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Wandel im Geiste

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    Wandel im Geiste

    Ein Grundproblem ist der Imperativ: "Wandelt im Geist" (Gal 5,16;
    vgl. Eph 5,19),
    wo doch aus eigenem Bemühen nichts wirklich Geistliches zustande kommen kann. Aber reine Passivität ist eben auch nicht die
    Lösung.

    Jemand betitelte eine Predigt über Gal 5 einmal treffend mit
    "Die Fabrik und der Garten".
    Beides, Fabrik und Garten, sind Ort der Produktion;
    in der Fabrik sind es die stinkenden, sklavischen
    menschlichen Bemühungen um Werke,

    im Garten die duftenden Früchte des Lebens, wie Gott es gewirkt hat.
    Wenn wir nun diese Früchte des Geistes
    hervorbringen wollen, müssen wir unser Ackerfeld des Herzens dazu
    bereiten, sodass die Voraussetzungen stimmen: Ein aufgebrochener,
    weicher Boden, in dem alle irdische Hoffnung wie ein Samenkorn stirbt,
    die Sonne der Liebe Gottes, das Begießen durch Geschwister, die ihre
    Gaben ausüben, den Gärtner beschneiden lassen usw.

    Der Römerbrief zeigt insbesondere in
    Kapitel 8 das Leben im Geist auf.
    Hier finden wir allerdings keine praktischen Anweisungen, da der Blick
    ganz von uns weg gelenkt wird. Doch enthält der Römerbrief als
    vollständige Darlegung der Erlösung, einschließlich der Geistesfülle,
    sehr wohl praktische Anweisungen dazu, gewissermaßen als Umrahmung von
    Kapitel 8. Die m.E. bedeutendsten seien hier herausgestellt:

    - Frieden mit Gott erlangen, d.h. wiedergeboren werden (Kap 1 - 5)
    - sich sonnen in der Liebe Gottes (5,5)
    - wissen darum, mit Christus gestorben zu sein (6,3-6)

    - sich der Sünde für tot halten (6,11)
    - sich Gott zur Verfügung stellen, ausliefern (6,13)

    - das eigene Leben ohne Einschränkung für Gott aufopfern, hingeben (12,1)
    - sein altes Denken in biblisches Denken umformen lassen und so den Willen Gottes mehr und mehr erkennen (12,2)
    - eine absolut demütige und dienende Gesinnung aneignen (12,3)
    - mit dieser Gesinnung (12,1-3) seine geistliche (Auf-) Gabe ausüben
    - sich die Gesinnung von Röm 12,9-21 aneignen

    - Röm 13 - 16 praktizieren

    "Training im Christentum, (*) Band 3" führt in Kapitel 3 ("Überströmendes
    Leben") folgende Schritte an:
    - Dürsten danach, nicht mit einem mittelmäßigen Leben zufrieden geben
    - Bewusstmachung der innewohnenden Kraft nach Eph 1,18-20; 2,6
    - In Anspruch nehmen ("Besitznahme des verheißenen Landes")
    - Wandel entsprechend der Berufung
    und außerdem folgende Hindernisse:
    - möglicherweise gar nicht wiedergeboren
    - fehlender Wille, fehlende Motivation/Bereitschaft zur
    Lebensveränderung
    - fehlende Belehrung
    - möglicherweise entmutigt durch Fehlschläge

    Kurz noch zur Frage der zeitlichen ("minutlichen, stündlichen") Seite.
    Es gibt kein Gebot für eine "stille Zeit" am Morgen,
    aber wenn wir das
    Vorkommen der Begriffe "Morgen für Morgen" in der Schrift untersuchen,
    wird die praktische Bedeutung, wie wir unsere Morgenstunden nutzen, sehr
    deutlich:
    - Morgen für Morgen wurde das Manna gesammelt (2Mo 16,21)
    - Morgen für Morgen wurde angebetet (2Mo 30,7)
    - Morgen für Morgen wurden freiwillige Opfergaben gebracht (2Mo 36,3)
    - Morgen für Morgen wurde Holz zum Brandopfer angezündet (3Mo 6,5)
    - jeden Morgen ließ der Herr Jesus sich das Ohr wecken, damit er hört, wie Jünger hören (Jes 50,4)
    u.v.m.

    Röm 8,14 spricht davon, dass Gläubige vom Geist geleitet sind.
    Das bezieht sich nicht auf bestimmte, eingeschränkte Zeiten, sondern gilt
    für immer. Insbesondere ist es nicht so, dass nur in der Gemeinde der
    Geist plötzlich über jemanden kommt, um ihn zu leiten. Alltägliche
    Geistesleitung kommt natürlich in der Gemeinde ganz besonders zum
    Ausdruck (gerade ihr Fehlen wird in der Versammlung deutlich).

    Im Herrn Jesus Christus
    Hans Peter Wepf
    1. Mose 15.6
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