In Folge 2 war u. a. das Thema ,Bibel-Übersetzung'.
Das Stichwort leitet dazu an, einmal zu untersuchen, wie es damit im Blick auf die zahlreichen Übersetzungen steht.

Das kann selbstredend nur exemplarisch geschehen, um den Rahmen nicht zu sprengen:

In MT 13:24ff
lesen wir bekanntlich die Gleichnisse vom -
lt. Elberfelder, d. h. der nicht revidierten Übersetzung - Reich der Himmel, (korrekter: Königreich der Himmel ) die in 3 Gruppen unterteilt und natürlich von einer gewissen Bedeutung für uns sind, weil wir ja in genau diesem Z e i t a b s c h n i t t leben, den man auch mit der Gnadenzeit bezeichnen kann:

* Das Reich der Himmel ist gleich geworden.... - in seiner äußeren Erscheinung,

* das Reich der Himmel ist gleich... - ein Aspekt, den das Reich der Himmel angenommen hat in seiner Darstellung oder insgeheim und

* das Reich der Himmel wird gleich geworden sein... - Ankündigung der Zukunft, um den sich entwickelnden moralischen Zustand der Christenheit zu zeigen.


Ein Blick in die Interlinear-Übersetzung gr:dt bestätigt, daß ,Reich der Himmel' korrekt ist. (wirklich korrekt => Königreich der Himmel)

So übersetzen auch - um nur einige zu nennen -:

* Zürcher,
* Schlachter,
* Revidierte Elberfelder,
* Genfer Studienbibel,


während

* Luther,

* Menge,

* Thompson Studienbibel,

* Scofield

diesen Z e i t b e g r i f f zu einem O r t s b e g r i f f machen und ihn mit ,Himmelreich' wiedergeben, d. h. den Leser damit dazu verleiten, an den Himmel zu denken. Und wenn man daraufhin einmal die Gleichnisse liest, muß Verwirrung zurückbleiben.---


Ein Freund schenkte mir vor Jahren ,Die gute Nachricht-Bibel in heutigem Deutsch', Stuttgart, 1982, in der nicht einmal eine klare Linie bzw. Positionierung
erkennbar ist, z.B.:

* Vers 24 - "Mit der neuen Welt Gottes ist es wie mit dem Mann....",
* Vers 31 - "Wenn Gott seine Herrschaft aufrichtet....",
* Vers 44 - "Mit der neuen Welt, in die Gott die Menschen ruft, ist es....",
* Vers 45 - "Wer Gottes Einladung versteht, der handelt wie...",
* Vers 47 - "Wenn Gott seine Herrschaft aufrichtet....".

Erklärungen, wie sie in den Studienbibeln und/oder bei Scofield gegeben werden, sind ohne Zweifel wertvoll und lesenswert, sind aber Menschenworte.

Allein der Bibeltext ist Gottes Wort - schade, wenn Menschen daran ihre Schwachheiten bzw. gar ihre möglicherweise "fehlende geistliche Antenne" erkennen lassen (müssen).

Das legt uns im Blick auf uns selbst, unsere Kinder, Enkelkinder und Freunde eigentlich eine sehr hohe Verpflichtung auf, wenn es um eine v e r l ä ß l i c h e Bibel-Übersetzung geht, die angeschafft wird - erst recht jedem, der sich etwa im Verkauf oder auch nur in der kostenlosen Weitergabe von Bibeln betätigt.


Die Haltung: "Das ist doch unwesentlich - die Hauptsache ist, Bibeln kommen unter's Volk und werden gelesen"
ist ein großer Irrtum: Kennst Du alle - möglicherweise grundlegenderen - Fehl-Übersetzungen in der Bibel-Version, die Du vielleicht ,verteidigst'?---

Ein Bruder gebrauchte in einer diesbezüglichen Besprechung dieses Bild:
"Wenn mich jemand um eine Schnitte Brot bittet, und ich habe nur noch eine einzige im Haus, von der ich aber weiß oder sehe, daß sie schimmelig ist, dann werde ich sie ihm niemals geben!"