Die Sicherheit des ewigen Heils


Dr. Arnold Fruchtenbaum, USA

Übersetzt von Manfred Künstler

kontr: 28.05.2021 11:43 Wf

Dieses Referat untersucht die Frage, ob ein Christ sein Heil verlieren kann, sei es, weil er eine Sünde begeht, sei es, weil er zu glauben aufhört. Das Thema der Sicherheit des ewigen Heils wird hier in vier Abschnitten behandelt: I. Definition des Begriffs, II. Die Grundsätze, III. Die Belege, IV. Problematische Schriftstellen.

I. Was „Sicherheit des ewigen Heils“ bedeutet
Als erstes betrachten wir die Bedeutung des ewigen Heils. Ein Glaubensbekenntnis definiert die Heilssicherheit folgendermaßen:
„Jene Menschen, die Gott in dem Geliebten angenommen, wirksam berufen und durch seinen Geist geheiligt hat, können weder völlig noch endgültig von diesem Gnadenstand abfallen, sondern werden gewisslich bis zum Ende ausharren und ewig gerettet werden.“ Das ist eine ziemlich detaillierte theologische Definition. Eine einfachere Definition besagt, dass die Sicherheit des ewigen Heils jenes ständige Wirken des Heiligen Geistes im Gläubigen ist, durch welches das Werk der Gnade Gottes, das im Herzen begonnen wurde, weitergeführt und zur Vollendung gebracht wird. Die Sicherheit des ewigen Heils bedeutet, dass ein Mensch, der die wirkliche Erfahrung der Erlösung gemacht hat, der eine echte Erneuerung erlebt hat, sein Heil nicht verlieren kann, weder dadurch, dass er eine konkrete Sünde begeht, noch dadurch, dass er aufhört zu glauben. Was dem Gläubigen die ewige Sicherheit schenkt, ist das Werk des Heiligen Geistes und das Werk Gottes an ihm, nicht seine eigenen Werke. Das ist die grundlegende Bedeutung der Sicherheit des ewigen Heils.

II. Die Grundsätze der Sicherheit des ewigen Heils
Es gibt zehn Grundsätze, auf denen der Begriff der Sicherheit des ewigen Heils beruht.

A. Die Rettung ist nicht wiederholbar Dies wird besonders betont durch die Tatsache, dass das Verb ,gerettet werden" häufig im Aorist steht, einer Zeitform, die in der Regel eine einmalige Handlung, ein einmaliges Geschehen ausdrückt (Joh 3,14-15;4,13-14; 6,35.51). Die Rettung kann nicht wiederholt werden. Es gibt keinen einzigen Fall in der Heiligen Schrift, wo steht: ,Dieser Mensch wurde gerettet, dann verlor er seine Rettung, und später wurde er erneut gerettet." Eine solche Auffassung findet sich nirgends in der Schrift, auch ist kein Fall bekannt, in dem jemand gerettet wurde, dann verloren war und später wieder gerettet wurde.

B. Wahre Rettung bewirkt Werke der Gerechtigkeit Der zweite Grundsatz lautet, dass echte Rettung echte Werke der Gerechtigkeit in unserem Leben bewirkt. Jeder, der wahrhaft gerettet ist, wird dies mit seinem Verhalten in einem gewissen Maß, und sei es noch so gering, zum Ausdruck bringen. Echte Rettung bewirkt echte Werke der Gerechtigkeit im Leben eines Menschen. Wenn jemand wahrhaft gerettet ist, dann wird sich das irgendwo in einem gewissen Maß auch äußern. Man wird allein aus Glauben gerettet, aber der Glaube, der rettet, bleibt nicht allein, sondern hat irgendwelche Folgen - gute Werke. Rettung ist nicht aus Glauben und Werken, aber wahre Rettung ist das Ergebnis eines Glaubens, der Werke tut, und ein Christ tut gute Werke, weil er gerettet ist (Mt 7,17-20; Tit2,11-12; Jak. 2,14-24; 2Petr 1,5-10).

C. Übereinstimmung in der Lehre

Der dritte Grundsatz der Sicherheit des ewigen Heils ist die lehrmäßige Einheitlichkeit; das Übereinstimmen mit der Lehre der Bibel ist ein Test echten Glaubens (Kol 1,22-23; 2Joh. 2). Zum Zeitpunkt seiner Rettung weiß jemand vielleicht noch nicht, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde; wenn er dies danach liest oder hört, wird er es aber bereitwillig annehmen. Falls er diese Wahrheit leugnet oder ablehnt, hat er möglicherweise gar keine echte Rettung erfahren. Die Übereinstimmung in der Lehre ist ein Test wahren Glaubens.


D. Werke werden belohnt

Der vierte Grundsatz besagt, dass die Werke des Gläubigen belohnt werden (Hebr 6,10). Der Gläubige erlangt seine Rettung nicht durch Werke, aber eine echte Rettung - echter Glaube - bekundet sich in Werken, und diese Werke ihrerseits werden ihren Lohn empfangen. Die Rettung selbst ist aber nicht eine Belohnung, sondern ein Geschenk, das durch Glauben empfangen wird.

E. Ermahnungen
Der fünfte Grundsatz der Sicherheit ewigen Heils lautet, dass die biblischen Ermahnungen zum frommen Leben auf dem basieren, was Gott getan hat. Die Ermahnungen zum gottgefälligen Leben stützen sich nie auf die Furcht vor dem Verlust der Rettung. Wann immer die Bibel die Gläubigen zu einem frommen Leben ermahnt, beziehen sich diese Ermahnungen stets auf das, was Gott für sie vollbracht hat, nicht auf eine Drohung oder die Furcht, das Heil zu verlieren. In Röm. 12,1-2 zum Beispiel schreibt Paulus, nachdem er die Theologie des Heils entwickelt und betont hat, dass die Gläubigen ewig gerettet sind: Deshalb, aufgrund von Gottes Erbarmen, sollte sich der Gläubige so-und-so verhalten und die-und-die Art von Leben führen. Die Ermahnung zum gottgefälligen Leben in Römer 12 gründet auf dem, was Gott laut Kapitel 1-11 getan hat; sie droht nicht mit dem Verlust der Rettung.

Eine entsprechende Aussage findet sich in 2Kor 5,15:
„Er ist darum für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferweckt ist.“
Auch hier lautet die Ermahnung, nicht egoistisch zu leben, sondern für Gott - wegen dem, was Gott getan hat. Die Ermahnung gründet auf Gottes Gnade, nicht darauf, dass man das Heil verlieren könnte. Eph 4,1 hält fest:
„So ermahne ich euch denn, ich, der Gefangene um des Herrn willen: Wandelt würdig der Berufung, die an euch ergangen ist.“
In Epheser 1-3 behandelt Paulus theologisch all das, was Gott im Heilswerk für den Gläubigen vollbracht hat, und in Kapitel 4, wo er anfängt, die praktische Anwendung zu behandeln (Kapitel 4-6), schreibt er nun:
„So...“, aufgrund dessen, was Gott getan hat (Kapitel 1-3), sollt ihr so-und-so leben (Kapitel 4-6). Nochmals, diese Ermahnungen gründen stets auf dem, was Gott vollbracht hat, nicht auf der Furcht oder der Drohung, andernfalls würde man das Heil verlieren.

F. Sünde im Leben des Gläubigen
Der sechste Grundsatz der Sicherheit des ewigen Heils zeigt auf, was Sünde im Leben eines Gläubigen bewirkt: sie unterbricht Gemeinschaft (1Joh 1,6.7.9). Sünde unterbricht unsere Gemeinschaft mit Gott. Wer zum Glauben gekommen ist, steht in einer Familienbeziehung mit Gott. Wenn jemand physisch geboren wird, kommt er in eine Familie hinein und wird immer zu dieser Familie gehören. Aber die Gemeinschaft innerhalb jener Familie kann durch Feindseligkeit zwischen Familienmitgliedern belastet werden und zerbrechen. Das trifft auch auf die Familie Gottes zu. Man kann die Gemeinschaft abbrechen, weil man sündigt, aber man bleibt dennoch stets in jener Familie. Sünde unterbricht die Gemeinschaft, aber sie löst die Rettung nicht auf.

G. Andauernde Sünde weist auf fehlende Bekehrung hin
Der siebente Grundsatz der Sicherheit des ewigen Heils ist, dass man daran denken muss: Andauerndes Sündigen weist darauf hin, dass jemand nicht bekehrt ist. Darum geht es in 1Joh 3,6-10, wo das Verb in der Gegenwart steht. Stetiges Sündigen weist nicht darauf hin, dass jemand die Rettung eingebüßt hat. Wenn etwas, dann macht die Stelle allenfalls klar, dass der Betreffende überhaupt nie richtig erlöst wurde. Oft zeigen Leute auf jemanden, der auch einmal ,nach vorn gegangen" ist und gesagt hat, er glaube an Jesus, der aber in seinem Verhalten nie eine Auswirkung davon bekundet hat. Nur dass man einmal „nach vorn gegangen“ ist, heißt noch nicht, dass man den echten rettenden Glauben hat; und auch dass man sagt, man glaube, heißt noch nicht, dass man den wahren rettenden Glauben besitzt. Die eigentliche Frage ist dann vielleicht: Ist er überhaupt gerettet? Hat er sich wirklich jemals im wahren Sinn des Wortes bekehrt? Andauerndes Sündigen kann auf fehlende Bekehrung hinweisen.


H. In diesem Leben erlangen wir keine Vollkommenheit
Der achte Grundsatz der Sicherheit des ewigen Heils lautet, dass in diesem Leben keine Vollkommenheit erlangt wird. Gläubige sündigen bis an ihr Lebensende. Niemand erreicht in diesem Leben die Vollkommenheit. Wenn man Vollkommenheit erlangen muss, um das Heil zu bewahren, dann hat jeder Christ Schwierigkeiten. Aber Vollkommenheit ist nicht in diesem Leben zu erreichen. Wenn jemand hätte vollkommen werden können, dann war es der Apostel Paulus, und doch schrieb er:
„Nicht als ob ich ... schon zur Vollendung gelangt wäre ...“ (Phil 3,12-14). Und im 1. Timotheus Brief
1,15, der gegen Ende seines Lebens geschrieben wurde, sagte er: „Zuverlässig ist das Wort und wert, dass alle es annehmen: »Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten«, unter denen ich der erste bin.“ Er verwendete die Gegenwartsform - nicht „ich war“, sondern „ich bin“.

I. Stellung und Praxis
Der neunte Grundsatz der Sicherheit des ewigen Heils besagt, dass zwischen der Stellung und der Praxis ein Unterschied besteht. Etwas mag stellungsmäßig zutreffen, obschon es in der Praxis vielleicht nicht immer zum Ausdruck kommt. Das beste Beispiel dafür ist vielleicht die Gemeinde in Korinth. Paulus betrachtet sie stellungsmäßig als geheiligte Gemeinde (1Kor 1,30). Aber in Bezug auf ihre Glaubenspraxis war sie eine der schlimmsten Gemeinden im Neuen Testament. Es besteht ein Unterschied zwischen Glaubensstellung und Glaubenspraxis. Ungute Praxis heißt nicht, dass man die Stellung eingebüßt hat.

J. Werke und Rettung
Und der zehnte Grundsatz, den man vor Augen haben muss, ist, dass eine Rettung, zu deren Erhaltung Werke nötig sind, aus Werken wäre. In Röm. 4,4-6 sagte Paulus: „Wenn jemand durch eigene Leistungen für gerecht erklärt werden will, ist er wie ein Arbeiter, dessen Lohn auf der Grundlage des Geleisteten berechnet wird. Was er bekommt, bekommt er nicht aus Gnade, sondern weil man es ihm schuldet. Wenn hingegen jemand, ohne irgendwelche Leistungen vorweisen zu können, sein Vertrauen auf Gott setzt, wird sein Glaube ihm als Gerechtigkeit angerechnet, denn er vertraut auf den, der uns trotz all unserer Gottlosigkeit für gerecht erklärt. Genauso nennt auch David den glücklich, dem Gott ohne irgendeine Gegenleistung Gerechtigkeit schenkt.“ Gal 2,21: „Ich verwerfe die Gnade Gottes nicht; denn wenn Gerechtigkeit durch das Gesetz käme, dann freilich wäre Christus umsonst gestorben.“
Und 2Tim. 1,9: „ ... der uns errettet hat und berufen mit einer heiligen Berufung, nicht aufgrund unserer Werke, sondern nach seinem Vorsatz und nach seiner Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten verliehen ... worden ist.“ Wenn also Werke nötig sind, damit jemand die Rettung behalten kann, dann geschieht die Rettung letztlich durch Werke. Die Bibel lehrt jedoch konsequent, dass die Rettung aus Gnade durch den Glauben und ohne Werke geschieht.


