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  • Avatar von Urs
    06.04.2020, 12:38
    Urs hat auf das Thema Corona und die Angst im Forum Christliches Leben geantwortet.
    Quelle: Studiengemeinschaft Wort und Wissen e.V. 03.04.20 Was sind Viren und woher stammen sie? Seit dem Ausbruch des RNA-Virus SARS-CoV2 (COVID-19), das eine gefährliche Lungenkrankheit auslösen kann, gibt es Interesse an grundsätzlichen Fragen zu Viren. Was sind Viren? Wo haben sie ihren Ursprung? Werden sie sich weiter verändern? Besteht unser Erbgut wirklich zu einem großen Teil aus eingefangenen Viren, wie von Evolutionsbiologen oft behauptet wird? Woher kommen die Reversen Transkriptasen? Diese Fragen waren bis vor kurzem sehr schwer zu beantworten, sowohl in einem Schöpfungsrahmen als auch in einem Evolutionsrahmen. Seit etwa einem Jahrzehnt haben wir ein viel besseres Verständnis. Viren sind Molekularparasiten. Viren sind nicht selbständig lebensfähig. Sie können sich nur vermehren, indem sie das Genom einer Wirtszelle „hacken“. Sie injizieren ihr Informationsmolekül (DNA oder RNA) in die Wirtszelle und nutzen so deren genetische Maschinerie, um Kopien ihres eigenen Erbguts herzustellen und sich unter Ausnutzung des Translationsapparats zu vervielfältigen. Manchmal zerstören sie die Wirtszelle. Viren könnten nach evolutionären Vorstellungen einfache Vorformen erster Lebewesen sein . Obwohl diese Sichtweise nicht von allen Wissenschaftlern geteilt wird, ist es diejenige, die in Zeitungen und Zeitschriften popularisiert wird . Da Viren aber ohne ihre Wirte nicht existieren können, d.h. nicht vermehrungsfähig sind und daher als molekulare Parasiten angesehen werden müssen, können sie nicht zuerst existiert haben, sondern müssen nach ihren Wirten entstanden sein. In den letzten 10-20 Jahren wurden immer mehr Viren entdeckt. Heute sind mehrere tausend verschiedene Viren identifiziert. Fast alle sind für den Menschen harmlos. Wir verstehen erst seit kurzem, dass das Virom (die Gesamtheit der Bakteriophagen und Viren in einem Organismus) eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Anzahl und Arten von Bakterien in Organismen spielen . Viren, die Bakterien nutzen, werden Bakteriophagen genannt; es gibt im Darmtrakt davon mehr als Bakterien. Es hat sich herausgestellt, dass Viren die Anzahl der Mikroben kontrollieren. Jedes Bakterium hat sogar seinen eigenen spezifischen Bakteriophagen! Wäre das nicht der Fall, gäbe es zu viel von einer Bakterienart, und das wäre für den Wirtsorganismus schädlich bis katastrophal. Auf dieser Ebene sind Viren also eine Art Regulierungssystem. Alles in der Biologie wird kontrolliert und reguliert. Manchmal auf eine Art und Weise, die wir überhaupt nicht erwartet hatten oder noch nicht verstehen. Aus der Sicht der Schöpfung ist anzunehmen, dass solche Viren als Regulatoren Bestandteil der Schöpfung sind, um die Anzahl der Mikroorganismen im Gleichgewicht zu halten. Ein Argument für diese Einschätzung ist die erwähnte Tatsache, dass die meisten bekannten Viren für Pflanzen, Tiere und den Menschen harmlos sind. Doch gibt es auch gute Gründe für die Sichtweise, dass nicht alle Viren erschaffen worden sind. Denn bekanntlich sind nicht alle harmlos. Einige sind erst vor kurzem entstanden, wie die RNA-Viren in Eukaryonten – insbesondere die in Säugetieren und Menschen. Die Viren können in verschiedene Gruppierungen eingeteilt werden. So spricht man von DNA-Viren und RNA-Viren, deren Erbgut in Form von DNA bzw. RNA in den Viruspartikeln enthalten ist. Daneben kennt man Makroviren und Mikroviren. Mikroviren können entweder DNA- oder RNA-Viren sein. Makroviren sind immer DNA-Viren und lassen sich oft auf degenerierte Mikroorganismen zurückführen, wie z.B. das DNA-Virus „Mimivirus“. Dieses hat ein Genom, das fast so groß ist wie das eines Bakteriums, und weitere Analysen ergaben, dass solche Viren wahrscheinlich von harmloses Bodenbakterien abstammen . Durch den Einbau einiger viraler Gene, die für die Hülle kodieren, sieht es wie ein riesiges Virus aus.1 Und da es enorm degeneriert ist, kann es nur noch als Parasit in einer Wirtszelle existieren und ist wie alle Viren nicht selbständig lebensfähig (s. o.). Inzwischen sind Dutzende solcher degenerierter Makroviren entdeckt worden. Einige der Makroviren enthalten mehr DNA als vom Genom der kleinsten Bakterien bekannt ist. Winzige RNA-Viren. Diese viel kleineren RNA-Viren haben nur wenige Gene (normalerweise nicht mehr als ein Dutzend), sind aber oft sehr gefährlich für den Menschen. Das Coronavirus COVID-19 (SARS-CoV2) ist ein solches RNA-Virus. Andere bekannte Beispiele sind das Grippevirus (Influenza-Virus) und HIV (das AIDS verursacht). Der Ursprung dieser Viren liegt noch nicht lange zurück. Woher stammen sie? Sehr wahrscheinlich haben sie ihren Ursprung im Genom von Wirbeltieren. Sie entstehen hier aus genetischen Elementen, die fast genauso ausgestattet sind wie echte RNA-Viren: Endogene Retroviren (ERV). ERV machen etwa 8% des menschlichen Genoms aus. Manchmal verläuft die Umlagerung der ERV (oder: „gag-pol-Elemente“) fehlerhaft. Dadurch können RNA-Viren entstehen. Ein Beispiel ist ein RNA-Virus der Vögel, das Rous Sarcoma Virus (RSV) . Dieses Virus verursacht eine Form von Krebs. