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Thema: Was bedeutet das „Vollkommene“ in 1. Korinther 13 ?

  1. #1
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    Was bedeutet das „Vollkommene“ in 1. Korinther 13 ?

    In 1Kor 13,8-10 schreibt Paulus;
    8 Die Liebe vergeht nimmer; seien es aber Prophezeiungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. 9 Denn wir erkennen stückweise, und wir prophezeien2 stückweise; 10 wenn aber das Vollkommene gekommen sein wird, so wird das, was stückweise ist, weggetan werden.

    Damit stellt sich die Frage: Was ist dieses Vollkommene?
    Herzliche Grüsse Artur


    Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, wegen seiner vielen Liebe, womit er uns geliebt hat, als auch wir in den Vergehungen tot waren, hat uns mit dem Christus lebendig gemacht, durch Gnade seid ihr errettet. Eph 2,4-5

  2. #2
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    AW: Was bedeutet das „Vollkommene“ in 1. Korinther 13 ?

    Lieber Artur,

    ich denke, wir finde das Vollkommene in 1. Kor. 15
    [23] Jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling, Christus; dann die, die des Christus sind bei seiner Ankunft;
    [24] dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt, wenn er weggetan haben wird alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht.
    [25] Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat.
    [26] Als letzter Feind wird der Tod weggetan.
    [27] Denn „alles hat er seinen Füßen unterworfen.“ Wenn er aber sagt, dass alles unterworfen sei, so ist es offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat.
    [28] Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei. 1. Kor. 15,23-28

  3. #3
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    AW: Was bedeutet das „Vollkommene“ in 1. Korinther 13 ?

    Herzliche Grüsse
    Hans Peter

    3. Mo 5,1

    Und wenn jemand sündigt, daß er die Stimme des Fluches hört, und er war Zeuge, sei es daß er es gesehen oder gewußt hat, wenn er es nicht anzeigt, so soll er seine Ungerechtigkeit tragen;


  4. #4
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    AW: Was bedeutet das „Vollkommene“ in 1. Korinther 13 ?

    Lieber Hans Peter,

    ohne allen Widerspruch ist das Wort Gottes vollkommen. In 1. Kor. 13 bezieht sich das Vollkommene aber auf etwas, das zumindest aus der Sicht des Gläubigen, noch zukünftig ist. Wenn man aber zu dem Schluss kommt, das das Wort Gottes noch zukünftig ist, dann müsste mann es auf das geschriebene Wort Gottes beziehen. Von dem spricht Paulus tatsächlich, wenn er sagt, dass er es auf das "Vollmaß" bringen sollte.
    [24] Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch und ergänze in meinem Fleisch das, was noch fehlt an den Drangsalen des Christus für seinen Leib, das ist die Versammlung,
    [25] deren Diener ich geworden bin nach der Verwaltung Gottes, die mir in Bezug auf euch gegeben ist, um das Wort Gottes zu vollenden:
    [26] das Geheimnis, das von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen offenbart worden ist,
    [27] denen Gott kundtun wollte, welches der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses ist unter den Nationen, das ist: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit;
    [28] den wir verkündigen, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, damit wir jeden Menschen vollkommen in Christus darstellen;
    [29] wozu ich mich auch bemühe, indem ich kämpfend ringe gemäß seiner Wirksamkeit, die in mir wirkt in Kraft. Kol. 1,24-29
    1. Kor. 13 verbindet aber das Verschwinden von stückweiser Erkenntnis mit dem Kommen des Vollkommenen. Insoweit sind die Ausführungen von RL und Stephan Isenberg, der eine Reihe Brüder anführt (wobei leider wieder niemand weiß wer von wem abgeschrieben hat), auf den ewigen Zustand hinzudeuten.

  5. #5
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    AW: Was bedeutet das „Vollkommene“ in 1. Korinther 13 ?

    Lieber Ulrich
    Ohne wirkliches Wissen zu Sprache und Grammatik, weshalb wird DAS Vollkommene übersetzt und nicht DER Vollkommene? Ist nicht der Herr, der Logos, der Vollkommene, so wie du Ihn in K. 15 aufzeigst.
    Herzliche Grüsse
    Olivier

    Sprüche 4,20-23
    Mein Sohn, merke auf meine Worte, neige dein Ohr zu meinen Reden. Laß sie nicht von deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens. Denn Leben sind sie denen, die sie finden, und Gesundheit ihrem ganzen Fleische. – Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens. –

  6. #6
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    AW: Was bedeutet das „Vollkommene“ in 1. Korinther 13 ?

    - 1. Kor. 13:10
    9 Denn wir erkennen stückweise, und wir weissagen stückweise;
    10 wenn aber das Vollkommene kommt, wird das, was stückweise ist, weggetan werden.