III. Die Belege für die Sicherheit des ewigen Heils
Was sind die Belege, anhand derer man des ewigen Heils sicher sein kann? Weil es diesbezüglich so viel
Offenbarung gibt, klassieren wir diese Belege in 17 Bereiche.

A. Gott der Vater
Der erste Bereich betrifft die Sicherheit des ewigen Heils aus Gründen, die auf Gott dem Vater beruhen. In bezug auf Gott den Vater basiert die Heilsgewißheit auf vier Dingen.

1. Gottes souveränes Ziel.
Röm. 8,28-30 nennt eines der souveränen Ziele Gottes, wo Paulus festhält, dass Gott jenen, die er für gerecht erklärt hat, auch Anteil an seiner Herrlichkeit gegeben hat. Er sagt nicht, dass nur einige von denen, die tatsächlich gerettet sind, bis zum Ende ausharren werden und das Ziel erreichen; er sagt nicht, dass nur einige von denen, die für gerecht erklärt wurden, zuletzt Anteil an Gottes Herrlichkeit erlangen. Was dasteht, ist, dass jene, die er für gerecht erklärt hat, auch die Garantie von Gott dem Vater haben, dass sie Anteil an seiner Herrlichkeit erhalten. Ein weiterer Vers, der aussagt, dass die Sicherheit des ewigen Heils auf dem souveränen Ziel Gottes des Vaters beruht, ist 1.Kor. 1,8: ... der euch auch Festigkeit verleihen wird bis ans Ende - eine Verheißung, die alle Gläubigen haben: dass ihnen bis ans Ende Festigkeit verliehen wird. Weiter hält Eph. 1,4.11-12 fest, dass die Gläubigen dazu erwählt worden sind, etwas zum Lob von Gottes Herrlichkeit zu sein. Gott hat sie erwählt, und wenn Gott wüsste, dass man das verlieren kann, hätte er einen schon gar nicht erwählt. Die Erwählung eines Einzelnen durch Gott belegt und garantiert ewige Heilssicherheit. Eph. 2,7 entwickelt Gottes souveränes Ziel noch weiter: ... um in den kommenden Weltzeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch die Gütigkeit gegen uns in
Christus Jesus zu erweisen.
Die Menschen, die von Gott in diesem Leben die Gnade der Rettung empfangen haben, werden ,in den kommenden Weltzeiten", im künftigen Leben, eine noch größere Entfaltung von Gottes Gnade erleben. Diese Verheißung ist eine Garantie der ewigen Rettung. Zudem hält Phil. 2,12-13 fest, dass Gott in den Gläubigen die Ausführung seines Willens wirkt. Nicht nur das Erlangen der Rettung ist Gottes Werk, sondern auch die Bewahrung der Rettung ist Gottes Werk. Der Grund, weshalb man seine Rettung nicht verlieren kann, ist, dass die Bewahrung der Rettung nicht von einem selber abhängt, sondern von Gott dem Vater und seinem souveränen Ziel. Ein weiterer Vers zu diesem souveränen Ziel ist Hebr. 2,10, wo von Gottes Ziel die Rede ist, viele Söhne zur Herrlichkeit zu führen.

2. Der zweite Grund,
der auf Gott dem Vater beruht, ist die Tatsache, dass der Vater die Macht hat, zu bewahren. Die Tatsache, dass er die Macht hat zu bewahren, bedeutet, dass er bewahren wird. Darum hebt Joh. 10,25-29 hervor, dass Gott ,ihnen das ewige Leben gibt" und ,sie niemals verloren gehen werden". Die Menschen, die gerettet worden sind, haben das ewige Leben. Und wenn das Wort ,ewig" eine Bedeutung hat, dann eben diese - das Leben ist ewig. Wenn nun jemand seine Rettung einbüssen kann, dann kann er nicht ewiges Leben gehabt haben - er besaß es ja nur vorübergehend. Jesus unterstreicht diese Tatsache noch weiter mit seiner anschließenden Aussage. Er hält nicht nur positiv fest, dass er ihnen ewiges Leben gibt, sondern er stellt auch negativ fest: ,Sie werden niemals verloren gehen". In Röm. 4,21 wird festgehalten:
[Abraham] war fest davon überzeugt, dass Gott die Macht hat, das, was er zugesagt hat, auch zu tun. Und weil Gott zugesagt hat, den Gläubigen zu bewahren, wird er es auch tun. Röm. 8,28-30 sagt, dass Gott den Menschen, die er vorherbestimmt, berufen und für gerecht erklärt hat, auch Anteil an seiner Herrlichkeit geben wird. Jener Abschnitt drückt sehr klar aus, dass alle, die zum Glauben gekommen sind, berufen und gerechtfertigt sind und deshalb auch Anteil an der Herrlichkeit erhalten werden.
Röm. 14,4 stellt fest:
Wenn du ihn [den Bruder] verurteilst, ist es, wie wenn du dich zum Richter über jemand machst, der im Dienst eines anderen steht. Wer bist du, dass du dir so etwas anmaßt? Ob jemand mit seinem Tun bestehen kann oder ob er nicht besteht, das zu beurteilen ist einzig und allein Sache seines Herrn, dem er verantwortlich ist. Und er wird bestehen, denn es steht in der Macht des Herrn, ihn zu bewahren.
Weil Gott in der Lage ist, einen Gläubigen zu bewahren, darum wird er bestehen. Kol. 3,3 spricht davon, dass unser Leben in Gott verborgen ist. Es ist so verborgen, dass Gottes Macht uns gerettet erhält. 2.Tim.
1,12 lehrt, dass Gott imstande ist, das ,anvertraute Gut" zu bewahren. Die Gläubigen haben sich ihm anvertraut, und nun ist er imstande, sie zu bewahren; er hat die Macht dazu. Gemäß 1.Thess. 5,23-24 offenbart sich Gottes Macht darin, dass er Leib, Seele und Geist bewahren wird, und zwar zur vollkommenen Heiligung. Denn er, der berufen hat - Gott der Vater -, wird es auch vollenden. Dieser Vers unterstreicht auch, dass die ewige Sicherheit garantiert ist durch Gottes Macht, uns zu bewahren. Sodann zeigt Hebr. 7,25, dass Gott alle Gläubigen ,vollkommen retten kann"; Gottes Macht rettet ,vollkommen" oder ,für immer". Wenn die Rettung verloren gehen könnte, wäre sie nicht vollkommen zu nennen. Noch ein Beispiel für Gottes Macht zu bewahren steht in Judas 24; dieser Vers lehrt uns mit voller Zuversicht, dass Gott imstande ist, den Gläubigen vor allem Straucheln zu bewahren und ihn un-sträflich vor dem Thron hinzustellen. Nebst dem souveränen Ziel Gottes ist ein zweiter Grund, der auf Gott Vater beruht, also die Macht des Vaters, zu bewahren.

3. Ein dritter Grund, der auf Gott dem Vater beruht, ist Gottes unendliche Liebe. Röm. 5,7-10 stellt fest, dass Gott, wenn er seinen Sohn für uns in den Tod sandte, als wir seine Feinde waren, uns ganz sicher jetzt bewahren wird, da wir seine Freunde sind. Seine Liebe hat Gott unter Beweis gestellt, indem er seinen Sohn dazu sandte, für unsere Sünden zu sterben, während wir seine Feinde waren. Und wenn Gott willens war, uns als seinen Feinden Rettung zu verschaffen, so ist er sicherlich willens, uns jetzt zu bewahren, da wir seine Freunde sind - seine Liebe wird dafür sorgen. Zudem stellt Eph. 1,5 fest, dass wir ,in Liebe" vorherbe- stimmt wurden. Und durch seine Liebe hat er uns erwählt, um uns zu bewahren.

4. Es gibt einen vierten Grund für die Sicherheit des ewigen Heils, der auf Gott dem Vater beruht: Gottes Verheißung oder Zusage. Gott hat ausdrücklich das ewige Heil zugesagt, und die Verheißungen Gottes können niemals null und nichtig gemacht werden. In Joh. 3,16 steht, dass jemand, der glaubt, nicht verloren gehen wird. Falls ein Gläubiger seine Rettung verlieren und in der Hölle enden kann, dann kann ein Gläubiger offensichtlich verloren gehen. Aber gemäß jenem Vers wird jemand, der Jesus einmal als seinen
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Retter, als seinen Messias angenommen hat, einfach nicht verloren gehen. Ferner lehrt uns Joh. 5,24, dass der Gläubige bereits aus dem Tod ins Leben hinübergegangen ist, und die Verheißung lautet, dass wir bereits das ewige Leben haben, weil wir vom geistlichen Tod ins geistliche Leben gewechselt haben und weil geistliches Leben ewiges Leben ist. Die Bibel unterstreicht immer, dass die Gläubigen das ewige Leben in der Gegenwart haben, und wenn man es verlieren könnte, wäre es nicht ewig, sondern nur etwas Befristetes. In Hebr. 6,16-19 gründet der Verfasser seine Argumentation auf der Verheißung Gottes und einem Eid Gottes. Der Inhalt jener Zusage und jenes Eides ist, dass die Gläubigen bewahrt werden.

Das also sind die Gründe für die Sicherheit des ewigen Heils, die auf Gott dem Vater beruhen.

B. Gott der Sohn
Die zweite Kategorie sind Gründe, die auf Gott dem Sohn beruhen. Einer der entscheidenden Abschnitte hierfür ist Röm. 8,34-39:
„Ist da noch jemand, der sie verurteilen könnte? Jesus Christus ist doch für sie gestorben, mehr noch: Er ist auferweckt worden, und er sitzt an Gottes rechter Seite und tritt für uns ein. Was kann uns da noch von Christus und seiner Liebe trennen? Not? Angst? Verfolgung? Hunger? Entbehrungen? Lebensgefahr? Das Schwert des Henkers? Mit all dem müssen wir rechnen, denn es heißt in der Schrift:
»Deinetwegen sind wir ständig vom Tod bedroht; man behandelt uns wie Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind.« Und doch: In all dem tragen wir einen überwältigenden Sieg davon durch den, der uns so sehr geliebt hat. Ja, ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch unsichtbare Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch gottfeindliche Kräfte, weder Hohes noch Tiefes, noch sonst irgend etwas in der ganzen Schöpfung uns je von der Liebe Gottes trennen kann, die uns geschenkt ist in Jesus Christus, unserem Herrn.“

Es werden sechs Gründe genannt, die auf Gott dem Sohn beruhen.

1. Die Bibel lehrt, dass Jesus Christus gestorben ist und dass er im Sterben die Verurteilung für immer trug. Er trug nicht nur die Verurteilung für unsere Sünden in der Vergangenheit. Als Jesus starb, waren ja alle unsere Sünden noch Zukunft. Er starb nicht nur für einige unserer Sünden. Er starb für sämtliche Sünden. Christus ist gestorben, und er hat unsere Verurteilung getragen (Hebr. 5,8-9; 1.Joh. 2,2).

2. Ein zweiter Grund, der auf Gott dem Sohn beruht, ist der, dass Jesus Christus auferstanden ist und dass die Gläubigen Anteil an seinem Auferstehungsleben haben (Röm. 4,25; Eph. 2,6). Die Tatsache, dass wir an seinem Auferstehungsleben Anteil haben, unterstreicht, dass dieses Auferstehungsleben etwas Unverlierbares ist.

