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  • Avatar von valentin
    06.06.2021, 19:52
    Frage 7 Wie ist KoI. 2,11.12 zu erklären? Kol 2,11-12 in welchem ihr auch beschnitten worden seid mit einer nicht mit Händen geschehenen Beschneidung, in dem Ausziehen des Leibes des Fleisches, in der Beschneidung des Christus, mit ihm begraben in der Taufe, in welcher ihr auch mitauferweckt worden seid durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat. (aus Handreichungen, 10 Jahrbuch 1925) Antwort Einzelne Verse können in ihrem lehrhaften Sinne nur im Zusammenhange mit dem ganzen Buche oder Briefe, in dem sie stehen, verstanden werden, da jedes Buch und jeder Brief für sich im kleinen ein organisches Ganzes bildet, ebenso wie das gesamte Wort Gottes im großen, und deshalb jeder Vers, ja jedes Wort von dem Charakter beherrscht wird, den das Buch oder der Brief trägt. Aus diesem Grunde möchten wir erst einige Worte über den Charakter des Briefes an die Kolosser sagen, so wie wir ihn verstehen. Dieser Brief zeigt uns die Erlösten noch hier in dieser Welt, aber verbunden mit ihrem verherrlichten Haupte, Christus, der in ihnen ist, „die Hoffnung der Herrlichkeit“ (1,27), in dem sie alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis besitzen und „vollendet“ sind (2,3.10) und der ihr Leben ist (3,4). Dieses wurde den Kolossern vorgestellt, weil sie trotz all diesem in der Gefahr waren, daß jemand sie „verführe durch überredende Worte“ und „als Beute wegführe durch die Philosophie und durch eitlen Betrug, nach der Überlieferung der Menschen, nach den Elementen der Welt, und nicht nach Christo“ (2,4.8). Um sie vor diesem zu bewahren, zeigt ihnen der Geist Gottes, daß sie in Christo alles besaßen, die ganze Fülle nach der Größe und Herrlichkeit Seiner Person, und erinnert sie daran, daß sie ja zu all dem, was irgend die Welt zu bieten vermag, in keiner Beziehung mehr standen, weil für sie, die Erlösten, das Fleisch - das allein mit diesen Dingen zu tun hat und darin Befriedigung sucht und findet - im Tode Christi als beseitigt galt und sie diese Tatsache in der Taufe anerkannt hatten (2,11.12). Um letzteres ihnen recht verständlich zu machen, wendet der Geist Gottes ein alttestamentliches Vorbild an, die Beschneidung. Wie wir wissen, bedeutet diese sinnbildlich das Gericht über das Fleisch durch den Tod. Das Fleisch ist durch die Sünde verdorben und daher unbrauchbar für Gott. Deshalb gibt es für das Fleisch nur eins vor Gott: den Tod. Das sehen wir in 1. Mose 17, wo die Beschneidung zum ersten Male erscheint, und zwar in Verbindung mit dem Bunde, den Jehova mit Abraham machte. Schon vorher hatte Er zwar dem Abraham verheißen, daß Er ihn zu einer großen Nation machen werde und sein Same sein solle wie der Staub der Erde und wie die Sterne des Himmels, und einen Bund mit ihm gemacht, daß Er seinem Samen das Land geben werde (1. Mose 12,2; 13,16; 15,5.18), aber erst in Kap. 17 macht Er den Bund mit ihm und seinem Samen, um ihm zum Gott zu sein und seinem Samen nach ihm (V. 7), und nun gibt Er ihm die Beschneidung als Zeichen dieses Bundes, weil dieser Bund nur gegründet sein konnte auf das Gericht über das Fleisch durch den Tod. Das Fleisch mußte in den Tod gegeben werden, ohne Ausnahme: „Alles Männliche werde bei euch beschnitten“ (V. 10). Das Weibliche war in dem Männlichen mit vertreten. Somit stellt dies das ganze Volk Jehovas auf die Grundlage, auf der allein Jehova Seine in diesem Bunde aufgerichtete Beziehung zu Abraham und seinem Samen nach ihm eingehen und aufrechterhalten konnte. Das war die erste, herrliche Tatsache, die mit der Beschneidung verbunden war. Aber damit hing eine andere wichtige Tatsache untrennbar zusammen, nämlich die, daß das Volk Jehovas dadurch von einer Welt abgeschnitten wurde, die Jehova nicht kannte, weil das, was das Bindeglied mit ihr war - das Fleisch -, in der Beschneidung dem Tode übergeben wurde. Daher war die Beschneidung für das Volk Jehovas das Zeichen nicht nur ihrer Verbindung mit Jehova, sondern zugleich auch ihres Getrenntseins von einer Welt, die von der Beschneidung nichts wußte, mit all ihren Dingen, wie uns das ganze Alte Testament, von Abraham anfangend, deutlich zeigt. Dessen sollte sich das Volt Israel immer bewußt sein und bleiben. Aber wir wissen aus dem Worte Gottes, daß das Volk Israel darin viel fehlte. Schon auf ihrem Wege durch die Wüste - ein Bild von den Erlösten auf ihrem Wege durch diese Welt - hatten sie die Beschneidung nicht geübt, wie wir in Jos. 5,5 lesen: „... das ganze