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das RSV-Virus als ein ERV, das dem Wirtsgenom ein kleines Stück zusätzliches genetisches Material entnommen hat. Dieses kleine zusätzliche Stück genetischen Materials ist eine Domäne eines Proteins (SRC genannt), das ungebremst die Zellteilung ankurbelt. Und so entsteht in einem Schritt ein Onco-Virus, das Krebs auslöst. Während meiner Forschung an mehreren Universitäten habe ich versucht, ein besseres Verständnis der sogenannten endogenen Retroviren zu bekommen. Ich bin zu der Schlussfolgerung gekommen, dass sie keine Überbleibsel der RNA-Viren sind, sondern ein funktioneller Teil des Genoms. Meiner Meinung nach ist die gängige Meinung, dass die Genome von Tieren und auch das Genom des Menschen aus den Überresten von uralten RNA-Viren aufgebaut sind, falsch. Höchstwahrscheinlich ist es umgekehrt: RNA-Viren sind entgleiste „gag-pol-Elemente“ (normalerweise ERV genannt), biologische Werkzeuge, die mehrere wichtige biologische (Transport)-Funktionen erfüllen .2 Was spricht dafür, dass die gängige Meinung über die Entstehung von RNA-Viren falsch ist? Ein starkes Argument ist das RNA-Virus-Paradoxon. Es besagt, dass nach der molekulargenetischen Phylogenie der RNA-Viren alle diese Viren, einschließlich der oben erwähnten ERV, nicht älter als etwa 50.000 Jahre alt sein können . Zudem gibt es die Beobachtung, dass Viren sich in ihrer Wirkung im Laufe der Zeit immer mehr abschwächen durch genetische Entropie (Verlust von nutzbarer Information) und nicht gefährlicher werden . Darüber hinaus zeigen die Details in der Genetik von genauer bekannten RNA-Viren oft, dass ihr natürlicher Ursprung rekonstruiert und zurückverfolgt werden kann. Und dies führt ihren Ursprung zurück ins Genom der heutigen Wirte. Beispielsweise kann das oben erwähnte RSV auf ein ERV plus einen Teil des SRC-Gens (ein Proto-Onco-Gen) im Genom des Vogels zurückverfolgt werden. Es integrierte nur den On-Switch des Gens und so verwandelte es in ein Onco-Virus. Ebenso beobachteten wir eine kleine (menschenähnliche) IL8-Sequenz beim HIV (RNA-Virus, das AIDS verursacht), die zum Eindringen in die menschlichen Immunzellen verwendet wird. Und das RNA-Virus, das Influenza (Grippe) verursacht, hat einen Teil des (menschenähnlichen) Neuramidase-Gens integriert. RNA-Viren haben also sehr wahrscheinlich ihren Ursprung im Genom komplexerer Organismen, und zwar in ERV. Man kann die ERV mit einem von Menschen gemachtem selbstfahrendem Automobol vergleichen. Aufgrund eines Programmierfehlers kann es einen Menschen überfahren und töten. Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, um das Auto aus dem Verkehr zu ziehen, kann es immer wieder töten. Allerdings wurde das Auto sicherlich nicht mit der Absicht des Tötens hergestellt. Bei ERV ist das genau so. Sie können zu RNA-Viren werden, sind aber nicht so ursprünglich entworfen worden. Es wird behauptet, dass manche RNA-Viren ein Enzym enthalten, das nur in RNA-Viren existiert: die Reverse Transkriptase (RT). Dieses Enzym wird dazu verwendet, das einzelsträngige RNA-Molekül in DNA zu übersetzen, damit es sich in das Wirtsgenom integrieren kann. Bei allen RNA-Viren wird die RT durch das so genannte „pol“-Gen kodiert. Es codiert für ein Polyprotein, das in vier Enzyme gespalten wird: Protease (die die Spaltung vornimmt3, RNase, Integrase und RT. Interessanterweise findet man das „pol“-Gen nicht nur bei RNA-Viren, sondern auch in allen ERV („gag-pol- Elemente“). Dies ist der Grund, warum viele Evolutionsbiologen davon ausgehen, dass ERV die Überreste alter RNA-Virus-Invasionen ins Erbgut von Wirtsorganismen sind. Dennoch gibt es in den Genomen der höheren Lebewesen mehrere RT-Enzyme, die in allen Genomen vorkommen. Es gibt Hunderttausende von RT-Genen im Genom, und zwar in ERV, die sehr ähnlich dem der RNA-Viren sind. Es gibt auch Hunderttausende von RT-Genen in LINEs (Long Interspersed Nucleotide Elements), transposonähnliche genetische Elemente (= „springende Gene“), die die Genexpression und Zelldifferenzierung kontrollieren . Die in LINEs gefundenen RT unterscheiden sich von denen von ERV. Und es gibt TERT, ein RT, dass zur Verlängerung der Telomere benötigt wird . Es gibt also drei unterschiedliche RT-Enzyme im Genom. Die Behauptung, das Vorkommen von RT sei spezifisch für RNA-Viren, ist also falsch. RT-Gene werden überall im Genom der höheren Lebewesen vorgefunden; das ist ein weiteres starkes Argument dafür, dass RNA-Viren ihren Ursprung im Genom haben. RNA-Viren sind also nicht die Schöpfer des Genoms, wie man heutzutage oft behauptet, sondern Degenerationsprodukte des geschaffenen Genoms. Quellen Villarreal LP (2005) Viruses and the Evolution of Life. Washington, DC: ASM Press, xv, 395 pp. http://www.loc.gov/catdir/toc/ecip0419/2004013977.html Aktuelles Beispiel: https://www.tagesspiegel.de/wissen/ursprung-des-lebens-am-anfang-war-das-virus/11867530.html Francis JW, Ingle M & Wood TC (2018) Bacteriophages as beneficial regulators of the mammalian