Adjektiv
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Auch 'Eigenschaftswort' oder 'Wie-Wort' genannt ('schön', 'groß', 'neu', usw). Im
Griechischen als auch im Deutschen beschreibt und charakterisiert ein Adjektiv ein
Substantiv; z.B. 'großes [Adjektiv] Haus [Substantiv]', 'dünne [Adjektiv] Wand
[Substantiv]', usw.
Adverb
======
Auch 'Umstandswort' genannt. Im Griechischen als auch im Deutschen bestimmt und
charakterisiert es ein Verb näher; z.B. 'schnell [Adverb] fahren [Verb]', 'hastig [Adverb]
essen [Verb]', usw.
Akkusativ (Akk.)
=============
1) als Objekt bei sog. transitiven Verben (= Verben, die den Akk. nach sich haben.) Er
steht auch bei Verben, die im Deutschen keinen Akk. haben; z.B. 'keleuein tina' =
'jemandem befehlen'. Sie nützen oder schaden u. a. besonders dann, wenn sie eine
bestimmte Vorsilbe haben, wie z.B. 'pro-agein tina' ='vor jemandem hergehen'.
Referenzbeispiele: Joh.5,28; Apg.20,5.23; 1.Kor.12,6
2) als sog. inneres Objekt, bei dem das Objekt dem Sinn nach schon im Verb steckt,
z. B. 'einen guten Kampf kämpfen'.
Referenzbeispiele: Mark.4,41; 10,38; Matth.2,10; Luk,12,47f.
3) zweimal, d.h. als doppelter Akkusativ
a) des inneren und äußeren Objekts
b) zwei äußere Objekte, z.B. 'didaskein tina ti' = 'jemanden etwas lehren'.
c) ein äußeres Objekt und ein prädikativer Akkusativ, z.B. 'kalei auton [äusseres Objekt]
kürion [prädikativer Akk.]' = 'er nennt ihn Herrn'.
Referenzbeispiele: Mark.6,22f.; Joh.14,26; 1Kor.4,17
4) zur Angabe einer Beziehung (graecus). Erste Übersetzung als 'in bezug auf'. Beispiel:
'panta mou memnäste' = 'ihr denkt in jeder Beziehung an mich'.
Referenzbeispiele: Matth.26,45; 1.Kor.14,27; 1.Petr.3,8
5) als Antwort auf die Frage ,,Wie weit?" oder,,Wie lang?"; Beispiel: 'mian horan' = 'eine
Stunde lang'.
Referenzbeispiele: Luk.22,41; 24,13
6) wie ein Adverb; Beispiel: 'homoion tropon' = 'auf ähnliche Weise'.
Aktiv (Handlungsart)
=================
Das Aktiv noch als 'Tatform' bezeichnet. 'ago' = 'Ich führe', 'ballo' = 'Ich werfe' deutet im
Griechischen wie auch im Deutschen auf diese Handlungsart/Tatform hin: Jemand
handelt selbst.
Manchmal jedoch auch mit kausativer Bedeutung (Deutsch:,,lassen"); Beispiel:
'stauroson' = 'lass ihn kreuzigen!'


Aorist (Tempora/Zeitform)
======
Allgemeine Verwendung des Aorist: Punktuelle, einmalige oder abgeschlossene
Handlung
1) für Berichte über Handlungen der Vergangenheit, z. B. in Erzählungen (Übersetzung
ins Deutsche als Imperfekt = historischer Aorist).


2) für den Anfang einer Handlung ( = ingressiver Aorist); Beispiel: 'episteusa' = 'ich kam
zum Glauben'.
Referenzbeispiele: Apg. 4, 4: Offb.19,6
3) für den Abschluß einer Handlung (= effektiver Aorist); Beispiel: 'epaideusa' = 'ich
habe erzogen'.
Referenzbeispiele: Matth. 8,33; 26,56
4) für die Zusammenfassung und Feststellung des Ganzen einer Handlung ( =
komplexiver oder konstativer Aorist), ohne Rücksicht auf die Dauer. Beispiel: 'pantes
eschon autän' = 'alle haben sie gehabt'.
Referenzbeispiele: Mark.12,44; Apg.12,24f.; 22,9​
5) für das unmittelbar Bevorstehende, als wäre es bereits geschehen; z.B.: 'pisteuete,
hoti elabete' = 'glaubt, daß ihr empfangt'.


