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Thema: Weltmission erfüllt ?

  1. #11
    Gast
    Liebe Brüder

    Bitte erlaubt mir auch einige Gedanken einzubringen. Ich hoffe, dass ich das von Euch bis anhin Erwähnte trotz meiner "Feierabend-Müdigkeit" erfasst habe und keine Wiederholungen in den nachstehenden Zeilen anbringe.....

    Nun, letztendlich ist es doch wichtig, dass möglichst viele (alle) gerettet werden durch unseren Herrn und Gott.

    Wie, Wo und Wann ist doch aus gesamtheitlicher Sicht nicht relevant, auch steht es doch nicht zu dies im Sinne eines Controlling oder Qualtiätsmanagements zu überprüfen.

    Dabei denke ich vor allem an Epheser 4.7 ff und die Mahnung zur Einheit

    "Einem jeden von uns aber wurde die Gnade verliehen nach dem Mass, wie Christus sie ihm geschenkt hat. ....
    ..................
    die einen als Apostel, ander als Propheten, andere als Evangelisten, ....

  2. #12
    HansPeter Gast
    Wie, Wo und Wann ist doch aus gesamtheitlicher Sicht nicht relevant, auch steht es doch nicht zu dies im Sinne eines Controlling oder Qualtiätsmanagements zu überprüfen.
    In meiner morgendlichen Taufrische kann ich dem von Herzen zustimmen! Man kann ja hier auch Ideen geben, wie man persönlich das Evangelium verkündigt, das wäre doch ein Thema?
    http://www.bibelkreis.ch/evang/evangel.htm

  3. #13
    HansPeter Gast
    Arnold Fruchtenbaum hat gesagt: "Wer nicht missioniert, wird missioniert" Ariel Ausgabe II/2007

  4. #14
    HansPeter Gast
    Eingesandt von Werner Tietze
    Einige Gedanken zu Mission heute
    „Die Gemeinde sucht heute bessere Methoden. Gott sucht bessere Menschen! Was wir heute in Gemeinde und Mission brauchen, ist nicht mehr Technik und Organisation, sind nicht neue Methoden, sondern Menschen, die Gott gebrauchen kann. Es müssen Menschen sein, die Beter sind. Der Heilige Geist wirkt nicht in Mechanismen, sondern in Menschen. Er bevollmächtigt nicht unsere Pläne, sondern Menschen - Menschen des Gebets. Die Schulung der 12 Apostel war das schwierigste Werk des Herrn hier auf Erden. Was Gott sucht sind nicht große Talente, großes Wissen oder große Prediger, sondern heilige Menschen, die einen echten Glauben haben und mit Seiner Liebe erfüllt sind. Er sucht Menschen, die Er formen kann.“ (E.M.Bounds)

    Nach Berechnungen des Missionsstatistikers David B. Barrett (Virginia Beach/USA) liegt die Zahl der Christen gegenwärtig knapp unter der Zwei-Milliarden-Grenze. Etwa jeder dritte Mensch bekenne sich zum Christentum. Wenn man vom heutigen zahlenmäßigen Erfolgsdenken geprägt ist, sind die Zahlen beeindruckend. Es muß jedoch die Frage gestellt werden, wie viele von diesen „Christen“ sind wirklich wiedergeborene Gläubige sind. Diese knapp 2 Milliarden werden wie folgt unterteilt: Die römisch-katholische Kirche habe etwas mehr als eine Mil¬liarde Mitglieder, es folgten Protestanten (366,8 Millio¬nen) und Orthodoxe (224,7 Millionen). Zu Charismatikern und Pfingstlern, die in verschiedenen Kirchen zu Hause sind, zählten sich 461 Millionen. Bei der kontinentalen Verteilung der Christenheit steht Europa an erster Stelle (531,5 Mio), gefolgt von Lateinamerika (461,5 Mio), Afrika (329,9 Mio), Asien (286 Mio), Nordamerika (223,5 Mio) und Ozeanien (19,7 Mio).

    Nach dem Handbuch für Weltmission von Patrick Johnstone (Gebet für die Welt) wirken weltweit ca. 70.000 Mis¬sionare in fremden Kulturen. Die Missionare früherer Zei¬ten haben mit großer Hingabe und unter vielen Opfern in unerreichten Ländern Pionierarbeit geleistet. Jedoch wur¬de in den meisten Fällen 'westliches' Christentum be¬stimmter Konfessionen und Denominationen verpflanzt. Es wurden in der Regel keine unabhängigen, einheimischen Gemein¬den gegründet, die ihrerseits unabhängig von westlicher Bevormundung und von aus¬ländischem Geld ihre Verantwortung zur Evangelisierung ihres eigenen Volkes oder Stammes übernommen haben. Deshalb finden wir in den „Missionsländern“ eine Namenschristenheit nach westli¬chem Muster, die sich zu verschiedenen Kirchen oder De¬nominationen bekennt. So sind z.B. in den 4 Staaten Mikronesien zwischen 83 und 94 % der Bevöl¬kerung „Christen“. In Papua-Neuguinea sind es laut Statistik 96,8% ; und doch wirken dort heute noch ca. 2.280 Missionare in 82 verschiedenen Missionsgesellschaften! In Südamerika ist das Christentum mit vielerlei heidnischen und sogar dämonischen Gebräuchen durchsetzt. Offensichtlich haben wir hier lediglich Anhänger einer christliche Religion, welche die Menschen in keiner Weise verändert.

    Es stellt sich daher die kritische Frage, was denn alle Missionsarbeit nützt, wenn sie nicht nach biblischem Vorbild geschieht. Wieviel der Arbeiter sind wirklich vom Herrn in Seine Ernte gesandt? Wird die heutige Missionsarbeit wirklich vom Haupt der Gemeinde bestimmt und geleitet, oder gilt die „biblische“ Methode als überholt, weil man meint, bessere Methoden zu haben? Sind wir heute klüger als der Herr und Seine Apostel?