Microbiome. Proc. Int. Conf. Creationism 8, 152–157. Raoult D et al. (2004) The 1.2-megabase genome sequence of Mimivirus. Science 306, 1344–1350. Terborg P (2009) The design of life: part 3 – an introduction to variation-inducing genetic elements. J. Creation 23, 99-106. Terborg P (2018) ERVs and LINEs – along novel lines of thinking. J. Creation 32, 8–11. Pastuzyn ED et al. (2018) The neuronal gene ARC encodes a repurposed retrotransposon gag protein that mediates intercellular RNA transfer. Cell 172, 275–288. Ashley J et al. (2018) Retrovirus-like gag protein ARC1 binds RNA and traffics across synaptic boutons. Cell 172, 262–274. Holmes EC (2003) Molecular clocks and the puzzle of RNA virus origins. J. Virology 77, 3893–3897. Carter RW & Sanford JC (2012) A new look at an old virus: patterns of mutation accumulation in the human H1N1 influenza virus since 1918. Theor. Biol. Med. Model. 9:42; doi: 10.1186/1742-4682-9-42. Jachowicz JW et al. (2017) LINE-1 activation after fertilization regulates global chromatin accessibility in the early mouse embryo. Nature Genetics 49, 1502–1510. Sui X, Kong N, Wang Z & Pan H (2013) Epigenetic regulation of the human telomerase reverse transciptase gene: A potential therapeutic target for the treatment of leukemia (Review). Oncol. Lett. 6, 317–322. Epub 2013 May 29. Anmerkungen 1 Die viralen Gene, aus denen die Hülle besteht, stammen wahrscheinlich von einem Virus, das sich in das Genom des Bakteriums integriert hat. 2 Zu diesem Thema ist ein Artikel für die Herbstausgabe 2020 von Studium Integrale Journal geplant. 3 Die pol-RNA wird sofort abgeschrieben und dadurch entsteht zuerst die Protease, die die andere Enzyme spaltet. Das Gen codiert für vier Proteine. Autor dieser News: Peter Borger, 03.04.20 © 2020
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  • Avatar von Urs
    04.04.2020, 10:06
    Urs hat auf das Thema Worte des Unglaubens bei Gläubigen im Forum Biblische Lehre geantwortet.
    Es scheint zunächst erstaunlich, dass Petrus, der solange mit dem Herrn hier auf der Erde unterwegs war, so etwas sagen konnte. Dies verdeutlicht uns, dass wir uns gar nie sicher fühlen dürfen, die alte Natur die noch in uns ist, genügend in Schach zu halten. Ich habe etwas dazu im Kommentar von Gerhard Maier gefunden: Statt der Übersetzung Auf keinen Fall wird dir so etwas zustoßen bleibt es möglich, auch imperativisch zu übersetzen: „So etwas soll dir auf keinen Fall zustoßen!“ In beiden Fällen muss das οὐ μή als „die bestimmteste Form der verneinenden Aussage über Zukünftiges“ verstanden werden: Auf keinen Fall. Die Beweggründe des Petrus sind nach allem, was wir wissen, nicht nur im Gebiet der Lehre zu suchen. Aller Wahrscheinlichkeit nach bewegte ihn mehr noch die Liebe und Fürsorge für Jesus (vgl. Joh 21,15ff; Mt 26,51), vielleicht auch die Angst, Jesus könnte auf einen Fehlweg geraten. In V. 23 fällt sofort die Wortwahl auf. Jesus nennt Petrus Satan (σατανᾶ ). Bevor man sich den Einzelheiten zuwendet, sollte man festhalten, dass Jesus weder das Wort διάβολος („Teufel“) noch das Wort πονηρός („Schlechter“, „Böser“) benutzt. Petrus ist kein „schlechter“ Mensch. Es geht um eine ganz andere Dimension. Die Wendung ὁ δὲ στραφεὶς εἶπεν τῷ Πέτρῳ zeigt zunächst, dass sich Jesus dem Petrus zuwandte, Petrus also in diesem Moment neben oder hinter ihm ging. Dann folgen drei Ausrufe: 1) ὕπαγε = Geh weg!, eindeutig ein Ruf zur Trennung wie in Mt 4,10 und kein Ruf zur Ermutigung wie in Mt 8,4; 2) ὀπίσω μου = Hinter mich!, ein Ruf, der den Jünger in die Nachfolge weist, „an den ihm gebührenden Platz“ sowohl im äußeren als auch im geistlichen Sinne; 3) σατανᾶ = Satan! Dieser Ruf macht Lesern und Auslegern am meisten zu schaffen. Klar ist, dass Satan (Σατανᾶς ) auf hebr. שָׂטָן zurückgeht, mit den beiden Grundbedeutungen „Widersacher/Feind“ und „Ankläger“. Klar ist ferner, dass es sich schon im AT mehrfach um eine Person handelt, die alles Böse repräsentiert, nämlich den Teufel (Hi 1,6ff; 2,1ff; Sach 3,1ff; 1Chron 21,2; vgl. Lk 10,18). Wie aber kommt es dazu, dass Petrus mit diesem Namen bezeichnet wird? W. Foerster bemerkt mit Recht: „Die Situation der Versuchung leuchtet gleichsam für einen Augenblick auf.“ Die Worte ὕπαγε σατανᾶ (Geh weg, Satan!) finden sich wörtlich in der Versuchungsgeschichte wieder (Mt 4,10). Diese ist der Schlüssel zum Verständnis von Mt 16,23. Jesus sieht sich offenbar noch einmal in demselben Maß versucht wie in Mt 4,1ff. Dass der Versucher sich diesmal des Petrus bedient, des Sprechers der Zwölf und des Bekenntnisses von Cäsarea Philippi, menschlich gesprochen: des besten Freundes Jesu, macht alles schwerer und zeugt von wahrhaft teuflischer Raffinesse. Wie sehr muss Jesus angefochten gewesen sein! Wie sehr auch menschlich verletzt! Ein Messiasweg nicht zum Kreuz, sondern zur Herrschaft lag als Alternative vor ihm. Und keiner auf Erden half ihm zur richtigen Entscheidung. Damit erklärt sich die Schärfe seiner Worte! Maier, G. (2017). Das Evangelium des Matthäus: Kapitel 15–28. (G. Maier, R. Riesner, H.-W. Neudorfer, & E. J. Schnabel, Hrsg.) (S. 82–83). Witten; Giessen: SCM R. Brockhaus; Brunnen Verlag.
