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Thema: Das BUCH DER AUFRICHTIGEN? / JOSUA 10,13

  1. #1
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    Frage Das BUCH DER AUFRICHTIGEN? / JOSUA 10,13

    Hallo liebe Geschwister,

    letztens beim lesen des Buches Josua, musste ich über eine interessante Stelle nachdenken:

    Da stand die Sonne still, und der Mond blieb stehen, bis sich das Volk an seinen Feinden gerächt hatte.
    Ist dies nicht geschrieben im Buch des Aufrichtigen? So blieb die Sonne mitten am Himmel stehen und eilte nicht unterzugehen, beinahe einen ganzen Tag.

    Josua 10,13


    Ich hatte auch zu diesem Buch bereits recherchiert und fand noch eine weitere Stelle:

    Und David stimmte dieses Klagelied an über Saul und seinen Sohn Jonathan, 18 und er befahl, dass man die Kinder Judas [das Lied von] dem Bogen lehren solle.
    Siehe, es steht geschrieben im Buch des Rechtschaffenen.


    2. Samuel 1,17-18


    Gibt es zu diesem Buch ggf. noch weitere Informationen, oder weiß einer von euch vielleicht darüber bescheid?


    Freue mich über eure Beiträge

    Lieben Gruß

    Benjamin
    Hass erregt Streit, aber die Liebe deckt alle Verfehlungen zu.

    Spr 10,12

    Gottes Segen

    Benjamin-Jamie

  2. #2
    Martin-Andry Gast

    AW: Das BUCH DER AUFRICHTIGEN? / JOSUA 10,13

    Lieber Benjamin
    Letztendlich liegt uns das Buch nicht vor, es gehört auch nicht zum Kanon. Wir wissen auch, dass es von Paulus weitere Briefe gab welche uns ebenfalls nicht bekannt sind. Ebenso berichtet die Schrift noch von anderen Büchern auf die niemand mehr Zugriff hat.
    Wenn Du ein wenig Recherche (vieles in Englisch) betreibst, so erfährst Du, dass es drei Versionen von diesem Buch geben soll, wovon zwei mit Sicherheit Fälschungen sein sollen. Im weiteren habe ich von „Theologen“ gelesen, die meinen das Buch der Richter sei damit gemeint.
    Liebe Grüsse
    Martin

  3. #3
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    AW: Das BUCH DER AUFRICHTIGEN? / JOSUA 10,13

    Lieber Benjamin Lieber Martin - Andry
    Ich habe auch noch etwas zusammengesucht: ( ex. Logos 8 ge P)


    Frage 51
    Wie ist Josua 10,13, wo von Stillestehen der Sonne die Rede ist, zu verstehen?

    Antwort A
    Für den, der an die Allmacht des Gottes glaubt, der Wunder tut, liegt in diesem Bericht durchaus keine Schwierigkeit vor, ebensowenig wie in der redenden Eselin Bileams oder dem Fische Jonas oder in der Tatsache, daß an der Sonnenuhr Ahas (in der Geschichte Hiskias) der Schatten des Zeigers rückwärts ging. Es ist zwecklos, darüber Betrachtungen anzustellen, ob der Schatten an der Sonnenuhr infolge einer Rückwärtsbewegung der Erde oder einer solchen der Sonne erfolgte, oder ob diese Erscheinung auf eine außerordentliche Lichtwirkung zurückzuführen ist. So kann man auch aus Josua 10,13 nichts beweisen für oder gegen des Kopernikus' Lehre vom Sonnensystem. Es ist töricht, sich auszumalen, welche Katastrophen überall auf der Erde entstehen müßten, falls ein großer Weltkörper stille stände. Der Gott, der ein solches Wunder tut, kann und wird auch jede Katastrophe verhindern.

    Darum ist es nicht nötig, dieses Wunder durch eine verlängerte Strahlenbrechung, durch eine Refraktion der Sonne, eine Erscheinung des Sonnenbildes über dem Horizont zu erklären. (S. Urquhart III, S. 253.) Noch viel weniger geht es an, in dem ganzen Bericht nur eine dichterische Ausdrucksweise zu sehen, wie etwa Richter 5,20, die da schildert, daß bei dem Sonnenlicht des Tages und bei dem Mondlicht der Nacht das Werk der Vertilgung des Feindes vollendet sei. Trotz aller Erklärungen wird immer ein Wunder übrig bleiben, so daß die Bemerkung der alten Berleburger Bibel (1728) zu dieser Stelle wohl am Platze ist: „O, steh' still, atheistische Vernunft, und beuge dich!“

    „Es war kein Tag diesem gleich, weder vor ihm noch nach ihm, daß Jehova auf die Stimme eines Menschen gehört hätte; denn Jehova stritt für Israel“ (V. 14).

    So erklärt die Schrift selbst dieses auffällige Wunder. Es ist ein Eingreifen Gottes mit dem bestimmten sittlichen Zweck, Seine Macht über die Götter der Kanaaniter, die Sonne und den Mond, zu beweisen, die keine Götter sind, sondern Schöpfungen Dessen, der Himmel und Erde gemacht hat. Von Ihm sagt Asaph (Ps. 74,16): „Dein ist der Tag und auch die Nacht, den Mond und die Sonne hast Du bereitet.“ Der Gott, der sie bereitete, regiert sie auch. Er kann auch Zeichen geben an Sonne, Mond und Sternen (Luk. 21,25; Matth. 24,29; Mark. 13,24).

    „Unser Gott ist in den Himmeln; alles was Er will, tut Er“ (Ps. 115,3). Er steht über allen Naturgesetzen. J. W.

    Antwort B
    Die Sonne stand still.

    Ebenso blieb der Mond stehen. - Die Heilige Schrift ist einerseits kein Buch, in dem wir unsere Kenntnisse über die Vorgänge in der Natur bereichern könnten; andererseits ist aber jedes Wort, was sie über diese sagt, Wahrheit, weil von Gott eingegeben (2. Tim. 3,16), und wir haben alle Lehren moderner Wissenschaft abzuweisen, die mit ihr nicht übereinstimmen. Sonne und Mond standen still, so belehrt uns die Schrift. Vielleicht auch die Erde und das ganze Weltsystem, wenn es wahr ist, wie die Wissenschaft behauptet (wer kann es beweisen?!), daß das ganze Weltsystem mit allen seinen Himmelskörpern in gegenseitiger Abhängigkeit verbunden ist. Für Gott, der Himmel und Erde schuf und erhält, auf dessen Wort einst alles dieses aufgelöst werden wird, ist das ein Kleines. Lernen wir doch aus Jos. 10,13, statt auf moderne Wissenschaft und Bibelkritik zu horchen, mit dem Gott Himmels und der Erde zu rechnen als mit Dem, der Seine Macht zum Besten Seiner geliebten Kinder ausübt und auf ihr Flehen hört!

    O. v. Br.

    Antwort C
    Es gibt schon im alltäglichen Leben und in der Natur Vorgänge, die sich unserem Verständnis entziehen, die wir einfach glauben müssen. So auch hier bei dem in Frage stehenden Wunder. Dieses einfache Wunder, welches durch die Macht und das Eingreifen Gottes bewirkt wurde, war schon für viele ein Stein des Anstoßes. Wir sehen die fünf Könige verfolgt und ihre Heere nicht bloß von dem Schwerte Israels, sondern auch von dem Hagel Gottes vernichtet (vgl. 2. Mose 9,24.25). Hier fleht nun Josua zu dem HErrn und ruft: „Sonne, stehe still zu Gibeon, und Mond, im Tale Ajjalon!“ Die Antwort Gottes war zunächst ein Erhören der Bitte Josuas. „Und die Sonne stand still, und der Mond blieb stehen, bis die Nation sich an ihren Feinden gerächt hatte.“ Zunächst will die Schrift hier nicht etwa astronomische Lehrsätze aufstellen. - Hierzu sei bemerkt, daß das von der Welt meist ohne nähere Prüfung als unumstößliche Wahrheit angenommene Copernikanische System doch nur eine scharfsinnig durchgeführte Hypothese (Annahme)

    ist, für die es wohl Wahrscheinlichkeitsgründe, aber noch keinen zwingenden Beweis gibt, und gegen die in alter und neuerer Zeit Bedenken erhoben wurden (z. B. von Goethe), ebenso auch von großen Forschern (A. v. Humboldt, K. v. Raumer, Gauß, Brandes u. a.). Die Genannten sollen ernste Zweifel an diesem System gehegt haben, wenn sie dieselben auch aus Furcht vor der öffentlichen Meinung nicht zu äußern wagten. Aber dies nur nebenbei, es ist ohne Einfluß auf obiges Wunder. Wer näheres darüber lesen will, der sei auf das Buch von „Schöpfer, Die Widersprüche in der Astronomie“ (1869) verwiesen!