6) in Briefen: Betrachtung der Handlungen vom Standpunkt des Lesers aus; z.B.:
'epempsa' = 'ich schicke dir'.


7) besonders in alttestamentlichen Zitaten, bei feierlicher Redeweise, bei dauernd
gültigen Aussagen
Artikel (Geschlechtswort)
=======
Der bestimmte Artikel wird im Griechischen in der Regel so gebraucht wie im
Deutschen, d.h. mit der Bedeutung 'der', 'die', 'das'.
Der Artikel kann aber auch in einer Sprache einmal fehlen, da, wo die andere Sprache
einen aufgeführt hat. Beispiele: Joh 2,1 'en arche' = 'im (= in dem) Anfang'; 'pros ton
theon' = 'zu Gott, bei Gott'.
Im Griechischen gibt es keinen unbestimmten Artikel.
'Unbestimmt' bezeichnet ein Wort oder eine Wortverbindung ohne bestimmten Artikel.
Das Griechische kennt keinen unbestimmten Artikel, wie z.B. 'ein' oder 'eine' im
Deutschen. Oft ist es am besten, vor ein unbestimmtes Wort in der Übersetzung ein 'ein'
oder 'eine' zu setzen, manchmal aber sogar 'der' bzw. 'die' oder 'das'.
In einigen Fällen wäre die Zufügung eines Artikels allerdings nicht richtig. Beispiel: Joh4,
24 'Gott ist Geist' (im Gegensatz zu 'Gott ist ein Geist'. Vgl. 'Bestimmter Artikel (3)'.
Dativ (3. Fall)
===========
Allgemein wird der Dativ dazu verwendet, durch die Frage "Wem ...?" das indirekte
Objekt in einem Satz zu ermitteln.
Im speziellen Gebrauch:
1) zur Angabe dessen, mit dem man Gemeinschaft hat ( = sociativus) - Im Deutschen
meist mit Präposition übersetzt;
Beispiel: 'koinonei tois ergois autou tois ponärois' = 'er hat Gemeinschaft mit seinen
bösen Werken'.
Referenzbeispiele: Luk.7,12; Joh.10,4; Röm.12,13


2) bei 'einai' zur Angabe des Besitzers ( = possessivus)
Beispiel: 'ouk än autois topos' = 'sie hatten keinen Platz'
(wörtlich: 'Ihnen war kein Platz').


Referenzbeispiele: Matth.18,12; Luk.2,7; Apg.2,39
3) zur Angabe dessen, dem etwas zum Nutzen (oder Schaden) geschieht ( =
commodi/incommodi); Beispiel: 'anapausis tais psuchais' = 'Ruhe für die Seelen'.
Referenzbeispiele: Röm.6,10; 7,4; 14,4.7.8; 2.Kor.5,13
4) zur Angabe des Mittels oder Werkzeugs ( = instrumentalis (Instrumental-Dativ));
Beispiel: 'machairä' = 'mit dem Schwert'.
Referenzbeispiele: Matth.3,12; Luk.3,16; Kol.4,6
5) zur Angabe eines Zeitpunkts ( = temporalis), meist mit Präposition 'en'. Beispiel: '(en)
tä tritä hämera' = 'am dritten Tag'.
Referenzbeispiele: Matth.24,20; Mark.14,12
6) zur Angabe des Maßes bzw. des Unterschieds, z. B. bei Vergleichen ( = differentiae);
Beispiel: 'pollo mallon' = 'um vieles mehr' = 'viel mehr'.