3. Der dritte Grund, der auf Gott dem Sohn beruht, ist das Werk Jesu Christi als Fürsprecher (1.Joh. 1,1-2). Als unser Fürsprecher befasst er sich mit den Sünden im Leben des Christen, aber niemals droht er, man könnte das Heil verlieren. Weil er der Fürsprecher ist, wird die Sünde im Leben des Christen auf die genannte Art angepackt, nicht aber durch Drohung mit einem Verlust der Rettung.

4. Der vierte Grund, der auf Gott dem Sohn beruht, ist sein Werk der Fürbitte. Christus betet darum, dass niemand verloren geht. Er betete dafür, als er noch auf Erden war (Joh. 17,1-26), und er betet noch immer für uns (Röm. 8,34; Hebr. 7,25).

5. Der fünfte Grund, der auf Gott dem Sohn beruht, ist die Funktion Jesu Christi als Hirte, wunderbar geschildert in Joh. 10,27-39. In der Darstellung Jesu als Hirte hebt er dreierlei hervor:
a) Erstens haben die Schafe ewiges Leben. Wiederum, das Wort ,ewig" muss bedeuten, was es aussagt. Wenn jenes Leben ewig ist, dann ist es ewig. Wenn man es verlieren kann, ist es nicht ewig, sondern zeitlich begrenzt.
b) Zweitens werden sie niemals umkommen. Was immer die Schafe tun, sie werden niemals umkommen.
c) Drittens kann niemand sie aus seiner Hand reißen. Niemand hat die Kraft, die Fähigkeit, sie aus seiner
Hand zu reißen.

6. Der sechste Grund, der auf Gott dem Sohn beruht, ist der Zweck des Erlösungswerkes Jesu Christi. Was ist der Zweck seines Erlösungswerkes? Eph. 5,25-27 hält fest, dass er starb, um die Gemeinde zu reinigen,
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damit sie ohne Flecken und Fehler ist, und das ist denn auch seine Absicht: die Gemeinde so zu reinigen, dass sie ohne Flecken und Fehler dasteht. Gewiss, falls irgendein Teil jenes Leibes seine Rettung verliert, dann ist das ein Flecken, ein Mangel. Hebr. 5,9 lehrt, dass Gott den Christus zum Urheber ewiger Rettung gemacht hat. Es ist eine Rettung, die die Gläubigen jetzt besitzen, und wenn sie ewig ist, kann sie nicht plötzlich befristet werden. 1.Petr. 3,18 lehrt, dass Jesus einmal für die Sünde gelitten hat, um uns zu Gott zu führen. Wenn man seine Rettung verlieren und erneut gerettet werden kann, hätte Christus mehr als einmal leiden müssen. Er litt und starb aber nur einmal für die Sünde, um uns zu Gott zu bringen, und nun hat er uns für immer zu Gott gebracht.

C. Gott der Heilige Geist
Die dritte Kategorie von Belegen betreffend die Sicherheit des ewigen Heils besteht aus Gründen, die auf
Gott dem Heiligen Geist beruhen. Es gibt fünf solche Gründe.

1. Sein Werk der Erneuerung. 2.Kor. 5,17 besagt, dass Neues geworden ist. Gal. 6,15 erklärt den Gläubigen zur neuen Schöpfung. Eph. 2,10 lehrt, dass die Gläubigen in Christus geschaffen worden sind. Das Werk der Erneuerung macht uns zu einer neuen Schöpfung, zu neuen Geschöpfen. Das Werk der Erneuerung kann nicht rückgängig gemacht werden. Der Mensch kommt durch die natürliche Geburt in die natürliche Welt. Nachdem er in diese Welt geboren worden ist, kann diese Geburt nicht ungeschehen gemacht werden. Er kann nicht erneut zum Fötus werden und in den Schoß seiner Mutter zurückkehren. Wenn er einmal da draußen ist, dann ist er da, denn das Werk der natürlichen Geburt lässt sich nicht ungeschehen machen. Ebenso lässt sich auch das Werk der Wiedergeburt nicht ungeschehen machen.

2. Sein Dienst des Innewohnens. Wenn die Bibel davon spricht, dass der Heilige Geist im Gläubigen wohnt, dann sagt sie damit eindeutig, dass der Heilige Geist, wenn er einmal in einen Menschen kommt, dauernd, ewig und auf immer in ihm wohnt (Joh. 14,16-17; 1.Kor. 6,19; Eph. 2,22; 1.Joh. 2,27). Der Heilige Geist bleibt immer im Gläubigen. Wenn er nicht für immer da ist, dann ,bleibt" er nicht, dann war es etwas zeitlich Begrenztes.

3. Der dritte Grund, der auf dem Heiligen Geist beruht, ist dessen Dienst des Taufens. Durch die Taufe des Heiligen Geistes wird der Gläubige mit Christus verbunden (1.Kor. 12,13) und wird zu einem Glied seines Leibes, und es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass man jemals aus jenem Leib herausfallen könnte.

4. Der vierte Grund, der auf dem Heiligen Geist beruht, ist dessen Dienst des Versiegelns. Der Heilige Geist versiegelt wirklich, und der Zweck seines Siegels ist es, den Gläubigen ,in Christus" zu versiegeln, damit er nie abfallen kann. Die Betonung liegt eindeutig darauf, dass ein Gläubiger nicht nur für eine begrenzte Zeit, nicht nur bis er zu glauben aufhört, sondern auf den Tag der Erlösung hin versiegelt worden ist. Wenn man versiegelt ist, dann ist die letztliche Erlösung garantiert. Vielleicht ist das Versiegeln der wichtigste Dienst des Heiligen Geistes als Beleg der Sicherheit des ewigen Heils (2.Kor. 1,21-22; Eph. 1,13-14; 4,30).

5. Der fünfte Grund, der auf dem Heiligen Geist beruht, ist die Macht des Heiligen Geistes. Phil. 1,6 unterstreicht die Tatsache, dass der Heilige Geist das von ihm begonnene Werk vollenden wird. Er hat das Werk der Rettung in uns begonnen und wird es zum Abschluss bringen.

Dies also sind die Gründe für die Sicherheit des ewigen Heils, die auf Gott dem Heiligen Geist beruhen. Damit haben alle drei Personen der Dreieinigkeit etwas mit dem Bereich der Sicherheit des ewigen Heils zu tun.

D. Römer 8,1-39
Der vierte Beleg für die ewige Sicherheit gründet auf dem recht langen Abschnitt Röm. 8,1-39, den wir kurz nachzeichnen wollen, um die darin enthaltene Lehre von der Sicherheit des ewigen Heils aufzuzeigen.

1. Vers 1: Müssen wir denn nun noch damit rechnen, verurteilt zu werden? Nein, für die, die in Jesus Christus sind, gibt es keine Verurteilung mehr. Der Gläubige steht unter keinerlei Verurteilung mehr, ungeachtet dessen, wie oft er persönlich noch sündigen mag.
2. Verse 2-8: Der Gläubige ist vom Gesetz befreit, und das Gesetz kann ihn ebenfalls nicht mehr verurteilen.
3. Verse 9-13: Das göttliche Wesen ist im Gläubigen anwesend, und die göttliche Natur kann nicht geistlich sterben.
4. Verse 14-17: Der Gläubige ist ein Erbe Gottes, und als Erbe wird er seinen Erbanteil nicht verlieren.
5. Verse 28-29: Das Ziel Gottes ist, dass eben jene, die er für gerecht erklärt hat - und jeder Gläubige ist für gerecht erklärt worden -, eines Tages auch Anteil an seiner Herrlichkeit bekommen.
6. Verse 30-33: Paulus hebt die Verwirklichung von Gottes Ziel hervor, und Gott wird den Menschen, die er für gerecht erklärt hat, tatsächlich Anteil an seiner Herrlichkeit geben, da er keine Anklagen gegen seine Erwählten annimmt.
7. Vers 34: Angesichts dessen, was Christus vollbracht hat, ist die Sicherheit des Gläubigen auf ewig garantiert.
8. Verse 35-39: Die Unfähigkeit himmlischer wie irdischer Faktoren, jemanden auszuschließen. Die Gläubigen haben nicht die Kraft, sich selbst zu bewahren, darum wird Gott sie bewahren. Anderseits betonen diese Verse nochmals, dass es nichts, absolut nichts gibt, was uns von Gottes Liebe trennen kann. Nichts außerhalb von uns, nichts in uns, nicht einmal wir selbst können uns von Gottes Liebe trennen.

E. Das Wort ,ewig"
Der fünfte Beleg für die Sicherheit des ewigen Heils gründet auf der Bedeutung des Wortes ,ewig". Der Sinn des Wortes ,ewig" schließt die Möglichkeit des Verlustes der Rettung aus, denn wenn ,ewig" etwas bedeutet, dann bedeutet es ,für immer". Falls jemand die Rettung einbüßen kann, dann war sie nicht ewig, sondern zeitlich begrenzt. Zehn Ewigkeitsfaktoren hängen mit unserer Rettung zusammen:
1. Gott hat einen ewigen Plan für unser Leben (Eph. 3,10-11);
2. die Rettung, die daraus folgt, ist ewig aufgrund des Werkes Jesu Christi (Hebr. 5,9);
3. ewige Erlösung (Hebr. 9,12);
4. ein ewiges Erbe (Hebr. 9,15);
5. jene, die diese ewige Erlösung, das Erbe und die Rettung haben, sind für die ewige Herrlichkeit bestimmt
(2.Tim. 2,10; 1.Petr. 5,10);
6. es gibt ewige Hoffnung, weil wir die Garantie der ewigen Herrlichkeit haben (Tit. 3,7; Hebr. 6,17-19);
7. ewige Hoffnung ihrerseits vermittelt ewigen Trost (2.Thess. 2,16);
8. Gott hat mit uns einen ewigen Bund geschlossen, und kraft dessen, dass er der Gott ist, der seinen Bund hält, wird er uns als Gerettete bewahren (Hebr. 13,20);
9. wir sind für ein ewiges Reich bestimmt (2.Petr. 1,11);
10. jetzt haben wir bereits und in der Tat ewiges Leben; es ist nicht etwas, das wir erst nach dem Tod empfangen werden, sondern schon jetzt besitzen wir das ewige Leben (Joh. 3,14-16.36; 6,47; 10,28; Tit. 3,7). Man kann nicht genug betonen, dass ,ewiges Leben" das bedeuten muß, was es aussagt. Wenn es nicht ewig ist - wenn man es verlieren kann - dann ist es bloß befristetes Leben.

F. Das vollendete Werk Christi
Der sechste Beleg für die ewige Sicherheit ist das vollendete Heilswerk Jesu Christi, indem alle unsere Sünden noch in der Zukunft lagen, als Jesus für sie starb. Als Jesus für die Sünden der Welt starb, da starb er für alle Sünden der Welt, nicht nur für die bis zu jenem Zeitpunkt begangenen. Und darum zeigt die Tatsache, dass das Heilswerk Jesu vollbracht wurde und er nicht erneut zu kommen und zu sterben braucht,
- diese Tatsache an sich zeigt, dass jeder, der sich die Frucht des Heilswerkes angeeignet hat, jeder, der die Rettung empfangen hat, diese deshalb nicht wieder verlieren kann, denn sonst müsste Christus sein Heilswerk nochmals vollbringen (Hebr. 10,12-18).

G. 1.Petrus 1,4-5
Der siebente Beleg für die ewige Sicherheit gründet auf 1.Petr. 1,4-5, und hier liegt die Betonung auf dem Wort ,(auf)bewahrt". Die Gläubigen sind durch den Glauben bewahrt worden und werden bis zur Vollendung aufbewahrt. Gott leistet dieses Bewahren. Hinge das Behalten der Rettung vom Gläubigen ab, so würde jeder sie verlieren. Glücklicherweise hängt die ewige Sicherheit von Jesu Heilswerk ab, und er wird uns bewahren.



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H. Gläubige sind eine neue Schöpfung
Das achte Argument zugunsten der Sicherheit des ewigen Heils ist, dass der Gläubige eine neue Schöpfung ist (2.Kor. 5,17), und die Tatsache, dass er eine neue Schöpfung ist, belegt, dass er nun nicht plötzlich aufhören kann, ewig zu existieren; er ist eine neue Schöpfung, ein neues Geschöpf.