    Da die Feinde dem südwestlich von Gibeon gelegenen Ajjalon zu flohen, so befand sich Josua, als er jenen Ausspruch tat, ohne Zweifel westlich von Gibeon und konnte die über Gibeon stehende Sonne gegen Osten und den über dem Tale Ajjalon stehenden Mond im fernen Westen zugleich sehen. Ob es sich nun um eine allgemeine plötzliche Veränderung und Störung des Sonnensystems handelte oder nicht, das ist nebensächlich, wir können dem Worte in seiner vollen Bedeutung glauben und dabei

    nicht, das ist nebensächlich, wir können dem Worte in seiner vollen Bedeutung glauben und dabei auch an ein lokales Wunder denken. Das, was Josua bittet, ist nur das, daß es so lange Tag bleiben und die Nacht und der Mond so lange abgehalten werden möge, bis er seinen Zweck erreicht habe. Und dies wurde Josua gewährt. Die Sonne blieb fast einen ganzen Tag länger am Himmel stehen, und es blieb soviel länger hell in jenen Gegenden. Der, welcher von Anfang sprach: „Es werde Licht!“ und von Dem es heißt: „Dein ist der Tag, Dein auch die Nacht, den Mond und die Sonne hast Du bereitet“, der konnte auch für einige Stunden an einem bestimmten Orte Licht schaffen für besondere wichtige Zwecke, ohne daß dadurch die ganze Ordnung des Sonnensystems und die allgemeinen Gesetze der Himmelskörper aufgehoben werden. Wie durch den Hagel die Menschen, so wurden durch das Hellbleiben des Tages die Götter der Feinde gerichtet, es war ein Sieg des lebendigen Gottes über heidnische Abgötterei. Die Heiden sollten daraus erkennen, daß der Gott Israels imstande ist, die ganze Kreatur gegen Seine Feinde zu bewaffnen, und Israel, das schon einmal in den Dienst des Baal Peor versunken war (4. Mose 25,3), und dem auch später die Götter Kanaans so oft zum Fallstrick wurden (Richt. 2,3), sollte vor diesem Aberglauben gewarnt werden. Das war die tiefe Bedeutung und der heilige Zweck dieses Wunders, welches aber nicht einmal vereinzelt in der Schrift dasteht. Eine Parallele dazu haben wir an dem Rückwärtsgehen des Schattens am Zeiger der Sonnenuhr des Königs Ahas um 10 Stufen auf das Gebet Jesajas (2. Kön. 20,9-11). Ferner sind zu vergleichen der Stern der Weisen vom Morgenlande, die dreistündige Finsternis, während der Herr Jesus am Kreuze hing, sowie noch die für die Endzeit geweissagten Wunderzeichen am Himmel. Wenn wir das Wunder aller Wunder, Christus, für uns erlebt haben, wird uns auch das Wunderwirken Seines Gottes und Vaters immer natürlicher, wir sehen in den tausend kleinen Begegnissen, wo die blinde Welt nur Naturgesetze und Zufall sieht, immer die Hand des zum Wohle der Seinen wirkenden Gottes und Vaters, bei dem kein Ding unmöglich ist.

    Ph. W.



    Handreichungen 02 Jahrbuch. (o. J.).

    Antwort D
    Dieser Vers war von jeher für viele Bibelleser ein Stein des Anstoßes. Man glaubte die Erzählung „verständlicher“ machen zu müssen, indem man Josua und seinen Zeitgenossen entweder eine Sinnestäuschung zuschrieb oder sie nur als eine bildliche, dichterische Umschreibung aufgefaßt wissen wollte. Beides ist aber falsch. Für den Bibelchristen steht unerschütterlich fest, daß auf das gläubige Gebet Josuas: „Sonne, stehe still zu Gibeon; und du Mond, im Tale Ajjalon!“ Gott die Antwort Gab, „indem die Sonne mitten am Himmel stehen blieb und nicht zum Untergang eilte, ungefähr einen ganzen Tag.“ Gewiß ist das ein Wunder, aber kein größeres als die Erschaffung der Himmelskörper oder eines Menschen. Wie sollte der Schöpfer der Welt nicht auch imstande sein, in die „Naturgesetze“ einzugreifen! Der Prophet Jesaja erlebte später ähnliches an der Sonnenuhr des Ahas (Jes. 38,8).

    Der Vorgang muß auf die Zeitgenossen und auch die später Lebenden einen gewaltigen Eindruck gemacht haben. Im Buche Jaschar (des Rechtschaffenen) ist er erzählt, und 1000 Jahre später bezeugt ihn der jüdische Schriftsteller Jesus Sirach (Kap. 46,5-8).

    Wie nun der Vorgang zu „verstehen“ ist? Das kann kein Mensch sagen. Die Bibel berichtet uns einfach die unzweifelhafte Tatsache. Die Schrift sagt ausdrücklich: „Und es war kein Tag wie dieser, vor ihm und nach ihm, daß Jehova auf die Stimme eines Menschen gehört hätte; denn Jehova stritt

    für Israel.“

    Nach unserer heutigen von Copernikus übernommenen Auffassung dreht sich die Erde um die Sonne. Das spricht nicht gegen die Ausdrucksweise der Schrift, die keine astronomischen Belehrungen geben will, sondern zu den Menschen in einer ihnen verständlichen Sprache spricht. Wenn wir uns deshalb ans „Verstehen“ geben wollen, müssen wir annehmen, daß Gott die Rotation (Drehung) der Erde unterbrochen oder verlangsamt habe. Und warum sollte das nicht möglich sein? Der berühmte Astronom Newton hat darauf hingewiesen, daß die Umdrehung der Erde sehr schnell verlangsamt werden kann, ohne daß ihre Bewohner etwas davon zu spüren bekommen. Professor Totten in Amerika hat durch scharfsinnige Berechnungen nachgewiesen, daß tatsächlich jener Tag zu Gibeon und Ajjalon ein voller Tag von 24 Stunden gewesen sein müsse; zu ähnlichen Schlüssen kam auch der Astronom Maunders von der Sternwarte in Greenwich. Und unser Bibelbuch sagt: „Es war kein Tag wie dieser, vor ihm und nach ihm.“

    Übrigens ist der Eindruck dieser Wundertat Gottes tief in die Herzen der Völker eingeprägt, und Satan hat die Spuren davon nicht austilgen können. Der römische Dichter Ovid erzählt, daß einst ein Tag verloren ging und die Erde durch die Glut einer außerordentlichen Sonne in große Gefahr geraten sei. Er bemerkt, daß die Erzählung von den Phöniziern stamme, und sie gehörten zu demselben Volke, das Josua bekämpfte. Der amerikanische Militärarzt Nelson macht in seinem Buch „Ursache und Heilung des Unglaubens“ darauf aufmerksam, daß auch die Chinesen von einem uralten Könige Yao erzählen, während dessen Regierung die Sonne so lange am Himmel stehen geblieben sei, daß man fürchtete, die Welt werde in Flammen aufgehen. Die Regierungszeit dieses Yao stimme aber mit dem Zeitalter Josuas, des Sohnes Nuns, zusammen.

    Doch alle diese „Beweise“ sind nur nebensächlich; denn „dem Glaubenden ist alles möglich“.

    C. Th.

    Antwort E
    Seitdem die Wissenschaft endlich entdeckt hatte, daß die Sonne nicht still steht, sondern sich mit der Erde in Bewegung befindet, frohlockten viele Anbeter der „fälschlich sogenannten Kenntnis“ (1. Tim. 6,20), indem sie meinten, die Heilige Schrift habe dadurch einen sie tödlich verwundenden Hieb erhalten. Diese blinden, hochmütigen, kaum aus der Schule ausgetretenen Spötter (2. Petri 3,3) hätten jene Tatsache viel früher gelernt, wenn sie Römer 3,4 und 9,20 zuerst als Ausgangspunkt genommen und das Wort also gelesen hätten. Ihr Geschrei lautet den Ohren des Gläubigen nach Pred. 1,9 wie etwas längst Bekanntes. Nämlich sagt die Schrift in unserer Stelle gar deutlich, daß die Sonne normal in Bewegung ist; andererseits sagt sie ja nicht, daß die Erde still stehe oder der Mittelpunkt der Sonnenbewegung sei. Wenn sie aber oft vom Auf- und Untergehen der Sonne bezüglich der Erde redet, spricht sie ganz einfach und vor jedermann das Gesetz der relativen (bedingten) Bewegung aus, und zwar, daß für einen Beobachter, der auf einem sich bewegenden Körper steht, derselbe stillstehend scheint, während alle anderen, seien sie in Bewegung oder nicht, in Bewegung zu sein scheinen. Nun aber hat Gott Sein Wort nicht den angeblichen Bewohnern des Planeten Mars gegeben, sondern den auf der Erde wohnenden Menschen. Deshalb auch beschreibt dasselbe die Schöpfung, wie sie für uns aussieht, und enthält die einfachen Grundsätze der wahren Kenntnis (u. a. die zwei obig erwähnten astronomischen und mechanischen Gesetze), womit die

    Menschen mit ihrem Verstand Gott in Seiner Schöpfung hätten erkennen sollen (Römer 1,20). Aber „Gott widerstehet den Hochmütigen“ (1. Petri 5,5) und hat dies alles den Unmündigen geoffenbart (Luk. 10,21; Matth. 11,25,26).

