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Israel, die 12- Stämme Israel; Levi Geschichte und Verantwortung

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  • Israel, die 12- Stämme Israel; Levi Geschichte und Verantwortung

    Levi Geschichte und Verantwortung

    Stamm Levi
    Die Geschichte des Stammes Levi ist ebenfalls ganz speziell. Obwohl Levi an der Bluttat in Sichem beteiligt
    war, hat ihn Gott zu einer besonderen Aufgabe berufen: Priesterdienst im Heiligtum und Wächteramt über
    das Gesetz. Zu Levi gäbe sehr viel zu berichten. Ich betone bewusst die etwas weniger bekannten Dinge.
    Abstammung
    Levi ist der dritte Sohn Jakobs. Seine Mutter ist Lea. Jakob liebte Rahel mehr als Lea. Die Beziehung zwischen
    Jakob und Lea hatte sich nicht gebessert. Auch nicht nach zwei Söhnen, die sie Jakob geschenkt hatte. Deshalb
    sprach Lea bei der Geburt des dritten Sohnes: Diesmal endlich wird sich mein Mann an mich anschliessen,
    denn ich habe ihm drei Söhne geboren. Deshalb gab man ihm den Namen Levi (Gen. 29,34).
    Name
    Der Name Levi bedeutet anschliessen oder zusammenbringen. Eine tiefsinnige Deutung dieses Namens macht
    die rabbinische Literatur: Levi bringt die Söhne mit ihrem Himmlischen Vater zusammen (durch ihren Pries-­‐
    terdienst).

    Die Vollbrüder Levis waren Ruben, Simeon, Juda, Issaschar und Sebulon.

    Sechs Söhne von Lea
    Lea schenkte Jakob sechs Söhne. Warum waren es gerade sechs Söhne und nicht fünf oder sieben?
    Lea war durch Labans Winkelzug Jakobs Frau geworden. Diese Handlung entsprang den Berechnungen und
    Gedanken des gefallenen Menschen. Die Zahl sechs präsentiert -­‐ neben dem numerischen Wert -­‐ Zustände
    oder Handlungen in dieser gefallenen Welt und Zeit. Mehr zur Zahl sechs siehe im Beitrag Zahlen in diesem
    Forum.

    Grösse des Stammes
    Am Ende der Wüstenwanderung umfasste Levi nur 23,000 männliche Angehörige (Num. 26,62). Dabei zählte
    man alle männlichen Angehörigen ab dem Alter von einem Monat. Bei den anderen Stämmen hatte man die
    wehrfähigen Männer gezählt. Weshalb diese unterschiedliche Vorgehensweise bei der Zählung? Levi soll of-­‐
    fensichtlich nicht an Kampfhandlungen teilnehmen. Priesterdienst und Kampfhandlungen sollen nicht ver-­‐
    mengt werden.

    Besiedlungsgebiet
    Der Stamm Levi erhielt kein Stammesgebiet. In Jos. 13,14 heisst es: Nur dem Stamm Levi gab er kein Erbteil.
    Die Feueropfer des HERRN, des Gottes Israels, sind sein Erbteil, wie er [Mose] ihm gesagt hatte (siehe auch
    Deut. 18,1). Stattdessen wurden den Stammesangehörigen Levis Städte und Weideplätze unter den übrigen
    Stämmen zugewiesen (Jos. 21). Der Stamm Levi lebte zerstreut unter den anderen Stämmen. Der Grund dafür
    wird weiter unten bei den geistlichen Aspekten erörtert.
    Als sich das Nordreich vom Südreich abspaltete (um 930 v.Chr.), emigrierten viele Leviten in das Südreich Juda
    (2. Chr. 11, 13-­‐14).

    Aufgaben des Stammes Levi
    Der Segen Mose bringt die Bestimmung Levis zum Ausdruck: Priesterdienst im Heiligtum und Wächteramt
    über das Gesetz.