7) als Objekt bei bestimmten Verben, besonders bei solchen mit bestimmten Vorsilben
(meist unterschiedlich zum Deutschen).
Beispiel: 'proserchestai tini' = 'zu jemanden kommen'.
Futur
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Wie im Deutschen so verweist es auch im Griechischen auf die Zukunft.
Besonderheit: Benutzt wird das Futur z.B. für starke (göttliche) Befehle. Beispiel: 'ou
foneuseis' (5.Gebot).
Genitiv (2. Fall)
=============
Der Genitiv-Kasus ("Wessen"-Fall) steht allgemein für die Besitzanzeige. Im
Griechischen wird er jedoch auch im speziellen gebraucht:
1) für den Besitzer ( = possessivus) und die Zugehörigkeit; Beispiele: 'Iakobos ho
Zebedaiou (im Genitiv stehend)' = 'Jakobus, des Zebedäus'; 'hoi tou Christou' = 'die, des
Christus'; 'ouch humon estin' = 'es ist nicht eure Sache'.


Referenzbeispiele: Röm. 1,1; 2,16; 16,25
2) für die Eigenschaft ( = qualitatis) anstatt eines Adjektivs; Beispiel: 'ho mamonas täs
adikias' = 'der ungerechte Mammon'.


Referenzbeispiele: Apg.9,15; Röm.6,6f.; Phil.3,21
3) für Mass und Wert ( = pretii); Beispiel: 'diastäma horon trion' = 'Abstand von drei
Stunden'.


Referenzbeispiel: Apg.5,7
4) für eine Ortsangabe ( = locativus); Beispiel: 'poias [hodou]' = 'auf welchem Weg?'.


Referenzbeispiele: Luk.19,4; Apg.19,26
5) für eine Zeitangabe ( = temporalis); Beispiel: 'nüktos' = 'bei Nacht'.
Referenzbeispiele: Apg.26,13; Luk18,7; Matth.25,6
6) bei einem Vergleich. Es gibt die verglichene Person oder Sache an ( =
comparationis); Beispiel: 'ischuroteros mou estin' = 'er ist stärker ALS ICH'.
Referenzbeispiele: 1.Kor.13,13; Joh.13,16
7) bei einer Teilung. Dabei gibt der Genitiv das geteilte Ganze an ( = partitivus); Beispiel:
'heis ton mikron' = 'einer dieser Kleinen'.


Referenzbeispiele: Luk.18,11; Röm.15,26; Off.5,11
8) an Stelle einer Apposition [d.h., einem Beisatz/substantivischen Attribut,
welcher/welches im gleichen Kasus stehen würde wie sein Bezugswort] ( =
appositionalis); Beispiele: 'hä oikia tou skänous' = 'das Haus, das ein Zelt ist' ['ein Zelt'
steht im Genitiv anstatt einer Apposition]
9) zur Angabe entweder des Subjekts (1) [dann = Genitivus subjectivus] oder des
Objekts (2) [dann = Genitivus objectivus] einer Handlung (die im Nomen/Hauptwort
steckt); Beispiele: 'hä agapä tou teou' = 'die Liebe Gottes' (1) [Gott ist Subjekt, denn Gott
liebt]; = 'die Liebe zu Gott' (2) [Gott ist Objekt; jemand liebt ihn].
Referenzbeispiele: Röm.1,1; Phil.4,7; 2.Thess.2,10; 1.Joh.5,3
10) als Objekt bei bestimmten Verben (meist anders als im Deutschen), z. B. bei
'berühren', 'Anteil haben', 'genießen', 'verlangen', 'entbehren', 'sorgen für', 'herrschen
über', '(auf jemand) hören', 'sich erinnern', 'vergessen', 'übertreffen'.
Beispiele: 'metechein täs trapezäs tou küriou' = 'Anteil haben am Tisch des Herrn'.