    Dem Verstande des Gläubigen (Hebr. 11,3) bietet Jos. 10,13 keine Schwierigkeit. In den Versen 7-11 haben wir den Bericht der Schlacht im großen ganzen. Da aber der Sieg auf eine so unglaubliche Weise erkämpft wurde, wird uns in Vers 12-14 eine Episode derselben Schlacht berichtet, wodurch wir die Ursache des Sieges begreifen. Daß es während der Schlacht geschah, geht aus Vers 12 hervor. „Damals ... an dem Tage“, nicht „dann, nach dem Siege“, was nur im Verse 15 einen Platz hätte. Es ist selbstverständlich, daß ein Aufhören in dem Laufe der Sonne Störungen in dem Heere der „den Tag von der Nacht“ trennenden Leuchter (1. Mose 1,14) verursachen mußte; nun sind die damals (Vers 11) vom Himmel geworfenen und gelegentlich noch fallenden Steine, Meteore, ein Beweis, daß dies alles nicht nur geschehen konnte, sondern geschehen ist, und die ganze Stelle ist wörtlich anzunehmen. Wir können da die unermeßliche, unergründliche Kenntnis sehen, die Gott in einer einfachen, kurzen, für ein Kind begreiflichen Erzählung zusammengefaßt hat, aber sie würde uns nicht nützen, wenn wir darin den HErrn nicht suchten (Joh. 5,39). Welchen Mut, welche Kraft empfängt ein „Kriegsmann Jesu Christi“, der den guten Kampf des Glaubens kämpft (2. Tim. 2,3; 1. Tim. 6,12; Jud. 3; Eph. 6,12), wenn er in Josua seinen Herrn erkennt, den Anführer seines Glaubens (Hebr. 12,2), der für ihn streitet, ihm den gewissen Sieg gibt und am Ende die Krone der Gerechtigkeit (Spr. 21,31; 2. Tim. 4,8). Darum „stärket die schwachen Hände und befestigt die wankenden Knie ... Seid stark ... Er selbst wird euch retten“ (Hebr. 12,12; Jes. 35,3.4; Römer 8,31).

    R. W. D.

    Anmerkung des Herausgebers
    Wir freuen uns von Herzen, daß auf diese Frage so viele Antworten eingegangen sind. Jede derselben hat ihre eigenen, lesenswerten Besonderheiten, doch sind sie wesentlich übereinstimmend. Josua 10 enthält ein großes, herrliches Wunder unseres Gottes: die Wunder der Schrift aber müssen geglaubt werden, und es ist ein Merkmal des wahren Christen, wider Vernunft zu glauben.

    Möchten denn alle Leser der „Handr.“, auch der, welcher diese Frage gestellt hat, das Wort nehmen, wie es wörtlich inspiriert durch den Geist Gottes dasteht: „... und die Sonne stand still, und der Mond blieb stehen“. Erklärungen, wie das möglich sei, wissenschaftliche Folgerungen in astronomischer Beziehung oder in Hinsicht auf das ganze All macht die Schrift nicht, also warum sollten wir das tun? Ist Gott, der Gott, für den alles natürlich ist, der „spricht, und es ist“ oder „sprach, und es war“ (Ps. 33,9) - ist Gott erhaben über die Folgen Seiner Taten, äußert Er kein Wort darüber, warum sollen wir uns in Mutmaßungen darüber ergehen? Für uns, die wir, wenn es recht um unser Christentum stellt, „nicht in fleischlicher Weisheit unseren Verkehr in der Welt haben“ (2. Kor. 1,12), für uns bleibt nur übrig ein staunendes Bewundern Seiner Größe: „O Tiefe des Reichtums!“ (Römer 11,33!) Vergessen wir nicht: wir ehren unseren Gott durch Glauben! Welcher von den Seinen macht Ihm wohl größere Freude: der, der mit spitzfindigen, „wissenschaftlichen“ Untersuchungen an das „Wort der Wahrheit“ herangeht, oder der, welcher dem Gott und Vater glaubt aufs Wort? Vergl. Hebr. 11,6!

    Persönliche Worte an unsere Leser!

    Persönliche Worte an unsere Leser!

    Auch in diesen ernsten Zeiten erhielten wir manch freundliche Ermunterung, die uns zeigte, daß unter der Wucht der Zeitereignisse die Herzen nicht kalt geworden sind für das Forschen in der Schrift und für die aus demselben entstandenen Fragen, wie sie die „Handreichung“ zu beAntworten sucht.

    Eines hat uns recht betrübt, nämlich die Nachricht von einigen Lesern, denen das Blatt zu wenig „fürs Herz“ biete. Sind denn nicht alle in demselben enthaltenen Artikel, auch die rein lehrhaften, „fürs Herz“? Wir denken, daß uns Gläubigen alle Fragen der Erkenntnis des HErrn und Seines Willens zu Herzensfragen werden müssen, sonst haben wir keinen wahren Gewinn davon, denn „Erkenntnis (an sich) bläht auf“ (1. Kor. 8,1)!

    Andererseits verstehen wir gar wohl den feinen Vorwurf, der in obigen Bedenken liegt: man wünscht mehr Artikel über das praktische Christenleben als einer Bewahrung des Glaubens und der Liebe usw. Jedoch dann müssen eben unsere Leser diesbezügliche Fragen stellen! Naturgemäß sind ahnliche Fragen wie Nr. 35 und 36 in unserem Blatte die selteneren. Aber enthalten die meisten anderen Fragen nicht auch recht häufige (nicht nur gelegentliche) Hinweise für das praktische Leben? Man prüfe sie einmal daraufhin ganz ernstlich! Wir jedenfalls legen großes Gewicht darauf, daß die „Gegenseitige Handreichung“ ein auf gesunder Lehre aufgebautes gesundes Glaubensleben fördert! Wir werden auch weiterhin nach Kräften diesen Standpunkt vertreten; jedoch, man vergesse nicht, daß sehr viel bezüglich des Inhalts der „Handreichung“ von den jeweiligen Mitarbeitern in Fragen und Antworten abhängt.

    Die Zeitlage wird trotz mancher großer deutscher Siege im Felde, für die wir Gott von Herzen danken wollen, stetig ernster. Das göttliche Gericht zur Buße lastet schwer auf der Welt, schwer auch auf Deutschland. Möge Gott Großes erreichen! Schon zeigen sich Anfänge herrlicher Segnungen in mancherlei Weisen, so z. B. indem das Wort Gottes mehr geschätzt wird von Leuten, die es vor noch nicht langer Zeit verachteten, und indem auch manche Seele Zuflucht nimmt zu dem Sünderheiland Jesus Christus, besonders unter unseren Kriegern. Wir dürfen den HErrn preisen für solche Gnadenwirkungen! Aber, obwohl auch der Eifer des Volkes Gottes in vielem sehr gewachsen ist, z. B. auch in der so wichtigen Traktatverbreitung, wird eine unserer Haupttätigkeiten, wenn nicht die hauptsächlichste, in der Jetztzeit noch immer mehr die anhaltender Fürbitte werden müssen für Kaiser und Vaterland, für unsere geliebten Brüder in Heer und Marine wie für alle Kämpfer (auch bei unseren Bundesgenossen in Österreich-Ungarn), überhaupt für die ganze Welt, besser: für das gesamte Werk Gottes in Seinem Volk und in und an der Welt, auch in den Missionsgebieten. Laßt uns handeln nach Ps. 62,8! Laßt uns nicht vergessen, daß wir Gläubigen nach Röm. 8,18ff. gewissermaßen der Mund der unter der Sünde und ihren Folgen leidenden Schöpfung sind, und laßt uns bedenken, was Jak. 5,16b steht!

    Möchte unser Reden und Tun überall auch nicht etwa bestimmt sein durch fleischliche Weisheit, sondern durch Einfalt, Lauterkeit und die Gnade Gottes (2. Kor. 1,12), damit wir in dieser verAntwortungsvollen Zeit vom HErrn gebraucht werden können zur praktischen Hilfe, wo es nottut, und zum Heil, zum wahren Trost für viele, seien es Verwundete oder Trauernde oder wer immer! (2. Kor. 1,3.4).

    Herzlich grüßt alle Leser mit Röm. 15,13 u.33.


    Der Herausgeber

    Fritz Koch.

    Klotzsche, Ende September 1914.

    Gruß an den Leser:

    „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und ist nütze zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, auf daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werke zugerüstet.“ 2. Tim. 3,16-17.

    Antworten.

    Wir bitten dringend, man möge die in den Fragen angeführten Schriftstellen nachlesen, bevor man die Antworten liest; und sollen diese letzteren wirklich zum Segen dienen, so muß man sie an der Hand der Schrift durchforschen!



    Handreichungen 02 Jahrbuch. (o. J.).