I. Die Rettung erfolgt aus Gnade
Der neunte Beleg für die ewige Sicherheit basiert auf Eph. 2,8-9: Die Rettung ist durch die Gnade aufgrund des Glaubens ..., nicht aufgrund von Werken, damit niemand sich rühme. Ebenso, wie niemand seine Rettung durch Werke erlangen kann, sondern nur durch Gnade, so vermag und braucht auch niemand seine Rettung durch Werke zu bewahren.

J. Der Gehorsam Jesu Christi
Der zehnte Beleg ist im Gehorsam Jesu Christi. Gemäß Joh. 6,37-40 ist der Gläubige ein Geschenk Gottes des Vaters an den Sohn - für dessen Gehorsam. Wegen des Gehorsams Christi schenkt der Vater dem Sohn den Gläubigen. Und weil dieser ein Geschenk von Gott ist, wird Jesus ihn immer behalten.

K. Der Same des Evangeliums bleibt
Der elfte Beleg für die Sicherheit des ewigen Heils basiert auf 1.Joh. 3,9: ,Gottes Same bleibt". Der Same ist der Evangeliums-Same, der ewiges Leben erzeugt. Dieses ewige Leben bleibt dauernd im Gläubigen; es wird nicht zu irgendeinem Zeitpunkt unwirksam.

L. Die Rettung ist ein Geschenk
Der zwölfte Beleg für die ewige Sicherheit ist die Tatsache, dass die Rettung ein unverdientes Geschenk ist
(Röm. 11,29). Ein Geschenk ist nicht wirklich geschenkt, wenn es zurückgefordert werden kann. Wenn Gott etwas schenkt, dann schenkt er es unverdient, aus Gnade; er wird es nicht vom Beschenkten zurückverlangen. Und die Rettung ist in der Tat ein Geschenk.

M. Die Rettung ist eine Geburt
Der dreizehnte Beleg für die Sicherheit des ewigen Heils ist, dass die Rettung auch eine Geburt ist, ein neues Geborenwerden (Joh. 1,12; 3,3; 1.Joh. 1,12). Die Tatsache, dass die Rettung eine Geburt ist, macht sie endgültig und unveränderlich. Ebenso wie die physische Geburt eines Kindes endgültig und unveränderlich ist - man kann das Kind nicht in den Mutterschoß zurücktun und es nochmals geboren werden lassen -, steht es bei den Gläubigen, die wiedergeboren sind. Sie sind von neuem geboren. Darin besteht die Rettung, und diese Wiedergeburt ist endgültig und unveränderlich.

N. Der Gläubige kann sich selbst nicht bewahren
Der vierzehnte Beleg für die Sicherheit des ewigen Heils ist, dass ein Gläubiger nicht fähig ist, seine Rettung zu bewahren, ebenso wenig wie er fähig war, sich selbst zu retten (Gal. 3,3). Ebenso wie Gott rettet, ist er auch derjenige, der bewahrt.

O. Gott hat den höchsten Preis bezahlt
Der fünfzehnte Beleg der ewigen Rettung ist, dass Gott den höchsten Preis bezahlt hat: das Blut seines
Sohnes. Dieser Preis ist zu hoch, als dass er die Geretteten je aufgeben könnte.

P. Sünden werden bestraft ohne Verlust der Rettung
Der sechzehnte Beleg für die ewige Rettung ist die biblische Wahrheit, dass grobe Sünden bestraft wurden, aber nie unter Einbuße der Rettung. So beschreibt 1.Kor. 5,1-5 einen Fall, wo ein echter Gläubiger mit seiner Stiefmutter zusammenlebte und schlief. Paulus verurteilte das und belehrte die Gemeinde, dass sie Gemeindezucht üben und den Betreffenden ,zur Vernichtung des Fleisches" dem Satan übergeben musste - es ging um die Vernichtung des Fleisches, nicht des Geistes, denn der Text sagt ausdrücklich, dass sein Geist gerettet wird. Ein zweites Beispiel ist der Abschnitt 1.Kor. 11,29-32, in dem es um Glieder der Korinther Gemeinde geht, welche das Mahl des Herrn missachtet hatten und von Gott auf verschiedene Art bestraft wurden: mit Schwachheit, Krankheit und sogar Tod. Niemals jedoch drohte er ihnen, sie könnten das Heil verlieren. So gab es also auch für schwere Sünden eine Strafe, nie jedoch den Entzug der Rettung.



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Q. Der Zweck der Warnungen und Mahnungen
Der siebzehnte Beleg für die ewige Sicherheit hat mit dem Zweck der Warnungen und Mahnungen zu tun. Wenn sie nicht den Zweck verfolgten, den Menschen Furcht vor dem Verlust des Heils einzuflößen, was war dann ihr Zweck? Diese biblischen Warnungen und Mahnungen beziehen sich nie auf die Gefahr, man könnte die Rettung einbüßen. Sie stehen vielmehr da, um zu beweisen, dass Gott am Wirken ist und möchte, dass die Menschen im Dranbleiben mitarbeiten; der Herr wird sie bewahren, aber es ist an ihnen, ein gottgefälliges Leben zu führen. Die Ermahnungen zum gottgefälligen Leben sind mit der Verheißung genügender Gnade verbunden. Wenn jemand sich auf Gott verlässt, wird Gott ihn durchbringen. Der Zweck dieser Warnungen und Ermahnungen war, als Ansporn zu größerem Glauben und mehr Gebet zu dienen. Die Warnungen und Ermahnungen zeigen eine Verpflichtung auf, nicht eine Fähigkeit. Sie sollen den Menschen in Schranken halten und aufzeigen, was er tun kann und was er nicht tun kann und darf. Sie sind nicht dazu da, einen zu warnen, dass man seine Rettung verliert, wenn man den Ermahnungen nicht folgt.



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IV. Problematische Schriftstellen zum Thema der Sicherheit des ewigen Heils

Verschiedene Gruppierungen stützen sich auf verschiedene Bibelverse im Versuch zu beweisen, dass ein Christ seine Rettung verlieren könne. Nicht alle verwenden dieselben Verse. Um nun alle die verschiedenen Argumente aus verschiedenen Quellen und Gruppen abzuhandeln, mag es hilfreich sein, die Abschnitte in sechzehn Bereiche zu klassieren.

A. Falsche Anwendungen bezüglich der „göttlichen Heilszeiten“
Die erste Kategorie von Schriftstellen, die verwendet werden als Belege dafür, dass man die Rettung verlieren könne, sind Stellen, die bezüglich der „Heilszeiten“ falsch angewendet werden. Sie beziehen sich nämlich nicht auf die Rettung eines Einzelnen im Zeitalter der Gnade, sondern auf Israel als Nation in einer anderen Zeit. Eine solche Schriftstelle ist Hes 18,20-26:
„Ein jeder, der Sünde tut, der soll sterben; aber der Sohn soll die Schuld seines Vaters nicht mittragen und der Vater nicht die Schuld seines Sohnes; nein, dem Gerechten soll der Lohn für seine Gerechtigkeit zuteil werden und ebenso dem Gottlosen die Strafe für seine Gottlosigkeit. Bekehrt sich jedoch der Gottlose von all seinen Sünden, die er begangen hat, und beobachtet er alle meine Satzungen und übt er Recht und Gerechtigkeit, so soll er gewisslich am Leben bleiben, soll nicht sterben! Keine von allen Sünden, die er begangen hat, soll ihm noch angerechnet werden: um der Gerechtigkeit willen, die er geübt hat, soll er am Leben bleiben. Habe ich etwa Wohlgefallen am Tode des Gottlosen? - so lautet der Ausspruch Gottes des Herrn - und nicht vielmehr daran, dass er sich von seinem bösen Wandel bekehrt und am Leben bleibt? Wenn aber ein Gerechter sich von seiner Gerechtigkeit abwendet und Böses verübt, alle die Abscheulichkeiten begeht, die der Gottlose zu verüben pflegt: sollte er da am Leben bleiben? Nein, keine von all seinen gerechten Taten, die er vollbracht hat, soll ihm angerechnet werden: um des Treubruchs willen, dessen er sich schuldig gemacht, und wegen der Sünde, die er begangen hat, ihretwegen soll er sterben! Wenn ihr nun sagt: Das Verfahren des Herrn ist nicht das richtige! - so hört doch, ihr vom Hause Israel! Sollte wirklich mein Verfahren nicht das richtige sein? Ist nicht vielmehr euer Verfahren unrichtig? Wenn der Gerechte sich von seiner Gerechtigkeit abwendet und Böses verübt, so muss er deswegen sterben: wegen des Bösen, das er begangen hat, deswegen muss er sterben.“
Hierher gehört auch Hes 33,7-9:
„Du nun, Menschensohn, - dich habe ich zum Wächter für das Haus Israel bestellt, damit du sie, wenn du ein Wort aus meinem Munde vernommen hast, in meinem Namen warnst. Wenn ich zu dem Gottlosen sage: Gottloser, du musst des Todes sterben! - du aber nichts sagst, um den Gottlosen vor seinem bösen Wandel zu warnen, so wird er, der Gottlose, zwar sein Leben um seiner Verschuldung willen verlieren, aber für den Verlust seines Lebens werde ich dich verantwortlich machen. Wenn du aber deinerseits den Gottlosen vor seinem bösen Wandel gewarnt hast, damit er von ihm umkehre, er sich aber von seinem Wandel nicht abbringen lässt , so wird er zwar um seiner Verschuldung willen sterben, du aber hast dein Leben gerettet.“ Das ist ein Abschnitt, den manche Gruppen gebrauchen, um zu lehren, dass man seine Rettung verlieren könne. Diese Stelle spricht aber nicht von der geistlichen Rettung Einzelner. Vielmehr betrifft sie Israel als Volk unter dem mosaischen Gesetz, die individuelle Rechenschaftspflicht und physisches Leben sowie physischen Tod. Unter dem mosaischen Gesetz konnte man, wenn man dem Gesetz gehorchte, physisch leben; wer dem Gesetz ungehorsam war, der musste physisch sterben. Falls dieser Abschnitt von geistlicher Rettung und geistlichem Tod handeln würde, könnte die geistliche Rettung durch Werke erlangt werden; der Text sagt: „Wenn du all das tust, wenn du alle diese Gebote hältst, wirst du leben.“ - Falls nun das Wort
„leben“ hier das geistliche Leben - das geistliche Heil - bedeutet, dann hieße es, dass man die Rettung durch Gesetzeswerke erlangt! Die Bibel lehrt jedoch das genaue Gegenteil - dass niemals ein Mensch durch Gesetzeswerke gerettet wurde. Rettung ist immer aus Gnade durch Glauben plus nichts dazu. Die Rettung geschieht nie durch Werke. Aber der Genuss des physischen Lebens und der Genuss eines langen Lebens



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basierte unter dem mosaischen Gesetz auf dessen Einhaltung. Wenn jemand unter dem Gesetz gerecht war, indem er in Übereinstimmung mit dem Gesetz lebte, diesem später aber ungehorsam wurde, galt er als strafwürdig gemäß dem Gesetz, bis hin zum physischen Tod. Nehmen wir den Fall des Mose, der die meiste Zeit in Übereinstimmung mit Gottes Rechtsnormen gelebt hatte und demütig vor dem Herrn war. Aber eines Tages war er Gott ungehorsam, und zur Strafe sagte Gott, dass auch er auf der Wüstenwanderung sterben würde; er sollte das Land nur sehen, aber nicht betreten dürfen. Verlor Mose etwa seine Rettung? Nein. Aber er verlor sein Vorrecht, im Gelobten Land sterben zu dürfen, und wurde mit dem Tod außerhalb dieses Landes bestraft. Diese Stellen beziehen sich also nicht auf die individuelle Rettung, sondern auf Israel unter dem Gesetz. Sie haben zu tun mit Verantwortlichkeit. Es geht hier um physisches Leben und physischen Tod entsprechend dem mosaischen Gesetz und im Zusammenhang mit diesem.