    Segen Mose (Deut. 33,8-­‐11)
    a. Deine Tummim und deine Urim sind für den Mann, der Dir treu ist, den Du versucht hast bei Massa, mit
    dem Du gestritten hast bei dem Wasser von Meriba, der von seinem Vater und von seiner Mutter sagte: 'Ich

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    habe ihn nicht gesehen!', und der seine Brüder nicht kannte und von seinen Söhnen nichts wusste. Denn sie
    haben Dein Wort beachtet, und Deinen Bund bewahren sie.
    b. Sie lehren Jakob deine Rechtsbestimmungen und Israel dein Gesetz. Sie legen Räucherwerk vor deine Nase
    und Ganzopfer auf deinen Altar.

    c. Segne, HERR, seine Kraft, und das Werk seiner Hände lass Dir gefallen! Zerschmettere die Hüften derer, die
    sich gegen ihn erheben, und seiner Hasser, dass sie nicht mehr aufstehen!
    Der Segen Mose hat drei Teile:
    a. Levi hatte auf der Wüstenwanderung dreimal bewiesen, dass auf ihn Verlass war. Gott konnte sich auf ihn
    verlassen. Levi haderte nicht mit Gott bei Massa und Meriba (Ex. 17,1-­‐7;Num. 20,1-­‐14). Er stellte sich auf die
    Seite Gottes im Anschluss an die Sünde mit dem goldenen Kalb. Er vollzog das Gericht selbst gegen eigene
    Verwandte (Ex. 32,26).
    b. Aufgaben des Stammes Levi.
    c. Sein geistlicher Beruf soll gesegnet sein. Er soll sich nicht selbst verteidigen müssen. Gott wird für den
    Stamm Levi streiten.

    Tummim und Urim
    Damit weist Mose auf das Amt der Hohepriester hin. Tummim und Urim gehörten zur Ausstattung des Hohe-­‐
    priesters (Ex. 28,15-­‐30). Es handelte sich um Lossteine. Der Hohepriester trug sie in einer speziellen Tasche auf
    der Brust. Man benutzte diese Lossteine u.a. für schwierige Entscheide (1. Sam. 28,6) bzw. für die Wahrheits-­‐
    findung (1. Sam. 14,41-­‐42).
    Tummim (hebr.) leitet sich ab von Vollständigkeit(en), Vollkommenheit(en). Es steht für vollkommene Wahr-­‐
    heit oder unschuldig.
    Urim (hebr.) leitet sich ab von Licht(er). Es steht für Licht in eine Sache bringen oder schuldig-­‐sein.
    Auf der oben erwähnten Brusttasche waren zwölf (Edel)steine eingenäht. Jeder dieser Steine trug den Namen
    eines Stammes. Später in der Geschichte trug der Hohepriester stattdessen nur noch eine Platte auf der Brust.
    In diese Platte waren zwölf Steine eingelassen, für jeden Stamm ein Stein.

    Aaron und seine Nachkommen
    Aaron und seine Nachkommen werden als Priester berufen. Aus ihrer Mitte kommen auch die Hohenpriester.
    Aaron war der erste Hohepriester.
    Ex. 28,1
    „Du aber lass deinen Bruder Aaron und seine Söhne mit ihm aus der Mitte der Söhne Israel zu dir herantreten,
    damit er mir den Priesterdienst ausübt, Aaron [und mit ihm] Nadab und Abihu, Eleasar und Itamar, die Söhne
    Aarons.“

    Übrige Nachkommen Levis
    Die übrigen Nachkommen Levis wurden Diener und Gehilfen. Sie waren den Priestern unterstellt. Sie dienten
    unter anderem in folgenden Funktionen:
    -­‐ Bewachung des Heiligtums
    -­‐ Sänger und Musiker
    -­‐ Verwaltungsbeamte, Schreiber
    -­‐ Richter
    Der Zehnte
    Die Nachkommen Levis erhielten den Zehnten für ihren Lebensunterhalt. Das heisst, den zehnten Teil von
    allem, was erzeugt und produziert wurde. Weshalb aber der zehnte Teil? Weshalb nicht einen Zwölftel? Ich
    denke, der Schlüssel ist bei der unterlegten Bedeutung der Zahl zehn zu finden. Die Zahl zehn repräsentiert
    Alle (siehe Zahlen in diesem Forum). Neben dem numerischen Wert bedeutet der Zehnte somit: Von allem
    einen repräsentativen Anteil.
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    Geistliche Aspekte