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  • Avatar von Urs
    03.04.2020, 22:04
    Urs hat auf das Thema Schätze im Himmel im Forum Biblische Lehre geantwortet.
    Liebe Schwester Larissa
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  • Avatar von Urs
    31.03.2020, 12:27
    Urs hat das Thema Gottes Gerechtigkeit (30.03.2020) im Forum Evangelium erstellt.
    Quelle: www.BIBELSTUDIUM.de Bibelstellen: Römer 3,26 2017 sollte der amerikanische Sheriff Joe Arpaio wegen Diskriminierung von Migranten ins Gefängnis kommen. Doch US-Präsident Donald Trump machte von seinem Recht als Präsident Gebrauch, Menschen begnadigen zu dürfen. Somit bewahrte er Arpaio vor einer Haftstrafe. Was sich dadurch jedoch nicht änderte, war die Schuldhaftigkeit des eigentlich Verurteilten. Arpaio war weiterhin der Gesetzesverstöße schuldig! Begnadigung nahm seine Schuld nicht weg! Es stellt sich die Frage: War dieses Verhalten des Präsidenten gerecht? Irgendwie nicht! Gerecht wäre es gewesen, wenn der Schuldige seine volle Strafe abgesessen hätte, zu der er nach geltenden Recht rechtmäßig verurteilt wurde. Doch dem Sheriff wurde Gnade gezeigt, aber auf Kosten von Gerechtigkeit. Verlassen wir diesen Gerichtsaal und betreten wir einmal „Gottes Gerichtsaal“. Wie wird Gott wohl mit Menschen umgehen, die sich als schuldig vor ihm erwiesen haben? Denn die Bibel sagt in Römer 3,10: „Da ist kein Gerechter, auch nicht einer“ und in Vers 23: „Es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes“. Auch Römer 5,6 ff sagt, dass wir Sünder, Feinde Gottes und Gottlose waren. Damit war der Mensch schuldig vor Gott. Viele fürchten sich vor einem heiligen Gott und damit auch vor der Gerechtigkeit Gottes. Denn sie wissen, dass Gott sie wegen ihrer vielen Sünden gerechterweise verdammen muss. Das steht ganz in Übereinstimmung mit der Aussage in Römer 3: „Wenn aber unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit erweist, was sollen wir sagen? Ist Gott etwa ungerecht, dass er den Zorn auferlegt?“ (V. 5). An dieser Wahrheit kommt niemand vorbei: Gott ist gerecht, wenn er Sünder bestraft. Römer 3,5 und 6 zeigt uns, dass der Tag „der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes“ einmal kommen wird, an dem Gott „jedem vergelten wird nach seinen Werken.“ Und in der Tat zeigt uns Offenbarung 20, dass Gott in seiner Gerechtigkeit einmal jedem Menschen beweisen wird, dass er die Verdammnis verdient hat. Die Sache scheint also ein klarer Fall zu sein. Jeder im Gerichtsaal Gottes erwartet nur ein einziges Urteil: schuldig! Doch, was tut Gott stattdessen? Er rechtfertigt, das heißt er erklärt für gerecht! Was? Einfach jeden? Nein, sondern nur den, der an Jesus Christus glaubt. Das hat keiner erwartet! Dieselbe göttliche Gerechtigkeit, die den Sünder verdammen muss, lässt den Glaubenden Gnade erfahren. Moment mal. Das geht alles zu schnell. Gerade haben wir doch noch davon gesprochen, dass Gottes Gerechtigkeit den Sünder gerechterweise verdammen muss und jetzt reden wir hier von Gnade? Das ist doch ein Widerspruch! Gott kann doch nicht einfach Gnade auf Kosten der Gerechtigkeit anbieten! Das stimmt. Das kann Gott tatsächlich nicht! Wenn Gott handelt, dann muss das zu 100% in Übereinstimmung mit seiner Gerechtigkeit sein. Deshalb lesen wir in Römer 3,26, dass Gott gerecht ist, wenn er den rechtfertigt „der des Glaubens an Jesus ist.“ Natürlich ist es wahr, dass dieses Handeln Gottes mit sündigen Menschen seiner Gnade entspringt. Denn nichts davon hat der Sünder verdient. Aber es ist eben nicht nur Seine Gnade, die so mit schuldigen Sündern handelt. Es ist auch der Ausdruck Seiner Gerechtigkeit, wenn Er den Glaubenden rechtfertigt. Viele Christen sind sich bewusst, dass Gott ihre Sünden vergeben hat. Aber wie sieht es mit dem Bewusstsein aus, dass Gott sie auch gerechtfertigt hat? Rechtfertigung geht dabei viel weiter als Vergebung. Gerechtfertigt zu sein bedeutet, von jeder Anklage frei gesprochen zu sein. Ihm wird nichts mehr vorgeworfen. Gott stellt uns als Gerechte hin, so, als ob wir noch nie gesündigt hätten. Verstehst du, dass das weit mehr als Vergebung ist? Vergebung bedeutet: Ich bin angeklagt und schuldig, aber ich werde nicht bestraft, weil ein anderer die Strafe auf sich genommen hat. Aber wenn Gott rechtfertigt, dann gibt es noch nicht einmal mehr eine Anklage, die gegen mich sprechen könnte. Wie nun kommt es, dass Gottes Gerechtigkeit nicht verletzt wird, wenn er den Sünder für gerecht erklärt? Eben darum, weil die Grundlage des Handelns Gottes der Sühnetod des Herrn Jesus ist! In Römer 3,24 und 25 erklärt Paulus, dass wir gerechtfertigt werden „durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist; den Gott dargestellt hat als ein Sühnmittel durch den Glauben an sein Blut.