    ====================================

    Calwer
    Sonne. 1) Die S. ist für die biblische Anschauung ein von Gott am Firmament befestigtes Licht, das den Tag regiert, 1 Mo. 1, 16, vgl. Jer. 31, 35; Ps. 136, 8, und aller Welt Licht gibt, Sir. 42, 16. Die S. geht auf in ihrer Macht, Ri. 5, 31, den Tag zu verkündigen, Sir. 43, 2, und geht unter, Pr. 1, 5, und weiß ihren Niedergang, Ps. 104, 19. Gott hat ihr, sagt der Dichter, eine Hütte gemacht, in die sie gleichsam heimkehrt, Ps. 19, 5 ff., und daraus, wie aus ihrer Kammer, geht sie wieder hervor und läuft, einem Helden gleich, freudig ihren Weg. Und zwar regelmäßig, nach Gottes Ordnung, Ps. 74, 16. Gott ist es, der sie aufgehen läßt und aufgehen heißt, Mt. 5, 45, der es aber auch versagen könnte, Hi. 9, 7, es wird daher der dichterischen Vorstellung nicht schwer, ein Stillstehen der S. auf göttliches Geheiß, Jos. 10, 12ff., oder ein Rückwärtsgehen ihres Laufes, Jes. 38, 8, anzunehmen (s. folg. Art.). — Die S. leuchtet herrlich, dient daher zu Vergleichungen des hellen Glanzes, Off.1, 16; Mt. 17, 2; Ap.26, 13, vgl. Mt.13,43. Den menschl. Augen ist es lieblich, die S. zu sehen, Pr. 11,7. Aber sie bringt auch die Hitze mit, Jak. 1, 11; Off. 7, 16, welche verwelken macht, Mt.13,6. Die S. brennt, Hi.30,28, sticht, Ps. 121, 6; Jon.4,8; Jes.49,10, wenn freilich vor dem allem Gott bewahren kann, Off. 7, 16. — Die S. ist gleichsam Zeuge von allem, nichts ist vor ihr verborgen, Ps. 19, 7; nichts Neues unter der S., Pr. 1, 9. — Von Verfinsterung der S. weiß die Schrift auch zu reden, nicht sowohl im astronomischen Sinn — auch Lu. 23, 44 f. ist wohl nicht von einer „Sonnenfinsternis‟ zu verstehen, — sondern z. B. die Heuschreckenschwärme verfinstern die S., Joel 2, 10, und es gehört zu den Merkmalen des Tags des Herrn, daß „die S. gehet finster auf‟, Jes. 13, 10, daß Zeichen an der S. geschehen, Lu. 21, 25; Mt. 24, 29; Ap. 2, 20 usw., während dagegen von der prophetisch geschauten Heilszeit gesagt wird, daß „der S. Schein wird 7 mal heller sein denn jetzt‟, Jes. 30, 26. In der irdischen Weltzeit wird die S. ewig währen, und ist ein Bild des Beständigen und Bleibenden, Ps. 72, 5. 17; 89, 37; aber einst in der Vollendungszeit wird ihr Leuchten nicht mehr nötig sein, sondern Gott selbst wird seiner Gottesstadt als S. leuchten und diese S. wird nimmer untergehen, Jes. 60, 19 f.; Off. 21, 23. — 2) Bildlich wird Gott S. und Schild, d. h. Licht und Schutz der Seinen genannt, Ps. 84, 12, das Aufgehen der S. der Gerechtigkeit verheißen, Mal. 3, 20, vgl. Wsh. 5, 6. Auch der Ausdruck: ihre S. wird untergehen, findet sich mannigfach, Jer. 15, 9, vgl. Am. 8, 9; Mi. 3, 6; Jes. 60, 20. — 3) Anbetung der S. oder Sonnendienst war etwas, das dem Heidentum nahe lag, das die Jsraeliten auch von Ägypten her kannten, das aber das Gesetz verbot, 5 Mo. 4, 19; 17, 3, das gleichwohl nach Hi. 31, 26 f. (V. 27 ist die abergläubisch-anbetende Begrüßung der S. durch Kußhände gemeint), Jer. 8, 2; Hes. 8, 16 u. a. vorkam. Weiteres s. die Artt. Sterne, Säule 2), Baal, Moloch, Abgötterei.

    Zeller, P. (Hrsg.). (1912). Sonne. In Calwer Bibellexikon: Biblisches Handwörterbuch illustriert (Dritte, verbesserte Auflage, S. 705). Calw; Stuttgart: Verlag der Vereinsbuchhandlung.




    Amsler





    ‘md stehen


    1. Die Wurzel ‘md wird verbal verwendet außer im Hebr. (q. »hintreten, stehen, stillstehen« usw.) im Akk. (emēdu »anlehnen, auferlegen«, AHw 211a) und Arab. (»stützen, beabsichtigen«, Wehr 576b).

    Während im Hebr. ‘md »stehen« und →qūm »aufstehen« unterschieden werden, hat das Aram. für beide Bedeutungen qūm (‘md q. in Ah. Z. 160, vgl. DISO 216, ist unsicher, s. P. Grelot, RB 68, 1961, 190; ders., Documents araméens d’Egypte, 1972, 444). Die späte Bed. »aufstehen« für ‘md in Neh 8, 5; Dan 12, 13 und im Mittelhebr. wird von E. Y. Kutscher, Tarbiz 33, 1963/64, 118ff.; ders. in: Th.A. Sebeok (hrsg.), Current Trends in Linguistics, VI, 1970, 359, als »inverted calquc« auf aram. Einfluß zurückgeführt.

