Isebel kommt ebenso wie auch die Königinmutter Atalja zu Tode und bezahlt damit für ihre gottlosen Taten. Was für ein Zeitabschnitt in der Geschichte! Doch trotz allem saß der Herr auch zu jenem Zeitpunkt auf seinem Thron, hielt Gericht über die Sünde und ließ sein Wort in Erfüllung gehen. Darum gilt, ganz gleich, was in der Weltgeschichte auch geschehen mag: Gott herrscht als König. Er weiß um alles, was vor sich geht, und ihm ist nichts unmöglich. Er ist allgegenwärtig und sein Wille verwirklicht sich. Er ist ein heiliger Gott, der große Geduld mit den Sündern hat. Doch letztendlich wird er alle richten, die ihm gegenüber von ihrem Ungehorsam nicht lassen wollen. Unsere Welt mag erbeben (Hebr 12,25-29), aber unser Gott bleibt vertrauenswürdig, und wird tun, was gut und richtig ist.

    2. Die Bosheit des menschlichen Herzens (2. Könige 8,7-15)
    Als der Herr dem Propheten Elia auf dem Berg Horeb begegnete (lKö 19,8-18), hatte er ihm einen dreifachen Auftrag gegeben: Er sollte Hasael zum König von Syrien, Jehu zum König von Israel und Elisa zu seinem Nachfolger salben (lKö 19,15-16). Elia hatte jedoch vor seiner Entrückung in den Himmel nur einen der Aufträge erfüllt, nämlich Elisa in seine Nachfolge berufen (lKö 19,19-21). Daher ist davon auszugehen, dass er Elisa angewiesen hat, die beiden noch ausstehenden Aufträge aus* zuführen. Jehu sollte die von Gott auserwählte Zuchtrute sein, um das Land sowohl von Ahabs böser Nachkommenschaft als auch von Ahabs falscher Religion zu befreien.
    Elisas Auftrag (2Kö 8,7-15). Es erforderte nicht gerade wenig Glauben und Mut von Elisa, nach Damaskus zu reisen. Denn schließlich war er es, der oftmals die von Syrien geplanten Überfälle auf die Grenzstädte Israels vereitelt hatte (6,9-12). Außerdem hatte er die syrische Armee gedemütigt, sie nach Samaria geführt und dann nach Hause geschickt, zwar mit vollen Mägen, aber doch mit leeren Händen (6,14-23). Wegen Elisa hatte die syrische Armee fluchtartig Samaria verlassen, sodass das israelitische Volk das syrische Lager aus* plündern konnte (7,lff). Aber Elisa hatte auch Naaman, den Syrer, von seinem Aussatz geheilt (5,lff), und dann, als Elisa die syrische Stoßtruppe nach Samaria führte, ihnen Barmherzigkeit erwiesen und ihr Leben geschont.
    Elisas Ankunft wurde dadurch, dass der syrische König Ben-Hadad schwer erkrankt war und des Herrn Hilfe suchte, umso bedeutsamer. Ein heidnischer, nichtisraelitischer König erbat die Hilfe des Propheten Jahwes. Doch vielleicht hatte ja der neue Glaube Naamans etwas damit zu tun. Hinzu kommt, dass Ben-Hadad einen seiner hohen Offiziere, Hasael, zu Elisa sandte, ihn aufzusuchen. Er kam jedoch nicht zu Elisa, ohne diesem wertvolle Geschenke mitzubringen. Diese Geschenke waren allem Anschein nach als »Bestechungsgeschenke« gedacht. Der König hoffte, durch seine Freigebigkeit eine gute Nachricht zu bewirken. Aber Elisa weigerte sich ganz zweifellos, jene Geschenke anzunehmen (5,15-16) - ebenso, wie dies vor ihm bereits sein Herr Elia getan hatte. Dadurch, dass Hasael gegenüber Elisa den König von Syrien als »dein Sohn« bezeichnete, versuchte er Elisa größere Ehre zu erweisen (siehe 6,21). Und dann stellte er die entscheidende Frage: Wird der König von Syrien sich von seiner Krankheit erholen?