“ Vorhin haben wir gesehen, dass Gott einen gerechten Zorn über die Sünde von uns Menschen hat. Durch die Sünde ist Gott tief beleidigt worden und daher ist es notwendig, dass sein Zorn beschwichtigt wird, dass Wiedergutmachung geschieht. Nun haben wir Menschen nichts, womit wir das bewirken hätten können. Gott dagegen konnte nicht einfach über die Sünde hinwegsehen. Das wäre nicht gerecht. Nein, es musste einen Weg geben, auf dem gezeigt werden konnte, wer Gott ist und auf dem er in gerechter Weise, seiner göttlichen Natur gemäß mit Sünde umgehen kann. Es muss ein Weg sein, der Gott in erster Linie zufrieden stellt. Und daher hat Gott seinen Sohn, den Herrn Jesus, gesandt, „als eine Sühnung für unsere Sünden“ (1. Johannes 4,10) An dem Kreuz wurde der Herr Jesus, der keine Sünde kannte, zur Sünde gemacht (2. Kor 5,21). Gott hat seinen Sohn nicht verschont. Er hat an ihm abgerechnet, was die Sünde in seinen Augen verdient. So hat er einen Weg gefunden, auf dem er seine Gerechtigkeit aufrechterhalten kann und gleichzeitig dem Sünder Gnade anbieten kann. Das Sühneopfer des Herrn Jesus hat den Zorn Gottes gestillt und ist so wertvoll in Gottes Augen, dass er nun allen Menschen Gnade anbieten kann – und jeden, der an den Herrn Jesus glaubt, rechtfertigen, für gerecht erklären kann. Wenn wir bei dem Thema der Rechtfertigung über den Tod des Herrn Jesus reden, dann müssen wir in dem Zusammenhang aber auch über die Auferstehung des Herrn Jesus reden. In Römer 4,25 lesen wir, dass der Herr Jesus „unserer Übertretungen wegen hingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist.“ Hier geht es um die Sicherheit unserer Rechtfertigung! Wir haben gesehen, dass Gott jetzt gerecht ist, wenn er den Sünder rechtfertigt. Warum? Weil der Herr Jesus am Kreuz dafür in den Tod gegangen ist – und zwar unserer Übertretungen, unserer Sünden wegen! Aber können wir wissen, dass das wirklich ausreicht? Ist Gott wirklich zufrieden gestellt? JA - und die Auferweckung des Herrn Jesus ist der Beweis dafür und damit die ewig gültige und sichere Grundlage unserer Rechtfertigung vor Gott. Wenn wir verstehen, dass Gott den Tod des Herrn Jesus angenommen hat und welchen Wert er ihm beimisst, dann verstehen wir auch gut, dass die Rechtfertigung aus Glauben und umsonst ist (Römer 3,22.24). Rechtfertigung wird auf dem Grundsatz des Glaubens erlangt. Was Gott fordert, ist eine persönliche Inanspruchnahme des Erlösungswerkes des Herrn Jesus. Eigene Werke, die wir Gott vielleicht stolz präsentieren könnten, sind ausgeschlossen. Was vor Gott allein zählt, ist der Tod seines geliebten Sohnes. Und daher rechtfertigt er jeden der im Glauben sich auf diesen Tod stützt! Und weil der Herr Jesus alle gerechten Forderungen Gottes erfüllt hat, werden wir auch „umsonst“ (gratis) gerechtfertigt. Wir können nichts beisteuern, wir brauchen es aber auch nicht. In Römer 8,34 lesen wir: „Gott ist es, der rechtfertigt, wer ist es der verdamme“. Der Gott der den Glaubenden gerecht erklärt und von aller Anklage befreit, ist derselbe Gott, der seinen Sohn als eine Sühnung gegeben hat und durch den Tod seines Sohnes zufrieden gestellt worden ist. Darauf kommt es an! Darin liegt alle Sicherheit! Die Gerechtigkeit Gottes gibt uns eine feste Grundlage, auf welcher wir stehen können. Gott braucht seiner unverletzlichen Gerechtigkeit keinen Abbruch zu tun. Im Gegenteil, in dem er den Glaubenden rechtfertigt, hat er gerade seine Gerechtigkeit gezeigt. In diesem Bewusstsein, dürfen wir den Gerichtsaal Gottes verlassen. Gott ist nicht einfach ein liebenswürdiger, milder Richter, der Mitleid mit uns bekommen hat und daraufhin seine gerechten Forderungen fallen gelassen hat. Er ist ein absolut gerechter Richter, der aber eine gerechte Grundlage gefunden hat, um uns öffentlich für gerecht zu erklären. Diese Grundlage ist – wie könnte es anders sein – der Verdienst des Todes des Herrn Jesus. Friedemann Werkshage Gottes Gerechtigkeit
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  • Avatar von Urs
    31.03.2020, 11:40
    Urs hat auf das Thema 1. Mose 16 Galater 4:21-31 im Forum Biblische Lehre geantwortet.
    Liebe Schwester Larissa Paulus kehrt ins AT zurück, zu Abraham, auf den sich die jüdischen Gesetzeslehrer berufen. Er verweist auf die Tatsache, dass Abraham zwei Söhne hatte, zuerst Ismael, dann den Isaak. Er benützt diese beiden Namen, um die Heilsgeschichte zu symbolisieren. Die Verführung der Galater-Christen erfolgte durch judaistische Gesetzeslehrer. Sie wollten die Galater zu einem Gottesdienst führen, wie er zu jener Zeit in Jerusalem noch geübt wurde. Der ganze im AT praktizierte Gottesdienst weist jedoch gleichnishaft auf Jesus Christus und sein Erlösungswerk hin. Nun aber ist Christus gekommen und für unsere Sünden gestorben. Jetzt sind keine Opfer für Sünden mehr nötig. Der jüdische Klerus realisierte jedoch nicht, dass Gott das Heil, das die Juden suchten, in ihrer Mitte bereits vollbracht hat. Sie lebten an der Wirklichkeit vorbei. Sie warteten weiter auf einen Christus, sie opferten weiter ihre Tieropfer und merkten nicht, dass diese Art Gottesdienst bedeutungslos geworden ist. Paulus macht deutlich, dass die Juden mit ihrem Gesetzesdienst am falschen Platz stehen. Die gesetzesfrommen Juden sahen sich als Nachkommen Isaaks verstanden. Sie meinten, auf Grund ihrer leiblichen Abstammung die direkte Nachkommenschaft der Heilslinie zu repräsentieren... Paulus beweist ihnen das Gegenteil: Während Abraham durch Glauben gerecht wurde, versucht das gesetzesorientierte Israel durch 'Werke des Gesetzes' vor Gott gerecht zu werden.