Volk, das in der Wüste geboren war, auf dem Wege, als sie aus Ägypten zogen, hatte man nicht beschnitten“. Das war eine Unterlassung, die dem Zustande derer entsprach, die sich dieser Unterlassung schuldig machten: sie hatten nicht geglaubt und waren nicht gehorsam gewesen und konnten darum nicht in das Land eingehen, sondern waren in der Wüste gestorben (4. Mose 13,31-33; 14,22-35; Jos. 5,4b; Hebr. 3,16-19). Wenn sie geglaubt hätten und gehorsam gewesen wären, hätten sie auch auf ihrem Wege durch die Wüste durch die Beschneidung das Todesurteil über das Fleisch anerkannt, und ihre Herzen hätten sich nicht nach Ägypten und dessen Dingen zurückgewendet, wie es immer und immer wieder geschah. So aber war das Fleisch tätig, und da es in der Wüste nichts fand, was es hätte anziehen oder befriedigen können, sehnte es sich nach Ägypten zurück und gelüstete nach dessen Dingen, und sie taten in der Wüste dasselbe, was in Ägypten getan wurde. Das zeigt uns, daß trotz der Erkenntnis, daß wir durch den Tod Christi von der Welt geschieden sind und die Welt für uns eine Wüste ist, unsere Herzen sich zu der Welt zurückwenden und wir in sie verstrickt und in denselben Dingen erfunden werden können wie die Kinder der Welt, wenn wir nicht beständig dem Fleisch den Platz geben, der ihm zukommt - am Kreuze, wo wir das Urteil des Todes über das Fleisch im Tode Christi vollstreckt sehen. Dort sind wir in Ihm „beschnitten worden mit einer nicht mit Händen geschehenen Beschneidung“, d.h. nicht durch Menschenhand, wie die dem Abraham gegebene Beschneidung geschah, sondern „in dem Ausziehen des Leibes des Fleisches“, welches geschehen ist „in der Beschneidung des Christus“ durch Seinen Tod. Er hatte einen Leib wie wir - aber ohne Sünde -, einen Fleischleib, und indem Er starb, zog Er diesen Leib aus. Das ist „die Beschneidung des Christus“, und da sie in Stellvertretung für uns geschah, gilt sie für uns, ist sie unsere Beschneidung und haben wir unseren Leib des Fleisches dort im Tode ausgezogen. Und noch mehr. Wenn ein Mensch gestorben ist, wird er begraben, und dann ist er ganz beseitigt, und man sieht überhaupt nichts mehr von ihm für immer. So ist auch der Leib des Christus in das Grab gelegt worden, um nie in diese Welt zurückzukehren, und soviele wir dem Worte Gottes gemäß, also nachdem wir gläubig geworden sind, getauft worden sind, haben in unserer Taufe zum Ausdruck gebracht, daß wir nicht nur mit Ihm gestorben, sondern auch mit Ihm begraben worden sind und dadurch unser alter Mensch, das Fleisch - das mit der Welt verbunden war -, vollkommen und für immer hinweggetan sein soll. Wenn das wahr ist, was haben wir dann noch mit der Welt zu tun - mit ihrer Philosophie und eitlem Betrug, ihren Überlieferungen, ihren Elementen? Aber der Glaube macht hier nicht Halt, sondern macht uns auch weiter eins mit Christo. Daher wissen wir, daß wir mitauferweckt worden sind mit Ihm durch die wirksame Kraft Gottes, der Ihn aus den Toten auferweckt hat zu einem neuen Leben, das nicht dieser Welt angehört (2,13-23), sondern der Welt droben, „wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes“ (3,1). - Zum Schluß noch eine Bemerkung über den Ausdruck „Leib des Fleisches“. Das Wort „Fleisch“ ist charakteristisch für diesen Brief, ganz dem eingangs erwähnten Gegenstande desselben entsprechend. Es kommt neunmal vor (1,22.24; 2,1.5.11.13.18.23; 3,22), in Verbindung mit „Leib“ zweimal (1,22 und 2,11), aber mit einem Unterschiede. Das erstemal (1,22) bezieht es sich auf den Leib des HErrn und spricht der Geist Gottes dort ausdrücklich von dem „Leibe Seines Fleisches“, da hier Sein Leib als das Opfer erwähnt wird, durch das wir mit Gott versöhnt sind und welches göttlich vollkommen rein und heilig und ohne Sünde war. Deshalb heißt es an dieser Stelle „Leib Seines Fleisches“, denn der Geist Gottes wacht immer mit Eifer darüber, daß die Herrlichkeit der Person des HErrn gewahrt wird. An der anderen Stelle (2,11) handelt es sich darum, daß wir in Christo „beschnitten“ worden sind und diese Beschneidung „in dem Ausziehen des Leibes des Fleisches“ besteht, wir also dadurch von dem Fleische erlöst sind. Natürlich geschah dieses „Ausziehen“, wie wir schon früher gesehen haben, „in der Beschneidung des Christus“, indem Er Seinen heiligen Leib in Stellvertretung für uns dahingab. Aber das „Ausziehen“ wird als eine mit uns geschehene Tatsache betrachtet, die unser Fleisch betrifft, und deshalb heißt es hier „Leib des Fleisches“. - Th. K.
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