    Nominale Ableitungen im AT sind: ‘ammūd »Pfeiler, Stütze, Säule« (gemeinsem., vgl. Bergstr. Einf. 186; DISO 216f.), ‘ṓmæd »Stelle, Platz«, ‘æmdā »Standort«, ma‘amād »Posten, Stellung«, mo‘omād »Stand, Halt«, vielleicht auch ‘immād mit Suffix der 1.Pers.Sing. -ī »bei mir, mit mir«, verstärkend anstatt der Präp. ‘im mit Suffix (BL 644; KBL 713b; anders Joüon 280).
    2. Statistik: ‘md q. 435× (Dan 39×, Ez 32×, 2Chr 31×, 2Kön und Jer je 28×, 1Kön und Ps je 26×, Jos 20×, Ex, Dtn, 1Sam und Jes je 17×, Gen und 2Sam je 15×, Num 13×, Sach 12×, Est 11×), hi. 85× (2Chr 20×, Neh 18×, Num 8×, Ps und 1Chr je 6×, Lev, Ez, Dan und Esr je 4×), ho. 2× (Lev 16, 10; 1Kön 22, 35); ‘ṓmæd 9× (Dan, Neh und 2Chr je 3×), ‘æmdā 1× (Mi 1, 11), ‘ammūd 111× (Ex 39×, 1Kön 22× [alle Belege in c. 7], 2Chr 8×), ma‘amād 5× (1Kön 10, 5 = 2Chr 9, 4; Jes 22, 19; 1Chr 23, 28; 2Chr 35, 15), mo‘omād 1× (Ps 69, 3).
    Das Verbum findet sich mit ziemlich gleichmäßiger Streuung im ganzen AT, besonders häufig (in speziellerer Verwendung) in der späten Sprache (Chr. Geschichtswerk, Est, Dan), gerne in Beschreibungen (1/2Kön 58×) und Visionsberichten (Ez 36×; Dan 43×, davon 20× in c. 11).
    3. Für die vielfältigen Gebrauchsweisen des Verbums in den Hauptbedeutungen »sich hinstellen, stehen, stehen bleiben« und die sich daraus ergebenden Sonderbedeutungen und speziellen Wendungen ist auf die Lexika zu verweisen. Gegen 200× ist das Verbum absolut verwendet; es steht häufig neben anderen beschreibenden Verben (3ab) und erhält, mit bestimmten Präpositionen konstruiert, besondere Bedeutungen (4a–c).
    a) Die Grundbedeutung kann durch folgende Parallelverben illustriert werden: »hintreten, sich hinstellen« von einem Soldaten, einer Wache (par. jṣb hitp. 2Sam 18, 30; Hab 2, 1); »feststehen, standhalten« von einem Haus (par. →qūm Hi 8, 15; allgemein Nah 1, 6); »stillstehen, stehenbleiben« von Sonne und Mond (par. dmm Jos 10, 13); »unbeweglich dastehen« von einem Götterbild« (par. zu negiertem mūš »sich bewegen« Jes 46, 7, nach →nūaḥ hi. II »hinstellen«); »sich einstellen« von einem Ereignis (par. →hjh »geschehen« Ps 33, 9; vgl. 2Sam 21, 18 hjh mit 1Chr 20, 4 ‘md und 2Sam 24, 16 hjh mit 1Chr 21, 15 ‘md, so J. C. Greenfield, Bibl 50, 1969, 101 nach Z. Ben-Hayyim). Die Parallelen →qrb »herzutreten« (Dtn 4, 11; Ez 44, 15) und →‘bd »dienen« (Num 16, 9) verweisen auf die kultische Bedeutung von ‘md lifnē (s.u. 4c[3]).
    b) Andererseits dient ‘md als Antonym zu zahlreichen Verben der Bewegung: →hlk »gehen« (Ps 1, 1), →bō’ »hereinkommen« (Gen 24, 31), →jṣ’ »ausziehen« (2Sam 15, 17), rūṣ »laufen« (1Sam 17, 51), ns‘ »aufbrechen, weiterziehen« (Ex 14, 19) usw. Das Verbum bezeichnet das Aufhören der Bewegung, das Stillstehen (Jos 3, 13; 1Sam 17, 8 u.ö.). Die Bedeutungsnuancen der Festigkeit und Beständigkeit werden unterstrichen durch die Opposition zu hpk »umstürzen« (Spr 12, 7; vgl. Mt 7, 24–27), brḥ »fliehen, dahinschwinden« (Hi 14, 2), mūr ni. »sich ändern« (Jer 48, 11), →’bd »zugrunde gehen« (Am 2, 14f.; Ps 102, 27), →mūt »sterben« (Ex 21, 20f.). Die Vorstellung des Widerstandes gegenüber dem Angriff des Feindes begegnet innerhalb des Zusammenhanges der Kriegsberichte, wo ‘md lifnē »bestehen (können) vor« bedeutet (2Kön 10, 4; vgl. 1Sam 6, 20, s.u. 4c[4]).
    c) Daran schließt der prägnante Gebrauch des absolut stehenden Verbums zur Bezeichnung der unveränderten Erhaltung und Dauerhaftigkeit einer Sache: eines Dokuments (Jer 32, 14), Jerusalems (1Kön 15, 4), der Israeliten (Jes 66, 22) oder der Jahwefurcht (Ps 19, 10).
    4. In Verbindung mit einer Präposition erhält ‘md besondere Bedeutungen:
    a) Mit lokalen Präpositionen bezeichnet ‘md q. das Sich-Aufhalten oder Stehenbleiben an einem bestimmten Ort: »draußen« (Gen 24, 31), »neben dem Altar« (Ez 9, 2), »neben dem Tor« (2Sam 18, 4), »sie stellten sich auf die Füße« (Ez 37, 10), »jeder blieb an seinem Platze stehen« (Ri 7 21). Ist dieser Ort mit einer bestimmten Funktion verbunden, so bezeichnet ‘md q. das Verhalten dessen, der an seinem Posten seine Aufgabe erfüllt: die Wache auf dem Turm (Hab 2, 1), der Verteidiger in der Bresche (Ez 22, 30), der Gläubige im Tempel (Ps 134, 1). Entsprechend bezeichnet ‘md hi. mit einer Präposition die Einsetzung eines Amtsträgers in sein Amt, so 1Kön 12, 32 die der Priester zu Bethel, 2Chr 8, 14 die der Priester und Leviten in ihren Dienst. Zu ‘md be vgl. noch P. A. H. de Boer, FS Baumgartner 1967, 25–29.
    b) Durch ‘md verbunden mit der Präp. le und einem Inf. cs. kann das Auftreten zur Erfüllung einer bestimmten Aufgabe ausgedrückt werden: die Stämme erscheinen bei Sichem zum Segnen und Fluchen (Dtn 27, 12f.), Jerobeam zum Opfern in Bethel (1Kön 13, 1), Jeremia zur Fürbitte (Jer 18, 20). Im Bereich des Rechtswesens ist vom Hintreten der Parteien vor den Richter (1Kön 3, 16) und vom Erscheinen des Richters zur Rechtsprechung (Ez 44, 24; vgl. Num 35, 12) die Rede. In dieser Weise ist zweimal ‘md q. mit Jahwe als Subjekt verwendet: Jes 3, 13 txt em »er steht da, über sein Volk Recht zu sprechen«; Ps 109, 31 »dem Armen steht er zur Rechten« (die wenigen übrigen Verwendungen mit Jahwe als Subjekt von ‘md q. sind entweder konkret anthropomorphistisch wie Ex 17, 6; Num 12, 5; Hab 3, 6 txt em »er tritt auf und macht die Erde erbeben«, visionär von der Herrlichkeit Jahwes Ez 3, 23; 10, 18; 11, 23, oder aber bildlich und übertragen: Ps 10, 1 »warum, Jahwe, stehst du ferne?«; 102, 27 »sie werden vergehen, du aber bleibst«).
    c) Mit der Präp. lifnē »vor« beschreibt ‘md genauer die Haltung des Dieners, der vor seinem Herrn steht und seine Befehle empfängt (vgl. die Abbildungen der Hammurabi-Stele, ANEP Nr. 515; eines Reliefbildes von Bar Rakab, ANEP Nr. 460; von Darius, ANEP Nr. 463). Die Wendung begegnet in vier typischen Situationen:
    (1) Im alltäglichen Leben steht der Knecht vor seinem Herrn: so Josua im Dienste Moses (Dtn 1, 38), die Sunamitin zur Verfügung Elisas (2Kön 4, 12), Naeman im Dienste des Gottesmannes (2Kön 5, 15), die Leviten zur Verfügung des Volkes (Ez 44, 11).
    (2) Am königlichen Hof steht der Minister vor dem König: die Minister Salomos (1Kön 10, 8); Gedalja unter der Oberherrschaft der Chaldäer (Jer 40, 10); Daniel und seine Gefährten bereiten sich auf den Dienst am Hof vor (Dan 1, 5); der himmlische Hofstaat steht vor Jahwe (1Kön 22, 19.21; vgl. auch Apg 7, 55 Jesus zur Rechten Gottes »stehend«, nicht »sitzend«).
    (3) Im Kult steht der Priester vor Gott; daher die Ausdrücke »vor der Bundeslade stehen« (Ri 20, 28) oder »vor Jahwe stehen« (Ez 44, 15 par. →qrb, →šrt pi.; vgl. Num 16, 9 par. →‘bd). Analog dazu bedeutet »vor den Götzen stehen« soviel wie »den Götzen dienen« (Ez 8, 11). Die Wendung »vor Jahwe stehen« ist häufig in der dtn.-dtr. Literatur, wo sie den Dienst der Leviten (Dtn 10, 8; 18, 7) in der Nachfolge Moses am Horeb umschreibt (Dtn 4, 10; 5, 5; Ps 106, 23). Die Formel bezeichnet auch den Prophetendienst Elias und Elisas (1Kön 17, 1; 18, 15; 2Kön 3, 14; 5, 16; vgl. 1Kön 19, 11). Bei Jeremia bezieht sie sich auf das Amt des Fürbitters (Jer 15, 1; 18, 20), ähnlich schon bei Abrahams Fürbitte für Sodom (Gen 18, 22J). Sie wird schließlich auf die ganze zum Kult versammelte Gemeinde ausgeweitet (Lev 9, 5; 2Chr 20, 13; vgl. Apk 20, 12), ja sogar auf die ganze Schöpfung (Jes 66, 22f.). Zur Frage der Stellung beim Gebet im AT vgl. D. R. Ap-Thomas, VT 6, 1956, 225–228.
    (4) In eschatologischen Zusammenhängen wird die Wendung ‘md lifnē Jhwh in mehreren verschiedenen Bedeutungen verwendet. Sie bezeichnet einerseits das (negierte) Standhalten vor Jahwe im Kampf (Am 2, 15; Nah 1, 6; Mal 3, 2; s. o. 3b) oder im Gericht (Ps 76, 8; 130, 3; vgl. Apk 6, 17; s. o. 4b), andererseits den Dienst des Gotteslobes (Jes 66, 22f., s. o. 3). Mit ihr kann auch die Hoffnung des Gläubigen nachhaltig zum Ausdruck gebracht werden (Jer 35, 19; vgl. Lk 21, 36).
    5. Die LXX gibt ‘md am häufigsten durch ἱστάναι und seine Komposita wieder, seltener auch durch μένειν (Gen 45, 9) oder διαμένειν (Ps 19, 9) in zeitlicher Bedeutung (s. o. 3c). Beide Verbgruppen begegnen in ähnlicher Verwendung auch im NT; vgl. A. Oepke, Art. καθίστημι, ThW III, 447–449; F. Hauck, Art. μένω, ThW IV, 578–581; W. Grundmann, Art. στήκω, ThW VII, 635–652; ders., Stehen und Fallen im qumranischen und ntl. Schrifttum, in: H. Bardtke, Qumran-Probleme, 1963, 147–166.
    S. Amsler


    Amsler, S. (2004). עמד. E. Jenni & C. Westermann (Hrsg.), Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament (6. Auflage, Bd. 2, S. 328–332). Gütersloh: Chr. Kaiser/Gütersloher Verlagshaus.
    Herzliche Grüsse
    Hans Peter