    Elisas Antwort scheint bewusst mehrdeutig zu sein, denn der hebräische Text kann sowohl mit »Du wirst bestimmt genesen!« als auch mit »Nicht wirst du genesen!« übersetzt werden. Der Prophet schien damit sagen zu wollen: »Seine Krankheit wird nicht zu seinem Tod führen, und doch wird er ganz bestimmt sterben, jedoch auf eine andere Art und Weise.« Mitanderen Worten: Wenn auch seine Krankheit nicht tödlich war, so stand das Leben des Königs doch im Begriff, beendet zu werden. Als ein Oberster des Königs wollte Hasael diesem natürlich nur gute Nachrichten überbringen, und des* halb teilte er ihm nur den ersten Teil der Nachricht mit. Doch Elisa hatte Hasael nicht etwa belogen. Hasaels Frage: »Wird der König von seiner Krankheit genesen?«, beantwortet Elisa sowohl mit »Ja« als auch mit »Nein«. Nein, die Krankheit des Königs würde nicht tödlich sein, und ja, es würde eine andere Todesursache geben. Aber Elisa sagte nicht, welche »andere Todesursache« es sein würde bzw. wann dies geschehe.
    Elisa blickte fest auf Hasael, als ob er seine Gedanken lesen und ihm tief in sein Herz schauen könne, und dann brach der Prophet in Tränen aus. Der Herr hatte ihm offensichtlich einige der blutigen Gewalttaten vor Augen gestellt, die Hasael begehen würde, barbarische Taten, die für die damalige Kriegsführung sicher nichts Ungewöhnliches waren (15,16; Hos 14,1; Am 1,3-5). Hasaels Antwort ließ erkennen, dass er sich seiner untergeordneten Stellung innerhalb der Regierung Syriens voll bewusst war und sich verwunderte, wie er in eine derartige Machtposition gelangen sollte, um Derartiges tun zu können. Als er sich dann selbst als einen »Hund« bezeichnete, verwies er nicht etwa auf seine bestialische Natur: »Bin ich so etwas wie ein Hund, dass ich derartige Dinge tun sollte?«, sondern er verwies darauf, dass er doch lediglich ein kleines Licht war, ein ergebener Diener des Königs, ein Mann ohne die für jene Dinge erforderliche Machtfülle. Elisas Antwort versetzte ihn in Erstaunen: Hasael würde die erforderliche Machtfülle erhalten, denn er würde König von Syrien werden. Wir lesen nichts davon, aber dies könnte sehr gut der Moment gewesen sein, in dem Elisa Hasael mit dem heiligen Öl gesalbt hat. Wenn Elisa das getan hat, dann war Hasael der einzige vom Herrn gesalbte König Syriens. Es ist durchaus möglich, dass der Prophet Elisa - noch bevor er Hasael eine steile Karriere voraussagte - den Plan in dessen Herzen gesehen hatte, den König zu ermorden. Vielleicht haben auch die Worte des Propheten das Verlangen in Hasaels Herzen erst an* gefacht? Wie dem auch sei, Elisa traf keinerlei Schuld an dem, was Hasael tun würde. Hasael glaubte daran, dass er der nächste König Syriens sein würde, aber er fragte nicht, wie es dazu kommen sollte. Elisa hatte unmissverständlich gesagt, dass der König sterben und der Grund für dessen Tod jedoch nicht Krankheit sein würde. »Wenn der König ohnehin sterben wird«, so mag Hasael gefolgert haben, »warum dann eigentlich noch länger warten? Warum ihn nicht einfach umbringen und sofort König werden?« Wenn das menschliche Herz auf Böses aus ist, dann werden ihm immer allerlei (un)mögliche Entschuldigungen einfallen: »Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es. Wer kennt sich mit ihm aus?« (Jer 17,9). Als dann der König ihn nach der Botschaft Elisas fragte, gab Hasael ihm lediglich den ersten Teil seiner Botschaft weiter und sagte: »Du wirst bestimmt genesen«. Was er sagte, war nicht gelogen, denn der König würde tatsächlich nicht an seiner Krankheit sterben. Um jedoch sicherzustellen, dass sich auch der ·zweite Teil der Worte Elisas erfüllte, legte Hasael eine schwere, nasse Decke auf das Gesicht des Königs, sodass er starb, und machte sich dann selbst zum König. Hasael sollte 41 Jahre (von 841-801 v. Chr.) über Syrien herrschen.

