www.BIBELSTUDIUM.de Freitag, 02.03.2018
Bibelfälschung Neue-Welt-Übersetzung

Bibelstellen: Johannes 3,16; Matthäus 12,12; Matthäus 25,46
Die „Neue-Welt-Übersetzung“ (NWÜ) der Zeugen Jehovas kann man eigentlich nicht Übersetzung nennen, da hier die Heilige Schrift den Sonderlehren der Zeugen Jehovas angepasst wurde; deshalb wurde in der Überschriff dieses Artikels auch der Begriff „Bibelfälschung“ gewählt.
Es ist auffallend, dass die Übersetzung, die die Zeugen Jehovas benutzen, bei Christen auf eine sehr breite und scharfe Kritik stößt. Das muss Gründe haben. Im Folgenden sollen ein paar Punkte genannt werden.
Die Bibelstelle Matthäus 12,12
NWÜ übersetzt: „Wenn man alles in Betracht zieht: Wie viel wertvoller ist doch ein Mensch als ein Schaf!“ Das „Wenn man alles in Betracht zieht“ ist ganz einfach eine unerlaubte Hinzufügung, die durch die griechischen Handschriften nicht abgedeckt wird. Diese Hinzufügung wurde gemacht, um die Lehre der Vernichtung von Menschen zu unterstützen.
Die Bibelstelle Matthäus 25,46
NWÜ übersetzt: „Diese werden in die ewige Abschneidung weggehen, die Gerechten aber in das ewige Leben.“
Das Wort für „Abschneidung“ bedeutet nach dem Grundtext: „Züchtigung, Zurechtweisung, Strafe, Pein, Qual“ (nach einem guten Griechisch-Wörterbuch). Es wird in der genauen Elberfelder Übersetzung mit „Pein“ wiedergegeben. So auch in 1. Johannes 4,18. Kann man denn sagen: „Die Furcht hat Abschneidung“? Nein, es muss heißen: „Die Furcht hat Pein.“ Die NWÜ „rettet“ sich dort in die merkwürdige Formulierung: „Die Furcht wirkt hemmend.“
Und in Apostelgeschichte 4,21 kommt ein verwandtes Wort vor, das auch in der NWÜ mit „strafen“ übersetzt wird! In 2. Petrus 2,9 findet der Leser aber in der NWÜ wieder die Übersetzung „Abschneidung“ vor.
Der Übersetzung mit „Abschneidung“ hat keine Berechtigung; sie wurde nur gewählt, um die Vernichtungslehre (d.h. die Gottlosen werden nicht ewig bestraft, sondern ihre Existenz wird angeblich ausgelöscht) zu stützen. Aber es gibt keine Vernichtung der Gottlosen. Denn warum sollten sie vernichtet werden, auferstehen und dann wieder vernichtet werden? Die Verdammnis der Gottlosen ist genauso ewig wie das Glück derer, die von neuem geboren sind.
Die Bibelstelle Johannes 1,1
Hier wird in der NWÜ übersetzt: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war ein Gott.“
Die griechische Sprache kennt keinen unbestimmten Artikel. Es handelt sich also hier (bei „ein“ vor Gott) um eine Hinzufügung. Diese Ergänzung lässt sich aus sprachlichen Gründen im Deutschen natürlich nicht immer vermeiden. So wird in Johannes 1,6 von „einem Menschen“ gesprochen, obwohl im Griechischen vor „Mensch“ kein Artikel steht. Es ist eben im Deutschen nicht anders möglich. Das ist es aber in Vers 1 wohl – und die Hinzufügung ist in diesem Fall sogar sinnentstellend. Was für einen Gott (in dem absoluten Sinn) soll es denn neben Gott geben?
Übrigens ist zu beachten, dass es nicht heißt, dass das Wort wurde, sondern dass es war. Das Wort war schon immer da! Und ferner ist dieses Wort der Schöpfer. Nach Psalm 121,2 ist der Schöpfer Jehova (Jahwe). Also ist Jesus, das Wort, niemand anders als Jehova.
Die Bibelstelle Johannes 3,16
Dieser wunderbare Vers wird in der „Neue-Welt-Übersetzung“ wie folgt wiedergegeben: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe.“
Den Ausdruck „einziggezeugten Sohn“ mag man aus sprachlichen Gründen nicht antasten können, aber darin kommt zum Vorschein, dass sie den Sohn Gottes für ein geschaffenes Wesen halten. Auf die Frage, warum Christus dann „Gott“ genannt wird, verweisen sie darauf, dass auch Satan „Gott“ genannt wird (2. Kor 4,4). Kann man sich eine größere Lästerung des Namens Christi vorstellen?
Das Wort „glauben“ bedeutet (im Grundtext) sicherlich nicht „Glauben ausüben“. Das Wort für „glauben“ ist im Griechischen ein Wort, wo sich der Gedanke von „ausüben“ nicht findet. Lexika geben Definitionen wie: „etwas für wahr halten, von etwas überzeugt sein, das Vertrauen in jemanden setzten“. In Matthäus 8,13 wird z.B. dasselbe Wort gebraucht. Was tat der Hauptmann anderes, als dem Herrn Jesus zu vertrauen?