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  • Avatar von Urs
    29.03.2020, 20:09
    Urs hat auf das Thema Ungläubige Kinder automatisch erettet ? im Forum Evangelium geantwortet.
    Liebe Alexandra Zusätzlich zu dem was Hans Peter bereits geschrieben hat noch eine Ergänzung zu 1 Kor 7,14 Der ungläubige Teil der Ehe ist „geheiligt“ durch den gläubigen Teil der Ehe. Das bedeutet nicht, dass letzterer automatisch gerettet wäre, auch die Kinder sind nicht automatisch gerettet. Es geht lediglich darum, dass Gott das schwierige Problem löst, wenn eine im Geist mit Ihm verbundene Person eins wird mit einer Person, für die das nicht zutrifft. Letzlich ist es eine grosse Chance, dass der ungläubige Teil der Ehe durch den gläubigen Teil sich zum Herrn bekehrt. Vergleiche auch mit 1 Kor 6,16
    2 Antwort(en) | 142 mal aufgerufen
  • Avatar von Urs
    25.03.2020, 21:14
    Liebe Freunde Ich habe soeben folgendes Mail von Logos erhalten:
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  • Avatar von Urs
    25.03.2020, 18:04
    Urs hat auf das Thema Corona und die Angst im Forum Christliches Leben geantwortet.
    (Quelle: bibelpraxis.de) Wer hinter Corona steht (1) Wer steckt eigentlich hinter diesem Coronavirus? Einfach nur eine „zufällige“ Epidemie, eine besondere „Influenza“? Nein, da muss mehr dahinter sein – kein Zweifel! Wir haben es mit einem mächtigen Agenten zu tun. Wir singen - mit Recht - in einem Lied: „Auch wenn der Weg durch Wogen, durch Dunkelheiten führt, steht Jesus doch am Ufer, von uns oft unerkannt. Was unsre Augen sehen, ist nur, was uns beschwert, doch Er ist in den Leiden - von uns oft unerkannt." Das wollen wir unbedingt festhalten, dabei aber nicht verkennen, dass es auch eine andere Seite gibt. Von dieser spricht zum Beispiel der Apostel Paulus: „Deshalb wollten wir zu euch kommen (ich, Paulus, nämlich), einmal und zweimal, und der Satan hat uns daran gehindert" (1. Thes 2,18). Nun fragen wir uns: Was oder besser gesagt wer steht eigentlich hinter dem Coronavirus, das uns seit Wochen nun in Atem handelt? Dazu skizziere ich einige Gedanken. Was Ungläubige betrifft 1. Der Panikmacher Was ist die Reaktion vieler Menschen auf das Virus gewesen? Angst, Panik. Das spürt man noch heute, dass man nur noch in großem Abstand von Menschen gehen und stehen darf. Und wehe, man nähert sich ihnen zu sehr, werden etliche sofort laut. Angst, die im Blick die meisten völlig überzogen ist. Wer löst Panik aus? „Der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge" (1. Pet 5,8). Keine Frage, der Teufel ist der große Angstmacher, der Panik auslöst. Er versucht, die Menschen einzuschüchtern und sie in Angst zu versetzen. Dann sind sie nicht mehr in der Lage, nüchtern und besonnen Entscheidungen zu treffen. Ratlosigkeit ist die Folge. Wir denken auch daran, dass es der ist, von dem ein Schreiber sagt, dass er die Macht des Todes hat: „Weil nun die Kinder Blutes und Fleisches teilhaftig sind, hat auch er in gleicher Weise daran teilgenommen, damit er durch den Tod den zunichtemachte, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel" (Heb 2,14). Der Herr hat ihn zunichtegemacht. Aber vollzogen wird dieses Gericht erst in der Zukunft. Noch immer schreckt Satan die Menschen mit Todesangst. 2. Der Beschäftiger Man möchte eigentlich glauben und hoffen, dass die Menschen angesichts der Angst zum Nachdenken kommen. Dass sie überlegen, was nach ihrem Tod sein kann. Aber es gibt einen, der das nicht will. Der sie damit beschäftigt, dass sie mit ihrem Leben klar kommen. Dass sie sich mit ihrer Angst beschäftigen. Dass sie sich mit dem Thema des Virus beschäftigen, statt mit Gott und mit ihrer Seele. Dass ihre Gedanken und Herzen gefangengenommen werden und nicht offen sind für die Gute Botschaft. „Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, welcher Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt" (Off 12,9). Noch ist dieses Ereignis nicht geschehen, nämlich dass der Teufel auf die Erde geworfen wird. In der Drangsalszeit, von der dieser Vers spricht, wird er noch schlimmer wüten. Aber schon heute ist er als die listige Schlange unterwegs, der die Menschen von den richtigen Gedanken wegbringen möchte. Er möchte nicht, dass sie sich mit dem Heil beschäftigen, sondern dass sie ständig in den geöffneten Rachen des Löwen hineinschauen. 