Eine weitere Schriftstelle, die in bezug auf die „Heilszeiten“ falsch angewandt worden ist, ist Mt 18,21-35, wo Jesus das Thema der Vergebung für einen Bruder behandelte und die Geschichte vom Diener erzählte, der nicht bereit war zu vergeben. Er zog dann die Folgerung, dass ein Glaubender, der anderen nicht vergibt, für sich auch keine Vergebung erwarten kann. Falls dies bedeutet, dass man die Rettung einbüßen kann, wenn man den Brüdern nicht vergibt, dann endet man wieder damit, dass Rettung aus Werken kommt. In diesem Zusammenhang geht es aber nicht um Vergebung zur Errettung, sondern um Vergebung in der Familie. Die errettende Vergebung ist das Mittel, durch das man in Gottes Familie hineinkommt, und zwar ist der einzige Weg, die Vergebung zur Rettung zu erlangen, aus Gnade durch den Glauben, ohne Bezug auf Werke. Wenn man jedoch einmal zur Familie gehört, kann Sünde im Leben des Gläubigen (z.B. Groll gegen einen Bruder) einen Bruch in der Beziehung innerhalb der Familie Gottes bewirken. Und sie kann unsere Gemeinschaft mit Gott dem Vater unterbrechen. Der Gläubige erlangt die Vergebung der Sünden in Gottes Familie mittels Bekennen (1Joh 1,9). Worum es im Abschnitt bei Matthäus geht: Das Bekennen von Sünden wird nicht zur Erteilung der Vergebung in Gottes Familie führen, wenn der Bekennende nicht bereit ist, Menschen zu vergeben, die ihm Unrecht getan oder ihn verletzt haben. Die Schriftstelle Mt 18,21-35 betrifft also diese Art der Vergebung, nicht die Vergebung zur Rettung. So ist auch dieser Text falsch bezogen worden.
Eine dritte Schriftstelle, die häufig falsch ausgelegt wird bezüglich der „Heilszeiten", ist Mt 24,13: „Wer aber bis ans Ende standhaft bleibt, wird gerettet.“
Es werden also nur jene gerettet, die bis ans Ende standhaft bleiben - und entsprechend wird dieser Vers als Beleg dafür genommen, dass man bis zum Ende gerecht leben muss, um seiner Rettung sicher sein zu können. Im Zusammenhang mit dem zitierten Vers sprach Jesus aber nicht von der Rettung individueller Gläubiger, sondern über das Volk Israel in der großen Drangsal. Am Ende der Drangsalszeit werden alle Juden, die dann zumal am Leben sind, geistlich gerettet werden. Aber nicht alle Juden, die zu Beginn der Drangsalszeit leben, werden diese überleben. Somit sind es nur jene jüdischen Menschen, welche die Drangsalszeit physisch überleben (bis zum Ende standhalten), die an ihrem Ende gerettet werden. Das Standhalten hier meint physisches Aushalten: jene, die physisch bis zum Ende der Drangsalszeit aushalten, werden eindeutig gerettet werden, denn viele Schriftstellen lehren, dass alle Juden, die am Ende der Drangsalszeit leben, gerettet werden sollen. So hat man also auch diesen Text hinsichtlich der „Heilszeiten“ falsch eingeordnet.
Keiner dieser drei Abschnitte, die man heranzieht und hinsichtlich der „Heilszeiten“ falsch einordnet, lehrt das, was man ihnen zuschreiben möchte: dass der individuelle Gläubige, der aus Gnade durch Glauben gerettet wurde, seine Rettung wieder verlieren könne. In allen drei Abschnitten geht es dem Verfasser um etwas anderes als individuelle Rettung. Entweder geht es um Israel als Volk, oder um physisches Leben und physischen Tod unter dem Gesetz, oder aber um Vergebung im Rahmen der Familie Gottes statt um Vergebung zur Errettung.

B. Irrlehrer
Eine zweite Kategorie von Textstellen, die manche als Belege dafür zu brauchen versuchen, dass man die Rettung verlieren könne, sind jene, die über Irrlehrer - nicht Gläubige, die Irrlehren glauben - sprechen, das heißt Leute, die gar nie gerettet waren.
Eine solche Stelle ist Mt 7,15: „Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie kommen im Schafskleid zu euch, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe.“
Manche Personen verwenden diese Stelle, um zu belegen, dass jemand seine Rettung verlieren kann, wenn er sich in ein Schafskleid verkleidet. Jesus sprach aber nicht von gläubigen Menschen, die zu Irrlehrern geworden waren. Er sprach von Menschen, die überhaupt nie gerettet worden waren. Sie waren nie Schafe



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gewesen, sondern Wölfe, die vorgaben, Schafe zu sein. Das sind Menschen, welche die Rettung nie besessen haben; daher konnten sie auch nicht verloren haben, was sie nie besaßen.
Eine zweite Stelle ist Apg 20,29-30: „Ich weiß, dass nach meinem Weggang schlimme Wölfe bei euch einbrechen und die Herde nicht verschonen werden; ja aus eurer eigenen Mitte werden Männer auftreten und Irrlehren vortragen, um die Jünger in ihre Gefolgschaft zu ziehen.“
Auch hier haben wir eine Botschaft, die Irrlehrer betrifft, und zwar entweder Irrlehrer, die von außen kommen, oder solche, die von innen kommen mögen. In beiden Fällen jedoch waren diese Männer gar nie gerettet worden. Beide Sorten werden von den Jüngern unterschieden, die Gläubige sind. Auch dies ist ein Abschnitt, der einfach von Irrlehrern spricht, und sie werden zur Rechenschaft gezogen werden. Sie waren aber von vornherein nicht gerettet, und darum lehrt auch diese Stelle nicht, dass man seine Rettung verlieren kann.
Ein dritter Abschnitt derselben Kategorie ist Röm 16,17-18: „Warnen möchte ich euch vor denen, die von der Lehre abweichen, wie sie euch gelehrt worden ist, und die damit Spaltungen hervorrufen und den Glauben der anderen in Gefahr bringen. Nehmt euch vor ihnen in acht, Geschwister, und geht ihnen aus dem Weg! Denn solche Leute dienen nicht Christus, unserem Herrn, sondern ihren eigenen Begierden und betrügen leichtgläubige Menschen mit eindrucksvollen Reden und schmeichlerischen Worten.“
Auch diese beiden Verse sprechen von Irrlehrern, welche die Gemeinde schädigen, aber es steht nicht, dass diese Irrlehrer gerettet gewesen waren und dann die Rettung eingebüßt hatten. Auch diese Stelle betrifft Irrlehrer, nicht aber den Verlust der Rettung.
Eine vierte Stelle ist 2Kor 11,13-15: „Denn diese Leute sind Lügenapostel, unredliche Arbeiter, die nur die Maske von Aposteln Christi tragen. Und das ist kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt ja das Aussehen eines Lichtengels an. Da ist es denn nichts Verwunderliches, wenn auch seine Diener mit der Maske von Dienern der Gerechtigkeit auftreten. Doch ihr Ende wird ihrem ganzen Tun entsprechen.“
Das ist erneut ein Abschnitt, der von Irrlehrern handelt, nicht von Personen, die ihre Rettung verloren. Vers
13 hält fest, dass es Lügenapostel sind, und in Vers 15 werden sie als Diener Satans, nicht solche des Christus, bezeichnet. Zudem steht eben nicht, dass sie jemals Apostel des Christus gewesen waren, sondern sie führten sich nur als solche auf. Vers 15 sagt nicht, dass sie einst Diener der Gerechtigkeit waren, sondern dass sie in deren Maske auftraten. Sie spielen also die Rolle echter Gläubiger, sie versuchen, echte Gläubige nachzuahmen, aber sie sind keine echten Gläubigen. Von Anfang an waren sie Irrlehrer und Lügenapostel. Von Anfang an waren sie Diener und Apostel Satans, nicht des Herrn Jesus Christus. Also spricht auch dieser Abschnitt von Irrlehrern, die gar nie gerettet waren; er handelt also nicht von Personen, die gerettet gewesen waren und diese Rettung dann einbüßten.
Eine fünfte Schriftstelle dieser Kategorie ist 1Tim 4,1-2: „Der Geist aber kündigt ausdrücklich an, dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, weil sie sich irreführenden Geistern und Lehren, die von Dämonen herrühren, zuwenden, verführt durch das heuchlerische Gebaren von Lügenrednern, die das Brandmal der Schuld im eigenen Gewissen tragen.“
Auch dieser Abschnitt behandelt das Thema von Irrlehrern, die nie gerettet waren. Es geht hier um den Bereich der Apostasie, und die Grundbedeutung von Apostasie ist, dass man vom Glauben abfällt, den man zu haben vorgegeben hatte, aber nie wirklich besaß. Es betrifft Leute, die Glauben simuliert hatten und Gläubige sein wollten, die dann aber nach und nach verführerischen dämonischen Geistern nachgegeben und Irrlehren verbreitet hatten. Zuletzt würden sie vom Glauben abfallen. Auch dies ist ein Beispiel von Leuten, die nie wahrhaft gerettet waren; sie wurden unter die Gläubigen gerechnet, obschon sie nicht die persönliche Rettung besaßen.
Ein sechster Abschnitt, der häufig zitiert wird, ist 2Petr 2,1-22, besonders die Verse 19-22: „... sie verheißen ihnen Freiheit, während sie selbst doch Sklaven des Verderbens sind; denn von wem jemand im Kampf überwunden ist, dem ist er auch als Sklave verfallen. Wenn sie nämlich den Befleckungen der Welt durch die Erkenntnis des Herrn und Erretters Jesus Christus entronnen waren und sich doch aufs neue in diese verstricken und von ihnen überwinden lassen, dann ist der letzte Zustand für sie schlimmer geworden, als der erste war. Denn es wäre besser für sie gewesen, sie hätten den Weg der Gerechtigkeit überhaupt nicht kennen gelernt, als dass sie sich nach erlangter Erkenntnis von dem ihnen mitgeteilten heiligen Gebot wieder abgewandt haben. Bei ihnen bestätigt sich die Wahrheit des Sprichworts: »Ein Hund kehrt zu seinem eigenen Gespei zurück« und »Ein Schwein wälzt sich nach der Schwemme wieder in Kot«.“
In diesem Zusammenhang spricht Petrus auch von Irrlehrern, die gar nie gerettet waren. So hält Vers 1 fest:
„Es sind allerdings auch falsche Propheten unter dem Volk [Israel] aufgetreten, wie es auch unter euch falsche Lehrer geben wird, welche verderbliche Irrlehren heimlich bei euch einführen werden, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen, wodurch sie jähes Verderben über sich bringen.“



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Dieser Vers zeigt eindeutig, worüber Petrus schrieb: nicht gerettete Leute, die ihre Rettung einbüßten, sondern Irrlehrer, die mit zerstörerischen Ketzereien in die Gemeinde eindrangen und sogar den Herrn verleugneten, der sie erkauft hatte. Im weiteren sagte Petrus, sie seien „Sklaven des Verderbens“ (V. 19); sie waren nicht Sklaven Jesu Christi, die später ihre Rettung verloren. Es waren Leute, die ,den Weg der Gerechtigkeit" kannten; sie hatten ein klares Wissen von der Wahrheit und waren nicht unkundig, was das Evangelium anbelangt. Aber sie lehnten das Evangelium ab und machten sich dann auf eine Vortragstournee, um die Wahrheiten von Jesus Christus zu leugnen. Auch dies also ist eine Textstelle, die von Irrlehrern handelt, nicht von Leuten, welche die Rettung verloren.
Ein siebenter Abschnitt in dieser Kategorie ist 1Joh 2,19: „Sie sind aus unserer Mitte hervorgegangen, haben aber nicht zu uns gehört; denn wenn sie zu uns gehört hätten, wären sie bei uns geblieben; so aber sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind.“
Auch das ist ein Vers, der von Personen spricht, die der örtlichen Gemeinde angehörten, was die Mitgliedschaft anbelangt, selber aber nie wahrhaft gerettet waren. Denn, wie Johannes hervorhebt, wenn sie wirklich gerettet gewesen wären, „wären sie bei uns geblieben“. Er sagte nicht, sie hätten zuerst wirklich ,zu uns gehört", dann aber die Rettung eingebüßt und seien weggegangen [so in der angeführten englischen Übersetzung anstelle von „hervorgegangen“ - Anm. d. Übers.]. Er sagte, sie seien weggegangen, weil sie nie wirklich „zu uns gehörten“; wären sie wahrhaft gläubig gewesen, so wären sie dabeigeblieben. Es ist erneut ein Vers, der von Irrlehrern, falschen Brüdern spricht - Menschen, die nie wirklich gerettet waren, obschon man sie unter die Gläubigen zählte.
Eine letzte Stelle in dieser Kategorie ist Judas 3-19. Ihr Inhalt entspricht ziemlich genau 2Petr 2 und handelt von derselben Personengruppe: Menschen, welche die Wahrheit kannten, die den Inhalt des Evangeliums wußten, es aber verwarfen und danach aktiv gegen die Lehre des Christus zu unterrichten begannen. Auf dieselbe Gruppe, von der Petrus schrieb, bezieht sich auch Judas. Nochmals: Es waren Menschen, die niemals wahrhaft gerettet waren.
So handeln diese Schriftstellen von Irrlehrern, nicht von Personen, die wirklich gerettet waren und danach die Rettung einbüßten. Nein, diese Leute waren gar nie gerettet; sie wußten die Wahrheit, wiesen sie aber von sich und begannen dann aktiv Entgegengesetztes zu lehren.