Imperativ

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Befehlsform oder Form der Aufforderung. Jeder Imperativ verweist notwendigerweise in
die Zukunft.
PRÄSENS IMPERATIV
Der Präsens Imperativ enthält eine Aufforderung, etwas zu tun, das in einer
andauernden oder wiederholten (linearen) Handlung geschieht. Beispiele: Mt.5,44 "Liebt
eure Feinde!" (ein andauerndes Lieben); Lk10,8 "eßt, was euch (jeweils) vorgesetzt
wird!" (andauernd); 1Kor 11,24 "Dies tut zu meinem Gedächtnis" (dieser Brauch soll
laufend wiederholt werden).
Wenn der Präsens Imperativ verneint gebraucht wird und somit eine Handlung
untersagt, schließt das oft ein, daß die vorher vollzogene Handlung beendet werden soll.
Beispiel: Mt 7,13 ,,Weine nicht!". [Vgl. dagegen Aorist Konjunktiv als Imperativ (21)].
Die Zeitform des Präsens steht für die Dauer oder Wiederholung meist bei Verben der
Bewegung (auch wenn sonst Aorist zu erwarten wäre). Beispiel: 'agapate tous echtrous
hümon' = 'Liebt eure Feinde!'

AORIST IMPERATIV
Der Aorist Imperativ enthält eine Aufforderung, etwas zu tun, das in einer einmaligen
(punktuellen) Handlung besteht (1) oder er lenkt die Ausrichtung des Interesses auf
einen zeitlichen oder sachlichen Punkt (2). Beispiele: Joh.4,7 "Gib (Aorist Imperativ) mir
zu trinken" (einmalig/momentan) (1); 1Tim 6,20 "bewahre (Aorist Imperativ) das
anvertraute Gut" (bis ans Ende) (2); Mt.26,26 "Nehmt, eßt" (Aorist Imperativ) (2).
Weiter:
Aorist punktuell (ingressiv, effektiv oder komplexiv); Beispiel: 'dos moi piein' = ' gib mir
zu trinken!' (einmalig)
Aorist besonders im Gegensatz zum bisherigen Verhalten; Beispiel: 'nepsate' = 'werdet
(von nun an) nüchtern!'
Aorist für scharfe Befehle; Beispiel: 'etoimason ti deipnäso' = 'mach mir das Essen!'
(sagt der Herr zum Sklaven)
Aorist bei Gebetsbitten, auch wenn es bleibende Anliegen sind; Beispiel: 'genätäto to
teläma sou' = 'dein Wille geschehe!'


Imperfekt
========
1) Zur Angabe dauernder oder wiederholter Handlungen der Vergangenheit, die in die
Gegenwart reichen können (durativ = dauernd; iterativ = wiederholt)
Referenzbeispiele: Mark. 12,41; Apg. 2,45
2) Zur Darstellung des Eigenartigen einer Handlung
Referenzbeispiele: Apg. 5,21.24.25.26 (?); 21,20; 1. Kor. 10,4.11


3) Für Versuche in der Vergangenheit ('de conatu'; vgl. 'Präsens des Versuchs')
Referenzbeispiele: Matth. 3,14; Luk. 1,59
4) bei allgemeinen Handlungen, wenn dabei der Aorist die spezielle Handlung angibt
Indikativ (Wirklichkeitsform)
=======================
Der Indikativ teilt eine Handlung oder einen Vorgang mit und wird in allen sechs
Tempora (Zeitenformen) des Griechischen verwendet. Er ist der einzige Modus, der
stets eine Angabe über die Zeit enthält, in der eine Handlung stattfindet oder stattfand.
1) Zum Ausdruck der Wirklichkeit; deshalb in Aussagesätzen
2) Imperfekt Indikativ
a) Für Möglichkeiten, die nicht wahrgenommen wurden; Beispiel: 'edünato touto
pratänai' = 'dies hätte verkauft werden können'
b) Für einen unerfüllbaren Wunsch (mit 'ofelon'); Beispiel: 'ofelon psüchros äs' = 'wenn
du doch kalt ... wärest!'
Interjektion
=========
Ausrufewort wie z.B. "ach!" oder "ei!".
Komparativ
=========
Stellt die 1. Steigerungsform dar. Wie im Deutschen können Adjektive und Adverbien
gesteigert werden; Beipiel: "schön - schöner - am schönsten" (Grundform - Komparativ -
Superlativ).
Konjunktion (Bindewort)
===================
Im Griechischen wie auch im Deutschen hat eine Bindewort die Aufgabe, zwei Sätze
miteinander zu verbinden; z.B. mit "und", "sogar", "auch". Man unterscheidet dabei die
sog. 'Koordinierende Konjunktion' (z.B. 'kai' = 'und'), die 'Subordinierende Konjunktion'
(z.B. 'hoti' = 'weil, daß') und die 'Temporale Konjunktion' (z.B. 'tote' = 'dann, damals').