    1. Mo 15,6 Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.




  4. #4
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    AW: Das BUCH DER AUFRICHTIGEN? / JOSUA 10,13

    zu
    2. Samuel 1,17-18


    2. Klagelied (2Sam 1,17-27) Davids Trauer über den Tod von Saul und Jonatan war aufrichtig, und um dem Volk zu helfen, sich an sie zu erinnern, schrieb er zu deren Gedenken ein Klagelied. Er ordnete an, dass diese Klage in sei* nem eigenen Stamm Juda gelehrt und gesungen werde, und ohne Zweifel wurde sie auch von Men* schen aus den anderen Stämmen gelernt und gewürdigt. Die Men* schen des Orients zeigen ihre Ge* fühle ohne Scheu, und ihre Dichter schreiben häufig Lieder, die ihnen helfen sollen, sowohl freudiger als auch schmerzlicher Erlebnisse zu gedenken. Mose lehrte Israel ein Lied, um das Volk vor dem Ab* fall von Gott zu bewahren (SMo 32), und die Propheten schrie* ben oft Lieder zur Totenklage,
    um bevorstehendes Gericht anzu* kündigen (Jes 14,12ff; Res 27,lff; 28,11-19).
    Dieses Klagelied Davids wurde unter der Bezeichnung »das Bo* genlied« bekannt (2Sam 1,18)4 und war im Buch Jaschar (Jos 10,12-
    13) nachzulesen, einer Sammlung von Gedichten und Liedern zum Gedenken an große Ereignisse in der Geschichte Israels. »Wie sind die Helden gefallen« ist das Haupt* thema des vorliegenden Trauer* gesangs (2Sam 1,19.25.27), und die Betonung liegt auf der Größe Sauls und Jonatans - sogar noch in Niederlage und Tod. David rühm* te ihr Können, ihren Mut und ihre Bereitschaft, für das Land ihr Le* ben zu lassen. Wie in Hebräer 11 findet sich in dem Lied nichts, was von irgendwelchen Sünden oder Fehlern im Leben Sauls oder Jona* tans reden würde.
    David redet zum Volk Israel (2Sam 1,19-20). David nennt den toten Kö* nig »Deine Herrlichkeit, oh Israel« und sein Heer »die Mächtigen«5. Sie zeigten in der Schlacht von Gil* boa zwar nicht gerade viel von Herrlichkeit oder Macht, aber Saul war immer noch Gottes er* wählter Führer und seine Sol* daten waren die irdische Armee des Herrn der Heerscharen. Wir vergessen leicht, dass Saul und sein Heer ihr Leben eingesetzt hatten, um viele bemerkenswer* te Schlachten zu schlagen und zu


    Wiersbe AT Band 1.1. (o. J.). Wiersbe AT Band 1.1.


    4. MosE


    sich immer noch gegen Gott auf* lehnten und ihren eigenen Weg ge* hen wollten. Ihre Aussage bedeu* tete: »Gut, wir haben einen Fehler gemacht, aber wir können ihn wie* der gutmachen.« Wenn sie wirk* lich gebrochen vor Gott gewesen wären, hätten sie das Lager nicht verlassen und versucht, sich ihren Weg nach Kanaan zu erkämpfen.
    3. Zwei weitere Bücher, die nicht mehr existieren, sind das Buch Jaschar (Jos 10,13; 2Sam 1,18) und die Chronik der Könige von Israel und von Juda (lKö 14,19.29).
    4. Man beachte, wie oft unser Herr in der Synagoge in Johannes 6 vom Brot »aus dem Himmel« sprach, und von seinem Kommen aus dem Himmel (V. 32-33.38.50-51.58). Die Juden waren über diese Aus* sage erstaunt (V. 41-42).
    5. Während der Zeit, wo Jeftah Richter war, behaupteten die Am* moniter, dass Israel ihr Land un* rechtmäßig besaß, und sie wollten es zurück. Aber Jeftah kannte sich in der Geschichte aus und erinner* te sie daran, was wirklich gesche* hen war (Ri 11,1-28).
    6. Inspiration ist die Garantie, dass das, was in der Schrift steht,
    »von Gott eingegeben« ist und dass im Text das steht, was Gott sich wünscht. Was berichtet wird, schließt eine Bandbreite von Li*teratur ein, inklusive der Lügen Satans und der Menschen. Pau* lus zitierte weltliche, ungläubige
    Schreiber (Apg 17,28; lKor 15,33; Tit 1,12), aber das bedeutet nicht, dass diese Schreiber in dem, was sie schrieben, von Gott inspiriert waren. Es bedeutet nur, dass der Geist Lukas führte, als er die Apo* stelgeschichte schrieb, sodass dar* auf vertraut werden kann, dass er das berichtete, was Gott wollte.
    7. Es gibt mehrere Gemeinde* lieder, die zu einer »weltlichen« Melodie gesungen werden. So z.
    B. »Die Güte Gottes preisen« mit einer Melodie von Ludwig van Beethoven, »Mit dir, o Herr, ver* bunden« von Joseph Hayden oder auch »Hast du eine Sorgenlast« von Carl Maria von Weber.


    Wiersbe AT Band 1.2. (o. J.).

    10,12-14 Sonne, stehe still … und du, Mond. Einige sagen, dass eine Finsternis
    die Sonne überschattete, die die Hitze von Josuas müden Kriegsleuten fern hielt
    und ihnen Kühle während des Kampfes verschaff-te. Andere nehmen an, dass eine
    örtliche (keine universale) Brechung der Sonnenstrahlen stattfand, so wie bei
    der örtlichen Finsternis in Ägypten (2Mo 10,21-23). Eine weitere Auffassung
    meint, dass es nur ihre subjektive Ausdrucksweise war, d.h. es kam Josuas
    Männern nur so vor, als würden Sonne und Mond still stehen, als Gott ihnen
    half, an einem 24 Stundentag das zu tun, was normalerweise länger dauern würde.
    Wie-derum andere betrachten es als überschwänglich poetische Schilderung, nicht
    als buchstäbliche Tatsache. Diese Meinungen werden 10,12-14 je-doch nicht
    gerecht, und stellen Gottes Schöpfermacht überfl üssigerwei-se in Frage. Das

    Beste ist es, das Geschehen als ein absolut gewaltiges Wunder anzusehen. Vom
    Willen des Herrn geleitet, befahl Josua der Sonne still zu stehen (hebr: »sei
    still, ruhig, höre auf«). Vielleicht hörte die Erddrehung auf oder, was
    wahrscheinlicher ist, die Sonne bewegte sich in die gleiche Richtung wie die
    Erde, um mit dem Schlachtfeld Schritt zu halten. Auch der Mond stellte seinen
    Umlauf um die Erde ein. Dies erlaubte Josuas Truppen, den Kampf mit einem
    vollkommenen Sieg zu beenden (V. 11).
    10,13-15 im Buch Hajaschar. Hajaschar bedeutet »rechtschaffen«. -Es könnte das
    gleiche Buch wie das Buch der Kriege des Herrn sein (4Mo 21,14). Das Buch des
    Aufrichtigen wird ein weiteres Mal in 2Sam 1,18 erwähnt und ein Auszug findet
    sich in 2Sam 1,19-27. Das Buch war anscheinend eine Sammlung von hebr. Liedern

    zur Ehre der Führer Israels und der Heldentaten im Kampf.


    Die Macht des Herrn

    Bibelstellen: Josua 10
    "Und aus seinem Munde geht hervor ein scharfes, zweischneidiges Schwert, damit er damit die Nationen schlage"
    (Off 19,15).
    Wir nähern uns nun der großen und entscheidenden Schlacht, die eine Folge von Siegen und die Unterjochung
    des Landes nach sich zieht. Mit dem Bericht über diese Siege endet der erste Teil des Buches Josua.
    Der Zusammenschluss der Könige und Nationen gegen Israel, mit dem das neunte Kapitel beginnt, war
    erfolgreich, solange List angewendet wurde. Er wurde jedoch völlig zerschlagen, als man sich der offenen
    Kriegführung bediente. Als Adoni-*‐Zedek, der König von Jerusalem, sah, dass sich Gibeon mit Israel geeinigt hatte,
    berief er den König von Hebron und die benachbarten Könige, mit ihm gegen jene Stadt hinaufzuziehen, die
    daraufhin sofort Josua um Hilfe anrief.
    Der König von Jerusalem, Adoni-*‐Zedek ("der Herr der Gerechtigkeit"), trug einen ähnlichen Namen wie sein
    Vorgänger Melchisedek ("König der Gerechtigkeit"), als Jerusalem ("friedevoller Besitz" oder "Besitz des
    Friedens") noch Salem ("Frieden") hieß. Wie der König der Gerechtigkeit und der König des Friedens (vgl. Heb 7;
    1. Mo 14) dem Knecht Gottes, Abraham, mit Brot und Wein entgegenkam, wissen wir. In jenen Tagen war der
    lebendige Gott in Salem geehrt, und Melchisedek leuchtet als ein helles Vorbild auf Christus, den Priester und
    König, durch alle Zeitalter hindurch. Auch Hebron, eine der ältesten Zivilisationen in Palästina, hatte in Beziehung
    zu den Patriarchen gestanden. Doch nun ergeht der erste Ruf zum Kampf gegen Israel an Hebron. Zur Zeit des
    Zusammenschlusses der Könige, hatten die Nationen Kanaans also die Furcht des Höchsten abgeschüttelt. Sonne
    und Mond (Baal und Asterot; vgl. Ri 2,13), wurden angebetet, ihre Ungerechtigkeit war voll, ihre Ernte war
    vergangen und der Sommer vorbei, und der Zorn Gottes stand im Begriff, auf sie zu fallen.
    Kein Feind ist so erbittert in seinem Hass gegen Gott, wie der, der einst seinen Namen anerkannte. Als sich das
    Christentum ausbreitete, waren die Juden die erbittertsten Gegner. Die Wahrheiten, die sie hochhielten,
    benutzen sie als Waffen gegen das Evangelium des Sohnes Gottes. Sie verdrehten die Worte Moses und der
    Propheten und kämpften gegen Gott. Das System der Feindschaft des papistischen Roms gegen die Wahrheit der
    Schriften ist größer als das des heidnischen Roms war; und in Zukunft wird der moderne Unglaube, der sich zu
    einer abtrünnigen Christenheit entwickelt hat, sich als der heftigste Feind erweisen, den das Wort Gottes je hatte.
    In diesem bevorstehenden Abfall werden die "Herren der Gerechtigkeit", die noch die alten Titel und