C. Schriftstellen betreffend äußerlicher Veränderung
Die dritte Kategorie von Schriftstellen, die als Belege dafür verwendet werden, dass man seine Rettung verlieren könne, sind solche, die von einem äußerlichen Bekenntnis, nicht aber von wahrer Rettung handeln. Eine solche Stelle ist Mt 7,22-23: „Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: »Herr, Herr! Haben wir nicht in deinem Namen prophetisch geredet, in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunder getan?« Dann werde ich zu ihnen sagen: »Ich habe euch nie gekannt. Geht weg von mir, ihr mit eurem gesetzlosen Treiben!«“
Man beachte, was Jesus zu diesen Menschen sagt, die sogar im Namen Jesu Wunder vollbrachten. Jesus sagt nicht: „Ich hatte euch früher gekannt, aber ihr habt eure Rettung eingebüßt, und daher kenne ich euch nicht mehr.“ Sondern er sagt: „Ich habe euch nie gekannt.“ Wunder sind möglich im Namen eines falschen Jesus, weil Satan viele der Wunder Jesu nachahmen kann. Bloß weil diese Leute den Anspruch erhoben, Dinge im Namen Jesu getan zu haben, musste das noch nicht unbedingt wahr sein. Sie bekannten sich nach außen dazu, doch Jesus sagte: ,Ich habe euch nie gekannt", was eindeutig heißt, dass sie nie gerettet waren. Eine weitere Schriftstelle, die man gern anführt, ist Mt 13,1-8 - das Gleichnis der viererlei Reaktionen auf die Saat. Man muss beachten, dass es sich um ein Gleichnis handelt, und der Zweck eines Gleichnisses ist es, etwas zu illustrieren, um ein Argument anzubringen. Man kann von den Gleichnissen selber keine Doktrinen ableiten. Ohnehin sagte Jesus kein einziges Mal, dass Gläubiggewordene ihre Rettung verloren hätten. Er wies darauf hin, dass es manche Gläubige gibt, die nicht im Wort Gottes verwurzelt sind und darum nie reifen. Andere glauben, doch hindern die Sorgen dieser Welt sie zu reifen, darum bleiben sie im Kleinkind-Stadium des Glaubens stecken und kommen schlecht weg bei der Belohnung. In dem Gleichnis steht aber nichts vom Verlust der Rettung.
Ein weiterer oft bemühter Text ist Luk 11, 24-26: „Wenn ein böser Geist einen Menschen verlassen hat, zieht er durch öde Gegenden und sucht einen neuen Ruheplatz, findet aber keinen. Dann sagt er sich: »Ich will wieder in mein Haus gehen, das ich verlassen habe.« Er kehrt zurück und findet das Haus sauber und aufgeräumt. Daraufhin geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst, und sie ziehen in das Haus ein und wohnen dort. So ist dieser Mensch am Ende schlimmer dran als am Anfang.“ Spricht dieser Text von jemandem, der zum Glauben kam und dann seine Rettung einbüßte? Mit dieser Schriftstelle suchen manche zu belegen, dass der betreffende Mensch beim Weggang des bösen Geistes



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gerettet worden sei; dessen Rückkehr zeige, dass er danach seine Rettung verloren habe. Die Befreiung von bösen Geistern ist noch nicht die Rettung. Es kann aus jemandem ein böser Geist ausgetrieben werden, aber das heißt nicht, dass er damit gerettet ist. Man ist erst gerettet, wenn man Glauben übt. Ein böser Geist kann einen Menschen verlassen, ohne dass dieser im Glauben steht. Die Austreibung eines bösen Geistes ist nicht mit Rettung gleichzusetzen.
Eine andere Schriftstelle, die in diese Kategorie passt, ist 1Kor 15,1-4, wo Paulus die Frage von Evangelium und Rettung behandelt: „Ich weise euch aber, liebe Brüder, auf die Heilsbotschaft hin, die ich euch getreulich verkündigt habe, die ihr auch angenommen habt, in der ihr auch fest steht und durch die ihr auch die Rettung erlangt, wenn ihr sie in der Gestalt festhaltet, in welcher ich sie euch getreulich verkündigt habe; es müsste sonst sein, dass ihr vergeblich zum Glauben gekommen wäret. Ich habe euch nämlich an erster Stelle mitgeteilt, was ich auch überkommen habe, dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, den Schriften gemäß, und dass er begraben und dass er am dritten Tage auferweckt worden ist, den Schriften gemäß ...“
Dieser Abschnitt sagt nicht, dass die Korinther verloren gingen. Paulus teilt den Korinthern einfach sein Anliegen mit, dass sie den Inhalt des rettenden Glaubens kennen. Er sagt, dass sie, wenn sie diese Heilsbotschaft wirklich glauben, durch sie gerettet sind. Wenn sie etwas anderes glaubten, dann glaubten sie vergeblich und hatten die Rettung nicht. Durch den ganzen Korintherbrief behandelt er sie als echt gerettete Menschen, und in diesem Textabschnitt hält er den Inhalt der Heilsbotschaft nochmals fest, damit sie genau wissen, wodurch sie gerettet wurden: nicht durch ihre Werke noch durch ihre Gaben oder ihre Handlungen, sondern durch den Glauben an den schlichten Inhalt der Heilsbotschaft. Paulus wollte ihnen einfach den Inhalt derjenigen Heilsbotschaft, die rettet, klar darlegen.
Somit gibt es Schriftstellen, die manche Leute anführen, um zu belegen, dass man die Rettung verlieren könne, während diese Stellen in Wirklichkeit nur von einer äußerlichen Veränderung, einem Bekenntnis nach außen, sprechen. Man sollte beachten, dass die Heilige Schrift eindeutig einen Unterschied zwischen bloßem Bekennen und wahrem Besitz des Glaubens macht. Ein Beispiel dafür ist 2Tim 2,19: „Doch der feste, von Gott gelegte Grundbau bleibt trotzdem bestehen und trägt als Siegel diese Inschrift: »Der Herr kennt die Seinen« und: »Es halte sich von der Ungerechtigkeit jeder fern, der den Namen des Herrn nennt!«“
In diesem Abschnitt weist Paulus darauf hin, dass ein Unterschied besteht zwischen bloßem Bekennen und echtem Besitz des Glaubens. Der Zusammenhang handelt von zwei Männern, die eine Irrlehre verbreiteten
(V. 17). Sie hatten ein Glaubensbekenntnis abgelegt, aber es war nur ein äußerliches Bekenntnis, und sie hatten den Glauben nie wahrhaft besessen, wie sie behaupteten. Hätten sie den Glauben wahrhaft besessen, so wären sie von der Ungerechtigkeit abgerückt. Dieser Text ist ähnlich wie die früher zitierte Stelle 1Joh
2,19, in der ebenfalls der Unterschied zwischen wahrem Besitz des Glaubens und bloßem Lippenbekenntnis zum Ausdruck kommt: „Sie sind aus unserer Mitte hervorgegangen, haben aber nicht zu uns gehört; denn wenn sie zu uns gehört hätten, wären sie bei uns geblieben; so aber sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind.“
Hier handelt es sich eindeutig um Menschen, die ein Bekenntnis abgelegt hatten und eine Zeitlang Gläubige zu sein schienen, doch zeigten ihre Handlungen, dass sie den Glauben nur vorgaben, aber nicht wirklich besaßen.

D. Schriftstellen betreffend die Früchte der Rettung
Eine vierte Kategorie von Schriftstellen, die gewisse Leute als Belege dafür zu verwenden suchen, dass man die Rettung verlieren könne, sind solche, die tatsächlich von Auswirkungen der Rettung handeln - dass wahre Rettung durch ihre Frucht belegt bzw. bewiesen wird. So zum Beispiel in Joh 8,31: „ Zu den Juden, die nun an ihn glaubten, sagte Jesus: »Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger ...«“ Dieser Vers betrifft nicht die Frage der Rettung als solche, sondern die Jüngerschaft. Man wird durch Glauben gerettet, aber man wird ein Jünger durch Gehorsam. Diese Juden hatten Glauben und damit die persönliche Rettung. Aber falls sie wahre „Volljünger“ werden wollten, mussten sie Jesu Gebote halten.
Ein weiterer Abschnitt ist Joh 15,6: „Wenn jemand nicht in mir bleibt, geht es ihm wie der unfruchtbaren Rebe: Er wird weggeworfen und verdorrt. Die verdorrten Reben werden zusammengelesen und ins Feuer geworfen, wo sie verbrennen.“
In diesem Zusammenhang spricht Jesus nicht über den Verlust der Rettung, sondern über das Fruchttragen. Wer Frucht trägt, wird belohnt werden, während jene, die keine Frucht tragen, auch keine Belohnung erhalten werden. Der Abschnitt handelt nicht von individueller Rettung, sondern vom Fruchttragen und von der Belohnung.



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Noch eine Schriftstelle in dieser Kategorie sind die bekannten Verse Jak 2,17-18.24.26: „So steht es auch mit dem Glauben: hat er keine Werke, so ist er an sich selbst tot. Doch es wird jemand einwenden: »Du hast Glauben, und ich habe Werke; weise mir deinen Glauben nach, der ohne Werke ist, und ich will dir aus meinen Werken den Glauben nachweisen!« ... So seht ihr, dass der Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein. ... Denn ebenso, wie der Leib ohne Geist tot ist, ebenso ist auch der Glaube ohne Werke tot.“
Das Thema hier ist nicht die Rettung durch Werke, sondern die Werke, von denen Jakobus hier spricht, sind eine Auswirkung der Rettung. Wahre Rettung führt zu Werken, weil ein Glaube, der sich nicht betätigt, von vornherein nicht rettender Glaube ist. Die Rettung geschieht zwar ohne die Leistung von Werken, doch führt sie, wo sie geschehen ist, zu Werken. Aber eben, diese Werke sind Ausdruck des Gerettetseins, und vom Verlust der Rettung ist hier nicht die Rede.
Eine weitere Schriftstelle ist 2Petr 1,10-11: „Darum seid umso eifriger darauf bedacht, liebe Brüder, eure Berufung und Erwählung festzumachen; denn wenn ihr das tut, werdet ihr sicherlich niemals zu Fall kommen; denn auf diese Weise wird euch der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Retters Jesus Christus reichlich gewährt werden.“
Hier geht es Petrus darum, seine Leser dazu zu ermuntern, durch ihr Verhalten zu zeigen, dass sie Erwählte sind. Bloß zu beanspruchen, dass man gerettet ist, macht einen noch nicht dazu. Ein wahrer Gläubiger wird dies durch die Werke in seinem Leben bekunden.
Schließlich sei noch 1Joh 3,10 genannt: „Daran sind die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels zu erkennen: Jeder, der die Gerechtigkeit nicht tut, stammt nicht aus Gott, und auch jeder, der seinen Bruder nicht liebt.“
Auch diese Stelle unterscheidet zwischen Gläubigen und Ungläubigen, nicht zwischen Gläubigen, die ihre
Rettung behielten, und Gläubigen, die sie eingebüßt haben.
Die angeführten Schriftstellen zeigen also, dass wahre Rettung durch ihre Früchte bekundet wird; es geht darin nicht um das Verlieren der Rettung.