    Wie brachte es der Apostel Paulus mit einigen Mitarbeitern fertig, innerhalb einer Generation die ganze damalige Welt von Jerusalem bis nach Rom und Illyrien mit dem Evangelium zu erfüllen? (Römer 15,19) Waren sie geschulte „Experten für Gemeindebau“, oder waren sie nicht einfach Werkzeuge in der Hand Gottes, durch welche der Herr selbst Seine Ge¬meinde baute? (Matth.16,18)
    Im 1. Thessalonicherbrief beschreibt der Apostel seine Wirkungsweise: ' Denn unser Evangelium war nicht zu euch gekommen im Worte allein, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geiste und in großer Gewißheit, wie ihr wisset, was für welche wir unter euch waren um euretwillen. Und ihr seid unsere Nachahmer geworden und des Herrn, in¬dem ihr das Wort aufgenommen habt in vieler Drangsal mit Freude des Heiligen Geistes, so daß ihr allen Gläubi¬gen in Mazedonien und in Achaja zu Vorbildern geworden seid. Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschol¬len, nicht allein in Mazedonien und in Achaja, sondern an jedem Orte ist euer Glaube an Gott ausgebreitet worden, so daß wir nicht nötig haben, etwas zu sagen' (1.Thess. 1,5-8)

    Durch die Arbeit des Paulus entstanden Gemeinden von wirklich wiedergeborenen Gläubigen, die nicht nur selbständig wurden, sondern auch sofort ihre Verantwortung für die Verkündigung des Evangeliums in ihrer Umgebung und bis in die Nachbarländer erkannten und ausführten. So konnte er ihnen bezeugen: ''Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen, nicht allein in Mazedonien und in Achaja...“ Die Apostel erlernten nicht mühsam Stammessprachen und Dialekte, sondern überließen die weitere Verkündigung den neubekehrten Gläubigen, die mit Sprache, Kultur und Lebensgewohn¬heiten ihrer Umwelt vertraut waren. Der Apostel und seine Mitarbeiter setzten sich niemals jahrelang an einem Ort fest, sondern unterwiesen die Gemeinden auf eine solche Weise, daß sie selbst entbehrlich wurden. Die längste Zeit an einem Ort verweilte Paulus in Ephesus und in Korinth. Er war aber niemals der „Pastor“ oder „Gemeindeleiter“ dieser Gemeinden. Schon auf seiner ersten Missionsreise setzte er zusammen mit Barnabas „in jeder Gemeinde Älteste“ ein (Apg. 14,23).

    Die 'Ausbildung' zum Evangelisten geschah nicht auf theologischen Schulen und Seminaren, sondern
    die vom Herrn Berufenen wurden in den gläubigen Gemeinden für ihren Dienst zugerüstet (Eph. 4,11.12). Ohne die heute als unerläßlich geltenden modernen Hilfsmittel und ohne großen materiellen Aufwand erreichte Paulus alle wichtigen Zentren der damaligen Welt. Er wollte auch nicht dort das Evangelium verkündigen, wo der Name Christi bereits genannt wird oder auf dem Fundament eines ande¬ren bauen. Durch diese biblische Methode gab es bereits im ersten Jahrhundert Gemein¬den in Kleinasien, Griechenland, Italien, Illyrien, Nordafrika und Syrien.

    Der Missionsauftrag für die erste Gemeinde lautete: ihr werdet meine Zeugen sein... (Apg. 1,8). Wir finden hier keinen Auftrag, Menschen zu 'bekehren' oder Völker zu 'christianisieren', sondern einfach Seine Zeugen zu sein! Bekehrung ist Gottes Sache. Wo das übernatürliche Werk Gottes durch den Heiligen Geist fehlt, handelt es sich ja doch immer nur um Scheinbekeh¬rungen! In Seiner souveränen Gnade berief Gott einen Saulus von Tarsus, welchen Barnabas später in die Gemeinde von Antiochien holte. Dort blieb er erst einmal ein ganzes Jahr und arbeitete aktiv in der Gemeinde (Apg. 11,25.26). Dann beginnt die weltweite Missionsgeschichte. Paulus und Barnabas dachten sich nun keine 'Missionsstrategie' aus, sondern wurden vom Heiligen Geist zu dem Werk berufen, während sie dem Herrn dienten und fasteten (Apg. 13,1-3). 'Vom Heiligen Geist ausgesandt' begannen sie die erste Missionsreise.

    Hieraus können wir wichtige Lehren ziehen. Paulus hörte schon bei seiner Bekehrung auf dem Wege nach Damaskus von seinem Missionsauftrag (Apg. 26,16-18). Doch er begann nicht sofort eigene Pläne zu machen, sondern ging erst einmal in die arabische Wüste. Später fand ihn Barnabas in seiner Heimatstadt Tarsus. Dann folgte eine weitere praktische Zubereitung und Bewährung in der Gemeinde Antiochien, wo Paulus ein Bruder unter Brüdern war. Überall in der Schrift sehen wir, daß Gott seine Werkzeuge zubereitet, ehe er sie gebraucht. Das Volk Israel war in Ägypten in wirklicher Not und wartete auf Befreiung; und doch dauerte es noch 40 Jahre, bis Gott in Moses Sein Werkzeug in der Wüste zubereitet hatte. David war zum König gesalbt, aber er ging viele Jahre durch große Leiden und Verfolgungen, bis er auf den Thron kam. Jesaja mußte erst einmal vor der Heiligkeit Gottes von seinem eigenen Sündenwesen überführt und gereinigt werden, ehe er den Auftrag Gottes erfüllen konnte (Jes. 6). Philippus begann mit einem einfachen „Tischdienst“ (Apg. 6,2-5) und wird später der „Evangelist“ genannt (Apg. 21,8). Wer sich nicht im einfachen Dienst, in Leiden und Gehorsam, in der praktischen Gemeindearbeit, usw. bewährt hat, wird kein taugliches Werkzeug in der Hand des Herrn sein.