    3. Die Torheit der Kompromisse (2. Könige 8,16-29; 2. Chronik21) Nun bringt der Schreiber das südliche Königreich Juda in den Fokus und berichtet uns davon, wie Joram von Juda Abfall und Gericht über das Land brachte. Fünf Jahre war Joram von Juda Mitregent neben seinem Vater Joschafat. Alsdieser gestorben war, nahm er den Thron seines Vaters ein. Joram von Juda heiratete Atalja, eine Tochter Ahabs, und Joschafat verbündete sich mit Ahab im Kampf gegen die Syrer bei Ramot Gilead (lKö 22). So zerfiel die Trennmauer zwischen der Dynastie Davids also zwischen Juda, und den Nachkommen Ahabs, d.h. Israel - mehr und mehr. Die Zukunft des gewaltigen Errettungswerkes Gottes stand und fiel jedoch mit dem Fortbestehen dem Haus Davids. Joram von Juda arbeitete direkt in die Hände des Feindes. Das Wohl* gefallen des Herrn ruhte nicht auf ihm, denn er schloss mit den bösen Herrschern Israels Kompromisse. Dies wiederum führte zur Schwächung der Nation.
    Eine Schreckensherrschaft (2Kö 8,16-22). Als Joram von Juda König wurde, folgte er dem Beispiel Isebels und ermordete all seine Brüder und jeden, der seine Herrschaft auch nur irgendwie hätte bedrohen können (2Chr 21,1-7). Sein Vater hatte jedem seiner Söhne eine befestigte Stadt gegeben, vorüber sie herrschen sollten. Joram von Juda jedoch wollte verhindern, dass sie sich gegen ihn verbündeten. Anstatt sie zum Gebet und zur Anbetung im Tempel zusammenzurufen und um Gottes Segen zu bitten, folgte er den Wegen Ahabs und Isebels und übte seine Herrschaft mit dem Schwert aus. Joram wollte seine Brüder aus dem Weg räumen, damit sie sich nicht gegen seine Politik zur Förderung des Baalsdienstes stellen würden. Isebel hatte erneut einen Sieg errungen.
    Gott hätte den König und das Königreich Juda vernichten können, aber um Davids willen ließ er die Dynastie fortbestehen (Vers 19; siehe auch lKö 11,36; 15,4; Ps 89,30-38; 132,17). Dennoch fügte der Herr Juda mehrere Nieder* lagen zu, einschließlich der Auf* stände Edoms und Libnas (Verse 20-22; 2Chr 21,8-11). David hatte Edom besiegt und unterworfen (2Sam 8,13-14; lKö 1,15-17), und nun hatte es sich von Juda befreit und seinen eigenen König auf den Thron gesetzt. Die Truppen Jorams waren in Edom eingefallen, wurden aber von der Armee Edoms eingekreist. Es gelang ihnen jedoch gerade noch einmal, deren Schlachtreihen zu durchbrechen, um zu fliehen.
    Eine Ermahnung (2Chr 21,12- 15). Wir haben bereits bemerkt, dass der Verfasser vom 2. Buch der Könige nicht einer strengen Chro* nologie folgt. Hier nun finden wir ein weiteres Beispiel dafür. Die Entrückung des Propheten Elia in den Himmel wird uns in 2. Könige 2,11 mitgeteilt, König Joram von Juda, der Sohn Joschafats, wird jedoch bereits im Kapitel 1,17 erwähnt. Dies bedeutet, dass zu Beginn der Herrschaft Jorams von Juda Elia noch immer seinen Dienst ausübte. Wir wissen nicht, wie viel Zeit zwischen der Thronbesteigung Jorams von Israel und den Ereignissen lag, die uns in 2. Könige 2 berichtet werden und zur Entrückung Elias führten. Da* her könnte das Verfassen des Briefes an den König von Juda einer der letzten Dienste gewesen sein, den Elia getan hat.