    Bluttat zu Sichem
    Eigentlich beginnt die Geschichte Levis ganz schlecht. Zusammen mit seinem Bruder Simeon rächt Levi die
    Vergewaltigung ihrer Schwester Dina in Sichem (Gen. 34,1-­‐31). Ihr Vater Jakob verurteilt diese Bluttat aufs
    schärfste. Die Bluttat hat weit reichende Konsequenzen. Der Segen Jakobs (Gen. 49,5-­‐7) bringt die Konse-­‐
    quenzen auf den Punkt.

    Segen Jakobs (Gen. 49,5-­‐7)
    a. Die Brüder Simeon und Levi, Werkzeuge der Gewalttat sind ihre Waffen.
    b. Meine Seele komme nicht in ihren geheimen Rat, meine Ehre vereinige sich nicht mit ihrer Versammlung!
    Denn in ihrem Zorn erschlugen sie den Mann, in ihrem Mutwillen lähmten sie den Stier.
    c. Verflucht sei ihr Zorn, weil er so gewalttätig, und ihr Grimm, weil er so grausam ist! Ich werde sie verteilen
    in Jakob und sie zerstreuen in Israel.

    Der Segen Jakobs hat drei Teile:
    a. Levi und Simeon setzten das Schwert (Kriegswaffe) zur Gewalttat ein.
    b. Jakob distanziert sich völlig von ihrem Zorn und ihrer Rache. Dies entspricht nicht Gottes Anweisungen für
    die Nachkommen Jakobs.
    c. Levi und Simeon werden verteilt und zerstreut in Israel.

    Erfüllung des Segens Jakobs
    Gemäss dem Segen Jakobs wurde Levi kein Gebiet zugesprochen. Die Angehörigen des Stammes Levi lebten
    verstreut unter den anderen Stämmen.

    Zerstreuung als Schutz
    Vielleicht hat Gott den Stamm Levi zu dessen eigenem Schutz zerstreut unter die übrigen Stämme. Mit dieser
    Massnahme wurde verhindert, dass er eigenmächtig einen Krieg anfangen konnte. Und dabei das Risiko lief,
    von einem stärkeren Gegner ausgelöscht zu werden.

    Ausgewählte Nachkommen Levis
    Mose
    Der herausragendste Nachkomme Levis war wohl Mose. Obwohl auch er am Anfang glaubte, er müsste das
    Gericht in die eigenen Hände nehmen. Er erschlug einen Ägypter. Mose handelte in ähnlicher Weise wie sein
    Urahne Levi in Sichem. Doch anschliessend wurde Mose zum Mann Gottes.
    Söhne Korahs
    Sie verfassten etliche Psalmen.
    Asaph
    Asaph war ein herausragender Musiker und Sänger zur Zeit Davids. Noch mehr: er war auch Dichter und Pro-­‐
    phet. Auch seine Nachkommen taten sich als Musiker und Psalmschreiber hervor.

    Johannes der Eintaucher
    Auch Johannes der Eintaucher (Täufer) war ein Levit. Er bereitete den Weg für den HERRN. (Ich bevorzuge den
    Begriff eintauchen. Dies kommt der Handlung näher. Das griechische Verb baptizo bedeutet eintauchen.)

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    Barnabas von Zypern
    Er war ein Levit und stammte von Zypern. Sein eigentlicher Name war Joses. Die Apostel gaben ihm den ara-­‐
    mäischen Beinamen Bar Nadabas (Kurzform: Barnabas). Dieser Beiname umschreibt die Eigenschaft dieses
    Mannes. Bar Nadabas bedeutet Sohn der Ermutigung, des Zuspruches (Apg. 4,36).