    E.H. Broadbent schreibt in Gemeinde Jesu in Knechtsgestalt, 2. Deutsche Auflage: „Im Neuen Testament gibt es keinen Unterschied zwischen Geistlichen und Laien, alle Heiligen sind Priester. So gibt es auch keinen Unterschied zwischen Missionaren und Nicht-Missionaren; jeder Gläubige ist “gesandt” oder hat eine Mission, nämlich Zeuge für Jesus Christus zu sein. Die Bildung einer besonderen “Missionarsklasse”, zu Missionsgesellschaften verbunden, durch eigene Missionsfonds unterhalten, mit Hilfe von Missionsstationen arbeitend, ist teuer erkauft. Die anderen Christen müssen sich damit abfinden, daß sie keine “Missionare” sind“.

    Übertreibt hier Broadbent, oder spricht er ein wichtiges Thema an? Es herrscht ja die allgemeine Ansicht, man sei nur dann ein Missionar, wenn man mit einer speziellen Ausbildung (vorzugsweise in den USA!) in ferne Länder geht? Ehe es jemanden in die Ferne zieht, müßte er sich zuerst auf dem heimischen „Missionsfeld“ bewährt haben. Der Dienst beginnt am „Nächsten“, nicht am Entferntesten! Manchmal legt uns der Herr den Nächsten sozusagen vor die Tür; aber wir haben keinen Blick für ihn, weil wir größere Pläne haben! Wie der Priester und der Levit können wir an dem Nächsten vorübergehen, weil wir uns zu einem größeren Dienst in der Ferne berufen fühlen. Man vergißt allzu oft, daß der Herr uns nur dann Größeres anvertraut, wenn wir im kleinen treu gewesen sind. Eine spezielle Ausbildung ist kein Ersatz für die praktische Bewährung im kleinen. Wenn die Bezeichnung „Missionar“ noch mit einem besonderen Status verbunden ist und damit bewußt oder unbewußt ein Gefühl der Überlegenheit verbunden ist, ist es unmöglich, sich mit den meist einfachen Menschen zu identifizieren. Aufgrund der Lebensweise ist schon vor vornherein der Unterschied zwischen den Einheimischen und dem Missionar auch in materiellen Dingen viel zu groß. Nur wenige Missionare werden wirklich in der Lage sein, wie Einheimische zu leben. Wieviel folgen heute dem Beispiel eines Hudson Taylor oder Charles Studd, die erkannt hatten, daß einfache Menschen nur durch einen einfachen Dienst für den Herrn gewonnen werden können?

    Hudson Taylor war ein von Gott zubereitetes Werkzeug, und insbesondere ein Mann des Gebets. In seiner Lebensgeschichte kann man nachlesen, wie er sich im Vertrauen auf Gott durch Gebet übte, indem er keine Hilfe von Menschen erwartete. Er schrieb: „Wir müssen unsere Aufmerksamkeit auf die göttliche Seite der christlichen Arbeit richten und erkennen, daß Gottes Werk nicht das Werk der Menschen für Gott, sondern Gottes Werk durch den Menschen ist. Wir dürfen niemals das hohe Ziel dieser Arbeit aus dem Auge verlieren: es geht um Gehorsam gegenüber Gott, wodurch Er verherrlicht und Sein Name geehrt wird. ... Es gibt keine echte Bekehrung ohne durch die mächtige Wirkung des Heiligen Geistes. Deshalb ist das Wichtigste für jeden Diener Christi, Gott zu kennen“. (Aus „A Retrospect“ by Hudson Taylor

    Missionare werden in der Regel von Missionsgesellschaften ausgesandt und stehen mit westlichen Organisationen oder Gemeinden/Kirchen in Verbindung. Und gerade das ist ein großes Hindernis in den meisten Missionsländern, die lange Zeit von einer westlichen Kolonialmacht beherrscht wurden. Eine der Ursachen der Schwierigkeiten in Ländern wie Indien ist die Tatsache, daß das Christentum mit „westlicher Kultur“ identifiziert wird. Trotz aller Hingabe und Opferbereitschaft westlicher Missionare lag ein grundlegender Fehler wohl darin, daß sie ein „westliches“ Christentum in die Länder verpflanzt haben. Den Menschen wurde nicht nur einfach die Heilsbotschaft von Jesus Christus verkündigt, sondern man gründete Missionen und Kirchen nach westlichem Vorbild. Die christliche Botschaft wurde auf diese Weise mit vielerlei Überflüssigen, Hinderlichen und auch Unbiblischen verbunden.

    Daniel Smith, ein Missionar, der viele Jahre unter der China-Inland-Mission in China gedient hat schreibt, daß er den Zusammenbruch der Missionsarbeit in China und anderen Ländern nur als das Gericht Gottes über ein Missionssystem betrachten kann, das weitgehend von der Aktivität des Fleisches bestimmt war.

    „Das Gute der Missionen ist uns allen bekannt. Männer wie Carey in Indien, Hudson Taylor in China, Judson in Burma und Hunderte, die ihnen im Laufe der Jahre gefolgt sind, waren Menschen Gottes, die mit einem göttli¬chen Auftrag ausgesandt worden waren. Jedoch ist nach der Zeit der großen apostolischen Bemühungen vieles Un¬nütze entstanden, welches den Fortschritt des geistlichen Werkes gehindert hat. Gott hat über die ausländische Mission in China ein unbarmherziges Gericht gehen lassen, und nun tut Er dasselbe in Indien und in anderen Ländern.

    Die Gemeinden Watchman Nees verkörpern heute das eigentliche Ziel aller Missionstätigkeit, weil sie von unse¬ren westlichen Systemen oder Organisationen völlig unab¬hängig sind. Es ist eine erwiesene Tatsache, daß jene Ge¬meinden in China, die von Watchman Nee gegründet wur¬den, dem Sturm kommunistischer Verfolgung am besten trotzten und das Feld für den Herrn behielten. Wir sollten uns freuen, wenn etwas für den Herrn Jesus Christus weiterbesteht, auch wenn es nicht unseren Namen trägt. Der Herr reißt viel von dem nieder, was die Kinder Gottes trennt. So gibt es heute in China weniger Benennungen unter den Gläubigen als zuvor. Unter der Geisel des Kommunismus haben sie gelernt, daß sie zusammenge¬hören.