Konjunktiv

=========
Der Konjunktiv (Möglichkeitsform) teilt eine Handlung oder einen Vorgang mit, bei denen
irgendeine Unsicherheit oder Unbestimmtheit besteht. Er steht daher in einer engen
Beziehung zum Futur und die Unsicherheit beruht oft nur darauf, daß die Handlung noch
nicht stattgefunden hat. Ein besonderes Beispiel ist die betonte Verneinung im Futur. Oft
kann ein griechischer Konjunktiv im Deutschen nicht genau wiedergegeben werden,
aber meist sind Umschreibungen möglich. Beispiele: 1. Kor. 5,8 'laßt uns Festfeier
halten'; Mt 26,46 'lasst uns gehen'.
1) Aufforderung an die 1.Person (Adhortativ), oft mit 'afes' = 'laß' oder 'deuro' = 'komm';
Beispiel: 'agomen' = 'gehen wir!'; 'afes ekbalo' = 'laß mich herausziehen!'


2) Aorist Konjunktiv
Für bestimmte Verneinung von Zukünftigem mit 'ou mä'; Beispiel: 'ou mä exeltäs
ekeiten' = 'da kommst du bestimmt nicht wieder heraus'.


3) Aorist Konjunktiv 2. Person
Als ein Verbot; Beispiel: 'mä me basanisäs' = 'quäle mich nicht!'
Der Aorist Konjunktiv ist zu unterscheiden vom Präsens Konjunktiv, denn ersterer
bezieht sich auf eine einmalige, nicht näher bestimmte Handlung im Unterschied zu
einer andauernden oder wiederholten Handlung. Die Zeit der Handlung geht daraus
nicht hervor. Beispiel: 1. Kor. 8,13 'damit ich mcinem Bruder kein Ärgernis gebe'. [Vgl.
Konjunktiv (19)].
Der Aorist Konjunktiv als Imperativ verwendet, untersagt normalerweise eine Handlung,
die noch nicht im Gange ist und fordert so dazu auf, sie nicht zu beginnen. Beispiel: Mt
6,13 'me ('nicht') eisenenkes (Aorist Konjunktiv von 'hineinfuhren') hemas ('uns') eis
peirasmon ('in Versuchung')'. Erklärung: Wenn wir so gelehrt werden, Gott zu bitten, daß
er uns nicht in Versuchung führe, beinhaltet das, daß er nicht dabei war, das zu tun.
(Vgl. dagegen Präsens Imperativ).
Der Präsens Konjunktiv bezeichnet eine andauernde (lineare) oder wiederholte
Handlung ohne irgendeine Zeitangabe. Beispiele: 1. Kor. 16,2 'je nachdem er Gedeihen
hat'; Lk 10,8 'in welche Stadt ihr kommt (Präsens Konjunktiv), und sie nehmen euch auf
(Präsens Konjunktiv)'. (Vgl. auch Konjunktiv)
Männlich
========
Das Maskulinum kann sich wie im Deutschen auf ein männliches Wesen beziehen oder
auf einen geschlechtslosen Sachbegriff. Beispiele: 'ho hyios' = 'der Sohn'; 'ho naps' =
'der Tempel'.

Medium
======
Das Medium bildet die mittlere Form der Zustandsformen.
1) Reflexiv (rückbezüglich)
Subjekt = Objekt; Beispiel: 'louomai' = 'ich wasche mich'.