    62



    Erinnerungen an einen lange verlorenen Glauben an Gott tragen und über ihren "Besitz des Friedens" herrschen,
    die treibenden Kräfte der Feindschaft gegen den Christus Gottes in der Christenheit sein.
    Wenn man den schrecklichen Befehl des Herrn an Israel, die Nationen der Kanaaniter zu vernichten, betrachtet,
    muss man immer die Ungerechtigkeit der Amoriter bedenken. Ihre Tage waren gezählt; sie waren zu böse um am
    Leben bleiben zu dürfen.
    Geht man durch die Schrift und verfolgt die Regierungswege Gottes mit den Menschen, dann sieht man, dass
    seine lange vorher angedrohten Gerichte schließlich über den Unbußfertigen hereinbrechen. So war es bei den
    Menschen in den Tagen Noahs, denen Gott 120 Jahre Gelegenheit zur Buße gab; die Flut kam und löschte alle
    aus. So war es auch bei den Stämmen Israels, die ständig durch die Propheten gewarnt wurden; doch obwohl
    häufig getadelt, verhärteten sie sich und wurden in die Gefangenschaft verschleppt, sodas bis heute kein Mensch
    weiß, wohin sie zerstreut wurden. Nachdem die bösen Hände der Juden Christus gebunden und gekreuzigt und
    umgebracht hatten, sandte er selbst, der Auferstandene und zum Himmel Aufgefahrene, Botschaften an sie, aber
    sie taten nicht Buße. Deswegen erfüllte sich das schreckliche Wort an ihnen: "Hörend werdet ihr hören und nicht
    verstehen, und sehend werdet ihr sehen und nicht wahrnehmen" (Apg 28,26); und die Juden blieben in ihrem
    freiwilligen Unglauben. So wird es auch in der Zukunft sein: die Nationen, an die sich jetzt das Wort des Heils
    Gottes richtet, sind weise in ihren eigenen Augen geworden und nicht in der Güte Gottes geblieben, und werden
    abgeschnitten werden (Rö 11,17-*‐25); und schließlich wird der sich der Zorn Gottes gegenüber den Menschen der
    abtrünnigen Christenheit offenbaren, die dem Evangelium nicht gehorchen (2. Thes 1,7-*‐10).
    Der plötzliche und vollständige Umsturz der Amoriter schien auf jenen Tag hinzuweisen, und auf die plötzliche
    Vernichtung, die über jene kommen wird, die Friede und Sicherheit rufen, denn "der Tag kommt wie ein Dieb in
    der Nacht" (1. Thes 5,2). Das gewaltige Eingreifen des Herrn, der große Hagelsteine vom Himmel herabwarf,
    scheint ein Hinweis auf die Zeit "der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel, mit den Engeln seiner Macht, in
    flammendem Feuer" zu sein, "wenn er Vergeltung gibt denen, die Gott nicht kennen" (2. Thes 1,7-*‐8). Israel war
    nur das Schwert des Herrn: er selbst offenbarte in den großen Steinen, die er auf sie herabwarf, seinen Zorn vom
    Himmel gegen die Dämonenanbeter und ihre verderblichen Wege.
    Als der Herr seine Majestät hineinbrachte als Gott, der Höchste, der Himmel und Erde besitzt -*‐ wie schon sein
    Priester Melchisedek ihn bezeichnet hatte (1. Mo 14,19) -*‐ mussten selbst Sonne und Mond dem Befehl seines
    Knechtes gehorchen, bis die Sünder Kanaans vernichtet waren. Wir müssen nur das Wort Gottes in der
    Offenbarung lesen, um festzustellen, dass schrecklichere und wunderbarere Gerichte noch über diese Erde
    kommen werden, und dass die Juden, die dem Christus Gottes den Rücken zugewandt haben, und die christlichen
    Bekenner, die bereits dasselbe tun, an dem kommenden Tag des Herrn, wie diese Amoriter in früheren Tagen,
    gezwungen sein werden, die Taumelschale des Herrn zu trinken. Und wer wird an dem großen Tag seines Zorns
    zu stehen vermögen?
    Bis zum 15. Vers unseres Kapitels wird uns ein kurzer Bericht von dem Tag des Sieges gegeben, den wir gerade
    betrachtet haben. Ab dem 16. Vers bis zum Ende des Kapitels werden Einzelheiten der Eroberung durch Israel
    berichtet. Das Zitat aus dem Buch Jaschar (das Buch des Rechtschaffenden) endet mit dem 15. Vers und
    beschreibt zwei große Tatsachen, die beide am Ende des Kapitels wiederholt werden. Die erste große Tatsache
    ist: "der Herr stritt für Israel", was den Erfolg des Volkes erklärt. Die zweite Tatsache ist: "und Josua, und ganz
    Israel mit ihm, kehrte in das Lager nach Gilgal zurück", was den Schlüssel zu dem untergeordneten Zustand Israels
    bildet und zeigt, dass der Herr in seiner Macht bei ihnen sein konnte.
    Wir schauen uns nun kurz einige Ereignisse während der Eroberung an. Die Macht der fünf Könige wurde plötzlich
    und vollständig zerbrochen. "Fürchte dich nicht vor ihnen, denn ich habe sie in deine Hand gegeben; kein Mann
    von ihnen wird vor dir standhalten", hatte der Herr zu Josua gesagt, der deshalb plötzlich über sie kam. Stark in
    dem Herrn und in der Macht seiner Stärke, griff Israel den Feind an, "und der Herr verwirrte sie vor Israel."
    Glaube an Gott gibt dem Volk Gottes unauslöschliche Energie und Glaubenssiege sind das Ergebnis, wenn Gottes
    Volk die Vorsätze Gottes ausführt.