    Die Tatsache, daß manches in der Mission zusammen¬brach, bedeutet keineswegs, daß alles wertlos war. Wie hätten die Tausenden in jedem Volk ohne einen Prediger hören können? Für die Menschen, die in Finsternis und dem Schatten des Todes lebten, waren gottesfürchtige Missionare Lichtbringer. Solche Männer waren die Kanäle für die Botschaft von Seiner Erlösung für die, die noch ferne waren.

    Wir haben uns jedoch im Laufe der Jahre von dem Rat¬schluß des Herrn für die Verkündigung des Evangeliums und die Gründung von Gemeinden entfernt. Ein Großteil unserer Missionsarbeit ist mangelhaft. Was wir gebaut ha¬ben, ist nicht fest genug, um den Stürmen von außen standzuhalten. Neben dem, was wirklich von Gott geboren war, ist vieles entstanden, was das Ergebnis der Pläne und der fleischlichen Weisheit des Menschen war. Das alles mußte zusammenbrechen, weil es keinen bleibenden Wert hatte.

    Sieht man zum Beispiel wie viel Geld und Talente für die christlichen Schulen investiert wurden, und daß als Ergeb¬nis der rein schulischen Bildung ein Geschlecht von Agno¬stikern 'geschult' wurde. Die pakistanische Regierung hat den Wert der Disziplin und Kultur christlicher Schulen er¬kannt und lächelt gleichzeitig über ihre völlige Unfähig¬keit, die moslemischen Schüler zu bekehren. Aus diesem Grunde läßt die pakistanische Regierung christliche Schu¬len gewähren. Von der geistlichen Zielsetzung her gese¬hen, sind die christlichen Schulen in Indien fast genauso unfähig und wertlos wie die in Pakistan. Ein Professor sagte mir mit Tränen in den Augen, er habe dreißig Jahre lang in einem Missions-College gelehrt und nicht ein ein¬ziges Mal erlebt, daß sich ein Hindu zu Christus bekehrte. Hat der Herr uns ausgesandt, eine solche Arbeit zu tun? Ist das der Auftrag der Mission nach dem Neuen Testa¬ment? Millionen sind in eine Arbeit hineingesteckt wor¬den, die kaum mehr bewirkt hat, als daß Heiden zu klüge¬ren Heiden geworden sind.

    Einige der heftigsten Gegner des Herrn und der Missio¬nare im Osten sind Männer, welche durch die Inanspruch¬nahme aller Wohltaten der Missionsschulen eine gute Aus¬bildung erlangt haben. Sie haben sich dann umgewandt, um die empfangenen Wohltaten mit Feindschaft zu vergelten. Die Missionsmethoden unserer Tage sind weit entfernt von der Praxis der Apostel. Aus diesem Grunde werden jetzt vom Herrn die Missionswerke erschüttert.

    Ein weiteres Hindernis sind die westlichen Denomina¬tionen, wobei eine christliche Gruppe im Gegensatz zur anderen steht. Die Differenzen und Streitigkeiten, die Ge¬gensätze und Debatten, an die wir uns im Westen gewöhnt haben, wurden in andere Länder getragen. Wenn das schon für uns schlecht und sündhaft ist, dann ist es im Osten einfach katastrophal. In einer Stadt in Indien stehen sich in einer Straße zwei Kirchen fast gegenüber. Vor kur¬zem sollte der indische Pastor der einen Kirche in der an¬deren dienen. Doch es wurde ihm verweigert, weil er nicht von einem episkopalischen Bischof ordiniert worden war! Zwei christliche Kirchen, die sozusagen 'feindlichen' La¬gern angehören! Daß wir den Menschen im Osten ein derartig verwirrendes Schauspiel liefern macht uns schul¬dig vor Gott!“ (Soweit Dan Smith in dem Buch: 'Bakht Singh - ein auser¬wähltes Werkzeug Gottes in Indien'.)

    In diesem Buch beschreibt Dan Smith, wie durch Bakht Singh und seine einheimischen Mitarbeiter in Indien und Pakistan in einigen Jahrzehnten über 1.000 Gemeinden entstanden sind, die auch heute noch ihrer Verantwortung nachkommen, ihrem eigenen Volk das Evangelium zu ver¬kündigen. An manchen Orten, wie z.B. Hyderabad oder Madras versammeln sich jeden Sonntag bis zu 2.000 Gläubige zur Gemeinschaft, zur Anbe¬tung, zum Brotbrechen und zum Hören des Wortes Gottes. Nach dem Gottes¬dienst, der 4-5 Stunden dauert, ziehen z.B. in Hyderabad mehr als tausend Gläubige durch die Stadt und laden dabei für die abendliche Evangelisation ein. Auch in Darjeeling im Himalaja und an vielen anderen Orten halten die indischen Gläubigen Freiversammlungen ab.

    Diese Gemeinden sind ein Beispiel dafür, wie durch biblische Methoden Menschen zum lebendigen Glauben kommen und ihre Eigenverantwortung erkennen. Sie gewinnen in ihrem eigenen Land weit mehr Menschen für den Herrn als viele Missionare es mit dem größten Aufwand je tun könnten. Und darüber hinaus missionieren indische Gläu¬bige aus dem Himalajagebiet in ihren Nachbarländern Nepal und Bhutan. Die Gläubigen in Nepal verkündigen ihrer¬seits das Evangelium ihrem eigenen Volk. In Kathmandu predigen sie die Frohe Botschaft selbst im Tempelbezirk, so daß die westlichen Touristen erstaunt und mitunter verlegen sind, daß sie an solchen Orten die Botschaft von Jesus Christus hören. Einheimische Gläubige machen tagelange Fußmärsche in die abgele¬genen Dörfern Nepals, um das Evangelium zu verkündigen, wo keine westlichen Missionare je hinkommen. Diese Arbeit wird in keiner Statistik geführt! Es ist wohl einleuchtend, daß eine derartige 'Missionsarbeit' weit effektiver ist als alle Anstren¬gungen westlicher Missionare, die erst einmal mühsam die Sprache erlernen und sich mit der Kultur und den Lebensgewohnheiten der Einheimischen vertraut machen müssen. In der Regel sind sie nicht den Strapazen in dieser Bergwelt ge¬wachsen. Rein rechnerisch könnten für die finanziellen Aufwendungen, welche für die Ausbildung und den Unterhalt eines einzigen westlichen Missionars nötig sind, mehr als hundert einheimische Missionare gefördert werden. Und dabei besteht der Vorteil, daß dann in diesen Ländern keine westlich geprägten und vom Westen abhängige Gemeinden entstehen.
    Die chinesische „Dreiselbst Bewegung“ steht für einheimische Gemeinden und ist, abgesehen davon, daß der Staat die Kontrolle über die Christen ausüben will, im Prinzip richtig und biblisch. Es gelten folgende Grundsätze:

    1. Keine Einsetzung von Gemeindeleitern von außen her. D.h. keine ausländische Kontrolle über
    einheimische Gemeinden, wie es z.B. durch die Ernennung von Bischöfen durch Rom geschieht.
    2. Finanzielle Unabhängigkeit vom Ausland.
    3. Kein ausländische Missionstätigkeit im Lande.

    Die einheimischen Gemeinden brauchen überhaupt nicht unser „westliches“ Christentum, auch wenn wir oftmals in unserem Dünkel meinen, daß man nur mit einer theologischen Ausbildung dem Herrn wirksam dienen könne. Petrus und Johannes waren „ungelehrte Leute und Laien“ (Apg, 4,13 ); aber die damaligen Religionsführer erkannten, daß sie „mit Jesus gewesen waren“. Das ist das Ausschlag¬gebende. Dazu befinden sich diese von Einheimischen gegründeten Gemeinden viel näher am biblischen Muster als die meisten Gemeinden im Westen. Dr. Bob Finley, der Präsident von 'Christian Aid' schrieb in der Zeitschrift 'Christian Mission“, daß die offizielle Missionszunft in Amerika ihn vor Bruder Bakht Singh warnte. Es wurde ihm nur gesagt, man hätte allerlei negative Dinge über ihn gehört. Er schreibt: „Warum haßten sie ihn? Aus dem gleichen Grunde, wie die Pharisäer den Apostel Paulus haßten. Er war eine Bedrohung ihrer Privilegien und ihrer Macht. Die Missionare nahmen es Bakht Singh sehr übel, daß er den Mut hatte, ihnen zu sagen, es sei für die Sache Christi besser, wenn sie ihre Koffer packten und dahin zurückgehen würden, wo sie her gekommen waren.“.

    Das Wesen der urchristlichen Gemeinden beschreibt Erich Schnepel in seinem Buch "Jesus im Römerreich" (Brockhaus-Verlag) wie folgt: "Wie sahen die Gemeinden der ersten Zeit aus? Kein Schema. Keine feste Form. Bewegliche Bruderschaften, in Christus gegründet und zusammengeschlossen. Jesus selbst leitet als der erhöhte Herr die Gesamtheit wie die einzelnen Bruderschaften durch den Geist und durch die Gaben, die Er einzelnen zum Dienst gibt. ... Es bedarf nicht eines besonderen Amtsträgers. Sie sind alle gebo¬rene Diener am Wort und sollen es sein. Sie sind alle Priester und Könige. Eine bestimmte, allgemein gültige Organisation fehlt, obwohl es Vorsteher, Presbyter, Älteste, Aufseher und Diakonen gibt. Diese alle sind keine Amtspersonen im heutigen Sinn, sondern Diener am Bau der Gemeinde aufgrund der ihnen vom Herrn gegebenen Gaben. Jede Gemeinde kann sich nach ihrer Eigenart entwickeln. Meist sind es nur Hausgemeinden. Eine Gemeinde ist da, wo Christus ist. Und nur dort. Die Gemeinde lebt aus Christus. Sie wird nicht durch ihre äußere Ordnung am Leben erhalten. ... Als das Leben aus Christus matt wurde, mußte die äußere Ordnung verstärkt werden, um die lebendigen Kräfte aus Christus zu ersetzen."

    Heute müssen die einheimischen Gläubigen ihren Landsleuten erklären, daß der Glaube an Jesus Christus etwas anderes ist als die westliche „christliche Religion“. Jesus Christus ist der Heiland der ganzen Welt. Auch wurde Er nicht im Westen, sondern im Orient geboren. Ehe das Christentum nach Europa kam (Amerika lag noch im Dunkeln!) lebten und wirkten die Apostel und die ersten Christen in Asien, Palästina, Syrien, Europa und Afrika. In Europa nahm es leider schon bald eine fatale Wendung. Es entstand ein Staatskirchentum und eine Weltkirche. Bereits in den Schriften der ersten sogenannten 'Kirchen¬väter' kann man ein Abweichen von den göttlichen Prinzi¬pien des Neuen Testaments erkennen.

    Erst einige Zeit nach der Reformation erkannte man wieder den Missionsauftrag, allen Völker das Evangelium zu 'bezeugen'. Durch die jahrhundertelange unbiblische Entwicklung der Christenheit war auch in den Kirchen der Reformation das biblische Vorbild von Gemeinde und Mission noch nicht wieder erkannt worden. Deshalb war auch die Missionstätigkeit vom 'klerikalem Kirchen¬verständnis' geprägt und nicht nach dem biblischen Vor¬bild ausgerichtet. Man kann von den ersten Missionaren lesen, wie sie sich oft¬mals gegen 'kirchenamtliche' Bevormundung ihrer Arbeit wehren mußten. So war das Ergebnis der kirchlichen Missionstätigkeit in der Regel nur eine Verpflanzung der verschiedenen Konfessionen in die Heidenländer. Wenn es auch nicht gleich zu Anfang geschah, so entstand doch auch dort in der zweiten und dritten Ge¬neration ein konfessionsgebundenes Namenchri¬stentum.