E. Die „Wenn-Stellen“ im Hebräerbrief
Die fünfte Kategorie sind die „Wenn“ (oder: „Vorausgesetzt“) im Hebräerbrief: 2,3; 3,6.14; 6,3-4.6;
10,26.38). Mehrfach kommt im Hebräerbrief das Wort „wenn“ vor: „wenn“ ihr das-und-das tut, gewinnt oder bewahrt ihr das-und-das. Manche haben diese „Wenn“ im Hebräerbrief verwendet, um zu zeigen zu versuchen, dass man die Rettung wieder verlieren könne, nachdem man gerettet worden ist.
Diese Konditionalsätze im Hebräerbrief sind Warnungen, die mit dem Vorwärtsstreben zu geistlicher Reife zu tun haben. Wer nicht zur geistlichen Reife gelangt und diese Warnungen missachtet, der handelt sich damit nicht den geistlichen Tod ein, sondern den physischen Tod. Diese Schriftstellen betreffen Gottes Erziehungsmaßnahmen für Gläubige. Manchmal bringt Gottes Strafe das Todesurteil mit sich; manchmal muss Gott einen Gläubigen durch physischen Tod züchtigen oder bestrafen. Das ist es, worum es in den genannten Abschnitten im Hebräerbrief geht. Es sind Ermahnungen, zur geistlichen Reife zu streben, und die Strafe, die bei Nichtbeachtung angedroht wird, ist physischer Tod, nicht geistlicher Tod.

F. Grundlegende Warnungen
Eine sechste Kategorie von Bibelabschnitten, die angeführt werden, sind in Tat und Wahrheit grundlegende Warnungen an alle Menschen. So zum Beispiel 1Joh 5,4-5: „Denn alles, was aus Gott erzeugt ist, überwindet die Welt; und dies ist die Siegesmacht, welche die Welt überwunden hat: unser Glaube. Wer anders aber ist es, der die Welt überwindet, außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?“
Man zitiert diese Stelle, um zu belegen, dass ein Gläubiger, der die Welt nicht überwindet, seine Rettung nicht behalte; er werde kein Kind Gottes sein. Diese Verse besagen aber nicht, dass nur Gläubige, welche die Welt überwinden, ihre Rettung behalten. Es ist eine allgemeine Aussage, dass jeder, der aus Gott geboren ist, ausnahmslos jeder, durch jene Geburt die Welt überwindet. Man bemerke die Formulierung:
„Alles, was aus Gott erzeugt ist, überwindet die Welt.“ Darum wird jeder, der aus Gott erzeugt ist, jeder, der wiedergeboren ist, die Welt überwinden und dank diesem Glauben den Sieg erlangen. „Wer ... ist es, der die Welt überwindet?“ fragt Vers 5. Die Antwort lautet: „Wer glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist.“ Kraft unseres rettenden Glaubens haben wir die Welt überwunden. Es geht in dem Text also um eine grundlegende Wahrheit über die Stellung der Gläubigen: dass ausnahmslos jeder, wenn er von Gott geboren worden ist, durch diese Geburt die Welt überwindet. Johannes sagt nicht, dass nur jene Gläubigen, welche die Welt überwinden, gerettet werden, während die anderen, welche das nicht schaffen, ihre Rettung verlieren. Die Schriftstelle lässt sich ganz einfach nicht so auslegen.



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Ein zweiter Abschnitt in dieser Kategorie ist Offb 22,19: „Und wer von der prophetischen Botschaft dieses Buches etwas wegnimmt, dem wird Gott wegnehmen, was ihm in diesem Buch als sein Anteil zugesprochen ist - das Recht, vom Baum des Lebens zu essen, und das Recht, in der heiligen Stadt zu wohnen.“
Hier befasst sich der Autor nicht mit Gläubigen; ein Gläubiger würde von vornherein nichts von Gottes Wort wegnehmen und es damit zerstören wollen! Offb 22,19 sagt nichts über eine Möglichkeit aus, das Heil zu verlieren. Die Stelle verspricht einfach eine Strafe für jene, welche die im Buch der Offenbarung gegebenen Wahrheiten ableugnen. Es wird eine Bestrafung geben, aber der Verfasser sagt nichts von einem Verlust der Rettung. In Wirklichkeit macht er gerade eine Unterscheidung zwischen Gläubigen und Ungläubigen: Der Gläubige wird seine Rettung dadurch bekunden, dass er diesem Buch glaubt; der Ungläubige wird durch Leugnen der Wahrheit dieses Buches zeigen, dass er die Rettung nie erworben hat
(nicht etwa - sie verloren hat).

G. Der Ölbaum
Eine siebente Kategorie ist der besondere Abschnitt von Röm 11,17-24, wo Paulus vom Ölbaum spricht, aus dem Zweige ausgebrochen und in den andere Zweige eingepfropft wurden. Jene, die diese Schriftstelle als Beleg für die erwähnte Theorie anführen, gehen wohl davon aus, der Ölbaum stehe für die Rettung. Ausgebrochen werden bedeutet dann den Verlust der Rettung, eingepfropft werden bedeutet, die Rettung zu gewinnen oder wiederzugewinnen. Aber Paulus befasst sich hier nicht direkt mit Rettung, und der Ölbaum ist nicht ein Symbol für die Rettung. In diesem Kontext wurzelt der Ölbaum in den Vätern (Abraham, Isaak und Jakob) und dem Abrahamsbund und versinnbildlicht den Ort des Segens; der Segen ist zugänglich durch die Bündnisse mit dem jüdischen Volk. Man kann sich entweder am Ort des Segens befinden oder davon entfernt sein. Paulus spricht hier nicht von individuellen Gläubigen, sondern vielmehr von zwei nationalen Gruppen - Juden und Nichtjuden. Die Juden waren am Ort des Segens, wurden aber wegen ihres Ungehorsams von dort entfernt; Nichtjuden, die zuvor außerhalb des Orts des Segens waren, sind nun wegen ihres Gehorsams an den Ort des Segens gesetzt worden und erhalten etwas vom Segen der jüdischen Bündnisse. Danach warnt Paulus die Nichtjuden, dass auch sie vom Ort des Segens ,ausgebrochen" werden können, ebenso wie es mit Israel geschah. Das Thema hier ist aber nicht eine Unterscheidung zwischen individuellen Gläubigen, die ihre Rettung bewahren, und individuellen Gläubigen, die sie verlieren, sondern Paulus behandelt zwei nationale Gruppen - Juden und Nichtjuden. Das ist die Unterscheidung im genannten Abschnitt.

H. Der Verlust von Belohnung
Die achte Kategorie, die manchmal angeführt wird, handelt in Wirklichkeit vom Verlust der Belohnung, nicht der Rettung. Eine solche Stelle ist 1Kor 3,10-15, wo der Richterstuhl Jesu Christi behandelt wird. Diese selbe Stelle verneint jedoch, dass jemand, der seine Belohnung einbüßt, auch seine Rettung verliert, denn Vers 15 hält fest: „Wenn aber das Werk jemandes verbrennt, so wird er den Schaden zu tragen haben: er selbst zwar wird gerettet werden, aber nur so, wie durchs Feuer hindurch.“
Dieser Vers, den manche als Beleg dafür anzuführen versuchen, dass ein Glaubender seine Rettung verlieren könne, stellt gerade das Gegenteil fest. Er lehrt, dass so jemand gerettet wird; was er verliert, ist die Belohnung, nicht die Rettung.
Eine weitere Stelle in dieser Kategorie ist 1Kor 9,26-27: „So laufe ich denn nicht ziellos und treibe den Faustkampf so, dass ich keine Lufthiebe führe; sondern ich zerschlage meinen Leib und mache ihn mir dienstbar, um nicht, nachdem ich als Herold andere zum Kampf aufgerufen habe, mich selbst als untüchtig zu erweisen.“
Diese Verse verwenden manche als Beleg dafür, dass Paulus gelehrt habe, es bestehe die reale Möglichkeit, ein Gläubiger könnte zuletzt abgewiesen werden (,sich als untüchtig erweisen") und seine Rettung verlieren. Der Zusammenhang spricht von einem Wettlauf, in dem der Sieger eine Belohnung gewinnt. Und wie im Abschnitt aus dem 3. Kapitel, behandelt Paulus auch hier nicht den Verlust der Rettung, sondern den Verlust einer Belohnung, die ein Glaubender erlangen kann, wenn er ein konsequentes Christenleben führt.
So geht es in diesen Stellen um den Verlust der Belohnung, nicht der Rettung.

I. Verlust der Gemeinschaft und Strafe Gottes
Die neunte Kategorie sind Bibelstellen, die tatsächlich vom Verlust der Gemeinschaft oder von physischen
Strafen Gottes sprechen, nicht aber vom Verlust des Heils.
Eine solche Stelle ist Joh 13,8: „»Nie und nimmer wäschst du mir die Füße!« erklärte Petrus. Jesus entgegnete: »Wenn ich sie dir nicht wasche, hast du keine Gemeinschaft mit mir.«“



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Vom Kontext her befasste sich Jesus hier nicht mit Rettung, sondern mit Gemeinschaft und mit der Notwendigkeit, tägliche Sünden abzuwaschen, um die Gemeinschaft mit Gott dem Vater wiederherzustellen. Das Mittel für die Reinigung von täglichen Sünden ist das Bekennen gemäß 1Joh 1,9. Eine weitere Stelle ist Joh 15,2: „Jede Rebe an mir, die nicht Frucht trägt, schneidet er ab; eine Rebe aber, die Frucht trägt, schneidet er zurück; so reinigt er sie, damit sie noch mehr Frucht hervorbringt.“
Das Wort „abschneiden“ besagt nicht, dass jener Rebe die Rettung weggenommen wird, sondern dass sie selber abgeschnitten wird. Fruchtlose Gläubige könnten früh aus diesem Leben abberufen werden. Auch hier sagte Jesus etwas zum Bereich des physischen Lebens, nicht zur geistlichen Rettung.
Zur selben Kategorie gehört auch 1Kor 11,29-32: „Denn wer da isst und trinkt, der zieht sich selbst durch sein Essen und Trinken ein Strafurteil zu, wenn er den Leib (des Herrn) nicht unterscheidet. Deshalb gibt es unter euch auch Schwache und Kranke in so großer Zahl, und gar viele sind schon entschlafen. Wenn wir aber mit uns selbst ins Gericht gingen, so würden wir kein Strafurteil empfangen. Indem wir jedoch ein Strafurteil empfangen, werden wir vom Herrn gezüchtigt, damit wir nicht mit der Welt zusammen verurteilt werden.“
In diesem Abschnitt behandelte Paulus Gottes Züchtigungen und Strafen wie Krankheit und Tod. Manchmal erfordert eine Bestrafung durch Gott den physischen Tod, aber jene, die diese Art physischer Strafe erleiden, werden „nicht mit der Welt zusammen verurteilt“. Paulus lehrt klar, dass sie ihre Rettung nicht verlieren, allerdings verlieren sie wegen ihres Ungehorsams gewisse Vorteile ihrer Rettung - im physischen Bereich.
Eine weitere Stelle in dieser Kategorie ist 1Joh 5,16: „Wenn jemand seinen Bruder eine Sünde begehen sieht, eine Sünde, die nicht zum Tode ist, so soll er bitten und ihm dadurch zum Leben verhelfen, nämlich denen, die nicht zum Tode sündigen. Es gibt auch eine Sünde zum Tode; von dieser sage ich nicht, dass man Fürbitte einlegen soll.“
Der Tod, um den es hier geht, ist aber nicht der geistliche, sondern der physische Tod. Die Situation ist ähnlich wie in 1Kor 5,1-5, wo Paulus die Frage des Ausschlusses behandelte. Das Ausschlussverfahren bedeutet, dass jemand dann sein physisches Leben verlieren konnte, nicht aber seine Rettung. Darum geht es auch hier bei Johannes: physischer Tod, nicht aber geistlicher Tod.
Diese Textstellen handeln also entweder vom Verlust der Gemeinschaft oder von physischer Züchtigung durch Gott, jedoch nicht vom Verlust der Rettung.