3. Der Beschwichtiger Und dann gibt es solche, die das alles nicht ernst nehmen. Auch das redet ihnen dieser Widersacher ein. Es wird schon wieder besser werden. Du wirst schon von der Schippe springen - Du bist bestimmt nicht betroffen, höchstens andere. Oder man hört, wie heute in der Bundestagsdebatte: Wir werden nach der Krise stärker sein, besser sein. Alles wird gut (was leider auch manche Christen einfach daher sagen ...). Wir packen das. Gemeinsam sind wir stark. Was sagt Paulus vom Teufel: „ihn , dessen Ankunft nach der Wirksamkeit des Satans ist, in aller Macht und allen Zeichen und Wundern der Lüge" (2. Thes 2,9). Der Teufel ist der große Lügner. Er unterstreicht seine Lügen auch noch mit Wundern. Vielleicht werden wir uns noch wundern, wie von heute auf morgen das Problem auf einmal behoben ist. Und dann: War alles nur „fake"? Sicher nicht! Das Leben geht weiter, muss irgendwie weiter gehen, bloß nicht intensiver nachdenken. Alles nicht so schlimm! Wirklich nicht? Es geht nicht einfach um das irdische Leben, sondern um das ewige Leben. „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle" (Mt 10,28). Was Gläubige betrifft 1. Der Panikmacher Man kann - leider - spiegelbildlich schreiben, was für Ungläubige gilt: Was ist die Reaktion vieler Christen auf das Virus gewesen? Angst, Panik. Das spürt man, wie manche reagieren, wenn man davon spricht, dass wir in Gottes Hand sind. Das Virus ist ernst zu nehmen; Krankheiten und Krankheitserreger haben wir immer in gewisser Hinsicht ernst zu nehmen. Aber Angst und Panik? Glauben wir noch, dass Gott größer ist und über allem steht, auch über uns? Wer löst Panik aus? „Seid nüchtern, wacht; euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge" (1. Pet 5,8). Interessant, dass dieser Vers beginnt: Seid nüchtern! Auch uns Christen will der Teufel diese Nüchternheit nehmen. Er möchte, dass wir ständig meinen, vor einem brüllenden Löwen zu stehen. Dabei haben wir doch unseren Herrn auf unserer Seite, oder? Und was ist, wenn es Todesfälle unter Gläubigen gibt? Natürlich gibt es diese! Denn wir sind doch nicht immun gegen dieses Virus (wie wir auch gegen andere Erreger nicht immun sind, weil wir an den Herrn Jesus glauben!). Täglich sterben Christen an Krankheiten, Verletzungen usw. Löst das bei uns Angst und Panik aus? Hoffentlich nicht. Wir gehen dann heim, wir sind bei Christus. Lasst uns das nie vergessen. Unsere Zeit ist in seinen Händen - so oder so! Nicht, dass wir leichtsinnig oder fahrlässig handeln sollten - keineswegs! Aber Panik? Hamsterkäufe ... Petrus fährt fort: „Dem widersteht standhaft im Glauben!" (1. Pet 5,9). Natürlich, bei den Empfängern dieses Briefes ging es um das Widerstehen im Blick auf Verfolgungen. Aber Petrus drückt sich hier sehr allgemein aus. Lasst uns im Glauben widerstehen und nicht zulassen, dass es dem Teufel gelingt, uns Tag und Nacht mit diesem Virus und seinen Folgen zu beschäftigen. 2. Der Verhinderer Manchmal wird diese Taktik des Teufels übersehen. Man meint, dass die Regierungen doch jetzt Gutes von uns verlangen, zum Beispiel, dass es keine Versammlungen von sogenannten Glaubensgemeinschaften geben darf, um die Ansteckung einzudämmen. Mein Punkt ist nicht, was die Regierungen tun, sondern was der will, der dahinter steht. Was möchte der Teufel? Dass wir als Christen nicht zusammenkommen. Vielen Christen mag das relativ egal sein. Sie haben ihre virtuelle Kirche. Oder ihnen sind die Zusammenkünfte nicht so wichtig. Abendmahl haben sie maximal einmal im Monat. Und wie steht es um uns persönlich? Uns sind die Zusammenkünfte wichtig, auch das Gedächtnismahl. Es ist die einzige Gelegenheit, wo wir in dieser Weise die persönliche Gegenwart des Herrn in der Mitte der Gläubigen erleben können (Mt 18,20). Wir wollen auf dieses Zusammenkommen nicht verzichten. Und das weiß der Teufel. Er verhindert, wo immer das möglich ist, dass wir diesem Wunsch und Vermächtnis des Herrn nachkommen können. Nach Christus gibt es keinen größeren Angriffspunkt für Satan als die Versammlung. Denn sie ist die einzige göttliche Körperschaft hier auf der Erde, heute. In ihr wohnt der Geist Gottes. Der Teufel versucht alles, ihr zu schaden. Das Virus ist ihm dabei ein sehr willkommenes Mittel. 3. Der Streiterzeuger Schon immer wollte der Teufel Streit unter die Gläubigen bringen. Das Virus ist ihm dazu ein probates Instrument. Der Apostel sah die Gefahr bei den Korinthern und schrieb daher: „Wem ihr aber etwas vergebt, dem vergebe auch ich; denn auch ich, was ich vergeben, wenn ich etwas vergeben habe, habe ich um euretwillen vergeben in der Person Christi, damit wir nicht vom Satan übervorteilt werden; denn seine Gedanken sind uns nicht unbekannt" (2. Kor 2,10.11). Er soll nicht triumphieren - bei uns am Ort und darüber hinaus. Gibt es nicht die große Gefahr, dass der Teufel es schafft, etwas, was unserem Fleisch sehr willkommen ist - Streit - unter die Gläubigen zu säen (Gal 5,20; Jak 4,1)? Er schafft das, weil wir uns nicht bewusst machen, dass wir mit Christus gestorben sind und unser Fleisch keine Autorität in unserem Leben haben darf. Der Teufel freut sich, wenn Christen in Streit geraten, wer geistlicher ist, wer weltlicher ist usw. Wie tragisch, wenn jetzt an einem Ort zwei Überzeugungen vorhanden sind und diese zu einem Gruppendenken führen. Gott hat Einheit bewirkt. Wir sollen diese Einheit bewahren im Band des Friedens. Keiner ist geistlicher, weil er so oder so handelt. Lasst uns unsere eigenen Herzen da prüfen! 