    Man spricht heute auch in evangelikalen Kreisen von der 'sozialen Verantwortung' der Gemeinde der Welt ge¬genüber und meint, sich mehr auf dem humanitären und sozialem Gebiet engagieren zu müssen. So findet eine Verschiebung der Betonung des Evangeliums vom Jenseitigen zum Diesseitigen statt. Natürlich haben auch gläubigen Christen eine diesseitige Verantwortung, aber die Verantwortung zu materieller Hilfeleistung besteht nach der Schrift vornehmlich gegenüber den Gläubigen, die in dieser Welt Gäste und Fremdlinge sind (Gal. 6,10). Der Apostel Paulus und die ersten Christen haben die armen Gläubigen in Jerusalem unterstützt (Gal. 2,10; 2.Kor. 8 und 9), und wir lesen nirgends, daß sie irgend welche Sozialwerke getan hätten. Christen haben in erster Linie einen geistlichen Dienst und können nicht die materielle Not der ganzen Welt lindern. Wenn das der Auftrag des Evangelium wäre, dann hätte unser Herr unausgesetzt Brote und Fische vermehren müssen, um alle die Hungrigen zu speisen! Christen sollen keine „Weltverbesserer“ sein, sondern durch ihre Botschaft Menschen aus dieser Welt herausrufen. Die Apostel riefen den Menschen zu: „Lasset euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht“ (Apg. 2,40). Der Herr hat uns nicht aufgefordert, dem verlorenen Sohn das Leben am Schweinetrog etwas erträglicher zu machen, sondern ihn einzuladen, ins Vaterhaus zu kommen. Menschliche Hilfeleistung ist eine rein humanitäre Ange¬legenheit, und dazu muß man nicht Christ sein. Es ist kein spezieller Auftrag für die Gemeinde.

    Auch müssen wir uns immer vor Augen halten, daß geistliche Wirkun¬gen nur durch geistliche Mittel erzielt werden können. Der heute weltweit verbreitete amerikanische Pragmatismus vergötzt die menschlichen organisatori¬schen, rhetorischen oder musikalischen Begabungen. Man meint, mit sogenannter christlicher Musik Evange¬lium verkündigen zu können, obwohl die meisten Mitglieder einer 'Band' selbst kein klares Verhältnis zu Gott haben. Peter Strauch schreibt in 'Evangelisation 2000': „Gott hat uns einen großen Reichtum an Gaben und Möglichkeiten anvertraut. Dazu gehören Literatur, Theater, Malerei, Musik... Wer solche missionarischen Möglichkeiten unge¬nutzt liegen läßt, macht sich schuldig“. Nun hatten weder Paulus noch die ersten Christen irgend etwas mit Theater, Pantomime oder Musik zu tun. Machten sie sich deshalb schuldig? Auch der sogenannte „Jesus-Film“ ist als Evangelisationsmittel völlig ungeeignet, obwohl dadurch rein gefühlsmäßige „Entscheidungen für Jesus“ getroffen werden. Auch der Ex-Beatle John Lennon wurde durch einen solchen Film zu Tränen gerührt und berichtete von seiner „Wiedergeburt“. Das hielt ihn jedoch nicht ab, weiterhin ein Leben mit Drogen und spiritistischen Zeremonien zu führen. In einem seiner letzten Interviews vor seiner Ermordung im Jahre 1980 beschrieb er seine spirituelle Einstellung als eine Mischung aus Zen-Buddhismus, Christentum, Heidentum und Marxismus. Wahrer Glaube kommt nicht aus dem sinnlich Wahrnehmbaren, sondern aus dem Wort Gottes. Allein durch Gottes Wort kann Herz und Gewissen angesprochen werden. Durch Filme, musikalische Darbietungen und andere moderne Methoden erzeugt man vielleicht begeisterte Mitläufer, die das Wort 'mit Freuden aufnehmen' (es muß doch Spaß machen), die aber nach Matth. 13,21 ebenso schnell wieder abfallen.

    Grundlegend für alle Missionsarbeit ist das Verständnis über den Heilsplan Gottes für dieses Zeitalter. Geht es darum, alle Völker zu „christianisieren“? Ist in der Endzeit „eine große Erweckung“ zu erwarten, oder spricht das Neue Testament nicht von einer großen Verführung und einem Abfall vom Glauben in den letzten Tagen? (Matth. 24,4.5.24; 1.Tim. 4,1; 2.Tim. 3,1; 2.Thess. 2,3). Sollen wir das Reich Gottes „ bauen“? das Reich Gottes auf Erden zu errichten, oder geht es darum, daß der Herr aus allen Völkern Seine Gemeinde sammelt? Erich Sauer schrieb in 'Der Triumph des Gekreuzigten' : 'Das Programm für die Jetztzeit ist nicht die Umwandlung der Menschheit und Schaffung christlicher Völker, was erst im sichtbaren, kommenden Gottesreich geschehen wird (Jes. 2,3.4; 19,21-25), sondern 'aus ihnen ein Volk zu nehmen für seinen Namen' (Apg. 15,14, vgl. Tit. 2,14; 1.Petr. 2,9.10). Es geht nicht um Christianisierung der Völker, sondern Evangelisierung der Völker zum Zweck der Berufung eines übernationalen Gottesvolkes (Matth. 28,19; Mark. 16,15).

    Dagegen wird behauptet, es gäbe heute so viele Erweckungen in der Welt wie nie zuvor. In Afrika sei die Zahl der Christen in 100 Jahren von 1 Prozent auf 50% gestiegen. In Asien hätte sich die Zahl der Evangelikalen in 30 Jahren verzehnfacht. Jeder sechste Lateinamerikaner bezeichnet sich heute als wiedergeborener Christ. Durch das Mißverständnis, Menschen könnten auf Erden das Reich Gottes bauen, hat sich die organisierte Christenheit zu einem gewaltigen Strom entwickelt, der vieles mit sich reißt und dabei voller Unrat ist. Das Wasser ist nur noch an der Quelle sauber! Die Kirchen sind weltliche Machtfaktoren geworden, die im Gegensatz zur Gemeinde des Herrn stehen, der gesagt hat: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“ Betrachtet man die Kirchengeschichte, dann steht uns vor Augen, wie in ihrem Streben nach weltlicher Macht haben die Kirchen eine blutige Spur der Verfolgung hinterlassen haben: Kreuzzüge, Religionskriege (besonders der 30-jährige Krieg), Inquisition, Zwangskatholisierung von Juden und der Völker Südamerikas, Bekämpfung der Taufgesinnten, der Pietisten und Freikirchler bis zu den Konflikten in Irland und Jugoslawien.