    Lagerordnung während der Wüstenwanderung
    Während der Wüstenwanderung lagerte der Stamm Levi jeweils anschliessend an die Abschrankung um die
    Stiftshütte Gottes. Auf allen vier Seiten (Num. 1,50-­‐53). Diese Nähe zum Heiligtum unterstreicht ihre Berufung
    als Priester und Wächter des Gesetzes.

    Landsgemeinde in Sichem
    An der Landgemeinde in Sichem durfte sich der Stamm Levi auf der Bergflanke des Gerisim aufstellen. Levi
    gehörte zu jenen sechs Stämmen, die Segensworte aussprechen durften. Jene sechs Stämme waren: Simeon,
    Levi, Juda, Issaschar, Joseph, Benjamin. (Deut. 27 und Jos. 8).

    Versiegelung nach Offb. 7
    Der Engel Gottes findet auch 12’000 Angehörige aus dem Stamm Levi (Offb. 7,7). Es gibt somit noch einen
    Stamm Levi. Auch wenn der Stamm zerstreut lebte. Und es gibt Loyale zu Gott und seinen Gesalbten.

    Neues Jerusalem
    Im Jerusalem auf der neuen Erde wird ein Tor nach Levi benannt sein. Sein Tor befindet sich im Norden neben
    Juda und Ruben (Hes. 48,31 und Offb. 21,12).

    Geistlicher Aspekt:
    Die Tore Ruben, Juda und Levi befinden sich nebeneinander. In dieser Reihenfolge. Man kann sagen, die drei
    Funktionen Erster, Königsherrschaft und Priesterdienst werden wieder zusammengeführt. JESUS vereinigt
    diese drei Rechte in sich. ER ist der Erste der Auferstehung, ER ist der König, ER ist der Hohepriester.

    Schlusswort
    Nach den biblischen Berichten endet die spezielle Berufung der Nachkommen Levis. Seine Berufung endet
    spätestens mit dem Beginn des Tausenjährigen Friedensreiches. Denn als Priester und Könige sind nun jene
    berufen, die an der ersten Auferstehung teilnehmen werden (Offb. 20,6).

    Auch danach, auf der neuen Erde, wird den Leviten keine spezielle Aufgabe mehr übertragen. Als Priester und
    Könige werden jene dienen, die dazu berufen sind. Nämlich Seine Nachfolger, die im Buch des Lebens aufge-­‐
    schrieben sind.

    Zum Schluss möchte ich Hebr. 7,11-­‐21 zitieren:
    „Wenn nun die Vollendung durch das levitische Priestertum erreicht worden wäre -­‐ denn in Verbindung mit ihm hat das Volk das Gesetz empfangen -­‐, welche Notwendigkeit bestand dann noch, einen anderen Priester nach der Ordnung Melchisedeks aufzustellen und nicht nach der Ordnung Aarons zu nennen? Denn wenn das Priestertum geändert wird, so findet notwendig auch eine Änderung des Gesetzes statt. Denn der, von dem dies gesagt wird, gehört zu einem anderen Stamm, aus dem niemand die Wartung des Altars hatte.
    Denn es ist offenbar, dass unser HERR aus Juda entsprossen ist, von welchem Stamm Mose nichts in bezug auf Priester geredet hat. Und es ist noch weit augenscheinlicher, wenn gleich dem Melchisedek ein anderer Priester aufsteht, der es nicht nach dem Gesetz eines fleischlichen Gebots geworden ist, sondern nach der Kraft eines unauflöslichen Lebens. Denn ihm wird bezeugt: »Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung
    Melchisedeks.«

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    Denn aufgehoben wird zwar das vorhergehende Gebot seiner Schwachheit und Nutzlosigkeit wegen -­‐ denn das Gesetz hat nichts zur Vollendung gebracht -­‐ eingeführt aber eine bessere Hoffnung, durch die wir uns Gott nahen.
    Und wie dies nicht ohne Eidschwur geschah -­‐ denn jene sind ohne Eidschwur Priester geworden, dieser aber mit Eidschwur durch den, der zu ihm sprach: „Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist Priester in Ewigkeit!“​​
    Im Herrn Jesus Christus
    Hans Peter Wepf
    1. Mose 15.6
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