4. Der Magnet (in die Welt) Der Teufel möchte uns auch in die Welt ziehen. Schon mit dem Herrn Jesus hat er das versucht: „Wiederum nimmt der Teufel ihn mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit" (Mt 4,8). Wie viel mehr versucht er das mit uns, die Welt schmackhaft zu machen. Wenn jetzt an einigen Orten keine Zusammenkünfte stattfinden, ist die Gefahr groß, dass man sich daran gewöhnt. Wenn schon Demas den gegenwärtigen Zeitlauf lieb gewonnen hat, wie viel mehr stehen wir in Gefahr angesichts der vielen Angebote, das zu tun. Wie leicht kann man sich daran gewöhnen, den Sonntag „frei" zu haben. Wie wichtig ist es, dass wir dem Satan diesen Triumph nicht schenken. Hier ist der Hirtendienst am Ort so wichtig, dass wir erkennen, wo wir - mit den Mitteln, die wir jetzt noch nutzen können - zum Wohl der Gläubigen tätig sind. 5. Der Dramatisierer Ganz leicht können jetzt Bibelstellen uns zur Furcht bringen, die Gott dem ungläubigen Volk Israel züchtigend vorstellen musste. Wir lesen zum Beispiel in Maleachi 1,10: „Wäre doch nur einer unter euch, der die Türen verschlösse, damit ihr nicht vergeblich auf meinem Altar Feuer anzündetet! Ich habe kein Gefallen an euch, spricht der Herr der Heerscharen, und eine Opfergabe nehme ich nicht wohlgefällig aus eurer Hand an." Ja, wir müssen als Teil der Christenheit sagen, dass dies leider wahr ist. Was auf dem Boden falscher Lehre und von Unmoral gebracht wird, kann Gott nicht gefallen. Niemals! Aber so etwas sagt Er nicht zu solchen, die wirklich Leben aus Gott haben, die Ihm gehorsam sein möchten, so schwach und fehlerhaft das auch ist. So hat Gott nicht zu den Korinthern gesprochen. Er legte ihnen nicht auf, mit den Zusammenkünften aufzuhören, weil ihr Zustand so böse war. Er wollte, dass sie umkehrten, dass sie sich demütigten, um weiter zusammenzukommen. Hier erleben wir den Teufel als jemand der die „Gestalt eines Engels des Lichts annimmt" (2. Kor 11,14), der sich verstellt und unser Versagen sehr groß vorstellt, um unser Gewissen zu zertrümmern: „Wie kann man in diesem Zustand noch zusammenkommen, wo so etwas so plötzlich über uns Christen gekommen ist! Das ist von Gott (das schauen wir uns ein anderes Mal auch genauer an!), wir müssen erst einmal innehalten!" Ja, unser geistlicher Zustand mag nicht gut sein, das müssen wir bekennen. Aber Gott dramatisiert nie, wie Er Dinge auch nicht klein redet. Vor allem ist der Thron Gottes immer offen - für Fürbitte und Anbetung vonseiten derer, die Ihn ehren wollen. Zum Schluss Die Gedanken und Ziele des Teufels sind uns nicht unbekannt. Gott berichtet darüber in seinem Wort. Wir wollen nüchtern sein und erkennen, wer hier hinter der Szene tätig ist. Wir sollten uns wappnen und Gott treu sein in allem. Das kann unser Herr von uns erwarten. Manuel Seibel
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  • Avatar von Urs
    22.03.2020, 19:34
    Urs hat auf das Thema Corona und die Angst im Forum Christliches Leben geantwortet.
    Liebe Freunde Petrus sagt uns im Petrusbrief 1,13 klar, dass wir uns an die Instruktionen des Staates halten sollen. Unabhängig, ob wir diese im Detail verstehen, oder damit vollumfänglich einverstanden sind. In Vers 16 sind wir aufgerufen, uns als "Knechte Gottes" zu verhalten. McD:
    48 Antwort(en) | 3488 mal aufgerufen
  • Avatar von Urs
    20.03.2020, 20:33
    Urs hat auf das Thema Corona und die Angst im Forum Christliches Leben geantwortet.
    Lieber Bobby Ich sehe das ähnlich. Es ist schrecklich, was so ein Virus offenbar anrichten kann. Allerdings dürfen wir nie vergessen, was uns der Herr mitgegeben hat:
    48 Antwort(en) | 3488 mal aufgerufen
  • Avatar von Urs
    13.03.2020, 20:44
    Urs hat auf das Thema Hebräer 10:23-25 im Forum Was bedeutet? geantwortet.
    Liebe Schwester Larissa Ab zeigt der Verfasser auf, welche Auswirkungen das Festhalten am Bekenntnis zum Sohn Gottes im alltäglichen Leben hat. Er braucht dazu mit Vorliebe die Form von Ermunterung und Ermahnung. Der Weg zum Leben ist offen. Jeder kann frei und ungehindert ins Allerheiligste eintreten und Gott nahen, weil Jesus Christus sein Blut vergossen hat. Als Er seinen Leib im Tod brechen liess, ist der Vorhang, der das Allerheiligste vom vorderen Raum trennte, zerrissen. Dieser offene Zugang war noch nie da gewesen, ist aber mit dem Tod unseres Herrn Jesus Christus Realität geworden. Wir haben einen grossen Priester, der für den offenen Weg bürgt Auf diese Tatsachen gründen die drei nachfolgenden Aufforderungen. Lasst uns hinzutreten, lasst uns immer wieder die Tür benutzen und Gemeinschaft mit Gott suchen mit aufrichtigem Herzen, im festen Vertrauen und als solche, diein der Ganzheit ihres Lebens (Herz, Gewissen, Leib) gereinigt sind. Lasst uns an der Hoffnung, zu der wir uns bekennen, festhalten. Die Hoffnunggründet sich auf die Zusagen Gottes. Seine Treue garantiert, dass die Hoffnungnicht zuschanden wird, sondern zur Erfüllung kommt. Lasst uns aufeinander acht haben, uns um einander kümmern und uns gegenseitig anspornen, Liebe zu üben und Gutes zu tun. Damit dies geschehen kann, gilt es,den Zusammenkünften nicht fern zu bleiben. Dort bietet sich die Gelegenheit,einander Mut zuzusprechen zum Vorwärtsgehen auf dem neuen Weg.
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