    63



    Die verbündeten Könige sahen nur das Schwert Israels, doch die Israeliten führten das Schwert auf den Befehl des
    Herrn. Gott hat ein Werk auszuführen. Er teilt seine Absichten seinem Volk mit, und wenn sie im Glauben
    handeln, gehorchen sie einfach seinem Wort. Gott führt seine Knechte auf dem Pfad des Gehorsams, gibt ihnen
    ermutigende Verheißungen, befähigt sie, seinem untrüglichen Wort angesichts scheinbarer Unmöglichkeiten zu
    vertrauen und als Antwort auf ihren Glauben krönt er dann ihren Gehorsam mit vollständigem Erfolg. Sie konnten
    zu Recht sagen: "Du hast ja alle unsere Werke für uns vollführt" (Jes 26,12). Als Josua Sonne und Mond befahl
    stillzustehen, führte er den Vorsatz Gottes aus, der allmächtig ist und dessen Befehl Sonne und Mond gehorchen.
    Die Götzendiener mochten Sonnen und Mond (Baal und Asterot) zu Hilfe rufen, doch Gott, der Höchste, würde
    seinem Volk zeigen, dass die himmlischen Kräfte allein ihm zu Diensten stehen.
    Die fünf Könige flohen und versteckten sich in einer Höhle, wo Josua sie gefangen hielt, während das Gericht des
    Herrn ihre Armeen ereilte. Der Sieg über die kanaanitischen Heere sollte keine halbe Sache bleiben. Erfolg sollte
    lediglich der Anlass für neuen Eifer sein. In ihrem Eifer für den Herrn verfolgte und schlug Israel bis kein Feind
    übrig blieb. Das ist der Geist wahrer christlicher Kampfführung: der heutige Vorteil ist nur der Ausgangspunkt für
    das Fortschreiten zu weiteren Siegen; jeder Erfolg ist, wenn man es recht betrachtet, nur der Anreiz zu weiteren
    Eroberungen.
    Nachdem das Volk gesund und wohlbehalten -*‐ in Frieden -*‐ nach Makkeda, ihrem vorübergehenden Lager,
    zurückgekehrt war, ließ Josua die fünf Könige herausbringen und befahl den Anführern der Soldaten, die mit ihm
    gezogen waren, ihre Füße auf die Hälse dieser Könige zu stellen. Damit brachte er in eindrücklicher Weise die
    Unterjochung der Macht Kanaans unter das Heer des Herrn zum Ausdruck. Diese Könige, diese Fürsten, diese
    Herrscher mussten sich vor Israel beugen, und während Josua ihnen diese Tatsache auf die Herzen band,
    wiederholte er die Aufforderung, die Quelle ihrer Energie gewesen war: „Fürchtet euch nicht und erschrecket
    nicht, seid stark und mutig! denn so wird der Herr allen euren Feinden tun, wider die ihr streitet." Hierin liegt eine
    deutliche Lektion für den christlichen Kämpfer, der in seinen Siegen eine Bestätigung der sicheren Verheißungen
    seines Gottes findet, die ihm zu Beginn des Kampfes gemacht wurden, aber auch die Vorwegnahme des
    endgültigen Siegs über Satan, der kurz bevor steht, denn „der Gott des Friedens aber wird in kurzem den Satan
    unter eure Füße zertreten" (Rö 16,20).
    So wurden die Könige besiegt und umgebracht, Stadt für Stadt fiel schnell, weil der Herr sie in Israels Hand gab,
    und dadurch kam der ganze Süden des Landes, Berge, Täler und Quellen in ihren Besitz. "Alle diese Könige und ihr
    Land nahm Josua auf einmal; denn der Herr, der Gott Israels, stritt für Israel." Es war eine große Eroberung "auf
    einmal", deren Betrachtung für den christlichen Kämpfer ein Anreiz sein sollte, mehr Glauben und Eifer zu haben
    und in unbedingtem Gehorsam gegenüber dem Herrn zu handeln.
    Eine eindrückliche Lektion gibt uns auch der zweite Sieg über Hebron (Jos 10,23+36). Der König von Hebron war
    einer von den fünfen, die in Makkeda umgebracht worden waren, doch es war ein neuer König in der Stadt
    eingesetzt worden. Dieser Regierungsbezirk mit allen seinen Städten und allen Seelen, die darin waren, wurde
    nun gestürzt. In ihrer schnellen Eroberung hatte Israel nicht die Zeit gehabt, alle Verstecke der Flüchtlinge
    aufzuspüren, die deshalb zurückkehrten, und das alte Hebron wieder bevölkerten und befestigten. Es musste also
    erneut erobert werden. Und im christlichen Kampf muss der Siege in gründlicher sein. Es genügt nicht, die Feinde
    zu zerstreuen, sondern die Festung muss vollständig zerstört werden. Es ist nicht leicht, geistliche Feinde, die
    verwirrt oder sogar besiegt wurden, auch zu vernichten. Ihre Verstecke müssen aufgespürt werden, andernfalls
    gewinnt der Feind seine Kraft zurück und nimmt den Kampf mit neu belebter Aktivität wieder auf. Kein Stillsitzen
    und keine Ruhe ist in diesem Kampf angesagt; es bedarf ständiger geistlicher Energie und Wachsamkeit, sonst
    müssen die Kämpfe wieder und wieder gefochten werden.
    Nach der Schlacht kehrten Josua und ganz Israel in das Lager nach Gilgal zurück. Und Gilgal muss auch immer
    unser Lager sein, es gibt kein anderes. Dorthin müssen wir nach unseren Siegen zurückkehren. Makkeda mag
    dazu dienen, die Vernichtung der Macht des Feindes zu bezeugen, doch Gilgal zeugt vom Selbstgericht, von der
    Anwendung der Macht des Kreuzes Christi auf das, was wir sind.










    Herzliche Grüsse
    Hans Peter

    1. Mo 15,6 Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.




  5. #5
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    AW: Das BUCH DER AUFRICHTIGEN? / JOSUA 10,13

    Danke Martin und Hans Peter für die wunderbar glaubensvollen und Herzen berührenden Antwort und die Handreichungen.
    Danke Benjamin für die guten Fragen.

    Gerade in dieser aktuellen Jahreszeit wo die verlorene Christenheit ihren Unglauben im jährlichen Götzenkult zur Selbstdarstellung stellt und sich in Selbstgefälligkeiten irdischer Seelenstreicheleinheiten suhlt, tut es gut Zeugnise und Worte des aufrechten Glaubens zu lesen.
    Herzliche Grüsse
    Olivier

    Sprüche 4,20-23
    Mein Sohn, merke auf meine Worte, neige dein Ohr zu meinen Reden. Laß sie nicht von deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens. Denn Leben sind sie denen, die sie finden, und Gesundheit ihrem ganzen Fleische. – Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens. –

  6. #6
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    AW: Das BUCH DER AUFRICHTIGEN? / JOSUA 10,13

    Lieber Benjamin
    Josua 10.13 ist sws., das grösste physikalische Wunder seit der Schöpfung, mir kommt jedenfalls momentan kein Grösseres in den Sinn.

    Das sind so Schriftstellen wo man erkennt, ob jemand errettet ist oder nicht.
    Herzliche Grüsse
    Hans Peter

    1. Mo 15,6 Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.




  7. #7
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    AW: Das BUCH DER AUFRICHTIGEN? / JOSUA 10,13

    Vielen Dank für eure ausführlichen Informationen!

    Auch wenn diese Bücher nicht mehr vorliegen oder vielleicht auch nicht vom Geist Gottes inspiriert sind, finde ich zumindest die Stellen in den Büchern Josua und Samuel sehr interessant.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott über die Grenzen der Vernunft hinausragt, deswegen brauche ich da nicht allzuviel hinterfragen.

    Sowohl Raum und Zeit können von ihm beeinflusst werden. (vgl. Matthäus 24,22;2.Petrus 3,8)

    Gruß
    Benjamin
    Hass erregt Streit, aber die Liebe deckt alle Verfehlungen zu.

    Spr 10,12

    Gottes Segen

    Benjamin-Jamie

  8. #8
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    AW: Das BUCH DER AUFRICHTIGEN? / JOSUA 10,13

    Guten Abend zusammen.
    Interessant ist für mich der Vers danach aus Josua 10, nämlich Vers 14. Das Besondere war nicht, dass die Sonne stillstand, sondern dass Jehova auf die Stimme eines Menschen gehört hat. Der Grund dafür ist auch aus diesem Vers zu entnehmen: «..., denn Jehova stritt für Israel.».
    Jos 10,12–14
    12 Damals redete Josua zu Jehova, an dem Tage, da Jehova die Amoriter vor den Kindern Israel dahingab, und sprach vor den Augen Israels: Sonne, stehe still zu Gibeon; und du, Mond, im Tale Ajjalon!
    13 Und die Sonne stand still, und der Mond blieb stehen, bis die Nation sich an ihren Feinden gerächt hatte. (Ist das nicht geschrieben im Buche Jaschar?) Und die Sonne blieb mitten am Himmel stehen und eilte nicht zum Untergang, ungefähr einen ganzen Tag.
    14 Und es war kein Tag wie dieser, vor ihm und nach ihm, daß Jehova auf die Stimme eines Menschen gehört hätte; denn Jehova stritt für Israel. [1]

    [1] Darby, J. N., von Poseck, J. A., & Brockhaus, C. (1905). Elberfelder Bibel 1905 (Jos 10,12–14). Elberfeld: R. Brockhaus.
    Liebe Grüsse
    andy

  9. #9
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    AW: Das BUCH DER AUFRICHTIGEN? / JOSUA 10,13

    Es gibt noch ein weiteres ähnliches Ereignis, das aber ein Zeichen für Hiskia war, damit er erkannte, dass er noch etwas weiterleben konnte. Das Zeichen: Der Schatten ging 10 Grad an der Sonnenuhr Ahas’ zurück. Wenn der Schatten entgegen der gewohnten Wanderung zurückwich, so dann auch die Sonne bzw. Erdrotation. Eine Symbolik, auf dass auch die Lebenszeit Hiskias verlängert wurde, gerade so wie auch der Tag dieses Ereignisses.

    2.Kö 20,20-11
    10 Und Hiskia sprach: Es ist dem Schatten ein Leichtes, zehn Grade zu fallen; nein, sondern der Schatten soll zehn Grade rückwärts gehen.
    11 Da rief der Prophet Jesaja zu Jehova; und er ließ den Schatten an den Graden, welche er am Sonnenzeiger Ahas’ niederwärts gegangen war, um zehn Grade rückwärts gehen. [1]


    [1] Darby, J. N., von Poseck, J. A., & Brockhaus, C. (1905). Elberfelder Bibel 1905 (2Kö 20,10–11). Elberfeld: R. Brockhaus.
    Liebe Grüsse
    andy

  10. #10
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    AW: Das BUCH DER AUFRICHTIGEN? / JOSUA 10,13

    Kanon
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