2) Für Handeln im eigenen Interesse (,,dativisch"); Beispiel: 'exelexato' = 'er wählte (für)
sich aus'.
3) Bei innerlicher Beteiligung (dynamisch); Beispiel: 'mneian poioumai' = '(von mir aus)
mache ich ein Gedächtnis', 'denke ich daran'.
Manche Verben haben in den Zustandsformen Aktiv und Medium dieselbe Bedeutung.
Nominativ (1. Fall)
===============
Dieser Kasus/Fall stellt die Frage "Wer oder was?" nach dem Subjekt eines Satzes.
Beispiel: 'ho logos sodzei' = 'Das Wort rettet' [Wer oder was rettet? Das Wort rettet; 'Das
Wort' = Subjekt]

Optativ
======
Der Optativ stellt eine der 4 Modi (Aussageweisen) im Griechischen dar. Neben dem
Modus des Indikativ (Wirklichkeitsform), dem Konjunktiv (Möglichkeitsform) und dem
Imperativ (Befehlsform) handelt es sich beim Optativ um die Wunschform.
Der Optativ ist im Neuen Testament selten. Er ist ein schwächerer Modus des Verbs als
der Konjunktiv und drückt - wie erwähnt - meist einen Wunsch aus (1). Der Optativ kann
aber auch etwas als entfernte Möglichkeit sehen (2). Beispiele: 1. Thess. 5,23 'Er ...
heilige (Optativ) euch völlig' (1); 'und vollständig möge ... bewahrt werden (Optativ) ...'
[Wunsch (1)]; 1. Petr. 3,14 'wenn ihr auch leiden solltet' [Möglichkeit (2)].
1) Für erfüllbaren Wunsch; Beispiel: 'mä genoito' = 'es möge nicht geschehen!'
2) Für abgeschwächte Behauptung (Potential); [eher selten]


Partizip

=======
Es ist ein Verbaladjektiv, das im Griechischen in einer Fülle von
Verwendungsmöglichkeiten vorkommt, von denen manche im Deutschen nur
umschrieben werden können. Beispiel: Mt 5,1 'idon (sehend) tous (die) ochlous
(Volksmengen)' muß im Deutschen umschrieben werden als 'als er die Volksmengen
sah'.
1) Das Aorist Partizip bezeichnet eine einmalige (punktuelle) Handlung im Unterschied
zur andauernden (linearen) Handlung des Präsens Partizip. Es enthält keinen Hinweis
auf die Zeit der Handlung. In den Fällen jedoch, in denen seine Beziehung zum
regierenden Verb temporal (d.h. zeitlich) ist, bezeichnet es normalerweise eine
vorhergehende Handlung (Vorzeitigkeit). Beispiel: 1. Kor. 9,27 'damit ich nicht, nachdem
ich anderen gepredigt (Aorist Partizip), selbst verwerflich werde'.
2) Das Präsens Partizip beschreibt eine andauernde (lineare) oder wiederholte
(iterative) Handlung. Es enthält von sich aus keine Zeitangabe. Wenn jedoch seine
Beziehung zum Hauptverb temporal (d.h. zeitlich) ist, bezeichnet es oft eine Handlung,
die mit der des Hauptverbs gleichzeitig ist. Beispiel: Mk 14,22 'Während sie aßen
(Präsens Partizip) ... nahm er Brot'.
3) Der Gebrauch
a) Adjektivischer=substantivischer Gebrauch
Wenn das Partizip adjektivisch verwendet wird, steht meist ein Artikel vor ihm und wird
entweder als Substantiv oder durch einen Relativsatz übersetzt. Beispiel: 'makarioi hoi
zeituntes ton theon' = 'Glücklich sind die Gott Suchenden', aber besser: 'Glücklich sind
die, die Gott suchen'.
b) Prädikativer=adverbialer Gebrauch
Im Gegensatz zu 3)a) fehlt bei diesem Gebrauch der Artikel vor dem Partizip. Je nach
Sinn und Kontext des zu übersetzenden Abschnittes/Verses gibt man das Partizip (am
Beispiel von 'erchomai' = 'kommen', 'gehen') wieder:
b)1) Temporal (d.h. zeitlich); Beispiel: 'Während er ging, ...'
b)2) Kausal (d.h. dem Grunde nach); Beispiel: 'Weil er ging, ...'
b)3) Konzessiv (d.h. etwas wird in übertragenem Sinne eingeräumt); Beispiel: 'Obwohl
er ging, ...'
b)4) Konditional (d.h. bedingungsmäßig); Beispiel: 'Wenn er geht, ...'
b)5) Modal (d.h. die Art und Weise betreffend); Beispiel: 'Indem er geht, ...'
Passiv (Leideform)
===============
Bedeutung wie im Deutschen, d.h. man läßt etwas mit sich tun bzw. es wir etwas mit
einem gemacht.
Manchrnal gibt das Passiv auch einen reflexivem Sinn wieder (wie Medium)
Beispiel: 'batizestai' = 'getauft werden' oder 'sich taufen lassen'
Im Griechischen stehen einige Sätze im Passiv, obwohl Gott der Aktive ist (Passivum
divinum);
Referenzstellen: Mt. 5,4b - vgl. mit Off. 7,17; Mt. 7,7a - vgl. mit Lk 11,13
Perfekt
=======
Das Perfekt stellt eine Zeitform dar.
1) Präsentisch
Für einen gegenwärtigen Zustand, der sich aus einem früheren Vorgang ergibt; Beispiel:
'estäka' = 'ich (habe mich gestellt und) stehe (nun)'.