    Die verschiedenen Bedeutungen

    teleios kann im NT folgende Bedeutungen haben:
    - sittlich vollkommen (von Personen): Matth. 5:48; 1. Kor. 2:6; Kol. 1:28(s. unter 1.)
    - perfekt, vollkommen (von Dingen): Röm. 12:2; Jak. 1:17; 1. Joh. 4:18 (s. unter 1.)
    - erwachsen: 1. Kor. 14:20; Eph. 4:13; Hebr. 5:14 (s. unter 1.)
    - vollständig: Jak. 1:4 (siehe unter 1.)
    - endgültig (im Gegensatz zu vorläufig): Hebr. 9:11 (s. unter 1.)

    3. Die Syntax

    teleios wird syntaktisch auf drei verschiedene Arten gebraucht:
    - als attributives Adjektiv: Röm. 12:2; Hebr. 9:11; Jak. 1:4,17; 3:2; 1. Joh. 4:18 (s. unter 1.)
    - als prädikatives Adjektiv: Matth. 5:48; 19:21 (s. unter 1.)
    - als substantives Adjektiv: 1. Kor. 2:6; 13:10; 14:20; Hebr. 5:14 (s. unter 1.)

    teleios wird nie als absolut dastehendes Abstraktum - wie Vollendung, Vollkommenheit etc. - gebraucht, sondern es hat immer ein genanntes oder ausgelassenes Bezugswort. Sollte daher to teleion in 1. Kor. 13:10 wirklich „die Vollendung“ bedeuten, wäre es ein Sonderfall. Das wäre theoretisch zwar nicht ganz ausgeschlossen, aber bereits jetzt als unwahrscheinlich erkennbar.


    Hingegen wäre to teleion, das Paulus in 1. Kor. 13:10 verwendet, für die „Vollendung“ absolut singulär. Paulus hätte sich dann äußerst mißverständlich, um nicht zu sagen irreführend ausgedrückt.

    6. Was meinte Paulus mit to teleion?

    Wir müssen zwei Dinge berücksichtigen: erstens den Textzusammenhang; zweitens den Gebrauch des Wortes im übrigen NT.

    Im 1. Korintherbrief selbst wird teleios einmal gebraucht im Sinne von „sittlich vollkommen“:
    1. Kor. 2:6
    6 Wir reden aber Weisheit unter den Vollkommenen, jedoch nicht Weisheit dieses Zeitalters, noch der Fürsten dieses Zeitalters, die zunichte werden,

    das andere Mal im Sinne von „ausgewachsen = erwachsen“:
    1. Kor. 14:20
    20 Brüder, seid nicht Kinder am Verstand, sondern an der Bosheit seid Unmündige, am Verstand aber seid Erwachsene.

    Im Kapitel 13 spricht Paulus von Dingen, die nur vorläufig, vorbereitend sind, die eben nur Teile des Ganzen bilden.
    to teleion bildet den logischen Gegensatz zu den vorläufigen und vorbereitenden Teilen und bezeichnet das Bleibende, das Ganze, das aufs Vollmaß Gebrachte.



    Damit ist rein sprachlich die Deutung von ek merous Erkennen als nur stückwerkhaftes Erkennen, welches die Gemeindezeit auf Erden charakterisieren soll, ausgeschlossen. Nein, Paulus will den Korinthern sagen, daß alles Erkennen und Weissagen noch in Einzelteilen (ek merous) geschehe, bis das Vollständige (to teleion), die Gesamtoffenbarung Gottes gekommen und niedergeschrieben sei. So spricht Paulus in 1. Kor. 13 nicht vom Gegensatz gegenwärtige Zeit - kommende Herrlichkeit, sondern vom Gegensatz einleitende Offenbarungsstufe - abgeschlossene Offenbarungsstufe.
    Herzliche Grüsse
    Hans Peter

    3. Mo 5,1

    Und wenn jemand sündigt, daß er die Stimme des Fluches hört, und er war Zeuge, sei es daß er es gesehen oder gewußt hat, wenn er es nicht anzeigt, so soll er seine Ungerechtigkeit tragen;


  7. #7
    Registriert seit
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    AW: Was bedeutet das „Vollkommene“ in 1. Korinther 13 ?

    Lieber Olivier,
    Zitat Zitat von Olivier Beitrag anzeigen
    Ohne wirkliches Wissen zu Sprache und Grammatik, weshalb wird DAS Vollkommene übersetzt und nicht DER Vollkommene? Ist nicht der Herr, der Logos, der Vollkommene, so wie du Ihn in K. 15 aufzeigst.
    Man müsste die Übersetzer fragen, dass mit den Artikeln ist so eine Sache. Aus phonetischen Gründen ist z.B. die Hausfrau im Spanischen maskulin. Ob aber Logos im Deutschen maskulin ist? Ich glaube ehr sächlich, darum kann ich den Ansatz über das Wort durchaus nachvollziehen. Der Logos (das Wort) ist aber im absoluten Sinn sicher nicht zukünftig, noch kommend. Das trifft höchstens auf das geschriebene Wort zu, bei dem in 1. Kor. noch einige Geheimnisse zu offenbaren sind. Unser Problem liegt hier sicher in der Induktion. Jeder Ausleger beschäftigt sich mit der Stelle und mit "Phantasie".

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