Dann wird statt „verloren gehen“ mit „vernichtet werden“ übersetzt. Das ist von der Übersetzung her zwar möglich, aber keineswegs naheliegend oder gar zwingend. In Matthäus 15,24 (wo dasselbe Wort vorkommt) ist beispielsweise von den verlorenen Schafen des Hauses Israels die Rede; „vernichten“ ergibt da keinen Sinn.
Lehrmäßig ist diese Übersetzung aber in jedem Fall abzulehnen, da die Strafe der Gottlosen ewig ist. Wozu sollte sonst das Feuer nicht erlöschen und der Wurm nicht verderben (Mk 9,44), wenn die Menschen in dem Feuersee vernichtet werden würden? Nein, der Rauch ihrer Qual wird von Ewigkeit zu Ewigkeit aufsteigen (Off 14,11).
Die Bibelstelle 1. Timotheus 4,1
NWÜ übersetzt: „Die inspirierte Äußerung aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeitperioden einige vom Glauben abfallen werden.“
Wie kann denn eine „inspirierte Äußerung“ etwas sagen? Es muss natürlich „Der Geist …“ heißen, was in der Fußnote der NWÜ auch „zugegeben“ wird.
In der NWÜ wurde offensichtlich deshalb so übersetzt, um denen ein starkes Argument wegzunehmen, die sagen, dass der Geist eine Person der Gottheit ist. Deswegen wird in der NWÜ in 1. Mose 1,2 nur von einer „wirksamen Kraft“ gesprochen, die über den Wassern schwebte.
Bibelstelle Titus 2,13
In der NWÜ heißt es: „... während wir auf die beglückende Hoffnung und das Offenbarwerden der Herrlichkeit des großen Gottes und [des] Retters von uns, Christus Jesus, warten.“
Das „des“ vor „Retters“ ist eingefügt worden. Für dieses Einfügung gibt es keinen Grund. Es ist ganz klar, dass es hier um eine Person geht, die Gott und Retter zugleich ist.
Im Jahr 1798 gab Granville Sharp eine Untersuchung zu einem Phänomen in der griechischen Grammatik heraus. Er machte klar: Wenn zwei Hauptwörter, die im gleichen Fall stehen, durch das Wort „und“ (griech. kai) verbunden sind und der bestimmte Artikel nur dem ersten Hauptwort vorangeht, dann stellt das zweite Hauptwort eine nähere Umschreibung des ersten Hauptwortes dar. (Diese Regel gilt aber nicht für Hauptwörter in der Mehrzahl und nicht für Eigennamen.) Im griechischen Grundtext ist in Titus 2,13 die Bedingung von Sharps Regel erfüllt. Es kann hier nicht um zwei Personen gehen, sondern es geht um unseren Gott und Retter Jesus Christus!
Die Bibelstelle Hebräer 1,8
NWÜ übersetzt: „Aber mit Bezug auf den Sohn: ,Gott ist dein Thron für immer …‘“
Was soll das bedeuten, Gott zum Thron zu haben? Ist so ein Gedanke nicht der ganzen Heiligen Schrift fremd? Es wird gesagt, dass der Herr Jesus auf dem Thron seines Vaters sitzt (Off 3), aber nicht, dass der Vater oder Gott der Thron ist. Offenbar geschah diese Übersetzung im Hinblick auf die Leugnung der Gottheit Christi, die in diesem Vers nämlich eindrucksvoll bestätigt wird: „In Bezug auf den Sohn aber: ,Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit.‘“
Der Name Jehova
In der NWÜ (ich zitiere aus der deutschen Erstauflage) findet sich ein Anhang, in dem es heißt: „Hier folgt eine Konkordanz aller Stellen in dieser Übersetzung, wo der Name Jehova in den Christlichen Griechischen Schriften vorkommt.“
Das ist an sich schon mal sehr bemerkenswert. Denn erstens weiß man nicht mehr, wie das hebräische JHWH ausgesprochen bzw. geschrieben werden müsste (ob also „Jehova“ richtig ist), und zweitens, und das ist frappierend, kommt JHWH in den griechischen Handschriften des Neuen Testaments überhaupt nicht vor!
Es ist natürlich wahr, dass dann, wenn „Herr“ (griech. kyrios) ohne Artikel steht, es an manchen Stellen den alttestamentlichen Gottesnamen (JHWH) bezeichnet. Aber so wie es die NWÜ macht, geht die Rechnung definitv nicht auf. Sie übersetzt kyrios fast immer mit „Jehova“. Aber an manchen Stellen ist das merkwürdigerweise nicht der Fall. Zum Beispiel in Philipper 2,11; 2. Korinther 4,5 und 1. Korinther 11,20. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Eine Übersetzung mit „Jehova“ würde an diesen Stellen ihr böses, lehrmäßiges System gefährden, da es deutlich Christus als Gott ausweisen würde.
Schlussgedanken
Leute, die mit so einer sog. Bibelübersetzung in der Hand kommen und die Lehre des Christus nicht bringen, sollten wir weder grüßen noch in unser Haus aufnehmen (2. Joh 10). Das mag hart erscheinen, aber die Treue zu dem ewigen Sohn Gottes verpflichtet uns Christen dazu, mit Verführern und Irrlehrern so umzugehen. Suchenden und fragenden Zeugen Jehovas sollte man allerdings im Sinn von Judas 23 begegnen: „Die anderen aber rettet mit Furcht, sie aus dem Feuer reißend, indem ihr auch das vom Fleisch befleckte Kleid hasst.“
Gerrid Setzer

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