2) Verstärkend (für das Präsens)
Beispiel: 'pepisteuka' = 'ich glaube (mit meinem ganzen Glauben)'.
3) U. a. als Ersatz für fehlenden Aorist (aoristisches Perfekt)
Beispiel: 'pepraka' von 'piprasko' (verkaufen).
4) Oder um eine Handlung der Vergangenheit als für alle Zeiten exemplarisch
darzustellen
Beispiel: 'pistei prosenänochen abraam ton Isaak' = 'durch den Glauben hat Abraham
den Isaak zum Opfer gebracht'.


5) Für eine gleichzeitige Nachwirkung (relatives Perfekt)
Beispiel: 'eidüia ho gegonen' = '... wissend, was geschehen WAR'.
Plusquamperfekt
===============
Zeitform
Das Plusquamperfekt steht für einen Zustand, der sich aus einer vorher
abgeschlossener Handlung ergab. Beispiel: 'epepaideukein' = 'ich war damals schon
bewährter Erzieher'.
Referenzbeispiel: Lk 16,20
Das Plusquamperfekt wird gebraucht, um zu zeigen, daß die Ergebnisse einer Handlung
der Vergangenheit in der Vergangenheit anhielten (wie das Perfekt zeigt, daß sie in der
Gegenwart anhalten). Beispiele: Joh 4,8 'Denn seine Jünger waren weggegangen in die
Stadt' (und waren zu dem Zeitpunkt, als die Samariterin zum Brunnen kam, noch in der
Stadt); Mt 7,25 'denn es war auf den Felsen gegründet'.
Das deutsche Plusquamperfekt wird meist mit 'hatte' oder 'war' gebildet und dient
manchmal auch zur Übersetzung des Aorists.
Präpositionen
============
Präpositionen sind Verhältniswörter und geben Aufschluß darüber, wo sich eine Person
oder Sache befindet, z.B.: 'Über', 'unter', 'an', 'bei', etc.
Im Griechischen gibt es eine Fülle von Präpositionen (z.B. 'ek' = 'aus (heraus)', welche
einen entsprechenden Kasus mit sich bringen.
Darüberhinaus werden im Griechischen - wie im Deutschen auch - Präpositionen
einfach an Verben gehängt. Damit entsteht ein neues Verb. Z.B.: 'über' + 'greifen' =
'übergreifen'; 'apo' (von) + 'didomi' (geben) = 'apodidomi' (zurückgeben/bezahlen).
Präsens
=======
Der Präsens stellt die Zeitform der Gegenwart dar und gibt normalerweise ein
Geschehnis wieder, welches sich im Augenblick abspielt.
Besonderheiten:
1) Präsens des Versuchs (de conatu); Beispiel: 'poiei' = 'er versucht zu tun'.
Referenzbeispiele: Joh. 10, 32; Gal. 5,4
2) Präsens der Erzählung abgeschlossener Handlungen (historicum)
Grund: Damit die Handlungen lebendiger werden (wie z.B. im Deutschen: 'Gestern kam
mir plötzlich der Gedanke).
Referenzbeispiele: Mk. 1,40); Joh. 1,29.36.43
3) Futurischer Präsens (Auftreten eher selten)
Für Zukunftshandlungen wie im Deutschen, wenn es eindeutig ist. Beispiel: 'aurion
apotneskomen' = 'morgen sterben wir'; Vorkommen besonders bei Verben des Gehens.
Referenzbeispiele: Mt. 11,3; Joh. 14,3