    Aber auch die von gläubigen Evangelikalen angewandten Metho¬den werden heute mehr vom Zeitgeist als von der Schrift bestimmt. Wo es hauptsächlich um Erfolg geht,. Tritt Akti¬vismus anstelle der geistlicher Frucht. Man '“produziert“ Christen, die den Schein, aber nicht das wahre Leben haben. Erfolg ist kein Kriterium für geistliche Arbeit! Man kann nicht im Schnell¬verfahren ganze Stämme zu Christen machen! Für eine Zeugung durch das Wort Gottes und eine Neugeburt gibt es keine Abkürzungen!

    Die Reihenfolge der Verkündung muß sein: Richtiges Gottesbild (Gott ist heilig und gerecht. Wer die Heiligkeit Gottes nicht erkennt, für den ist das Kreuz überflüssig); Menschenbild (der Mensch ist sündig, verloren und erlösungsbedürftig), Erlösungswerk (der Mensch wird aus Gnade gerechtfertigt, wenn er die Botschaft vom gekreuzigten Christus annimmt); Nachfolge, Heiligung, Diakonie. (Wiedergeburt bedeutet Neuschöpfung (2.Kor. 5,17); Bekehrung ist der Anfang der Jüngerschaft und ein Leben in der Heiligung. Der Gläubiggewordene beweist seinen Glauben durch sein Tun und Handeln). Ehe wir anderen Menschen geistlich helfen können, muß unser Verhältnis mit Gott in Ordnung sein. Wer keine Vertikale hat, der bleibt auch auf der Horizontalen in geistlicher Hinsicht wirkungslos.

    Wo werden heute Missionare gebraucht? Nach einer “Shell-Studie Jugend 2000” lesen nur 2% der Jugendlichen zwischen 14 und 29 Jahren oft in der Bibel, 79% nie. Aber 14% gaben an, sich für okkulte Praktiken zu interessieren. Im “christlichen Abendland” und in den USA nimmt die Gottlosigkeit und offene Sünde überhand. Müssen amerikanischer “Gemeindegründer” nach Deutschland kommen, während die Jugend Amerikas immer gewalttätiger und gottloser wird? Müssen Deutsche mühsam exotische Sprachen lernen, um nach einer aufwendigen Ausbildung in Länder zu gehen, wo der Anteil evangelikaler Christen zehnmal höher ist als in Deutschland? Ist Deutschland nicht ein Missionsfeld, wo man sich bewähren kann, wenn man eine wirkliche Berufung von Gott hat. Allerdings müßte man dann auf den Reiz, fremde Länder zu sehen und etwas leisten zu wollen verzichten. Übrigens gibt es ja seit eine Reihe von Jahren auch bei uns “exotische Kulturen”!

    Gott braucht keine erfolgreichen Macher, sondern Menschen, die sich in völliger Abhängigkeit von Ihm leiten und führen lassen. Deshalb ist die göttliche Zubereitung eines Ihm gebräuchlichen Gefäßes die Entleerung von allem, was uns in irdischer Hinsicht vorteilhaft und nützlich scheint. Der wirkliche Dienst kann nicht nach pragmatischen Regeln sogenannter wissenschaftlicher Erkenntnis der Psychologie, sondern allein durch Gottes Wort und Geist geschehen. Es scheint für den modernen Mensch schwer zu sein, sich vom vorherrschenden „Erfolgsdenken“ zu befreien.

    Werner Tietze

    Oswald Chambers sagt in „My Utmost for His Highest“ bemerkenswertes zu diesem Thema:

    A missionary is someone sent by Jesus Christ just as He was sent by God. The great controlling factor is not the needs of people, but the command of Jesus. The source of our inspiration in our service for God is behind us, not ahead of us. The tendency today is to put the inspiration out in front -- to sweep everything together in front of us and make it conform to our definition of success. But in the New Testament the inspiration is put behind us, and is the Lord Jesus Himself. The goal is to be true to Him -- to carry out His plans. In the missionary enterprise the great danger is that Gods call is effaced by the needs of the people until human sympathy absolutely overwhelms the meaning of being sent by Jesus. Our Lord’s primary obedience was to the will of His Father, not to the needs of people—the saving of people was the natural outcome of His obedience to the Father. If I am devoted solely to the cause of humanity, I will soon be exhausted and come to the point where my love will waver and stumble. But if I love Jesus Christ personally and passionately, I can serve humanity, even though people may treat me like a “doormat.” The secret of a disciple’s life is devotion to Jesus Christ, and the characteristic of that life is its seeming insignificance and its meekness. Yet it is like a grain of wheat that “falls into the ground and dies”—it will spring up and change the entire landscape (John 12:24).

    The key to the missionary's work is the authority of Jesus Christ, not the needs of the lost. We are inclined to look on our Lord as one who assists us in our endeavors for God. Yet our Lord places Himself as the absolute sovereign and supreme Lord over His disciples. He does not say that the lost will never be saved if we don't go -- He simply says, "Go therefore and make disciples...“

    Aus Was Ihn verherrlicht:
    Sieh dir doch einmal an, wie geschickt der Missionsauftrag geändert wurde. Man hört nicht mehr die Losung der Bömischen Brüder, die hinter jedem leidenden Heiden das Angesicht Jesu sahen. Die Not wurde zum Ruf. Wichtig ist nicht mehr, dass Jesus Christus sagte: „Geht hin“, sondern dass der Heide nicht gerettet wird, wenn wir nicht gehen. Es ist eine feine Verschiebung, die geistreich, aber nicht geistlich ist. Die Not ist nie der Ruf: die Not ist die Gelegenheit. Der Gehorsam Jesu Christi galt immer zuerst dem Willen des Vaters. - Der Gläubige muß Gott treu bleiben inmitten des Räderwerks erfolgreicher menschlicher Systeme... Die Verlockung, das Bedürfnis des Menschen und den Erfolg an die erste Stelle zu setzen, hat selbst den Bereich der evangelistischen Arbeit erfasst und hat die „Leidenschaft nach Seelen“ an die Stelle der “Leidenschaft für Christus“ gesetzt. S93