    Der Prophet erinnerte Joram von Juda in dem Brief an drei große jüdische Könige: an David, der das königliche Herrschergeschlecht begründet hatte; an Asa, den gottesfürchtigen König, der das Böse aus dem Land entfernt hatte (lKö 15,9-24; 2Chr 13,23-16,14); und an seinen eigenen Vater, Joschafat. Anstatt in die Fußstapfen einer dieser drei Könige zu treten, ahmte Joram von Juda Ahab nach. Das hatte zur Folge, dass das Volk seinem schlechten Beispiel folgte, sodass es für ihn nicht besonders schwer war, den Baalsdienst in Juda populär zu machen - dies ausgerechnet an dem einen Ort, wo Jahwe ohne jegliche Kompromisse hätte verehrt werden sollen. Joram von Juda war nicht nur ein Götzendiener, sondern außer* dem ein Mörder, der seine eigenen Brüder umgebracht hatte; und nun sollte er von dem Herrn ernten, was er gesät hatte. Der Feind fiel in das Land ein und erbeutete die Schätze des Königreiches Juda. Damit wurde Joram von Juda sowohl seiner Schätze als auch seiner Ehefrauen und Söhne beraubt. Dann bekam der König eine unheilbare Darmkrankheit, die ihm schwere Schmerzen verursachte und woran er letztlich starb. Beide Voraussagen sollten in Erfüllung gehen. Die Philister und die Araber drangen in das Gebiet Juda ein, raubten die Schätze aus dem Königspalast und nahmen auch die Ehefrauen und Söhne des Königs gefangen (mit Ausnahme des jungen Ahasja, der auch als Joahas bekannt ist). Der König bekam eine schmerzhafte und chronische Darmkrankheit und starb zwei Jahre später. Das Volle trauerte weder um ihn, noch veranstaltete es zu seiner Ehre das übliche traditionelle »königliche Feuer«. Das vielleicht Schmählichste war jedoch, dass sein sterblicher Leib - wenn auch in der Stadt Davids beigesetzt nicht einmal in ein königliches Grab kam.
    Waren die Kompromisse des Joram von Juda das wert gewesen? Natürlich nicht! »Da ist ein Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber zuletzt sind es Wege des Todes« (Spr 16,25).
    Leider folgte auf Joram dessen Sohn Ahasja, und auch der, dessen Mutter Atalja eine Tochter Ahabs war, erwies sich als ein Gefolgsmann der Sippschaft Ahabs. Ahasja verbündete sich mit seinem Onkel, mit König Joram von Israel, um Hasael, dem König von Syrien, Ramot Gilead zu entreißen. Bei dieser Schlacht wurde Joram von Israel verwundet. Als er sich in seinem Palast bei Jes* reel aufhielt, um wieder gesund zu werden, wurde er von König Ahasja besucht, der seinen Onkel ermutigen wollte. Frage: Warum erzählt uns der Schreiber all diese scheinbar so bedeutungslosen Einzelheiten? Nun, um uns wissen zu lassen, dass der Herr diejenigen, die er wegen ihrer Sünden schlagen musste, auch wieder verbinden möchte. »Aber von Gott aus war es der Untergang Ahasjas, dass er zu Joram [von Israel] ging« (2Chr 22,7). Beide, der König von Juda und der König von Israel, hielten sich an einem Ort auf, in Jesreel, was Jehu das Ausführen seines Befehls, den er vom Herrn erhalten hatte, äußerst leicht machen sollte.[1]



    [1] Warren W. Wiersbe. (o. J.). 1. Moser bis Ester Wiersbe Kommentar.


    Liebe Grüsse
    andy

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