4) Relativer Präsens
In Nebensätzen nach Verben der Wahrnehmung und des Sagens; Beispiel: 'idon hoti
echei pistin' = 'Als er (Paulus) sah, daß er Glauben HATTE'.


Personalpronomen
(persönliches Fürwort)
==================================
'Ich' (1. Person Singular)
'du' (2. Person Singular)
'er/sie/es' (3. Person Singular)
'wir' (1. Person Plural)
'ihr' (2. Person Plural)
'sie' (3. Person Plural)
Das betonte Personalpronomen wird verwendet, um eine besondere Betonung auf die
handelnde Person (das Subjekt) zu legen. Da die Endung des Verbs jeweils Person und
Numerus (Singular oder Plural) bereits enthält, ist das Hinzufügen des
Personalpronomens zum Verständnis des Satzes unnötig.
Wenn das Personalpronomen doch verwendet wird, dient es zur Betonung des
Subjekts. Beispiel: Mt 5,22 'ego lego hymin' bedeutet 'ich selbst sage euch' (im
Unterschied zum einfachen 'lego hymin' = 'ich sage euch').


Sächlich
========
Das Neutrum kann sich wie im Deutschen auf Personen oder auf geschlechtslose
Sachbegriffe beziehen. Beispiel: 'to paidion' = 'das Kind'; 'to hin' = 'das Heiligtum'. Aus
diesem Grund hat die Tatsache, daß 'pneuma' = 'Geist' ein Neutrum ist, keine
Bedeutung im Blick auf die Frage, ob der Heilige Geist eine Person ist oder nicht.
Substantiv
==========
Das Substantiv, auch Nomen oder Hauptwort genannt, steht für eine Person, eine
Sache/ein Ding oder ein Abstraktum. Beispiele: Schwester, Paulus, Gerechtigkeit. Es
steht im Kasus des Nominativ (1. Fall) und wird durch die Frage "Wer oder was?"
ermittelt. (Siehe auch unter 'Nominativ')


Superlativ

=========
Der Superlativ stellt die 2. (oder höchste) Steigerungsform eines Adjektives dar; z.B. 'am
schönsten', 'am besten', am tapfersten', etc.
Verb(um)
========
Zeit- oder Tätigkeitswort
Das griechische Verb beinhaltet:
1) Eine Zustandsform ('Aktiv' als Tatform, 'Medium' als mittlere Form oder 'Passiv' als
Leideform)
2) Eine Zeitform ('Präsens', 'Imperfekt', 'Futur', 'Aorist' (als Aktionsart), 'Perfekt' (als
Aktionsart) oder Plusquamperfekt')
3) Eine Aussageweise/Modi ('Indikativ' als Wirklichkeitsform, 'Konjunktiv' als
Möglichkeitsform, 'Optativ' als Wunschform, 'Imperativ' als Befehlsform, 'Infinitiv' oder
'Partizip'
4) Eine Person (1., 2. oder 3. Person)
5) Einen Numerus (Singular oder Plural)
Vokativ
=======
Der Vokativ stellt den 5. Kasus (Fall) bei der Deklination von Substantiven dar.
Übersetzt wird er als Anrede, z.B. 'o kürie' = 'oh Herr'.
Weiblich
========
Das Femininum kann sich wie im Deutschen auf ein weibliches Wesen beziehen, jedoch
auch auf einen geschlechtslosen Sachbegriff. Beispiele: 'he gyne' = 'die Frau'; 'he
heorte' = 'das Fest'.