    Gestatte ich irgend jemand, mein Verständnis vom christlichen Dienen zu prägen? Übernehme ich meine Ideale von einem Diener Gottes oder von Gott selbst? Wir sind nicht dazu da, für Gott zu arbeiten weil wir uns das ausgewählt haben, sondern weil Gott uns mit Beschlag belegt hat. Natürliche Fähigkeiten haben nichts mit Dienst zu tun. Kann Er über dein Leben verfügen, oder bist du von deiner Vorstellung von dem, was du tun willst, in Anspruch genommen? S. 179


    Watchman Nee in “A Table in the Wilderness”:
    JUNE 11th
    As they ministered to the Lord and fasted, the Holy Ghost said, Separate me Barnabas and Saul for the work whereunto I have called them. Acts 13. 2.
    No one can truly work for the Lord who has not first learned to minister to Him. It was while Barnabas and Saul ministered to the Lord and fasted that the voice of the Spirit was heard calling them to special service.
    And it was to the divine call they responded, not to the appeal of human need. They had heard no reports of cannibals or head-hunting savages; their compassions had not been stirred by doleful tales of child-marriage, foot-binding or opium-smoking. They had heard no voice but the voice of the Spirit; they had seen no claims but the claims of Christ. It was the Lordship of Christ which claimed their service, and it was on His authority alone that they went forth.

    Während sie dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir nun Barnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu welchem ich sie berufen habe. Apostelgeschichte 13,2

    Niemand kann wirklich für den Herrn wirken, wenn er nicht vorher gelernt hat, ihm zu dienen. Es geschah während Barnabas und Saulus dem Herrn dienten und fasteten, daß sie die Stimme des Geistes vernahmen, der sie zu einer besonderen Aufgabe rief.

    Und es war dieser göttliche Ruf, dem sie folgten, und nicht der Ruf menschlicher Not und Bedürfnisse. Sie hatten keine Berichte gehört über Menschenfresser oder Kopfjäger. Ihr Mitgefühl war nicht erregt worden durch traurige Geschichten von Kinderheirat, Sklaverei oder Opiumrauchen. Sie hörten keine Stimme außer der Stimme des Geistes. Sie sahen keinen Anspruch außer dem Anspruch Christi. Es war die Herrschaft Christi, welche sie in den Dienst rief. Und es geschah allein aufgrund seiner Autorität, daß sie auszogen.

  5. #15
    michi Gast

    Re: Weltmission erfüllt ?

    Korruption in der Mission

    Es gibt eine ganze Menge, was schief geht, in der "Mission". Nach Angabe eines Missionars von dem ich ein Brief erhalte, existiert ein regelrechtes Missions-Business.

    Beispiel 1:
    ----------
    Neulich kam wieder eine Hilfslieferung aus dem Westen, die gleich so vor den Muellcontainern gekippt wurde. Da lagen dann bergeweise Kleider. M. und ich kamen grade vom Einkauf wieder und wir sahen den Warn. Es war eine komplette LKW Ladung die einfach ausgekippt wurde. Niemand scherte sich drum.

    Der Junge meinte zu mir dann, in seinem jungen Verstand.

    "Ach weisst du F., du kannst auch ein paar Fotos von mir machen. Ich ziehe mir ein paar von diesem alten Klamotten an und schmiere mich noch einwenig mit Dreck ein. Und dann verschickst du das in den Westen - den reichen Christen.. Das bringt dir 500 Euro und das ist doch fuer uns viel Geld...... M. weiss ueber das Spendengeschaeft sehr wohl bescheid. Ich verneinte dieses sofort und sagte, dass dieses Suende sei. Er schwieg. Heute empfahlen mir Einwohner doch mit Missionsgesellschaften zu dealen, dass wuerde mir ueber 1400 Lewa monatlich einbringen, die Show spielen wir...."

    Halleluja, Krankenheilung, Bekehrung und auf Kommando auf dem Rueckenfallen.

    Ich sagte, dass ich sowas nicht tue,

    darauf hin zeigen sie mir den Vogel...


    Beispiel 2:
    ----------
    um noch mal auszuholen ist in Afrika, aber auch in Osteuropa das sog. Reizchristenum entstanden. Was heisst, die Leute glauben nur dann, wenn man mit einer Hilfslieferung kommt.
    Bei uns warb eine Gemeinde?? mit Handis wenn man sich bekehrt...
    ----------


    Ein Detail, zum sog. "Missionsbefehl": "Beim hingehen." Also danach wäre "zu Jünger machen" eine fortwährende Tätigkeit, gerade dort, wo man ist, bzw. hin geschickt wird, bzw. auch auf dem Weg dort hin.

    (PS: Das Wort "Missionar" kommt in der Bibel gar nicht vor; nur so etwas wie "missionieren" (Tätigkeit).)


    Aus Matthäus, Ende:
    -------------------
    Evangelisations/Jüngerschafts/Missions-Befehl: "Machet zu Jüngern" (Sogenannter 'Missionsbefehl') (28,16ff)
    16 Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa, an den Berg, wohin Jesus sie bestellt hatte {sie bestellt hatte. ELB: 'sie beschieden hatte'. D.h., wo Jesus sie zur Begegnung bestellt hatte.}. 17 Und als sie ihn sahen, warfen sie sich vor ihm nieder; einige aber zweifelten. 18 Und Jesus trat herzu und redete mit ihnen und sprach:

    «Von jetzt ab ist mir gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Gehet nun hin {Gehet nun hin. 'Während ihr geht (beim gehen, im hingehen) machet zu Jüngern, indem ihr tauft und alles haltet, was ich euch befohlen habe.' (Griechisch Partizip).} und machet alle Nationen zu Jüngern, und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20 und lehret sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung der Weltzeit. {Weltzeit. Es gibt keine Zeitalter (Zeitabschnitte) in diesem Kontext. Gemeint ist bis diese Welt auf hört zu existieren. Bis ans Ende der Weltzeit.}»
    -------------------

  6. #16
    HansPeter Gast
    Wie hat man in Osteuropa das Schneidergewerbe gebodigt?

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