J. Das Herausfallen aus der Gnade
Die zehnte Kategorie gründet auf Gal 5,4: „Aus der Verbindung mit Christus seid ihr ausgeschieden, wenn ihr durch das Gesetz gerechtfertigt werden wollt: ihr seid dann aus der Gnade herausgefallen ...“
Bedeutet „aus der Gnade herausfallen“ nicht den Verlust des Heils? Vom Kontext her behandelt Paulus hier nicht die Rettung oder deren Verlust, sondern den angemessenen Bereich, in dem Gläubige sich bewegen müssen, um in der Heiligung zu wachsen. Diese Galater waren echte Gläubige, denen Irrlehrer weismach- ten, sie müssten für ihre Heiligung das mosaische Gesetz einhalten. Sie wussten, dass sie aus Gnade gerettet waren, aber sie meinten nun, sie müssten die Rettung durch Einhalten des mosaischen Gesetzes bewahren. Ein Christ kann sich im Bereich des Gesetzes oder im Bereich der Gnade bewegen. Wenn ein Christ sich dafür entscheidet, im Bereich des Gesetzes zu leben, fällt er aus der Gnade heraus - nicht im Sinne dessen, dass er die Rettung einbüßen würde, sondern im Sinne dessen, dass er die göttliche Befähigung verliert, gerecht zu leben, weil das Gesetz nicht die Kraft schenkt, es einzuhalten. Wer ein geisterfülltes Leben lebt, dem schenkt der Herr die Kraft, den Normen seiner Gerechtigkeit nachzuleben. Das „Herausfallen aus der Gnade“ bedeutet also, dass jemand in seinem Leben als Christ zu Werken Zuflucht nimmt, zu einem Verdienstsystem. Wer versucht, das Christenleben gesetzlich zu führen, ist aus der Gnade herausgefallen. Diese Menschen verlieren nicht die Rettung; sie bewegen sich bloß nicht mehr im Bereich der Gnade, sondern im Bereich eines Verdienstsystems. Und sie führen ihr Leben aufgrund ihrer eigenen Kraft, nicht aufgrund von Gottes Gnade.

K. Eine geschwächte geistliche Kondition
Eine elfte Kategorie ergibt 1Kor 8,8-12: „»Speise wird für unsere Stellung zu Gott nicht maßgebend sein: essen wir nicht (d.h. meiden wir den Genuss von Götzenopferfleisch), so haben wir dadurch keinen Nachteil, und essen wir, so haben wir dadurch keinen Vorteil.« - Ja, aber seht wohl zu, dass diese eure Freiheit für die Schwachen nicht zu einem Anstoß werde! Denn wenn jemand dich mit deiner »Erkenntnis« in einem Götzentempel am Mahl teilnehmen sieht, muss da nicht sein Gewissen, wenn er schwach ist, dazu »erbaut« werden, ebenfalls das Götzenopferfleisch zu essen? So wird dann der Schwache durch deine Erkenntnis ins



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Verderben gebracht, der Bruder, um dessen willen Christus gestorben ist! Wenn ihr euch aber auf diese Weise an den Brüdern versündigt und ihr schwaches Gewissen misshandelt, so versündigt ihr euch an Christus.“
Diese Stelle betrifft nicht einen Gläubigen, der seine Rettung einbüßt, sondern einen Gläubigen im Kleinkind-Stadium, dessen geistlicher Zustand schwach ist. Ein Gläubiger im Kleinkind-Stadium lässt sich leicht durch Handlungen anderer Gläubigen aus der Bahn werfen, und so ein Anstoß wirkt dann als Hindernis für sein geistliches Wachstum. Er verliert nicht seine Rettung, weil er Anstoß genommen hat, aber dass er es tat, weist auf die Schwäche seines geistlichen Zustandes hin, und davon spricht dieser Abschnitt.

L. Das Bekennen
Eine zwölfte Kategorie von Bibelstellen sind jene, bei denen das tägliche Bekennen mit dem ursprünglichen Bekennen zur Rettung durcheinandergebracht wird. In diese Kategorie gehören Mt 10,32-33 (wo es um das Bekennen Jesu vor den Menschen geht) und Röm 10,8-11. Diese Stellen handeln jedoch nicht von Menschen, die ihre Rettung einbüßen, sondern vom täglichen Bekennen Christi vor den Menschen, und es geht nicht um das grundlegende Bekenntnis bei der Rettung.

M. Lästerung des Heiligen Geistes
Eine dreizehnte Kategorie ist der Abschnitt in Mt 12,22-38, der von der Lästerung gegen den Heiligen Geist handelt. Der Kontext sagt allerdings klar, dass die Leute, die sich der Lästerung des Heiligen Geistes schuldig machten, nicht gläubig sind, sondern ungläubig. Es waren die Führer Israels, die Jesus beschuldigten, er sei von einem bösen Geist besessen. Diese Pharisäer waren von vornherein nicht gerettet gewesen; es war also nicht so, dass sie als Gerettete dann den Heiligen Geist lästerten und darauf ihre Rettung verloren. Die Lästerung des Heiligen Geistes ist eine Sünde von Ungläubigen, nicht von Gläubigen. Dieser Abschnitt enthält nicht die leiseste Andeutung darauf, dass Gläubige ihre Rettung einbüßen können, sondern es geht um Ungläubige, die jene Sünde begehen. Die Sünde der Lästerung des Heiligen Geistes lässt sich in Übereinstimmung mit dem Zusammenhang am besten so definieren:
Israel als Volk weist den Messias Anspruch Jesu zurück mit der Begründung, er sei von einem bösen Geist besessen.

N. Gleichnisse
Eine vierzehnte Kategorie, die angeführt wird, sind Gleichnisse wie Mt 13,1-23; 24,30; Luk. 13,22-30. Untersucht man diese Gleichnisse aber näher, so wird offensichtlich, dass sie tatsächlich von Ungläubigen sprechen, nicht von Gläubigen, die das Heil verloren. Zudem ist es gefährlich, Lehren dieser Tragweite auf der Grundlage von Gleichnissen zu vertreten.

O. Das Buch des Lebens
Eine fünfzehnte Kategorie sind Aussagen in der Schrift betreffend das Auslöschen aus dem Buch des Lebens. Wenn es möglich ist, aus dem Buch des Lebens gelöscht zu werden, heißt dies nicht, dass man die Rettung verlieren kann? Das ist jedoch nicht der Fall, und wenn man alle Stellen über das Buch des Lebens untersucht, entdeckt man, dass jeder, der je geboren wurde, im Buch des Lebens verzeichnet ist. Wer gerettet ist, dessen Name bleibt im Buch des Lebens bestehen; wer ungerettet stirbt, dessen Name wird ausgelöscht. Das Auslöschen betrifft die Namen jener Menschen, die sich nicht retten ließen und die ungerettet starben. Es geht nicht um Leute, die gerettet waren und dann ihre Rettung eingebüßt hätten.
Nach Psalm 139,16 enthält das Buch des Lebens den Namen jedes einzelnen, der jemals geboren worden ist:
„Deine Augen sahen mich schon als formlosen Keim, und in deinem Buch standen eingeschrieben alle Tage, die vorbedacht waren, als noch keiner von ihnen da war.“ Wer zum Glauben an Christus kommt, dessen Name bleibt nach Offb 3,5 im Buch des Lebens stehen: „Jedem, der siegreich aus dem Kampf hervorgeht, wird ein weißes Festgewand angelegt werden. Und ich werde seinen Namen nicht aus dem Buch des Lebens streichen, sondern mich vor meinem Vater und seinen Engeln zu ihm bekennen.“ Aber die Namen der Nichtgeretteten werden gemäß Psalm 69,29 aus dem Buch des Lebens gestrichen: „Sie müssen ausgelöscht werden aus dem Buche des Lebens und nicht eingeschrieben werden mit den Gerechten!“ Wenn also beim Gericht vor dem großen, weißen Thron jemandes Name nicht im Buch des Lebens gefunden wird, zeigt das, dass er nicht gerettet war und also zu Recht unter die Verurteilung fällt.
Ein anderes Buch, das in der Heiligen Schrift erwähnt wird, aber vom Buch des Lebens zu unterscheiden ist, ist das Lebensbuch des Lammes. Dieses Buch enthält die Namen aller, die wiedergeboren sind - und nur diese. Ihre Namen wurden gemäß Offb 13,8 in dieses Buch geschrieben, bevor die Welt geschaffen wurde:



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„Alle Bewohner der Erde werden das Tier anbeten - alle außer denen, deren Namen seit der Erschaffung der Welt im Buch des Lebens eingetragen sind, im Buch des Lammes, das geopfert wurde.“ Es wird in Offb
17,8b wieder erwähnt: „Alle Bewohner der Erde - alle außer denen, deren Namen seit der Erschaffung der Welt im Buch des Lebens eingetragen sind - werden fassungslos sein vor Staunen, wenn sie das Tier wiederkommen sehen, das schon einmal da war und gegenwärtig nicht da ist.“ In Psalm 69,29 ist es als Buch der Gerechten bekannt: „Sie müssen ausgelöscht werden aus dem Buche des Lebens und nicht eingeschrieben werden mit den Gerechten!“
Aufgrund von Gottes Auserwählung und Vorwissen enthält dieses Buch nur die Namen derjenigen, die wiedergeboren sind. Und weil die Rettung ewig sicher ist, kann man unmöglich aus diesem Buch ausgelöscht werden.

P. Personen in der Bibel
Eine sechzehnte Kategorie, mit der manche zu beweisen versuchen, dass man die Rettung verlieren könne, besteht aus Ereignissen im Leben von Personen in der Bibel, denen man zuschreibt, sie seien gerettet gewesen und hätten die Rettung nachher verloren. Gewöhnlich werden fünf verschiedene Beispiele angeführt.

1. Wie steht es mit Lot? Hat nicht Lot seine Rettung eingebüßt angesichts dessen, was er mit seinen Töchtern tat? Aber 2Petr 2,6-9 stellt fest, dass Lot ein geretteter Mann war und als Geretteter starb, seine Rettung also nicht verlor.

2. Eine zweite Person, die man gern anführt, ist Simson, aber Hebr 11,32 hält fest, dass Simson als
Geretteter starb; er verlor seine Rettung nicht.

3. Ein drittes Beispiel ist David, doch Psalm 51,10-14 macht deutlich, dass Davids Sünde des Mordes und des Ehebruchs für ihn nicht zum Verlust der Rettung führte; allerdings hatte sie den Verlust der persönlichen Gemeinschaft mit Gott bewirkt.

4. Eine vierte Person, die genannt wird, ist Simon der Zauberer in Apg 8,19-24, doch er hatte in seiner
Fleischlichkeit Buße bekundet und ist nicht ein Beleg dafür, dass jemand seine Rettung verlor.

5. Eine weitere, gewöhnlich zitierte Person ist Judas Ischariot. Judas war aber gar nie gerettet worden. Joh
13,16-21 vermerkt, dass er nicht rein war. Joh 17,12 stellt fest, dass keiner verloren gehen wird außer „dem Sohn des Verderbens“, und dies in bezug auf Judas. Die Reue, von der Mt 27,3-5 spricht, ist die Reue von Gewissensbissen, nicht Reue zur Rettung. Apg 1,24-25 sagt, dass Judas aus dem Apostelamt ausschied, nicht, dass er die Rettung verlor. Er hatte sie nie besessen und konnte sie daher nicht verlieren.

Schlussfolgerung
Keine der Schriftstellen und keines der Beispiele, die angeführt werden, lehrt in Tat und Wahrheit, dass ein Gläubiger seine Rettung verlieren kann. Im Gegenteil, wer zum Glauben gekommen und einmal gerettet ist, kann seine Rettung niemals einbüßen, weil er durch Gottes Macht bewahrt wird.